AOK verkauft Allianz

August 17th, 2017

AOK verkauft Allianz

Der Allianz Deutschland AG-Chef Manfred Knof liefert prompt Oliver Bäte. /Foto: Allianz db Media


Die Allianz Deutschland AG ist in den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 erneut in allen Geschäftsbereichen gewachsen. Der Umsatz legte insgesamt um 7,8 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro zu. Im Gegensatz zur Mutter Allianz SE rechnet die Tochter mit der Stabilität des Geschäfts.

„Dieses gute Ergebnis zeigt, dass unsere Produkte die Bedürfnisse unserer Kunden ansprechen. Wir sind auf dem richtigen Weg, um noch besser zu werden. Unser Ziel ist, in den Lebenswelten der Kunden relevant zu sein. Wir wollen mehr sein als ein Versicherer, der Rechnungen bezahlt“, sagt Risiko-Manger und CEO Manfred Knof, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG an die Adresse der deutschen Versicherten und liefert ein exzellentes Ergebnis mit fast 25 Prozent Wachstum in der Sparte Leben.

Die Allianz entwickelt den Umbau hin zu einer kundenorientierten Organisation weiter und nutzt die Chancen von sinnvoller Digitalisierung der Prozesse eines Versicherers.

Im ersten Halbjahr 2017 wurden 21 neue Leistungs- und Service-Ideen getestet und dazu rund 5.000 Versicherte befragt. Im digitalen Direktangebot der Allianz können die Versicherungslösungen der Allianz vollständig digital abgeschlossen werden. Die Nutzerzahlen der Angebote im Internet steigen stetig, ebenso die Online-Abschlüsse.

Bei der Risikolebensversicherung legten die Online-Abschlüsse um 44 Prozent zu. Auf jeden Abschluss im Internet kommen zehn weitere Nutzer, die über die Website zu einem Vermittler gelangen und sich bei diesem versichern.

„Auch im Zeitalter der Digitalisierung vertrauen unsere Kunden auf die hervorragende persönliche Beratung durch unsere Vertreter. Uns ist es daher wichtig, den Übergang für die Kunden von der Internetseite zu einem unserer Vertreter so einfach wie möglich zu gestalten“, sagt Knof.

Erfolg im Firmen- und Gewerbegeschäft
Die Bruttoprämien in der Schaden- und Unfallversicherung nahmen um 1,8 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro zu. Die modulare Firmen- und Gewerbe-Deckungen stießen auf große Nachfrage bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. In dieser Zielgruppe sieht die Allianz Deutschland zusätzliches Wachstumspotenzial für die 2016 eingeführte Deckung für das Cyber-Risiko.

Allianz kündigt neue Kraftfahrtversicherung an
Die AllSecur ist mittlerweile der drittgrößte Direktanbieter im deutschen Kfz-Versicherungsmarkt.

Der Verkaufserfolg des Telematik-Tarifs Bonus Drive übertraf mit 31.500 versicherten Fahrzeugen seit Start im Mai 2016 die Erwartungen. Eine Ausweitung auf weitere Altersgruppen wird derzeit geprüft. Weiterhin wird die Allianz im Herbst ihre neue Autoversicherung in Deutschland einführen.

Leben mit Garantien ist beliebt
In der Lebensversicherung stiegen die Beitragseinnahmen um 13,2 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro an. Ebenso legten die Neubeiträge mit einem Plus von 24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich zu. In all ihren Altersvorsorge-Produkten bietet die Allianz eine Garantie der Höhe der Prämie als bewährtes Sicherheitselement an und orientiert sich damit an den Wünschen ihrer Versicherten. Denn selbst bei kapitalmarktnahen Lebens- oder Rentenversicherungen setzen drei von vier Kunden auf 100-prozentigen Beitragserhalt, wie eine Auswertung von 50.000 Verträgen zeigt.

„Die Kunden möchten Sicherheit für ihr eingezahltes Geld, sich aber gleichzeitig Chancen am Kapitalmarkt offenhalten“, sagt Knof.

Für mehr Planungssicherheit in der Altersvorsorge können Versicherte jetzt unter Angabe weniger Daten einen Überblick über die eigene Vorsorgesituation gewinnen: Der sogenannte Rentenscore zeigt, welcher Teil der angestrebten Rentenhöhe bereits durch die bestehende Vorsorge abgedeckt ist. Besitzern eines Amazon Echo hilft Alexa bei der Ermittlung des Rentenscore.

AOK als erfolgreicher Außendienst der Allianz
Die Beitragseinnahmen der Krankenversicherung erhöhten sich um 1,8 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Dabei legte sowohl der Umsatz mit Vollversicherungen als mit Zusatzversicherungen zu. Letzterer aufgrund der erfolgreichen Kooperation mit der AOK Baden-Württemberg.

Sehr gut bei den Kunden kamen dabei die neuen Zahntarife Dental Plus und Dental Best an und sorgten dafür, dass sich der Verkauf von Zahntarifen im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 57 Prozent steigerte. Ende Juni 2017 waren insgesamt 2,6 Millionen Personen bei der Allianz krankenversichert, 35.000 mehr als vor einem Jahr.

Kapitalanlagen mit neuem Risikoprofil klappt
Seit Ende 2016 bewerten Allianz Leben und die Allianz Private Krankenversicherung neben der Langfristigkeit und Stabilität auch die Nachhaltigkeit aller getätigten Kapitalanlagen. Mit dem sogenannten ESG-Scoring werden Aspekte des Umweltschutzes (E), des Sozialen (S) sowie der guten Unternehmensführung (G) abgedeckt und damit das Risikoprofil des investierten Kapitals verbessert. Die verwalteten Kapitalanlagen stiegen zum 30. Juni 2017 um 1,9 Prozent auf 289,6 Milliarden Euro.

Das Kapitalanlagenergebnis sank um 0,5 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Hier überwogen Verluste aus Zinsabsicherungen gegenüber geringeren Abschreibungen auf Kapitalanlagen.

Operatives Ergebnis legt zu
Das operative Ergebnis lag mit 1,2 Milliarden Euro um 3,6 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums. Das Ergebnis wuchs um 4,8 Prozent auf 910 Millionen Euro, das sind fast fünf Prozent, auf der Basis von Milliarden Euro ist das ein sehr hohes Niveau.

Ausblick 2017 – Allianz sichert Marktführung Leben
Vorausgesetzt, dass sowohl die Entwicklung an den Kapitalmärkten als auch Naturkatastrophen und Großschäden das Ergebnis nur moderat beeinflussen, geht der Vorstand der Allianz Deutschland AG für das Gesamtjahr von einer stabilen Geschäftsentwicklung aus.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

Basler – Frachtführer besser gesichert

August 15th, 2017

Der siebte Gang für Frachtführer

Ein neues Sicherheitspaket für Frachtführer hilft der Schaltzentrale und den Fahrern. /Foto: © db Media Dietmar Braun


Wer gewerbsmäßig den Transport von fremden Gütern mit Fahrzeugen des eigenen Betriebes durchführt, ist auch während der Beförderung für die Güter verantwortlich. Bei Schäden oder Verlusten haftet der Frachtführer im Umfang der rechtlichen Bestimmungen.

Die Basler Versicherungen sind mit einer aktualisierten Frachtführer-Haftpflichtversicherung seit Juli 2017 am Markt vertreten. Zahlreiche neue Leistungsbestandteile als Mehrwert charakterisieren den neuen Deckungsumfang.

Ein Muss – richtig gestalten
Für Unternehmen mit Fahrzeugen über 3,5 t ist die Frachtführer-Haftpflichtversicherung Pflicht und deshalb ein Muss für diese Betriebe. Gut, wenn man auf einen umfassenden Versicherungsschutz zurückgreifen kann.

Größter Vorteil des neuen Deckungskonzepts für Frachtführer ist die für alle bestehenden Verträge integrierte Leistungs-Update-Garantie. Werden die Versicherungsbedingungen der Basler zukünftig verbessert, gelten diese Verbesserungen automatisch für den nach jetzigen Bedingungen abgeschlossenen Vertrag. Vermittlungsunternehmer und Versicherungsmakler als Einkäufer profitieren hier von einer haftungssicheren Beratung und Versicherte erhalten stets den aktuellsten Versicherungsschutz.

Wird Versicherungsschutz für Schäden an fremden Ladungseinheiten benötigt, so steht ab sofort eine Deckungssumme bis zu 50.000 EUR je Schaden zur Verfügung. Optional kann bei Bedarf eine Pakethaftung bis 520 EUR je Paket in den Versicherungsschutz aufgenommen werden.

Fahrzeug-Entsorgung und Fahrer-Betreuung
Für besondere Bedürfnisse können weitere Leistungen optional vereinbart werden – die sogenannten Sicherheits-Plus-Bausteine. Mit dem Carrier Unfall-Schutz z.B. übernimmt die Basler Versicherung die Kosten für das Abschleppen und die Miete für ein gleichwertiges Ersatzfahrzeug. Außerdem werden die Übernachtungs- und Rückreisekosten des Fahrers erstattet. Bei schweren Unfällen werden auch die Kosten für eine psychologische Betreuung ersetzt.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

125 Jahre Conti – München feiert

August 14th, 2017

125 Jahre Conti

Dr Helmut Hofmeier, Vorstand des Versicherer Continentale Leben /Foto: Conti db media


Aus einer Selbsthilfeorganisation der Münchener Stadt- und Marktschreiber ist bis heute ein großer und substanzstarker Lebensversicherer geworden. Kein Krieg oder Finanzkrise konnte das verhindern oder behindern. Die Continentale ist verlässlich und hat in 125 Jahren das Vertrauen verdient.

Die Continentale Lebensversicherung feiert heute in der Weltstadt der Herzen ihr 125-jähriges Jubiläum. Am 14. August 1892 wurde sie in München von den Stadt- und Marktschreibern als „Pensionsverein“ mit 193 Mitgliedern aus der Taufe gehoben. Heute ist sie eine substanzstarke, feste Größe im deutschen Versicherungsmarkt mit heute 750.000 Verträgen.

Die Continentale Lebensversicherung bot als einer der ersten Versicherer die Berufsunfähigkeitsversicherung und setzte zeitig auf fondsgebundene Lebensversicherungen mit einer großen Auswahl an Publikumsfonds. Heute ist die Continentale einer der wenigen Lebensversicherer, die nach wie vor Lösungen in der Sparte Leben mit im Marktvergleich hohen und nicht veränderbaren Garantien anbieten.

In der betrieblichen Altersversorgung (bAV) ist sie ein zuverlässiger Partner mit ausgezeichneten Lösungen und umfassenden Service-Angeboten für Unternehmen und Belegschaft.

6,9 Milliarden Euro an Kapitalanlagen insgesamt, 881 Millionen Euro Leistungen für die Versicherten und eine große Substanzstärke, die durch verschiedene Kennzahlen belegt wird, das zeichnet den Jubilar aus München aus.

„Schon die Tatsache, als Lebensversicherer so lange zu bestehen, ist ein Grund zur Freude. Wir aber blicken gleichzeitig auf eine sehr positive Geschäftsentwicklung.“ Denn in den vergangenen Jahren ist das Unternehmen stets stärker gewachsen als die Branche. Ich bin stolz darauf, dass uns dies durch Geschäft gegen laufenden Beitrag mit nachhaltig und verlässlich kalkulierten Produkten gelungen ist. Dies macht uns zu einem zuverlässigen Partner für Kunden und Vermittler“, erläutert Dr. Helmut Hofmeier, Vorstand Leben im Continentale Versicherungsverbund.

Kriege und Finanzkrisen überlebt
Nach einer durch zwei Weltkriege und eine verheerende Wirtschaftskrise geprägten schwierigen Anfangszeit wuchs der Pensionsverein seit den frühen 50er Jahren kontinuierlich. Früh bewiesen die Verantwortlichen Weitblick und schlossen 1952 einen Organisationsvertrag mit der Continentale Krankenversicherung a.G. Gemeinsam bildeten die beiden Versicherungsvereine die Basis für den Continentale Versicherungsverbund. Bis heute ist die Lebensversicherung eine tragende Säule des Konzerns, die ihre Innovationskraft aus der Verknüpfung von Tradition und Fortschritt gewinnt.

In der Sparte Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Continentale Lebensversicherung eines der wesentlichen Unternehmen – mit einem Marktanteil von mehr als 6 Prozent im Neugeschäft.

Das Wachstum beruht auf nachhaltig kalkulierten biometrischen Lösungen zu angemessenen Prämien.

„In mehr als 60 Jahren mussten wir die eingangs kalkulierten Nettobeiträge kein einziges Mal erhöhen. Auch 2017 sind die Beiträge stabil geblieben, obwohl der Rechnungszins gesenkt wurde“, betont Dr. Hofmeier. Kaum ein Risikomanager oder Aktuar der Lebensversicherer kann das Gleiche so heute aussagen.

Noch ein Anbieter mit vollständiger Produktpalette
Verbunden mit ihrer ausgeprägten Substanzstärke gehört die Continentale Lebensversicherung zu den wenigen Versicherern im deutschen Markt, die nach wie vor eine vollständige Produktpalette anbieten. Die Substanzstärke wird unter anderem dadurch belegt, dass das Unternehmen die Solvency II-Anforderungen bei Weitem übererfüllt – auch ohne Übergangsmaßnahmen.

„Wir sind sehr gut aufgestellt und gehen unseren Weg konsequent weiter: Ab dem 1. September 2017 erweitern wir unser Angebot um eine transparente und marktfähige kapitaleffiziente Klassik“, so Dr. Hofmeier mit Blick auf die verbleibenden Monate im Jubiläums-Jahr 2017. Die Branche der Lebensversicher lebt.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

Wüstenrot wächst weiter

August 11th, 2017

Wüstenrot setzt auf das Eigenheim

Wüstenrot setzt auf seine Kern-Marke und Kompetenz rund um das Eigenheim /Foto: © db media Dietmar Braun


Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) meldet ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2017. Die Gruppe konnte in den ersten sechs Monaten den Konzernüberschuss nach Steuern deutlich um 28 Prozent von 121,0 auf 154,9 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhen.

Auf Basis dieser Entwicklung hat der Vorstand der Wüstenrot & Württembergische AG (W&W AG) seine Erwartungen für das laufende Jahr nach oben revidiert und rechnet nun beim Jahresüberschuss mit einer erkennbaren Überschreitung des Vorjahreswertes von 235 Millionen Euro. Für Anleger und Investoren lohnt es sich über die Aktie nachzudenken.

„Wir verbessern unser Geschäft momentan in nahezu allen Bereichen. Diese Entwicklung im ersten Halbjahr ist alles andere als selbstverständlich. Sie ist einerseits hart erarbeitet, andererseits das erste Ergebnis unserer Maßnahmen, um unseren Konzern deutlich kundenorientierter auszurichten. Was in der W&W-Gruppe steckt, zeigen diese ersten Effekte. Es ist allerdings zu früh, dies bereits als stabilen Trend zu bezeichnen. Wir haben noch einen langen Weg zu gehen. Klar ist: Der W&W-Konzern verfügt über allerbeste Voraussetzungen, in den kommenden Jahren zu einem der Gewinner des erkennbaren Branchenumbruchs zu werden“, sagt Jürgen A. Junker, CEO und Vorstandsvorsitzender der W&W AG.

„Den Rückenwind bei den Ergebnissen können wir gut gebrauchen. Er sichert uns nicht zuletzt Handlungsspielraum, um die erforderlichen hohen Investitionen im Zuge der Digitalisierung aus eigener Kraft zu realisieren“, sagt der Nachfolger seines bald auch als Präsident des GDV scheidenden Vorgängers, an dessen früheren Basis, der grundsoliden Wüstenrot-Gruppe in Ludwigsburg.

Bauspar Bank behauptet sich
Die Wüstenrot Bausparkasse aus Ludwigsburg konnte im Netto-Neugeschäft (eingelöstes Geschäft) mit 5,76 Milliarden Euro Bausparsumme annähernd das Vorjahresniveau erreichen (- 4,8 Prozent). Sie entwickelte sich damit deutlich besser als der Markt insgesamt.
Mit einem Marktanteil von knapp 14 Prozent konnte Wüstenrot die Stellung als zweitgrößte private deutsche Bausparkasse somit weiter festigen. Das Brutto-Neugeschäft nach Bausparsumme lag mit 7,01 Milliarden Euro unter dem sehr hohen Vorjahreswert (7,64 Milliarden Euro), der von den Sondereffekten eines Tarifwechsels positiv beeinflusst worden war.

In der Baufinanzierung erhöhte sich konzernweit das Neugeschäft an vermittelten Krediten um 8,2 Prozent auf 2,76 Milliarden Euro nach 2,56 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Die im Frühjahr 2017 erfolgte Übertragung des Baufinanzierungs- und Pfandbriefgeschäfts der Wüstenrot Bank auf die Wüstenrot Bausparkasse sowie die Übertragung der Spar- und Anlageprodukte steigerten die interne Effizienz durch jetzt einheitliche Prozesse, Systeme und attraktive Produktlösungen rund um das Eigenheim. Zum anderen verfügt die Bausparkasse jetzt über deutlich breitere Refinanzierungsmöglichkeiten. Beide Effekte wirken sich positiv auf die Ertragslage der Bausparkasse aus und eröffnen zudem Wachstumsspielräume rund um das Thema Eigenheim, Wohnen und Vorsorge.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2017
Angesichts des anhaltenden Immobilienbooms in Deutschland rechnet der W&W-Konzern mit Wachstumsimpulsen beim Bausparen und der Baufinanzierung.

Für das Versicherungsgeschäft, insbesondere die Sparte Schadens- und Unfallversicherung, bleibt der Vorsorge-Konzern optimistisch. im Personenversicherungsgeschäft ist noch viel Potential, hier gilt es die Vororge-Themen Leben, Pflege und Gesundheit stärker mit dem Kerngeschäft rund um das Eigenheim zu bündeln.

Die hohen Investitionen in die Digitalisierung im Rahmen des „W&W@2020“-Programms, aber auch in den klassischen Vor-Ort-Vertrieb, werden beibehalten. Sie sollen einen Grundstein für künftiges Wachstum legen.

Der Konzern-Vorstand zeigt sich für das Gesamtjahr 2017 zuversichtlich und bestätigt seine bisherigen Aussagen. Neben den Zuwächsen im Neugeschäft und der günstigen Entwicklung im Segment Schaden-/Unfallversicherung könnte auch ein Einmaleffekt aus einem Portfolioverkauf sich auswirken.

Fazit und Kommentar
Drei positive Entwicklungen könnten aus Sicht der Kenner des Konzerns eine größere Rolle spielen:

Erstens tut die Stärkung des traditionellen Eigenheim-Gedankens mit dem Markenkern Wüstenrot dem gesamten Konzern wieder sehr gut.

Zweitens interessieren sich laut den Meldungen der Süddeutschen Zeitung amerikanisch-österreichische Investoren wie Cerberus Capital Management für gemeinsame Entwicklungen im digitalen Vertrieb und mit der Marke Südwestbank auch Sekoren wie Vermögensverwaltung und Kapitalanlagen.

Drittens wird neben dem Bekenntnis zum exklusiven Eigenvertrieb auch die Partnerschaft und Kooperation mit Banken und Maklern wieder auf Augenhöhe betrieben. Letzteres paart sich mit einem ehrlichen Respekt vor Mitarbeitern und Partnern, die frühere Phase scheint wohl vorbei. Das hat der Konzern mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wohl leidvoll gemeinsam, der die teilweise etwas abgehobene Phase demnächst auch beendet.

Sprichwort: „Wer ein (Eigen-)Heim bauen oder sichern will, sollte lange am Fundament verweilen.“

Dietmar Braun (db)

Tor zur modernen Geldanlage – Robo-Advisors

August 11th, 2017

Expertin für Robo-Advisor

Sarah Naegele, Ginmon Expertin für Robo-Advisors /Foto: © Ginmon


Eine Analyse der Kundenstruktur des Frankfurter Robo-Advisors Ginmon zeigt, dass 84 Prozent der Anleger, Männer und lediglich 16 Prozent Frauen sind. Das Verhalten der beiden Geschlechter zeigt große Unterschiede in Sparformen und persönlicher Risiko-Auswahl.

Die Analyse bestätigt, dass digitale Geldanlage am Kapitalmarkt noch immer primär von Männern betrieben wird. Frauen holen jedoch auf. Ein Vergleich zwischen 2016 und 2017 zeigt, dass vor allem junge Frauen mit Hilfe von automatisierten Ratgebern zunehmend aktiv werden.

„Der Altersdurchschnitt bei Frauen liegt mit 38 Jahren 6 Jahre unter dem der Männer“, so Sarah Naegele, Investment Analystin bei Ginmon.

Die Daten zeigen, dass Frauen automatisierten Ratgeber anders nutzen als ihre männlichen Mitsparer. Die Wahrscheinlichkeit, sich für kontinuierliche Einzahlungen mittels Sparplan zu entscheiden, ist bei Frauen mit 88 Prozent höher ausgeprägt als bei Männern, bei denen der Anteil der Sparplan-Betreiber mit 79 Prozent darunter liegt. Mehr als ein Viertel der Männer bevorzugt die Einmalzahlung bzw. unregelmäßige Einzahlungen.

„Bei dem Versuch durch Ein- und Auszahlungen die Rendite zu erhöhen, lassen Männer häufig Emotionen in die Investmententscheidung miteinfließen. Frauen hingegen berücksichtigen Anlegertipps stärker und vertrauen mehr dem emotionsfreien Ansatz von Robo-Advice. Damit erwirtschaften sie insgesamt höhere Renditen“, erläutert Naegele die Unterschiede.

Diese unterschiedlichen Grundeinstellungen führen auch dazu, dass sich Frauen tendenziell in eher sicherheitsorientierten Risikoprofilen einstufen; hier überwiegt die Risikoklasse 6, während sich Männer mit Wahl der Klasse 7 im Schnitt einen etwas renditeorientierteren Ansatz wählen.

Interessant ist der Blick auf die Berufsfelder. Die bei beiden Geschlechtern am häufigsten vertretenen Branchen sind die Finanzbranche, die Rechts- und Steuerberatung und das Gesundheitswesen. Vor allem die Berufsgruppe der Informatiker ist im letzten Jahr massiv angestiegen.

„Es klingt einleuchtend, dass sich vor allem Informatiker für die Digitalisierung der Geldanlage mit Hilfe von verlässlichen Automatismen begeistern können. Bei den Beratungs- und Gesundheitsberufen ist vermutlich eher der Zeitmangel ausschlaggebend“, erklärt Naegele.

Gerade bei Zeitmangel, aber dem Bedarf für eine individuelle und kompetente Beratung erscheint die Robo-Advisor-Lösung als eine kostengünstige Alternative zu den Verkaufsberatern klassischer Banken.

Dietmar Braun (db)

Urlaub mit Hund – Haftung für Tiere

August 10th, 2017

Die beste Tierversicherung

Darüber reden seit 2015 die Hunde – wie sind wir versichert? /Foto: db Media Dietmar Braun


Die Gothaer Versicherungen melden heute aktuell in der Urlaubszeit eine forsa-Umfrage im Auftrag der Gothaer Versicherung aus dem Jahr 2015.

Vor über zwei Jahren ergab die Studie der Gothaer Versicherungen dass 40 Prozent der Hundebesitzer ihren Hund grundsätzlich mit in den Urlaub nehmen. 22 Prozent nehmen ihr Tier manchmal mit, 28 Prozent lassen es grundsätzlich zu Hause.

Beliebte Reiseziele sind beispielsweise Nord- und Ostsee: 56 Prozent der Hundebesitzer, die ihren Hund mit in den Urlaub nehmen, bevorzugen Strandurlaub im Norden, 37 Prozent zieht es in die Berge. Deutlich weniger, nämlich 19 Prozent, buchen einen Strandurlaub im Süden. Klar, denn die lange Anreise und die hohen Temperaturen machen den Vierbeinern zu schaffen.

Hat die zwei Jahre alte Umfrage, welche die Gothaer über zwei Jahre später zum Inhalt einer aktuellen Medienmitteilung Ende 2017 macht, noch einen aktuellen Wert? Vermutlich schon.

Die Menschen gehen nach wie vor in den Sommerferien in Urlaub und einige nehmen ihren Hund mit.

Ungewohnte Umgebung – ungewohntes Verhalten?
Mit großem Abstand ist die Ferienwohnung die beliebteste Unterkunft bei den Hundebesitzern. Rund 65 Prozent entscheiden sich für diese Variante. Aber was, wenn der Hund sich in der ungewohnten Umgebung ungewöhnlich verhält? Wenn der sonst so gehorsame Vierbeiner beispielsweise nicht mehr auf die Kommandos seines Herrchens hört?

Jeder zehnte Hundebesitzer sorgte sich im Jahr 2015 darum, dass sein Hund aggressiv gegenüber fremden Personen oder anderen Hunden wird bzw. dass ihr Hund Schäden oder Verunreinigungen in der Unterkunft verursacht. Das könnte laut der aktuellen Medienmitteilung der Gothaer auch über zwei Jahre später nach der forsa-Umfrage noch der Fall sein. So vermuten es zumindest Ende 2017 die Mitarbeiter in der Gothaer Pressestelle.

Halter haftet für Schäden, die der Hund anrichtet
Die Haftung muss stets der Tierhalter übernehmen. Der Hundehalter muss für sämtliche Schäden aufkommen, die das Tier anrichtet – auch im Ausland. Wer mit seinem Hund in den Urlaub fährt, sollte also gut versichert sein. Da reicht die normale Privathaftpflicht nicht aus.

„Egal, ob ein Hund einen Badegast verletzt, sich von der Leine losreißt und einen Verkehrsunfall verursacht oder das Sofa in der Ferienwohnung zerkratzt – in all diesen Fällen muss letztlich der Tierhalter für die Kosten aufkommen. Allein bei Schäden an der Einrichtung kann schnell ein Betrag in vierstelliger Höhe zusammenkommen“, sagt zu dem Thema Markus Wulfert, ein Mitarbeiter der Gothaer, in der aktuellen Medienmitteilung.

70 Prozent haben eine Tierhalterhaftpflicht
Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) sind nur 70 Prozent der sieben Millionen Hunde in Deutschland haftpflichtversichert. Insgesamt würden die Vierbeiner rund 100.000 Schäden im Jahr mit einem Schadenaufwand von etwa 80 Millionen Euro verursachen.

Dietmar Braun (db)

Agilität bei Munich Re

August 9th, 2017

Agiliät statt Aussitzen

Assekuranz braucht Agilität – statt nur die Rast und Ruh am Schwanensee /Foto: © db media Dietmar Braun


Es läuft mit einer klugen Preispolitik und einem exzellenten Risiko-Management. Das neue Management der Munich Re gilt als agiler als das seiner Vorgänger. Es lohnt sich für Anleger über Aktienanteile der Rückversicherer nachzudenken. Mit Markus Rieß kommt auch ERGO voran.

Für Rückversicherer herrschen schwierige Rahmenbedingungen. Neben der Munich Re Gruppe meldet auch der Mitbewerber Swiss Re dass das Geschäft der Rückversicherer kein Selbstläufer ist. Das sollte die Risiko-Manager nicht entmutigen, sondern daran erinnern, dass Rückversicherung noch größeren Schwankungen im Volumen ausgesetzt ist, als bei den Erstversicherern. Mut und Weitsicht sind ein Teil des Geschäftsmodells.

Der Anteil des Geschäftsfelds Rückversicherung am Konzernergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr von 991 auf 629 Millionen Euro. Von Januar bis Juni 2017 steuerte die Rückversicherung 1.095 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei. Das operative Ergebnis betrug im 2. Quartal 896 Millionen Euro.

„Wir sehen Potential für profitables Wachstum, nicht nur durch innovative Lösungen oder neue digitale Geschäftsmodelle, sondern auch im traditionellen Bereich. Die Versicherungslücke ist selbst in entwickelten Märkten gewaltig. Entsprechend bestehen auch im derzeitigen Marktumfeld Chancen, profitables Geschäft zu zeichnen“, sagte Finanzchef Torsten Jeworrek, Vorstandsmitglied von Munich Re.

Da das Ergebnis im 2. Quartal hinter den Erwartungen zurückblieb, unter anderem aufgrund der Ablöse eines verlustreichen Vertrags, dem weitere folgen könnten, senkt die Gruppe ihre Schätzung für das Gesamtjahr von bisher 450 auf 400 Millionen Euro.

Der Ergebnisbeitrag der Schaden- und Unfallrückversicherung verringerte sich im 2. Quartal von 778 auf 517 Millionen Euro. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 99,8 auf 93,9 Prozent der verdienten Nettobeiträge. Damit liegt sie auf einem guten Niveau, um das angestrebte Ziel von rund 97 Prozent für das Gesamtjahr 2017 zu erreichen.
Da die Schadenmeldungen für die sogenannten Basisschäden früherer Jahre insgesamt weiterhin spürbar unter dem erwarteten Niveau liegen, konnten im 2. Quartal Rückstellungen in Höhe von 240 Millionen Euro aufgelöst werden. Dies entspricht 5,7 Prozentpunkten der Schaden-Kosten-Quote des 2. Quartals. Munich Re strebt im Risiko-Management an, Rückstellungen für neu auftretende Schäden insgesamt am oberen Rand angemessener Einschätzungsspielräume festzusetzen, so dass spätere Gewinne aus der Auflösung eines Teils dieser Rückstellungen möglich sind.

In der Erneuerungsrunde (Schaden/Unfall) zum 1. Juli 2017 stand Vertragsgeschäft aus den USA, Australien und Lateinamerika sowie von globalen Kunden mit einem Vorjahresgeschäftsvolumen von 2,2 Milliarden Euro zur Erneuerung an. Die Preise gaben bei der Juli-Erneuerung leicht nach. Der Preisrückgang betrug jedoch wie im Vorjahr -0,4Prozent. In einzelnen Märkten konnten selektiv Chancen genutzt werden, daher stieg das Prämienvolumen auf 2,6 Milliarden Euro an.

ERGO erholt sich langsam aber sicher
Das Konzernergebnis des Erstversicherer ERGO Group stieg im 2. Quartal auf 104 Millionen Euro. Das über den Erwartungen liegende Ergebnis wurde durch eine Steuergutschrift begünstigt. Von Januar bis Juni verzeichnete ERGO einen Gewinn von 195 Millionen Euro.

Alle drei Segmente – Leben/Gesundheit Deutschland, Schaden/Unfall Deutschland und International – konnten ihr Halbjahres-Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr stark verbessern. Das operative Ergebnis des Geschäftsfelds ERGO für die Monate April bis Juni sank jedoch von 463 auf 260 Millionen Euro.

„Das vor rund einem Jahr gestartete ERGO Strategieprogramm entwickelt sich gut. Wir liegen im Plan bei der Umsetzung der Maßnahmen wie auch bei der angestrebten Ergebnissteigerung. ERGO bleibt auf das Ziel verpflichtet, zum Abschluss des Strategieprogramms im Jahr 2021 einen nachhaltigen Ergebnisbeitrag von mehr als 600 Mio. € jährlich zum Konzernergebnis beizusteuern“, sagte Risiko-Manager und CEO Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender von ERGO und Vorstandsmitglied von Munich Re.

Munich Re erwartet 2017 bis 2,4 Milliarden Euro Gewinn
Munich Re rechnet für das Geschäftsjahr 2017 weiterhin mit gebuchten Bruttobeiträgen zwischen 48 und 50 Milliarden Euro und strebt unverändert ein Konzernergebnis in einer Spanne von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro an.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

Die Fintech-Show ist vorbei – Zeit zu liefern

August 8th, 2017

Fintech müssen liefern

Die Träume sind vorbei – jetzt müssen die digitalen Boten endlich liefern. /Foto: db media Dietmar Braun


Einige Zeit wedelte der Schwanz mit dem Hund. Insure- und FinTechs wollten die etablierten Versicherer aus dem Markt drängen. Ein Unternehmer aus Berlin erklärte sogar, dass er mit Clark & Co Startups „am Fließband produziere“, die globale Giganten in der Assekuranz werden würden. Mit den Forderungen der Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen (BaFin) an die Rückstellungen und Risiko-Management für Leistungen kehrte Realität ein. Zeigen was wirklich geht ist gilt es jetzt, nicht nur beschreiben was gehen könnte, sondern Versprechen einlösen.

Die Realität und ein nüchterner Blick auf digitale Prozesse und Startup als Dienstleister haben vor allem die Rückversicherer der Assekuranz. Der Chef des weltgrößten Rückversicherers sieht die Chancen und Grenzen. „Insurtech ist eine Facette der Digitalisierung: ein Trend, der die Art und Weise, wie man Versicherungsgeschäft betreibt, wie der Kunde Versicherung erlebt, und wie Versicherungslösungen zum Kunden gelangen, grundlegend verändern wird”, sagt Joachim Wenning, CEO und Vorstandsvorsitzender der Munich Re, im Fachmagazin des Unternehmens.

Auch bei einigen Erstversicherern kehrt die Realität nach den überzogenen Shows und Forderungen für Investoren-Millionen der jungen Unternehmer von Fintech und Insuretech-Unternehmen die sehr in ihrer Art bei den Pitch dem früheren Neuen Markt ähnelten.

Oliver Bäte, Chef der Allianz SE, sagte aus der Sicht des Marktführers der Erstversicherer: „Im Fokus unserer Aktivitäten stehen unsere Versicherten und die Bedürfnisse der Kunden besser zu erkennen und zu bedienen. Digitale Prozesse können dabei helfen.“

So sagte im exklusiven Gespräch in Stuttgart der Vorstandsvorsitzende des Alte Leipziger-Hallesche Konzern Dr. Walter Botermann: „Sicher werden wir dem Vertrieb und den Kunden mehr Apps für Information und Kommunikation zur Verfügung stellen, aber unser Fokus liegt auf der langfristigen Verlässlichkeit und der Sicherung des Vertrauens unserer Versicherten auf ihre Kollektive.“ Die Aktuarin Wiltrud Pekarek ergänzte: „Wir verstehen uns als Kümmerer für Kunden, nicht nur als Abwickler im Schadens- oder Leistungsfall, sondern weit im Vorfeld über Prävention und Mehrwerte in der Beratungsfunktion als Versicherer, als Partner der Versicherungsmakler und des eigenen Außendienstes.“

Die Münchener Versicherer haben sich von dem Spezialversicherer die Bayerische bis zur Allianz als Marktführer zu einem Versicherungs-Hub zusammengefunden, der die Assekuranz mit den neuen digitalen Hilfsmitteln umbauen soll. Der bayerische Freistaat will einen solchen Hub unterstützen. Im Raum Stuttgart zeichnet sich ein Bausparkassen-Banken-Versicherungs-Hub ab, der digitale Banken nutzen will um Versicherungsleistungen rund ums Eigenheim nebst Vorsorge für die Bewohner zu bieten.

Der Botschafter für das Eigenheim, als Sprecher der ARGE der privaten Bausparkassen Bernd Hertweck, im Hauptberuf Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse Wüstenrot sagte: „Vorsorge rund um das Eigenheim, vom lebenslangen Wohnrecht, Pflege bis zu einer zufriedenstellenden Rente, das wurde früher als Spießertum bezeichnet, heute nennen wir es Sicherheit und Vorsorge rund um das eigene Heim.“

Fazit: Es tut gut, dass nach langem Zögern die Besonnenheit der erfahrenen Risiko-Manager sich mit den Jungunternehmern der Digitalbranche zusammenschließt, um die Zukunft der Assekuranz und ihrer Versicherungskollektive gemeinsam zu sichern. Das entspricht dem Vertrauen der Versicherten in die Kompetenz und Verlässlichkeit der Branche. Versicherungskunden wollen sich nicht wirklich mit Versicherungsschutz und Bedingungen befassen oder diese gar vergleichen, wie selbsternannte Verbraucherschützer das immer wieder behaupten, Kunden wollen ihre Ängste und Sorgen gegen Prämie bei den Versicherern abladen und dafür im Bedarf solide Sicherheit für den Fall des Eintritt von Risiken oder Schäden. Einfach machen durch einfach machen – nicht mehr und nicht weniger.

Dietmar Braun (db)

Eint Cerberus Südwestbank, Wüstenrot und Hall?

August 7th, 2017

Bauspar Hub im Südwesten

Zusammen in die richtige Richtung © db media Dietmar Braun


Die Südwestbank bekommt neue Eigner. Die Stuttgarter Privatbank wird von der Wiener Bawag P.S.K. übernommen. Die Transaktion ist vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Ist noch mehr hinter dem Deal? Wird eine Art südwestdeutsche Botschaft für die globale Verbreitung der soliden schwäbischen Philosophie rund um das Eigenheim entstehen?

In München ist der größte Hub für die Erneuerung des Versicherungsgeschäfts über digitale Prozesse entstanden. Entsteht im Großraum Stuttgart ein Hub für Bausparbanken und die Altersvorsorge rund um das Eigenheim? Die Schwaben gelten ja als Vordenker und Erfinder.

Die Südwestbank AG solle als Basis für die weitere Expansion der Bawag P.S.K. in Deutschland dienen. Deutschland biete für das digitale Tochterunternehmen Easybank AG durch die Nutzung ihrer schlanken Infrastruktur interessante Wachstumsperspektiven, um als Direktbank in den wesentlich größeren, weiterhin wachsenden Online-Markt zu expandieren. Branchengerüchte und ein Bericht der Süddeutschen Zeitung weisen auf ein Interesse an der Wüstenrot Bank einem Unternehmen der Eigenheim-Experten der Wüstenrot & Württembergische AG (W&W AG) hin.

Die Bawag P.S.K. ist seit Jahren auf der Suche nach Zukäufen im deutschsprachigen Raum. Sie ist mit mehr über zwei Millionen Kunden und einer Bilanzsumme von 40 Milliarden Euro die viertgrößte Bank in Österreich und gehört dem US-Finanzinvestor Cerberus Capital Management zu 52 Prozent mehrheitlich. Die Bausparkasse Wüstenrot ist mit einem Prozent an der Bawag beteiligt und der Versicherer Generali mit zwei Prozent, 39 Prozent hält der US-Investor GoldenTree Asset Management LP.

Die Stuttgarter Südwestbank gehört mit 28 Filialen, 100 000 Kunden, 650 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 7,4 Milliarden Euro bisher zu den kleineren deutschen Banken. Die Bank hat sich auf den Südwesten spezialisiert ist aktuell nur in Baden-Württemberg aktiv.

Eigentümer der Südwestbank waren bisher die Ex-Pharma-Unternehmer Andreas und Thomas Strüngmann, die vor 13 Jahren in 2004 über ihre Beteiligungsgesellschaft Santo Holding bei der Regionalbank mit 100 Millionen Euro eingestiegen ¬waren. Es folgte eine 400 Millionen umfassende Kapitalerhöhung. Jetzt scheinen die Brüder ihr mehrere Milliarden Euro an Vermögen konzentriert über die eigene Vermögensverwaltung Vertiva Family Office auszubauen. Die Strüngmann-Brüder vertrauen seit 1990 dem Stuttgarter Rechtsanwalt, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Wolfgang Boorberg. Er hatte für sie den milliardenschweren Verkauf von Hexal an Novartis geregelt, was die hübsche Summe von acht Milliarden Schweizer Franken den Brüdern einbrachte.

Fazit: Es wächst am Ende zusammen was zusammen gehört. Bei dem Thema rund um das Eigenheim können sich unter der Regie von Cerberus die Wiener Bawag P.S.K. Gruppe, die Südwestbank und die Wüstenrot zusammentun, da fehlte dann nur noch die Bausparkasse Schwäbisch Hall. Das würde einen neuen Verbund als Botschafter für das Eigenheim ergeben. Die Branche darf gespannt sein, zumal im Lager der Sparkassen sich die Spezialisten rund um das Eigenheim der LBS verbünden und teilweise fusionieren. Oder wie die Baden-Württemberger zu sagen pflegen: „Das Eigenheim ist eine Philosophie und jeder Mensch hat das Recht glücklich und zufrieden im eigenen Heim mit einem Gärtchen zu leben. Am besten glücklich bis ans Lebensende. Pfarrer Georg Kropp lässt grüßen.“

Dietmar Braun (db)

Bürgerversicherung als Risiko

August 7th, 2017

Bürgerversicherung – klingt gut. Aber für wen – und wer bezahlt? /Foto: db


Für die privaten Krankenversicherer (PKV) lief das Geschäftsjahr 2016 in Summe besser als im Vorjahr. Das erzielte Ergebnis aus Kapitalanlagen stieg um 600 Millionen Euro auf über neun Milliarden Euro an.

Nach Einschätzung der brancheneigenen Agentur Assekurata dürfte sich die Gewinnsituation 2017 weiter verbessern, da mit der Beitragsanpassung mit versicherungstechnisch positiven Ergebnissen zu rechnen ist.

In der Krankheitskosten-Vollversicherung als Alternative zu den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) konnten die PKV-Unternehmen 2016 marktweit den Bestandsabrieb mit netto 14.600 Personen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich reduzieren.

Mit einem Rückgang um 0,2 Prozent haben die Gesundheitsversorger ein durchaus zufriedenstellendes Jahr hinter sich. Ursächlich hierfür ist der verbesserte Saldo zwischen Wechslern aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die PKV und umgekehrt. Hatten 2015 die Abgänge zur GKV die Zugänge noch um 19.500 Personen übertroffen, ist der Saldo 2016 mit -1.100 nahezu ausgeglichen.
Dies ist insofern bemerkenswert, als der PKV-Verband bereits Ende September 2016 und damit genau zum Jahresendgeschäft prognostiziert hatte, dass auf rund zwei Drittel der Privatversicherten spürbare Beitragsanpassungen im zweistelligen Bereich zukommen würden.

Im Ergänzungsschutz zur GKV und in den Zusatzversicherungen konnte die PKV auch im abgelaufenen Geschäftsjahr eine positive Entwicklung verzeichnen. Die Zahl der Zusatzversicherungsverträge stieg jedoch lediglich um 1,3 Prozent, so dass die Zuwachsrate geringer ausfiel als 2015 mit noch 1,75 Prozent.
Die Pflegeergänzungs- und die Zahnzusatzversicherung sind und bleiben der Wachstumstreiber in diesem Geschäftsfeld.

Betriebliche Gesundheitsvorsorge hat Potential
Hingegen wartet die von einigen Marktteilnehmern zum Hoffnungsträger auserkorene betriebliche Krankenversicherung (bKV) vertriebsseitig immer noch auf den Durchbruch. Nach Angaben des PKV-Verbandes stieg die Zahl der versicherten Personen in diesem Geschäftsfeld 2016 gerade mal um 31.800 auf 606.800. Die Ursache dürfte vor allem auch in der Art der Vergütung für den Vertrieb liegen.

Im Zehnjahresvergleich 2007-2017 haben sich im Durchschnitt, laut Assekurata, die Bestandsbeiträge im Normalgeschäft um 53 Prozent erhöht, was einer jährlichen Anpassungsrate von 4,2 Prozent entspricht.
Das beitragsstabilste Unternehmen kommt auf einen Wert von 32 Prozent beziehungsweise 2,9 Prozent pro Jahr.

Zum Vergleich: Der GKV-Höchstbeitrag (inklusive Zusatzbeitrag) ist in den vergangenen zehn Jahren zwar „nur“ um knapp 30 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent pro Jahr gestiegen, absolut gesehen liegt die GKV mit einem Beitragsanstieg von insgesamt 156 Euro jedoch rund 17 Euro über dem Durchschnitt.

Gleichzeitig senken die gesetzlichen Kassen ihre Leistungen und muten den Versicherten immer mehr Eigenleistungen zu. Dieser Trend zum Leistungsabbau dürfte sich bei einer Bürgerversicherung massiv verstärken, da ja dann kein Wettbewerb der Systeme dies mehr verhindert. Unabhängig von diesem Leistungsabbau in der gesetzlichen Krankenkasse, hätten bei Einführung der Bürgerversicherung die bis dahin privat Versicherten ein lebenslanges Verbleibrecht in der PKV bei besseren und vor allem oft lebenserhaltenden Leistungen.

Fazit: Die privaten Gesundheitsversorger sind zukunftssicher und durch einen Sicherheitsaufschlag von zehn Prozent des Beitrags auch nachhaltig aufgestellt. Die Befürworter der Bürgerversicherung müssen erst einmal erklären, wie sie es finanzieren wollen beihilfeberechtigte Beamte in die gesetzlichen Kassen zu überführen. Noch problematischer wird es mit den Selbstständigen die sich weder den Beitrag zu den gesetzlichen Kassen oder den privaten Gesundheitsversorgern leisten können.

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles hat ganz schnell die Pläne einer gesetzlichen Bürgerversicherung in der Rentenversicherung fallen lassen, als die Fachleute ihr die Zahlen vorgelegt hatten. Alternativen in der biometrischen Versorgung für Gesundheit, Rente und Pflege wird es daher in Deutschland noch lange geben. Die Befürworter der Bürgerversicherung werden angesichts der Fakten zur Demografie und der Beitrags- oder Leistungsentwicklung deutlich leiser. (db)