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SV-Versicherung so solide wie eine Sparkasse

Freitag, Juni 12th, 2009

Vier Fünftel des Umsatzes der SV-Versicherung werden von Sparkassen vermittelt. Das Lebensgeschäft wuchs trotz Finanzkrise, nur in Sach- und Gebäudeversicherung verhagelten Unwetter die Ergebnisse.

Mit dem Ergebnis in 2008 zufrieden ist Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl, Vorstandsvorsitzender der SV Sparkassen-Versicherung (SV). Er nennt auch die Solvabilitäts-Zahlen für sein Haus, im Gegensatz zum Wettbewerber, der genossenschaftlichen R+V Versicherung, wo selbst auf Nachfrage, die Pressesprecherin eine Bekanntgabe verweigerte.
Die Solvabilitätsquote, also dass offizielle Maß für die Angemessenheit der Kapitalausstattung eines Versicherungsunternehmens, weist – bei einem Mindestwert von 100 Prozent – mit 199 Prozent (Leben) und 515 Prozent (Sach- und Gebäude) jeweils hohe Werte für die SV auf. Die extrem hohe Solvabilitätsquote der Sach- und Gebäudeversicherung gehe auf einen sicherheitsorientierten Ansatz zurück. Deutschlands größter Gebäudeversicherer will selbst extreme Naturkatastrophen mit einer hohen Sicherheit ausgleichen können.
Die SV-Versicherung konnte die gebuchten Bruttobeiträge im Gesamtgeschäft 2008 leicht auf 2,84 (Vorjahr: 2,8) Milliarden Euro erhöhen. Die Kapitalanlagen der SV sanken leicht um 0,5 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro. Nach der Auflösung von Rücklagen wurde auf Konzernebene vor Steuern ein Jahresüberschuss von 51,2 Millionen Euro ausgewiesen. Die SV beschäftigte zum Jahresende 2008 3.072 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Innendienst und 1.910 im Außendienst, darunter waren 238 Auszubildende.

Stabiles Lebensgeschäft trotz Finanzkrise
Die SV Lebensversicherung erzielte einen Gesamtüberschuss in Höhe von 93,3 Millionen Euro. Davon wurden 88,3 Millionen Euro der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugeführt. Der Bilanzgewinn beträgt 5,0 Millionen Euro. Das Neugeschäft stieg nach Beitragssumme um 19,5 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro an. Wenn man den Effekt der Riester-Stufe herausrechnet bleibt noch ein Plus von 6,2 Prozent. Die Einmalbeiträge stiegen erneut um 25,8 Prozent auf 329,0 Millionen Euro.
Der Vertrieb von Lebensversicherungsprodukten über die Sparkassen ist auch in 2008 sehr gut gelaufen. Die Vermittlungsquote lag bei 81 Prozent. Das gute Image der ganzen Sparkassen-Finanzgruppe in der Finanzmarktkrise war dabei hilfreich.
Insgesamt sind die gebuchten Bruttobeiträge um 0,9 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro gesunken. Die Vertragsanzahl stieg leicht auf über 1,7 Millionen Verträge (Vorjahr 1,69 Millionen Verträge) mit einer Versicherungssumme von 45,8 Milliarden Euro (Vorjahr 45,5 Milliarden Euro).
An die Versicherungsnehmer wurden 1,5 Milliarden Euro ausgezahlt. Dies ist eine Steigerung von 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Stornoquote liegt mit 4,5 Prozent (Vorjahr 3,8) weiterhin deutlich unter dem Branchendurchschnitt des Jahres 2008 von 5,5 Prozent (Vorjahr fünf Prozent).

Gebäudeversicherung in der Pflicht zu leisten
In der größten Sparte, der verbundenen Wohngebäudeversicherung, stiegen die Beiträge um 5,6 Prozent auf 430,8 Millionen Euro. Damit bleibt die SV Gebäudeversicherung weiterhin die Nummer 1 der deutschen Gebäudeversicherer. Sie ist auch der größte Elementarschadenversicherer.
Wichtiger Grund für den Anstieg der Schadenzahlen waren auch 2008 wieder viele Elementarschäden. Insgesamt gab es mehr als 97.000 Elementarschäden allein bei größeren Ereignissen mit einer Gesamtsumme von über 186 Mio. Euro.
Vor allem der Sturm „Emma“ am Anfang des Jahres sowie die Unwetter im Mai und Juni machten sich hier besonders bemerkbar. „Emma“ brachte 28.000 Schäden mit 30 Millionen Euro Schadenhöhe. Die Unwetter vom 29.5.-2.6. brachten eine Schadenhöhe von 112 Millionen Euro.
Die Combined Ratio in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung veränderte sich entsprechend um 10,7 Prozentpunkte auf 105,5 Prozent.

Konservative Kapitalanlage wie bei einer Sparkasse
Eine hohe Sicherheit geht zwar in guten Kapitalmarktjahren etwas zu Lasten der Renditehöhe. Dennoch ist, nach Einschätzung von SV-Finanzvorstand Dr. Michael Völter, nicht die kurzfristige Renditemaximierung der richtige Weg. Richtig ist dagegen eine auf die langfristigen Verpflichtungen abgestimmte konservative Anlagepolitik. Diese ermöglicht es, die teilweise über Jahrzehnte aufgebauten Leistungsansprüche der Kunden auch in Krisenzeiten sicher zu erfüllen. In den Szenarien müsse der Versicherer aufgrund der Langfristigkeit der Lebensversicherungsverträge davon ausgehen, dass dieser während der Laufzeit eines Vertrages mehrere Krisen aushalten müsse.
In der Lebensversicherung lag das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen 2008 (ohne fondsgebundene Lebensversicherung) bei 516,7 Millionen EUR; dies entspricht einer Nettoverzinsung von 3,04 Prozent. Gleichzeitig konnten aber die Reserven um 0,1 Prozent (inklusive der getroffenen Zinsabsicherungsmaßnahmen wären es sogar um 0,6 Prozent) gesteigert werden. Das ergibt eine im Vergleich zur Branche überdurchschnittliche Marktwertrendite von 3,33 Prozent.
Das Kapitalanlageergebnis der Sach- und Gebäudeversicherung betrug 56,3 Millionen EUR. Das entspricht einer Nettoverzinsung von 2,57 Prozent. Gleichzeitig fielen die Reserven um 1,7 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent des Kapitalanlagenbestandes. Das ergibt eine im Vergleich zur Branche deutlich überdurchschnittliche Marktwertrendite von 0,8 Prozent.
Die stillen Reserven beider SV-Gesellschaften wurden trotz der getroffenen Sicherungsmaßnahmen für Zinserträge, welche Kosten zu Lasten der Rendite beinhalten, um insgesamt 58 Millionen Euro gestärkt.
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