Archive for August, 2011

Beste deutsche Vermögensverwalter 2011

Mittwoch, August 31st, 2011

Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) stellte heute das Ergebnis einer umfassenden Studie der Beratungsqualität von 26 Top-Vermögensverwaltern in Deutschland vor.  Nur ein Drittel der Spezialisten glänzte mit einer sehr guten Leistung, 30 Prozent der Verwalter dagegen wurden mit ausreichend oder schlechter bewertet.

Testsieger und „Bester Vermögensverwalter 2011“ wurde in der Studie Hauck & Aufhäuser. Die Privatbank erstellte den besten Anlagevorschlag und beriet professionell.

Auf Rang zwei folgte Credit Suisse Deutschland. Die Schweizer hätten sehr gute Leistungen in der Beratung geboten und bei ihrem Anlagevorschlag das beste
Risikomanagement gezeigt.

Avesco Financial Services belegte Rang drei. Besondere Stärken seien hier das hervorragende Beratungsgespräch sowie der ausgesprochen ganzheitliche Ansatz gewesen.

Die Fürst Fugger Privatbank überzeugte in der Studie durch die beste Beratung vor Ort, BHF Bank mit dem besten Portfolio.

Die Beratung wurde von den Testern insgesamt als gut bewertet. Am Telefon hätten die Verwalter freundlich und kompetent agiert. Etwa ein Drittel der Gesprächspartner sei schon im telefonischen Kontakt individuell auf den Interessenten eingegangen.

Bei der Beratung vor Ort erlebten die Tester zuvorkommende und fachkundige Berater, die sich viel Zeit genommen hätten. Immerhin rund 60 Prozent der Vermögensverwalter hätten die Kundenbedürfnisse gründlich und umfassend erfasst. Ein Viertel wurde im Test mit mangelhaft bewertet. „Eine detaillierte Bedarfsanalyse ist zwingende Voraussetzung für passgenaue Empfehlungen – gerade bei komplexen Vermögensituationen“, erläutert Markus Hamer, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts.

Große Qualitätsunterschiede zeigten sich bei den ausgehändigten Anlagevorschlägen. Positiv fiel auf, dass Kosten und Gebühren im Vergleich zu den letzten Jahren zunhmend transparenter ausgewiesen wurden. In über 40 Prozent der Portfolios sei die angestrebte Rendite aber nicht plausibel genannt erläutert worden. Bei rund einem Drittel wurden die Risiken nicht angemessen abgebildet.

„Im Testszenario wurde ein unrealistisches Zusammenwirken von Renditeerwartung und Risikobereitschaft vorgegeben – nur gut ein Viertel der Verwalter machte den Tester explizit darauf aufmerksam, dass die Anlegerziele nicht darstellbar sind“, kommentiert Dr. Sven Christiansen, Geschäftsführer des Institut für quantitative Finanzanalyse (IQFin). Das Institut für Finanzanalyse hatte die detaillierte Analyse der im Test unterbreiteten Anlagevorschläge hinsichtlich der Qualität des Portfolios, des ganzheitlichen Beratungsansatzes und die Güte des Risikomanagements übernommen.

Weniger als die Hälfte der Verwalter sei auf sämtliche vorgegebenen Kundenwünsche eingegangen und habe einen ganzheitlichen Beratungsansatz verfolgt. Nur bei jedem vierten Vorschlag wurde das Portfolio auch dem gewünschten Stresstest bei steigender Inflation unterzogen.

Die vollständigen Ranglisten als Ergebnislisten der Studie  finden sich hier im Internet.

Falls Sie noch mehr Informationen zu der Studie erhalten wollen, schicken Sie eine E-Mail an: info@disq.de
Weitere detaillierte Studienergebnisse sind dort gegen eine Schutzgebühr zu erhalten.

Zwei Frauen im Ombudsmannwesen des Bankenverbandes

Mittwoch, August 31st, 2011

Der Bundesverband privater Banken wird ab 1. September das Ombudsmannwesen weiter ausbauen. Der Bankenverband hat in Abstimmung mit der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Angelika Lange als neue zweite Ombudsfrau bestellt. Damit wächst das Team der Ombudsleute auf sieben Juristen an, davon zwei Frauen.

Bis zu Ihrer Pensionierung im vergangenen Jahr war Frau Lange als Richterin am Oberlandesgericht Frankfurt am Main tätig, zuletzt als stellvertretende Vorsitzende eines Senats mit dem Schwerpunkt Banksachen; in den Jahren 2009 und 2010 fungierte sie als Vorsitzende dieses Senats.

„Wir freuen uns, dass wir mit Frau Lange eine ausgewiesene Expertin für unser Ombudsmannwesen gewinnen konnten“, kommentiert Andreas Krautscheid, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbandes. Mit der Neuberufung trägt der Bankenverband der anhaltend hohen Nachfrage der Kunden Rechnung.

Entwicklung der Beschwerden über Banken

Die Zahl der Beschwerden lag nach Angaben des Verbandes vor der Finanzkrise jährlich bei etwa 3.500, stieg 2008 auf 4.837, im Jahr 2009 auf 6.514 und stabilisierte sich 2010 mit 6.494 Fällen auf diesem Niveau. „Frau Lange wird das bisherige Team sehr gut ergänzen und ich denke, dass wir hiermit im Sinne der Verbraucher einen weiteren guten Schritt getan haben.“

Das Team der Ombudsleute

Angelika Lange verstärkt die bisher sechsköpfige Riege der Ombudsleute des Verbandes privater Banken mit Ekkehard Bombe, vormals Präsident am Landgericht Wiesbaden, Horst-Diether Hensen, früherer Vizepräsident des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg, Dr. Gerhart Kreft, ehemaliger Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof, Dr. Rainer Mößinger, zuletzt Präsident des Landgerichts Hanau, Dr. Gerda Müller, ehemalige Vorsitzende Richterin und Vizepräsidentin des Bundesgerichtshofs sowie Werner Weiß, zuletzt Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium der Justiz.

Kontakt zu den Ombudsleuten privater Banken

Die Ombudsleute der privaten Banken sind für alle Verbraucher erreichbar über die Kundenbeschwerdestelle beim Bundesverband deutscher Banken, Postfach 04 03 07, 10062 Berlin oder über www.bankenombudsmann.de.

Tipp: Aufgabe der Ombudsleute ist in einem außergerichtlichen und für den Beschwerdeführer kostenfreien Verfahren Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und privaten Banken zu schlichten. Entscheidungen der Ombudsleute bis 5.000 Euro sind für die betroffene Bank bindend.

1.000 Euro in Staatsanleihen

Dienstag, August 30th, 2011

Ein privater Investor kommt zur Bank und möchte für 1.000 Euro Staatsanleihen kaufen: „Was passiert, wenn die Bank pleite macht?“ ist seine Frage.

Antwort: „Dann ist immer noch die Bundesbank da.“

Erneute Nachfrage des Anlegers: „Und wenn die Bundesbank pleite macht?“

Antwort des Beraters: „Dann ist immer noch die Regierung da.“

Finale Frage des besorgten Kunden: „Und wenn die Regierung pleite macht?“

Der Banker: „Das müsste Ihnen doch ein Tausender wert sein, oder?“

Die größten Riester-Anbieter in Deutschland

Dienstag, August 30th, 2011

Zwei Drittel des deutschen Riester-Marktes beherrscht die Assekuranz und ein Drittel wird von den Banken dominiert.

In der staatlich geförderten Altersvorsorge nach dem Riester-Gesetz sind im Wettbewerb die Assekuranz, Banken und Bausparkassen aktiv. Die deutsche Assekuranz ist mit über zehn Millionen Riester-Verträgen und einem Marktanteil von über 70 Prozent am erfolgreichsten im Riester-Geschäft unterwegs.

Nach der deutschen Assekuranz belegen die Investmentbanken den zweiten Platz. Die Zahl der Riester-Fondssparpläne liegt per Ende Juni 2011 bei 2,88 Millionen Verträgen, so die aktuelle Marktstatistik des Bundesverband Investment und Asset Management (BVI).

Die Mitgliedsunternehmen haben, nach Angaben des Verbandes, in den vergangenen zwölf Monaten rund 170.000 neue Riester-Fondssparpläne abgeschlossen.
Gegenwärtig verwalten die Fondsgesellschaften in Riester-Fondssparplänen über 8,2 Milliarden Euro.

Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland fördert der Fondsverband
auch eine verstärkte Aufklärung über die Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge.

Um mehr Bundesbürger über die Möglichkeit des Vorsorgesparen mit Investmentplänen aufzuklären, engagieren sich der Bundesverband und seine Fondsgesellschaften im Rahmen der Weiterbildung an deutschen Schulen mit dem seit fünf Jahren laufenden Projekt „Hoch im Kurs“. Auf dem Internet-Portal „Hoch im Kurs“ können sich Lehrer, Schüler und am Thema Interessierte informieren und kostenlos Material herunter laden.

Auf einem weiteren Internetportal „Investmentfonds. Nur für alle.“ finden sich Studien und Statistiken über die Investmentbranche in Deutschland. Auch diese Initiative wird vom BVI gefördert.

Banken belegen mit Konten-Sparplänen den dritten Rang, sie haben 720.000 Riester-Sparverträge in ihrem Bestand.

Die Bausparkassen sind mit dem erst vor drei Jahren an den Markt gekommenen Wohn-Riester, der sogenannten Eigenheimrente, bereits mit 591.000 Riester-Verträgen am Markt vertreten. Mit Rang vier will sich die Branche nicht abfinden, die Aufholjagd des jüngsten Anbieters läuft in Riesenschritten und die Bausparbranche wird, nach aktuellen Angaben ihrer beiden Verbände, dieses Jahr noch die Grenze von 600.000 Verträgen überschreiten.

Wohnfinanzierung in Deutschland bleibt konstant

Montag, August 29th, 2011

130 Milliarden Euro an Darlehen zur Wohnungsfinanzierung haben die deutschen Kreditinstitute und Lebensversicherungen in 2010 an ihre Kunden ausgereicht. Das Volumen entspricht dem Ergebnis im Vorjahr. Die Rangliste in der Baufinanzierung:

Stärkste Institutsgruppe sind mit 42,1 Milliarden Euro und einem Marktanteil von 32,5 Prozent die Sparkassen.

Den zweiten Platz nehmen die 23 deutschen privaten Bausparkassen ein. Sie zahlten Baugelder in Höhe von 30,2 Milliarden Euro aus und kommen damit auf einen Marktanteil von 23,3 Prozent. Innerhalb der Bausparbranche entfallen drei Viertel der Auszahlungen auf die privaten Bausparkassen.

Auf dem dritten Rang folgen die Genossenschaftsbanken mit Auszahlungen von 24,2 Milliarden Euro und einem Marktanteil von 18,7 Prozent. Diese Angaben machte heute der Verband der Privaten Bausparkassen.

Auf vierte Rang liegen die Kreditbanken mit 20,5 Milliarden Euro und einem Marktanteil von 15,8 Prozent.

Mit großem Abstand folgen dann die Realkreditinstitute (private Hypothekenbanken und öffentlich-rechtliche Grundkreditanstalten), die 6,8 Milliarden Euro ausgezahlt haben und auf einen Marktanteil von 5,2 Prozent kommen.

Die Lebensversicherungen belegen mit 5,0 Milliarden Euro und einem Marktanteil von 3,9 Prozent den vorletzten Platz.

Am Ende der Skala rangieren die Landesbanken mit 0,8 Milliarden Euro und einem Marktanteil von 0,6 Prozent.

Die Wohnfinanzierung  profitiert von der Entwicklung im Eigenheimbau

Von Januar bis Juni 2011 wurde in Deutschland der Bau von 108 600 neuen Wohnungen genehmigt. Laut den aktuellen Zahlen des Statistische Bundesamt (Destatis) für das erste Halbjahr 2011,  waren das 27,9 % oder 23 700 Wohnungen mehr als im Vergleichshalbjahr 2010. Es verstärkte sich der bereits im Jahr 2010 beobachtete positive Trend (+ 5,5 % gegenüber 2009) bei den Genehmigungen im Wohnungsbau.
 
In Wohngebäuden wurden im ersten Halbjahr 2011 insgesamt 94 900 Neubauwohnungen genehmigt, das waren 28,9 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Von dieser Zunahme profitierte vor allem der Bau von Wohnungen in Einfamilienhäusern (+ 30,4 %) und in Mehrfamilienhäusern (+ 30,2 %), während der Anstieg von Baugenehmigungen für Wohnungen in Zweifamilienhäusern (+ 16,5 %) weniger stark ausfiel.
 
Der umbaute Raum der genehmigten neuen Nichtwohngebäude stieg von Januar bis Juni 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,3 % auf 96,2 Millionen Kubikmeter. Diese Entwicklung wurde allein von steigenden Genehmigungen für nichtöffentliche Bauherren getragen, die um 13,5 % auf 88,2 Millionen Kubikmeter zunahmen.

Die öffentlichen Bauherren hingegen senkten ihr genehmigtes Bauvolumen um 22,5 %, auf 8,0 Millionen Kubikmeter. Bezogen auf die Gebäudeart wurde vor allem der Bau von Fabrik- und Werkstattgebäuden (+ 40,7 %) sowie von Büro- und Verwaltungsgebäuden (+ 26,3 %) deutlich öfter genehmigt als im Vorjahreszeitraum.

Bundesbank-Bericht zu Finanzen und Geld der Deutschen

Freitag, August 26th, 2011

Das Geldvermögen der privaten Haushalte Deutschlands belief sich laut dem heutigen Bericht der Deutschen Bundesbank am Ende des 1. Quartals 2011 auf  4.824 Milliarden Euro. Die Geldvermögen der Deutschen nehmen erneut zu, die Verschuldung sinkt geringfügig, stellt die Bundesbank fest.

Die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte stieg im 1. Quartal 2011 im Vergleich zum Vorjahr von 33 auf knapp 50 Milliarden Euro. Die Ursache für diese Entwicklung sahen die Bundesbanker in ihrem Bericht vor allem in der stark angestiegenen Wirtschaftsleistung, die zu einer spürbaren Zunahme der verfügbaren Einkommen geführt habe.

Zuwächse gab es hauptsächlich bei den Bankeinlagen, den Wertpapieren sowie den Ansprüchen gegenüber Versicherungen.

Die Bankeinlagen (einschließlich Bargeld) nahmen netto um knapp acht Milliarden Euro zu und wurden damit gegenüber dem Vorquartal vergleichsweise schwach dotiert. Unterschiede gab es, nach Angaben der Bundesbank, bei der Entwicklung der einzelnen Bankeinlageformen. Insbesondere die gestiegenen Zinsen für weniger liquide Einlagen könnten im 1. Quartal 2011 zu einer Umschichtung von täglich fälligen Einlagen zu höherverzinslichen Einlagen geführt haben. So hätten sich die Sichteinlagen rückläufig entwickelt, während die Spareinlagen einen Nettozuwachs von über sieben Milliarden Euro verzeichnet hätten. Mit einem Anstieg von knapp zwei Milliarden Euro hätten sich die Sparbriefe ebenfalls positiv entwickelt.

Kurzfristige Termineinlagen (Tagesgelder) gingen um eine Milliarde Euro zurück. Dieses Ergebnis ist vor allem auf eine stark rückläufige Entwicklung bei den kurzfristigen Termineinlagen zurückzuführen. Langfristige Termineinlagen (Festgelder) hätten im Berichtsquartal weiter zugenommen.

Die Zuflüsse bei den festverzinslichen Wertpapieren und Geldmarkpapieren summierten sich im Berichtsquartal netto auf 2,7 Milliarden Euro. Mitverantwortlich hierfür war die gestiegene Unsicherheit über die Kreditwürdigkeit der USA und einiger Euro-Länder. Insbesondere die längerfristigen Bundesanleihen wurden in diesem Zusammenhang als vergleichsweise sichere Anlagen angesehen und profitierten im 1. Quartal 2011 von starken Zuflüssen.

Eine positive Entwicklung war auch bei Aktien zu verzeichnen, die in einem Volumen von zwei Milliarden Euro gekauft wurden. Diese Entwicklung dürfte hauptsächlich auf die inländische Konjunkturerholung und das verbesserte Geschäftsklima im 1. Quartal 2011 zurückzuführen sein.

Die Investmentfonds verzeichneten dagegen im Berichtsquartal einen Abfluss von knapp 3,5 Milliarden Euro, nachdem der Abfluss bereits im Vorquartal rund eine Milliarde Euro betragen hat. Dabei haben sich im 1. Quartal 2011 insbesondere die Rentenfonds signifikant rückläufig entwickelt.

Die Ansprüche gegenüber Versicherungen hingegen hätten erneut spürbar zugenommen. Sie stiegen netto um rund 23 Milliarden Euro. Auch die Sonstigen Forderungen verzeichneten einen signifikanten Anstieg von knapp 15 Milliarden Euro.

Zum zuvor beschriebenen transaktionsbedingten Anstieg des Geldvermögens kamen Kursverluste bei den bereits gehaltenen Wertpapieren im Umfang von zehn Milliarden Euro hinzu. Im Ergebnis führte dies zum Ende des 1. Quartals 2011 zu einem Geldvermögensbestand der privaten Haushalte von 4.824 Milliarden Euro.

Die Verschuldung der privaten Haushalte nahm gleichzeitig geringfügig ab; per saldo wurden Kredite und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von knapp vier Milliarden Euro getilgt. Zum Quartalsende summierten sich die Schulden der Deutschen bei Banken und Versicherungen auf insgesamt 1.534 Milliarden Euro. In der Summe stieg folglich das Nettogeldvermögen auf 3.291 Milliarden Euro.

Link zu ergänzenden Informationen: Vermögensbildung und Finanzierung

Die vollständigen Daten der Finanzierungsrechnung der Bundesbank findet sich im Internet unter:http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?open=wirtschaftsdaten

Finanzwächter der Assekuranz in Europa

Donnerstag, August 25th, 2011

Die Rating-Agentur Assekurata GmbH, Köln, wurde als EU-Ratingagentur zugelassen. Mit dieser aktuellen Registrierung wird das Bonitäts-Rating von Versicherungsunternehmen europaweit anerkannt. Die Bewertungen sollen Kunden und Anleger informieren, für Vermittler sind sie Pflichtlektüre.

Die Historie von Branchenbewertungen

Die älteste Rating-Agentur der Welt, welche sich auf Versicherer spezialisiert hat, ist die 1899 in den Vereinigten Staaten (USA) gegründete und bis heute am Markt tätige Alfred M. Best Company.

Die Idee hatte Firmengründer Alfred Magilton Best bereits im März 1892. Der damals 15-jährige fängt als Hilfsbuchhalter bei der Queen Insurance Company in New York an. Für drei Dollar Lohn in der Woche sammelt er Daten der Versicherungsnehmer für eine neue Feuerschutzpolice. Einige Jahre später hat er die geniale Gründeridee: Warum gibt es keinen öffentlichen Report, der Finanzkraft und Arbeitsmethodik der Versicherungen abbildet? Best startet mit dieser Idee das eigene Unternehmen.

Heute über 100 Jahre später gibt es erste Unternehmen, welche in Europa dieses Ziel verfolgen. Die Zulassung der 1996 gegründeten Assekurata als EU-Rating Agentur erfolgte durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

Die Assekurata hat sich insbesondere bei der Qualitätsbeurteilung von Erstversicherer in 15 Jahren eine starke Marktstellung erarbeitet. Neben der Bestimmung der Bonitätsstufe werden nicht nur die Finanzstärke, sondern auch der Service und Kundenorientierungsaspekte geprüft und bewertet.

Solvency II erfordert mehr Transparenz

„Für uns ist dies ein wichtiger Schritt, unser bestehendes Ratinggeschäft weiter auszubauen. Im Zuge von Solvency II gewinnen qualifizierte Bonitätseinschätzungen im europäischen Versicherungsmarkt eine wachsende Bedeutung. Hierfür sehen wir uns durch die Registrierung optimal aufgestellt“, so die Einschätzung von Reiner Will, Geschäftsführer der Assekurata.

Die Bewertung spielt nicht nur für Versicherer eine Rolle die Investoren als Aktionäre für den Konzern neu gewinnen oder halten wollen, sondern auch zunehmend für die versicherten Kunden. Für die Vermittler von Versicherungen, speziell Versicherungsmakler, ist die Bewertung der Bonität und Marktstellung eine Pflichtlektüre.

Mit der staatlichen Aufsicht wurde die European Securities and Markets Authority (EMSA) beauftragt. Sie wacht über die Unabhängigkeit der Agenturen und stellt strenge Anforderungen an die Zulassung als in ganz Europa anerkannte Agentur. Wichtigste Kriterien sind das Verbot gleichzeitiger Beratungs- und Ratingdienstleistungen für denselben Mandanten um Interessenkonflikte auszuschließen, sowie die Offenlegung der angewandten Methoden für das Rating und eine regelmäßige Berichterstattung zur fortlaufenden Überwachung.  

Um eine Anerkennung haben sich über 20 Agenturen beworben, auf der aktuellen Liste finden sich nur neun Unternehmen, welche die Anerkennung erhalten haben. Viele Unternehmen wurde keine Registrierung erteilt, weil sie sich über die Kunden finanzierten, die sie bewerten sollten. Einige haben aus diesem Grund auch Ihren Antrag auf Zulassung auf unbestimmte Zeit zurück gestellt.

Bewertungskriterien für das Rating

Über das Kriterium Ertrag und Sicherheit untersucht Assekurata die Finanzstärke des Versicherers. Bei Lebensversicherungsanbietern zählt hierzu auch die Gewinnbeteiligung für die Versicherten, bei den privaten Krankenversicherern die Beitragsstabilität und die dafür zurückgestellten Mittel.

Für Versicherungsmakler ist es bei der Auswahl eines Versicherers für seine Kunden von Interesse, das Unternehmen von seinen Versicherten in der Attraktivität und Servicequalität eingeschätzt wird.

Assekurata befragt hierzu über 800 Versicherungskunden für jedes zu bewertende Unternehmen. Ein Rating ist immer nur ein Jahr gültig und muss dann neu durchgeführt werden.

Die Bewertung der Versicherer unterscheidet sich von der Beurteilung einzelner Produkte oder deren Vergleich. Die Kombination von beidem ist die beste Lösung, denn was nützt das beste Produkt, wenn der Anbieter sein Leistungsversprechen nicht oder nur mangelhaft erfüllen kann.

Aktuare als Verbraucherschützer

Neben den Rating-Agenturen gibt es auch über Aktuare eine strenge interne Kontrolle für Versicherer. Die deutschen Aktuare haben auch eine über 100 Jahre alte Tradition, die durch europäisches Recht gestärkt wurde. Auch die Aktuare wachen über die Erfüllbarkeit der Leistungsversprechen.

Der Beruf des Aktuars ist über ein Mathematikstudium zu erreichen, die Branche hat nach eigenen Angaben Nachwuchssorgen. Interessierte finden Informationen im Mint-Programm der deutschen Assekuranz.

Im Sommerloch ans Rentenloch denken

Dienstag, August 23rd, 2011

Marketing ist oft eine Frage des richtigen Zeitpunkts. Mit einem Kurzvideo zur Altersvorsorge der Deutschen informiert die Skandia Lebensversicherung AG über das Rentenloch. Das Video wird durch ein Rentenloch-Rechner ergänzt. Ein origineller Beitrag zur Sommerloch-Zeit.

Die Deutschen sind keine Rentenexperten

Auch noch im Alter das Leben sorglos genießen können das wünschen sich die meisten. Über viele Jahrzehnte ging die Zahl der Geburten deutlich zurück. Die deutsche Gesellschaft wird zunehmend älter. Immer weniger Erwerbstätige müssen aber für immer mehr Rentner zahlen. In der Folge sinkt das Rentenniveau und die gesetzliche Rente reicht nicht mehr aus, um allein den bisher gewohnten Lebensstandard zu sichern. Ein Rentenloch tut sich auf.

Im Rahmen einer aktuellen Rentenloch-Kampagne informiert die Skandia als Teil der internationalen Old Mutual Gruppe, in einem Kurzvideo über das Phänomen Rentenloch. Mit der Kampagne im Sommerloch sollen Verbraucher und Vermittler auf das Rentenloch, also die Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt und der gesetzlichen Rente aufmerksam gemacht werden und es soll gezeigt werden, wie man dem entgegenwirken kann.

Hermann Schrögenauer, Vorstand Vertrieb und Marketing der Skandia erläutert die Kampagne: „Um die private Vorsorge angemessen planen zu können, ist es zunächst einmal wichtig zu wissen, wie groß das persönliche Rentenloch überhaupt ausfällt.“

Marktforscher bestätigen Wissenslücke

Eine Studie des Marktforschungsinstituts der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) Ende 2010 zeigte den Bedarf. Ein Großteil der Deutschen sei unsicher, wenn es um die Beurteilung der eigenen Rente geht. So wissen, laut der Studie, 70 Prozent der Befragten nicht, wie hoch ihre Rente einmal ausfallen wird. 60 Prozent können nicht einschätzen, wie viel Geld sie heute schon zurücklegen müssen, um das Rentenloch zu schließen.

Sei die Größe des Rentenlochs erst einmal bestimmt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, es zu stopfen. Eine mögliche Lösung ist auch die Fondspolice (VersicherungsJournal 22.8.2011).

Die Fondspolice ist eine Rentenversicherung, bei der in Investmentfonds investiert wird. Sie eigne sich, laut der Skandia, vor allem für Kunden, die eine langfristig renditeorientierte Vorsorge suchen und diese möglichst selbstbestimmt und flexibel gestalten möchten. Dabei profitiert der Versicherte neben dem Recht auf eine lebenslange Rente auch von steuerlichen Vorteilen in der Ansparphase.

Anonymer Rentenloch-Rechner ermittelt Lücke

Für alle die wissen wollen, woran sie sind, hat die Skandia zusätzlich einen Rentenloch-Rechner entwickelt. Hier können die Daten anonym eingeben werden damit das persönliche Rentenloch als Lücke, ohne Namen und Adressdaten, errechnet und ausgedruckt werden kann.

Dass auf das Eingeben persönlicher Daten, wie bei Vergleichsportalen üblich, verzichtet wird, ist eine Werbeflut oder Adressverkauf nicht vorgesehen. Nur wer ausdrücklich eine persönliche Beratung wünscht und dies separat anwählt, erhält einen Berater auf Wunsch vorgeschlagen.

Zunehmend informieren sich deutsche Verbraucher im Internet (VersicherungsJournal.6.7.2011). Angenehm für die Ratsuchenden ist es, wenn nach dem Motto „Ein Bild oder kurzes Video sagt mehr als 1.000 Worte“ allgemein verständlich in das Thema eingeführt wird.

Fairness zeigt ein Anbieter, wenn er ohne die persönliche Daten des Interessenten abzufragen, einen Servicerechner anbietet, der die individuelle Auswirkung in Zahlen und grafischen Beispielen zeigt.

Verbraucherinformationen die Kunden und Vermittlern nützen

Die gezielte Vorinformation von Interessenten für ein Beratungs- und Verkaufsgespräch sind im modernen Vertriebsalltag von zunehmender Bedeutung. Der Grund ist denkbar einfach. Bei einer sachlichen Information vorab kann sich der zukünftige Kunde gezielt Fragen für die eigene Situation vorbereiten und der Berater oder Verkäufer spart Zeit für die Darstellung allgemeiner Grundlagen.

In der Praxis macht der Vermittler den Kunden auf ein interessantes Kurzvideo aufmerksam und auf den dazu passenden Servicerechner für die Erst-Ermittlung eines persönlichen Bedarfes.

Die Lösung kann später in einem vom Interessenten gewünschten Termin ermittelt werden. Gerade Zeiten wie die Sommerflaute, oder die ersten Herbsttage sind dafür viel eher geeignet, als die letzten Monate vor dem Jahresende, wo die meisten Menschen von Angeboten aller Art bedrängt werden.

Vielleicht entwickeln mehr Versicherer ähnlich flotte Serviceangebote, um die Frühjahrsmüdigkeit zu bekämpfen, und einen unterhaltenden Beitrag am Jahresanfang zur Lebensplanung zu leisten. Man darf gespannt sein, ob weitere Versicherer ähnliche unterhaltende Erstinformationen anbieten.

Versicherer gewinnt gegen Verbraucherin vor dem BGH

Donnerstag, August 18th, 2011

Brennt es in einem Reihenhaus, werden häufig auch das benachbarte Heim beschädigt. Je nach Brandursache haften dafür dann der Eigentümer, Mieter und sonstige Bewohner des Reihenhauses, in dem der Brand entstand. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (V ZR 193/10) gilt dies auch dann, wenn der Brand nicht durch eine Unachtsamkeit, sondern durch einen technischen Defekt entstand.

Zunächst hatte der klagende Versicherer dem Eigentümer des Nachbarhauses eine Entschädigung in Höhe von 79.560 Euro im Rahmen einer Entschädigung zum Neuwert geleistet. Da aber der Brand von einer Wohnung im benachbarten Reihenhaus ausgegangen war, verklagte der Versicherer die dort wohnende Verbraucherin auf den Ersatz des größten Teils des Schadens.

Der Bundesgerichtshof verurteilte die Ehefrau des Eigentümers des Reihenhauses, die an den Nachbarhäusern entstandenen Brandschäden von 63.208 Euro nach Zeitwert zu ersetzen.  

Offen blieb, ob der im Schlafzimmer ausgebrochene Brand durch fahrlässiges Verhalten oder durch den Defekt eines elektrischen Motors ausgelöst wurde, der zum Verstellen der Liegefläche eines Bettes diente. Darauf komme es nicht an, entschied das Gericht.

Da die Ehefrau in diesem Bett schlief, sei sie für den ordnungsgemäßen Zustand sämtlicher Teile, insbesondere der Elektromotoren und der elektrischen Leitung, verantwortlich. Die an den Häusern der Nachbarn entstandenen Schäden wurden zunächst durch deren Gebäudeversicherung reguliert. Anschließend nahm die Versicherungsgesellschaft die Frau in Anspruch, den regulierten Betrag zu ersetzen.

Tipp: Hätte die Verbraucherin über eine eigene Haftpflichtversicherung verfügt, hätte diese den Schaden übernehmen müssen oder die Ansprüche der klagenden Versicherung auf Ihre Kosten abwehren müssen.  

Mehr Deutsche informieren sich über das Internet

Dienstag, August 16th, 2011

Nielsen gab die Onlinenutzerzahlen für den Monat Juli 2011 bekannt. Laut den aktuellen Nielsen-Daten gingen im vergangenen Monat rund 46,3 Millionen Internetnutzer in Deutschland ins Internet, das sind rund 2,8 Millionen Besucher mehr als noch im Juli 2010 – ein Plus von 6,3 Prozent. Die Internetnutzer verbrachten im Durchschnitt 22 Stunden, 8 Minuten und 50 Sekunden im World Wide Web.

Alle Top Marken des Vormonats halten sich weiterhin in der Bestenliste nach Unique Audience, angeführt von Google mit 39,2 Millionen Besuchern, die mindestens einmal im Monat Juli die Seiten aufsuchten. Auf dem zweiten Platz kann sich weiterhin Facebook mit insgesamt 26,1 Millionen Nettonutzern behaupten und erreicht mit einem Plus von 4,4 Prozent zum Vormonat den stärksten Besucherzuwachs unter den Top 10 der Internetmarken. Auch YouTube schafft es, nach einer kurzen Pause im Juni auf Platz 4, mit einem Besucheranstieg von 2,8 Prozent auf 21,9 Millionen Nettonutzern zurück in die Top 3, gefolgt von eBay mit insgesamt 21,4 Millionen Unique Audience. Unter allen Marken der Bestenliste musste Wikipedia mit minus 3,8 Prozent den stärksten Besucherrückgang verzeichnen, kann sich damit aber wie auch im Vormonat weiterhin auf Platz 8 halten.

Einen großen Besucheransturm konnte ebenfalls die im Juli gestartete Seite Lebensmittelklarheit.de verzeichnen. Das Portal des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen ruft Konsumenten dazu auf, Lebensmittel mit irreführenden Produktverpackungen und Kennzeichnungen zu melden. Im ersten Monat gingen 464 Tausend Besucher mindestens einmal auf die Seiten, um sich über die sogenannten „Mogelpackungen“ zu informieren. Das Publikum von Lebensmittelklarheit.de ist mit 60,1 Prozent überwiegend männlich. Vor allem Männer zwischen 55 bis 64 Jahre besuchen das Internetportal überdurchschnittlich stark. Während ihr Anteil unter allen deutschen Internetnutzern 7,9 Prozent beträgt, sind es auf Lebensmittelklarheit.de 22 Prozent.

Die Daten der deutschen Nielsen Nutzerstatistik basieren auf dem Nielsen-Nutzerpanel, das die Onlinenutzung in Deutschland Monat für Monat repräsentativ abbildet.

Top 10 Brands for July 2011 (Germany, Home & Work)

Rank

Brand

Unique Audience
[000]

1 Google

39.205

2 Facebook

26.113

3 YouTube  

21.882

4 eBay

21.422

5 Microsoft

21.164

6 MSN/WindowsLive/Bing

19.566

7 Amazon

18.676

8 Wikipedia

16.964

9 T-Online

16.904

10 RTL Network

13.570

Quelle: Nielsen, NetView, July 2011

Lesebeispiel: 26,1 Millionen Personen, die das Internet im Juli von zu Hause oder auf der Arbeit nutzten, besuchten mindestens eine der Seiten oder Applikationen von Facebook.

Average German Internet Usage, Combined Home & Work, Include Internet Applications, Month of July 2011

Sessions/Visits per Person 52
Domains Visited per Person 77
Web Page Views per Person 2514
PC Time per Person 52:00:33
Duration of a Web Page viewed 00:00:50
Active Digital Media Universe 48.080.487
Current Digital Media Universe Estimate 58.065.667
Quelle: Nielsen, NetView, July 2011