Archive for November, 2011

Private Krankenversicherung muss 2012 nicht teurer werden

Montag, November 28th, 2011

Wechselrecht. Die Private Krankenversicherung (PKV) bietet 2012 auch Alternativen zur Beitragserhöhung. Versicherte müssen ab 1. Januar 2012 nicht unbedingt mehr bezahlen. Das Wechselrecht innerhalb der eigenen Gesellschaft ist wenig bekannt.

Die monatlichen Beiträge können teilweise um bis zu 40 Prozent in der Spitze steigen. So steht es in den Bescheiden, die kurz vor dem Weihnachtsfest, den versicherten Kunden eine unangenehme Bescherung bereiten.

Besonders hart trifft es im nächsten Jahr die Kunden der Central Krankenversicherung. Mit den durchschnittlichen Erhöhungen von 12,9 Prozent liegt die Central Krankenversicherung deutlich über dem Marktdurchschnitt, der auf fünf bis sieben Prozent jährlich geschätzt wird. Nach erheblichen Umstrukturierungen im Unternehmen, die im Verkauf der gesamten Maklersparte gipfelten, wurden die Beitragsanpassungen für 2012 besonders hoch angesetzt.

Die meisten privat Krankenversicherte verfügen aber über Wahlmöglichkeiten und Alternativen. Versicherte haben nach Paragraph 204 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) das Recht, jederzeit in einen günstigeren Tarif innerhalb der verschiedenen Angebote des eigenen Anbieters zu wechseln. Unter voller Anrechnung der über die Jahre aufgebauten Altersrückstellungen kann dies eine sinnvolle und sehr günstige Alternative sein. Versicherungsmakler und unabhängige Versicherungsberater helfen interessierten Verbrauchern.

Verbraucher sollten trotz der zum Teil exorbitanten Beitragssteigerungen, als erste Reaktion, nicht den Wechsel zu einem anderen Versicherer einleiten. Bei einem unüberlegten Wechsel zu einer anderen Gesellschaft geht eine großer Teil der jahrelang angesparten Altersrückstellungen verloren. Vernünftiger ist es da eine andere Alternative zu wählen. Versicherte sparen viel Geld, wenn sie innerhalb der eigenen Versicherungsgesellschaft in einen günstigeren Tarif wechseln. Das Leistungsniveau bleibt zumeist gleich oder wird in Einzelfällen sogar besser, eine erneute Gesundheitsprüfung ist selten notwendig und Kündigungsfristen bleiben unangetastet. Auch hier helfen spezialisierte Versicherungsmakler und erfahrene Experten in der privaten Krankenversicherung weiter.

BKK AXEL SPRINGER und DAK fusionieren, eine andere BKK ist pleite

Sonntag, November 6th, 2011

Unruhe bei den gesetzlich Versicherten. Während einzelne Kassen zu immer größeren Einheiten fusionieren, gehen andere Anbieter pleite. Die DAk-Gesundheit wird zum Jahreswechsel größer und die BKK für Heilberufe wird durch das Bundesversicherungsamt geschlossen.

Die von der Bundesregierung beschlossene Gesundheitsreform, mit dem Ziel mehr Wettbewerb unter den gesetzlichen Kassen zu schaffen, führt vor allem zu Fusionen oder auch zu Kassenpleiten.

Bei der Vereinigung der DAK mit der BKK Gesundheit kommt es zum Zusammenschluss mit einer weiteren Betriebskrankenkasse. Die DAK-Gesundheit wird so zu einem der größten Anbietern gesetzlicher Krankenversicherung in Deutschland. Sie wird 5,1 Millionen Mitglieder und 6,6 Millionen Versicherte haben. Im Januar 2012 soll sich der neue Verwaltungsrat konstituieren und den Haushalt für 2012 beschließen. Der Haushalt der neuen Kasse wird im Jahr 2012 knapp 20 Milliarden Euro umfassen.

„Auch mit der aktuellen Fusion setzen wir unseren strategischen Ansatz fort, ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln. Es soll die Stärken einer flächendeckend in Deutschland präsenten Ersatzkasse mit denen der betrieblichen Krankenversicherung verknüpfen“, kommentiert DAK-Chef Herbert Rebscher die Entscheidung.

Christa Lemke, Vorstand der BKK AXEL SPRINGER, betont: „Mit der Fusion schaffen wir einen echten Mehrwert für unsere Versicherten, denn wir kombinieren unser Know-how im betrieblichen Gesundheitsmanagement mit der bundesweiten Betreuung der DAK.“ Die BKK AXEL SPRINGER ist eine geschlossene Betriebskrankenkasse, bei der nur Mitarbeiter der Axel-Springer AG versichert sind. Sie hat zur Zeit knapp 12 000 Versicherte.

Ab 1. April 2012 soll, laut DAK-Vorstand Rebscher, der aktuelle Mehrbeitrag für die Kunden von acht Euro monatlich, wieder entfallen. Allerdings betonte auf Anfrage das Bundesversicherungsamt, dass über die Abschaffung des Zusatzbeitrags noch nicht endgültig entschieden sei.

Kassensterben geht weiter
Während die einen fusionieren, müssen andere gesetzliche Krankenkassen schließen. Das Bundesversicherungsamt hat mit Bescheid vom 02.11.2011 nach § 153 SGB V in Verbindung mit § 46 Abs. 5 SGB XI entschieden:

„Die BKK für Heilberufe und die BKK für Heilberufe-Pflegekasse werden zum 01.01.2012 (mit Ablauf des 31.12.2011) geschlossen.“

Die großen finanziellen Schwierigkeiten der BKK für Heilberufe und die Erkenntnis, dass die Leistungsfähigkeit der BKK für Heilberufe zu einer vertretbaren Belastung der Versicherten beziehungsweise Mitglieder auf Dauer nicht zu gewährleisten ist, haben das Bundesversicherungsamt veranlasst, die BKK für Heilberufe zu schließen. Die Schließung tritt mit Ablauf des 31.12.2011 in Kraft.

Frust und Lust auf der DKM

Dienstag, November 1st, 2011

Wer auf eine Messe geht, der hat nicht nur hinterher was zu erzählen, sondern scheint auch Lust und Frust aus dem Vertriebsalltag mitzubringen. Neu war, dass dies nicht nur für manche Besucher galt, sondern auch einige Anbieter und Maklerpools umtrieb. Positiv war der Mut die Herausforderungen auch direkt anzusprechen und nachhaltige Lösungswege zu suchen.
Produktneuheiten sind ein Grund zur 15. DKM Fachmesse 2011 zu gehen. Die Innovationen für das Jahresendgeschäft oder das Vertriebsjahr 2012 waren Produkte mit verbesserten Bedingungen, neue Kombinationen aus Einzelprodukten oder ein Mehrwert im Service für Kunden und Vermittler.

Branchengeflüster und Gerüchte als Auftakt
Bei der klassischen Abendveranstaltung vor der Messe trafen sich Besucher und Aussteller zum Kontakten und Einstimmen auf die zwei Messetage. Ohne musikalische Unterhaltung stand dieses Jahr das persönliche Gespräch im Mittelpunkt.
Der Abend war auch von dem neuesten Klatsch und Tratsch der Branche geprägt. Die neuesten Gerüchte der Branche machten ihre Runde. Was wird aus der „Dortmunder Erklärung“? Im Vorfeld war bekannt geworden, dass Transparenz-Regeln die Zusammenarbeit zwischen Maklerpools und Versicherer neu ordnen sollen. (VersicherungsJournal 26.10.2011, 31.10.2011).
Neben den personellen Veränderungen in der Branche, spielte auch die „Alte-Hasen-Regelung“ für Vermittler von Finanzanlagen eine Rolle. Im Branchengeflüster wurde bekannt, dass schon eine einmalige „Negativ-Erklärung“ im Prüfbericht gegenüber dem Gewerbeamt ausreiche, um die Anerkennung einer fortlaufenden Vermittlertätigkeit, für den Sachkundenachweis, zu gefährden.
Auch über das Image der Branche wurde diskutiert, vor allem über die Initiative des „Ehrbaren Kaufmanns“ (VersicherungsJournal 27.10.2011) des Bundesverbandes der Versicherungskaufleute (BVK). Der historische Ansatz über die Tradition des Vermittlerberufes wurde von den einen als „Branchenfolklore“ kritisiert, andere sahen gerade in der Tradition von Vermittlergenerationen und ihrem sozialen und volkswirtschaftlichen Dienst in der Gesellschaft einen guten Ansatz.
Diskutiert wurde auch über nicht mehr auf der Messe vertretene Aussteller, wie etwa die Central Krankenversicherung, hier wurde heftig über weitere Opfer von Marktbereinigungen in Tarifen und Vertriebswegen spekuliert.

Statt Arztbesuch kommt die Krankenschwester
Bei höheren Deckungssummen, die einen Arztbericht zur Annahme erfordern, wird die Dialog Lebensversicherung AG künftig in den angebotenen Sparten Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit und in der Risikolebensversicherung mit Medical Home Service arbeiten. Der externe Anbieter soll den zeitaufwendigen Arztbesuch ersetzen. Eine examinierte Krankenschwester kann künftig den Kunden in seiner eigenen Wohnung untersuchen
Im Berufsunfähigkeitsschutz hat die Dialog über 200 Berufe risikoadäquat angepasst und meist besser eingestuft. So sollen die Kunden zukünftig günstigere Prämien zahlen. Rüdiger R. Burchardi, Vorstand für Vertrieb und Marketing, kündigte auch einen Pflegetarif, auf Lebensversicherungsbasis, für 2012 an.
Über Webinare und Handy-Apps (Zusatzdienste für Mobiltelefone) würde der Vertrieb in Zukunft mehr Service vor Ort abrufen können. Burchardi sieht generell in der Unterstützung, im dezentralen Service, eine Entlastung des Vertriebs, ein Gewinn an Zeit, dies sei auch ein Vorteil für Vermittler.
Das sahen Kritiker, aus der Zielgruppe, am Vorabend der Messe anders, Auslagerung wird nicht nur als ein Zeitgewinn bei der Annahme gesehen, sondern auch als eine Auslagerung von Kosten.

Modularer Verkauf soll Haftungsfrust mindern
Für die HDI-Gerling AG erläuterte, Kai Müller, Vorstand Maklervertrieb, die Zukunft des gemeinsamen Vertriebs von Personen- und Sachversicherungsparten als Vorteil für Vermittler. „Maßgerechte Risikoberatung erfordert mehr Auswahl, in Kenntnis aller ganzheitlich für den Kunden möglichen Lösungen. Nur so kann der Kunde mit dem Vermittler dokumentiert seinen Verzicht entscheiden“, so Müller. „Die Dokumentation des Verzichts schaffe mehr Klarheit und Rechtssicherheit für Vermittler.“
Für 2012 prognostiziert Müller einen sehr großen Nachholbedarf für alle Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge. Hier habe es die meisten Veränderungen im Steuer-, Sozial- und Arbeitsrecht gegeben. Eine echte Herausforderung sei auch, welche Investmentstrategie von unterlegten Fondspolicen künftig verfolgt werde.
Müller erkennt einen hohen Bedarf in der Weiterbildung und unternehmerischen Unterstützung von Vermittlern: „Makler brauchen zum Überleben im Markt, Organisation und gemeinsame Prozesse mit den Anbietern als Back-Office-Lösung. Strukturell werden es Ein-Mann-Betriebe sehr schwer haben.“.

Sportlicher Rat für Lust und Frust im Beruf
In der großen Vortragshalle sorgten auch dieses Jahr wieder Branchenfremde für ausgebuchte Plätze. Den Anfang machte Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn. In seinem Vortrag „Die Kraft des Erfolgs als Kraft von innen“ empfahl die Torwartlegende vor allem unternehmerisch zu denken, „um den Kasten sauber zu halten“, aber auch sich selbst mental zu motivieren, um langfristig erfolgreich zu bleiben.
Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München e.V., wurde als früherer Manager des Fußballclubs mehrfach als Manager des Jahres ausgezeichnet. Hoeneß eröffnete seinen Vortrag mit seiner persönlichen Anforderung an Banker: „Ein Banker habe zuerst an sein Wohl als Kunde zu denken, und nicht an seinen Bonus.“
Dies sei auch sein Rat an Vermittler in der Assekuranz, wer mit dem Vertrauen seiner Kunden belohnt werden will, dürfe nicht zuerst an sein persönliches Einkommen denken. Werte und Wahrheit stünden immer im Vordergrund. Im Fußball zählen (Tor-)Abschlüsse und Ergebnisse, aber auch genauso Teamgeist, Respekt und Fairness.
Wer als Vermittler noch nicht genügend Trost und Motivation empfangen hatte, konnte dies am Stand der Süddeutsche Krankenversicherung nachholen. Anni Friesinger, 16fache Weltmeisterin und dreifache Olympia-Siegerin im Eisschnelllauf, erklärte mit einem strahlenden Lächeln. „Ohne eine private Krankenversicherung, wäre meine Karriere gar nicht möglich gewesen.“

Workshops, Wissen und Werbegeschenke
Die Messe bot über 70 Workshops, die über Produkte, Verbände, Expertenwissen und Motivation, ein Vertiefungsangebot zu den Informationen der Aussteller am Stand darstellten.
In der Halle für Worksshops bot der neue Kongress „Perspektiva“ jungen Leuten, Berufseinsteigern und Studieninteressierten einen Überblick über das Angebot der Branche. An den Beratungsständen gab es konkrete Hilfe für Bewerbungen und Rat von Experten.
Professor Dr. Matthias Beenken, Fachhochschule Dortmund, zeigte im Eröffnungsvortrag, dass die Versicherungsbranche „über 200 Berufe“ bietet und zahlreiche Studiengänge offeriert. Ein Teil der über 350 angemeldeten Nachwuchskräfte war mit dem Bus angereist und am frühen morgen im Berufsstau stecken geblieben. Flexibel wurde der Vortrag, zu einem späteren Zeitpunkt am Tag, für die „Nachzügler“ wiederholt.
Für die Aussteller ein Frust, für manche Besucher eine Lust, sind Werbegeschenke. Die extremsten Ausprägungen waren dieses Jahr überdimensionierte Messetaschen für Sammler, aber auch die Mitgabe von Straßen- und Kehrbesen. Die über die Schulter getragenen Besen, wurden mit den gefüllten Tüten behängt. Bei manchem dieser Besucher galt wohl: „Außer Besen, nichts gewesen.“ Dass solche Besucher nach „Harry-Potter-Manier“ nach Hause geflogen seien, ist wohl ein Gerücht.