Archive for Juli, 2013

Was sich BU-Makler wünschen

Donnerstag, Juli 25th, 2013

Biometrische Versicherungslösungen zählen zu den Hoffnungsträgern der Lebensversicherer und Versicherungsmakler in Deutschland. Was vom Biometrie-Markt aus Maklersicht zu erwarten ist, wurde in einer aktuellen Studie erforscht.

2013-07-25 (db) Das Marktforschungs- und Beratungsinstituts „Heute und Morgen“ aus Köln untersuchte in einer aktuellen Studie biometrische Lösungen für das Risiko der Berufsunfähigkeit und schwerer Erkrankungen.  Im Fokus standen relevante Marktentwicklungen, Produkt- und Anbieterpräferenzen, Bedingungswerke und die Auswahlkriterien im Bereich Berufsunfähigkeit, schwere Erkrankungen und funktionelle Invaliditätsabsicherung.

Laut den Autoren der Studie vermitteln Makler schwerpunktmäßig die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU). Nur die SBU-Tarife würde den Kunden aus ihrer Sicht ein erstklassiges Leistungsspektrum bieten. Reine Risiko-Policen aus dem biometrischen Alternativmarkt – wie Dread Disease oder funktionelle Invaliditätsabsicherung – würden hingegen nicht als reale Alternativen zur BU eingestuft. Vielmehr diene diese als Ersatz oder Zusatzlösung für den Fall, dass sich die Kunden eine SBU finanziell nicht leisten können oder von den Anbietern aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt werden.

In der Studie wurden 30 hauptberufliche Versicherungsmakler mit unterschiedlicher Umsatzgröße und auch verschiedener regionaler Herkunft mit Vermittlungsschwerpunkt im Bereich biometrische Risiken im Juni 2013 im Rahmen der neuen Studienreihe „Klartext Assekuranz: Marktperspektiven aus Maklersicht“ ausführlich befragt.

Mehr Transparenz bei der BU-Risikoprüfung gefordert

Wie die Autoren der Studie berichten, fordern die Makler mehrheitlich eine größere Transparenz der Produktgeber bei ihrer BU-Risikoprüfung sowie mehr Transparenz über Entscheidungsparameter beim Prüfverfahren, um die Kunden noch besser und gezielter beraten zu können. Kritisch betrachtet werde zudem die häufig wechselnde oder ausgeweitete Berufsgruppeneinteilung in den BU-Bedingungswerken der Versicherer. Eine klare Orientierung werde dadurch erschwert.

Insgesamt würden die Makler Verbesserungen in den Bedingungen, in Klauseln und höhere Leistungsstandards bei den BU-Policen in den letzten Jahren erkennen, was ihrer Meinung nach auf den wachsenden Wettbewerbs zurückzuführen sei. Dennoch verbleiben aus Maklersicht bei den Anbietern noch zu viele Fallstricke oder Aushebelungen im Kleingedruckten bestehen.

Generell beobachten die Makler eine restriktive Annahmepolitik seitens der Versicherer. Viele Makler suchen auch eine Lösung für Zielgruppen, die eine BU dringlich brauchen, sich diese aber zumeist aufgrund sehr hoher Risikomehrbeiträge nicht leisten können. Aus Maklersicht gilt es hier, zusätzliche Stellschrauben und flexible Bedingungswerke zu entwickeln, die zur Folge haben, dass der Beitrag sinkt.

Kriterien und Präferenzen der Makler bei der Produktwahl

Für Makler sei das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der für den einzelnen Kunden geeigneten BU das Bedingungswerk, das letztlich über die Produkt-Qualität entscheiden würde. Um die einzelnen Bedingungen der jeweiligen Tarife und Anbieter in der BU vergleichbar zu machen, nutzen alle befragten Makler mindestens eine Vergleichssoftware – derzeit am häufigsten die vom Analysehaus Morgen & Morgen, gefolgt von Softfair sowie Franke und Bornberg. Neben weiteren Kriterien wie berufsgruppenspezifische Angeboten, Anbieter-Expertise, Maklerbetreuung sowie Erfahrungen mit der Schadenabwicklung und Prozess-Quote, würde zunehmend auch die Finanzkraft der Produktgeber eine Rolle spielen, da nur dadurch ein nachhaltiger Versicherungsschutz garantiert werden könne.

Die Kunden gehen heute informierter als früher in das Beratungsgespräch. Nicht selten würden potentielle Kunden auch Rankings oder Tests aus Publikums- oder Fachzeitschriften mitbringen. Zugleich bleibe ihr Wissen im Thema, nach Maklermeinung, zumeist oberflächlich und lückenhaft.

Zu den beliebtesten und vergleichsweise am häufigsten vermittelten BU-Anbietern im Maklermarkt zählen laut Studie derzeit Alte Leipziger, Nürnberger, Swiss Life und Volkswohl Bund. Aber auch der Marktführer Allianz, der Versicherungsverbund Continentale und die Talanx-Konzerntochter HDI zählen zum maklerseitigen Favoritenkreis.

„Unsere Expertenbefragung zeigt, dass sich die Makler in der Regel ein differenziertes Bild von den Stärken und Qualitäten der einzelnen Anbieter und deren Angeboten machen, und dann je nach Bedarf im Einzelfall aus einem Portfolio von etwa fünf bis sieben Produktgebern auswählen“, sagt Heute-und-Morgen-Geschäftsführerin Tanja Höllger. „Die Möglichkeiten der Anbieter biometrischer Produkte, sich vom Wettbewerb zu differenzieren werden gleichzeitig enger und spezifischer. Daher lohnt ein genaues Hinschauen auf den wichtigen und starken unabhängigen Vertriebskanal in diesem beratungsintensiven Produktsegment.“

Biometrischer Alternativmarkt wird unterschiedlich beurteilt

Zum vergleichsweise noch jungen biometrischen Alternativmarkt zeigt die Maklerbefragung deutlich, dass es vielen Maklern derzeit noch schwer fällt, sich vom Konzept des Komplettschutzes der BU zu lösen.

Neue Biometrie-Produkte wie Dread Disease, funktionelle Invaliditätsabsicherung und weitere Alternativen – die das Risiko einer Berufsunfähigkeit nur partiell beziehungsweise auslösespezifisch absichern – haben im Maklermarkt daher längst kein so positives Image wie die hochangesehene SBU. Im Gegenteil: „Notprodukte“, „zweitklassige Lösung“ oder „Nischenprodukte“ sind laut der Studie die häufig zur Beschreibung gewählte Begriffe. Bereits mit den „sperrigen“ Produktbegriffen könnten sich viele Makler nur wenig identifizieren. Viele Makler wünschen sich eher Weiterentwicklungen und bedarfsorientierte zielgruppenspezifische Differenzierungen innerhalb der etablierten BU als im Bereich neuer alternativer Biometrie-Produkte.

Gleichzeitig werde aber auch deutlich, dass sich die Makler mit den neuen Biometrie-Produkten und deren Chancen bei weitem noch nicht so intensiv wie mit der BU auseinandergesetzt haben und diese im Maklermarkt erst schrittweise ankommen. In der Öffentlichkeit beziehungsweise bei den Kunden sind diese Biometrie-Produkte aus Maklersicht bisher kaum bekannt, was ein zusätzliches Hemmnis in der Vermittlung darstellt.

Daher müsse es wichtige Aufgabe der Produktgeber bleiben, den Maklern – wie auch der Öffentlichkeit – die neuen biometrischen Versicherungs-Produkte transparent und möglichst verständlich zu gestalten. Positiv wäre aus Maklersicht, wenn bessere Einstiegshilfen in das Thema geboten würden. Hierzu wünschen sich die Makler kurze faktenorientierte Produkt-Steckbriefe mit den Hauptvorteilen deutlich mehr als ausführliche, stärker am Anbietermarketing orientierte Produkt-Broschüren. Auch produktbezogene Schulungen, Roadshows und Webinare würden gern von den Maklern genutzt.

Als aktuelle Top-Anbieter im Bereich Dread Disease sehen die Makler insbesondere Canada Life, mit Abstand gefolgt von Gothaer und Skandia. Bei funktionellen Invaliditätsabsicherungen würden vor allem Axa und Janitos zu den wichtigsten Anbietern aus Maklersicht zählen, daneben auch Allianz und Barmenia.

„Auffällig ist, dass die Marktführer aus der BU im biometrischen Alternativmarkt unter den im Maklermarkt bevorzugten Anbietern kaum auftauchen. Gerade für etablierte BU-Versicherer mit gutem Ruf in der Maklerschaft könnte ein stärkerer Einstieg in den biometrischen Alternativmarkt erfolgsversprechend sein“, sagt Christina Barschewski, die Senior Projektleiterin bei Heute und Morgen.

Ist Versicherung ein Markenprodukt?

Donnerstag, Juli 25th, 2013

Den größten Einfluss auf einen Versicherungsabschluss haben die affektive und die kognitive Markenwahrnehmung. Dies bedeutet, dass die Entscheidung eine Versicherung abzuschließen sowohl auf der Gefühls- sowie auf der Verstandesebene gefällt wird.

2013-07-25 (db) Bei den affektiven Erlebnissen sehen deutsche Kunden die größten Unterschiede hinsichtlich der Modernität von Versicherer-Marken. Insbesondere Direktanbieter wie ASSTEL, DA Direkt oder Direct Line erscheinen moderne Marken, jedoch können sich auch AXA und ERGO als Agenturversicherer modern darstellen.

Dies ist das Ergebnis der Studie „Markenbarometer Assekuranz“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov, für die rund 2.000 Entscheider in Versicherungsangelegenheiten zu über 30 Versicherer-Marken repräsentativ befragt wurden. Für die Studie wurden folgende Versicherer-Marken untersucht: Allianz, ARAG, Asstel, AXA, Barmenia, Concordia, Cosmos Direkt, DA Direkt, DEVK Versicherungen, Debeka, Die Continentale, Direct Line, ERGO, ERGO Direkt, Generali, Gothaer Allgemeine Versicherung AG, Hanse Merkur, Hannoversche, HDI, HUK24, HUK-Coburg, LVM-Versicherungen, Mecklenburgische Versicherungsgruppe, Nürnberger, Provinzial, R+V Versicherung, Rheinland Versicherungsgruppe, Signal Iduna Gruppe, Versicherungsgruppe Hannover VGH, Volksfürsorge, Wüstenrot + Württembergische, Zurich.

Preiswertigkeit steht im Fokus

Unter den kognitiven Markenerlebnissen differenziert sich der Markt am stärksten beim Preis-Leistungs- Verhältnis. Durch Analyse von Interaktionen kann die YouGov Brand Engine das ideale Markenerlebnis je Kontaktpunkt identifizieren.

„Trotz der hohen Bedeutung des Preis-Leistungs-Verhältnisses stellen sich für Premium-Anbieter affektive Inhalte wie z. B. Pflichtbewusstsein als wirksame Proposition dar, die sogar von einer hohen Preiswahrnehmung unterstützt wird. Damit wird deutlich, wie wichtig für Premium-Anbieter eine kontinuierliche Qualitätskommunikation ist, um werbeerzeugten Preisvergleichen zu trotzen“, interpretiert Dr. Oliver Gaedeke, Vorstand und Leiter der Finanzmarktforschung bei YouGov Deutschland.

Die Bedeutung der Markenprägnanz wird durch die zunehmende Kommunikationsvielfalt wichtig. Auch die von vielen Versicherern verfolgte ganzheitliche Kundenanbindung braucht eine Marke, die eine möglichst breite Kompetenzanmutung für viele Versicherungsprodukte vermittelt.

Laut den Ergebnissen der Studie werden den Marken DA Direkt, Direct Line, HDI, HUK24 und HUK-Coburg am meisten Kompetenz in Sachen Kraftfahrt-Versicherungen zugeschrieben.

Bei privaten Krankenversicherungen stehen Barmenia, Debeka und Hanse Merkur und in der Lebensversicherung stehen Allianz, Debeka, Hannoversche, Nürnberger und Provinzial mit der höchsten Kompetenzanmutung im Ranking.

Fernsehwerbung stärkt die Marke am meisten

Die Kompetenz ist von hoher Wichtigkeit, aber auch die nötige öffentliche Wahrnehmung: Über alle Kommunikationskanäle hinweg ist TV-Werbung der Kanal mit dem höchsten werblichen Erfolg. Hier dominieren die Allianz, Cosmos Direkt, ERGO, ERGO Direkt und HUK-Coburg. Durch die intensive TV-Werbung hat sich die ERGO auf die zweitbeste ungestützte Bekanntheit von 35 Prozent nach der Allianz und eine gestützte Bekanntheit von 76 Prozent auf Rang drei nach Allianz und HUK-Coburg hochgearbeitet. Der Kontakt über Print-Werbung ist branchenübergreifend etwas höher als über Online-Werbung, beziehungsweise der Kontakt in einem Vergleichsportal.

In einer detaillierten Potenzial-Analyse untersuchten die Autoren der Studie, wie groß der Anteil der Prospects (Markenkenner, die die Marke ins Relevant Set aufnehmen) im Wettbewerbsvergleich und relativ zur Markenbekanntheit ist. Danach sind Direct Line, ERGO, ERGO Direkt, HUK24, HUK Coburg und R+V Versicherung die effizientesten Marken für die Neukundengewinnung.

Dietmar Braun, Fachjournalist für Assekuranz und Banken

Eurokrise: Gewinner und Verlierer

Montag, Juli 15th, 2013

Die Eurokrise ist ein Sparmodell für Konzerne und verschuldete Staaten. Die Zeche zahlen die Sparer bei Banken und die Vorsorgekunden der Versicherer. Es gibt aber Alternativen.

2013-07-15 (db) Seit die Notenbanken die Finanzmärkte mit Geld überschwemmen, sinken vielerorts die Zinsen. Dadurch verbilligen sich nicht nur Verbraucherkredite. Große Konzerne kommen günstig an Geld – und sparen so milliardenhohe Zinszahlungen.

Vom niedrigen Zinsniveau profitieren neben „Häuslebauern“ und dem Staat laut einer Studie auch führende deutsche Unternehmen. So sparen die Autohersteller Volkswagen AG, Daimler AG und BMW AG sowie BASF AG, Linde AG, SAP AG und HeidelbergerCement AG durch die Begebung von Anleihen im Jahr 2012, die niedriger verzinst sind als im Krisenvorjahr 2007, insgesamt 580 Millionen Euro pro Jahr an Zinszahlungen. Das geht aus einer Erhebung des Zentrums für Bilanzierung und Prüfung (CBP) an der Universität des Saarlandes im Auftrag der „Wirtschaftswoche“ hervor. Über die gesamte Laufzeit der Anleihen summierten sich die Ersparnisse auf mindestens 2,1 Milliarden Euro.

Den sieben untersuchten Konzernen gelinge dies, indem sie 2012 neue Anleihen zum durchschnittlichen Zinssatz von 2,37 Prozent statt 4,45 Prozent im Jahr 2007 begeben konnten. Sollten die niedrigen Zinsen wie bereits von der Europäischen Zentralbank (EZB) angekündigt noch längere Zeit anhalten und würden die sieben Unternehmen alle ihre Anleihen entsprechend umschulden, könnten sie nach Schätzung von CBP-Chef Karlheinz Küting jährlich zusammen mehr als 3,5 Milliarden Euro an Zinszahlungen sparen.

Die Untersuchung beschränkte sich laut „Wirtschaftswoche“ wegen der Vergleichbarkeit auf festverzinsliche Anleihen sowie auf Dax-Konzerne, die sowohl 2007 als auch 2012 derartige Schuldverschreibungen begeben haben. Zusammen mit den Unternehmen, die auf andere Weise umschuldeten, dürften die Ersparnisse der deutschen Konzerne durch die niedrigen Zinsen im Zuge der Euro-Schuldenkrise wesentlich höher ausfallen.

Wo es Gewinner gibt, da gibt es auch Verlierer. Die Zeche zahlen die Sparer mit Zinsen weit unter der Inflationsrate. Der durch die schleichende Geldentwertung verursachte Schwund an Kaufkraft, lässt die Ersparnisse in Rekordtempo, wie Eis in der Sonne „dahinschmelzen“. Nicht wesentlich besser ergeht es den Vorsorgekunden der Versicherer. Ausgenommen sind nur Altkunden die vertraglich garantierte Zinsen über die gesamte Laufzeit haben.

Fazit: Die hoch verschuldeten Staaten schieben großen Konzernen Geschenke in Milliardenhöhe zu und refinanzieren dies über eine gegen Sparer gerichtete Politik niedriger Zinsen. Doch wo Schatten ist, da gibt es auch Licht. Die Finanzierung von eigenen Wohnungen und Häusern ist sehr günstig geworden und die dafür notwendigen Anteile an Eigenkapital könnten aus Ersparnissen kommen. Eine kluge Geldanlage ist auch die Investition in die eigene Gesundheitsvorsorge oder in die eigene Pflegeabsicherung. Eine Königsklasse ist die Investition in Ausbildung und Studium der Kinder.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken
Dietmar Braun

Kooperiert die Allianz mit Google?

Montag, Juli 15th, 2013

Europas größter Versicherungskonzern und Marktführer Allianz beklagt zwar die starke Konkurrenz durch Vergleichsportale im Internet, pflegt aber gleichzeitig den Kontakt zu Google dem Marktführer für Suchmaschinen. Die Allianz setzt auf alle Vertriebswege, das Lippenbekenntnis zum eigenen Vertrieb bleibt aber Pflicht.

2013-07-15 (db) Der Marktführer Allianz SE nutzt alle modernen Vertriebswege zum Verkauf von Versicherungspolicen. So hat die Allianz mit Autoherstellern eine eigene Versicherung gegründet, um Versicherungen beim Autokauf in die Finanzierung oder den Kaufpreis integriert zu verkaufen. Auch der Vertriebsweg Internet ist für die Allianz weder ein Fremdwort noch Neuland.

„Der Druck an dieser Front ist sehr groß“, sagte Michael Diekmann, Vorstandsvorsitzender Allianz SE, der „Wirtschaftswoche“. „Ab einem gewissen Punkt ist es für Versicherer uninteressant, mit den Portalen zusammenzuarbeiten, weil die Margen immer dünner werden.“ Dennoch habe der Versicherer bereits mit dem US-Internetkonzern Google gesprochen, der ab Herbst 2013 auch in Deutschland ein Vergleichsportal für Autoversicherungen betreiben will. Google will als britischer Makler nicht nur Autoversicherungen in Deutschland verkaufen, sondern auch andere Sparten.

„Wir wollen gern wissen, wie Google es macht. Und Google will gern von uns wissen, wie wir es machen. Insofern treffen wir uns da“, erläutert Diekmann den Erfahrungsaustausch unter den Marktführern in ihren jeweiligen Märkten.

Die Vergleichsportale im Internet könnten bisher jedoch nur bei einfachen Produkten wie Autoversicherungen punkten, bei komplexeren Produkten funktioniere der reine Preisvergleich nicht.

„An unserem Vertreternetz halten wir fest“, sagte Diekmann. Festhalten schließt allerdings einen Wettbewerb über andere Vertriebskanäle nicht aus.

Allianz denkt über Ausstieg aus der Lebensversicherung nach

Das Neugeschäft mit Lebensversicherungen werde sich 2013 ähnlich wie im Vorjahr entwickeln, als die Neubeiträge schrumpften. Noch wolle die Allianz mit einer neuen Produktlinie ohne klassische Garantien punkten. Sie biete aktuell den Kunden eine um 0,3 Prozentpunkte höhere jährliche Überschussbeteiligung als bei klassischen Lebensversicherungen, aber in der Ansparphase nur noch eine Garantie auf den Erhalt der eingezahlten Beiträge und eine Mindestrente.

„Sicherheit hat einen Preis, vor allem angesichts niedriger Zinsen, der hohen Kapitalunterlegungen und der neuen strengen Regulierung. Wir müssen deswegen weg von diesen langen Garantien und sagen: Wir machen Abschnittsgarantien“, verteidigte Diekmann den Vorstoß.

Der Allianz-Chef schloss nicht aus, eines Tages womöglich gar keine Lebensversicherungen anzubieten: „Wenn die Kunden eines Tages sagen, sie wollen weder das Produkt mit niedrigen lebenslangen Garantien noch das neue Produkt mit den Abschnittsgarantien, muss man sich davon verabschieden können.“

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

Dietmar Braun

34f-Vermittler bevorzugen Investmentfonds

Freitag, Juli 12th, 2013

Bei der Gewerbezulassung für Vermittler von Finanzanlagen ist die Frist für „alte Hasen“ mit dem 30. Juni 2013 abgelaufen. Nach wie vor sind einige Abgrenzungen bei den Erlaubniskategorien strittig. Die Pflichtversicherung für Vermögensschäden verteuert sich und die Nachversicherung muss der Erlaubnisbehörde aktuell über eine Bestätigung durch den Versicherer nachgewiesen werden.

2013-07-12 (db) Nur wenige unabhängige Finanzanlagevermittler hatten die Erlaubnis nach § 34f Gewerbeordnung (GewO) im ersten Quartal 2013 beantragt. Im zweiten Quartal waren es schon deutlich mehr und zum Ablauf der Frist für „alte Hasen“ im Juni 2013 zählte das Vermittlerregister des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) viermal so viele Einträge wie noch Ende März 2013.

Insgesamt waren laut der letzten DIHK-Statistik vom 07. Juli 2013 bereits 25.305 Vermittler registriert. Über 90 Prozent der Vermittler haben ihre Erlaubnis auf die Vermittlung für Investmentfonds (Erlaubniskategorie eins) beschränkt. Nur 6.800 wollen geschlossene Fonds vermitteln und nur 3.459 wollen die sonstigen Vermögensanlagen der Erlaubniskategorie drei vermitteln.

Vermittler die ihre Erlaubnis bisher noch nicht erhalten, den Antrag aber fristgerecht eingereicht haben, müssen sich über Ordnungsgelder pro Fall einer illegalen Vermittlung bis 50.000 Euro keine Sorgen machen. Es wird nun eine Übergangsfrist für die Antragsbearbeitung bis zum Jahresende 2013 geben. Das gab der DIHK bereits Ende Juni 2013 bekannt.

„Wichtig für den Antragsteller ist, dass er seine Vermittlungstätigkeit auch dann weiter ausüben kann, wenn er seinen Antrag zwar fristgemäß und vollständig eingereicht hat, die Erlaubnis aber bis zum Stichtag in Einzelfällen noch nicht erteilt ist“,  erläutert Mona Moraht, Referatsleiterin Gewerberecht beim DIHK. Bußgelder und Untersagungen wegen fehlender Erlaubnis werde es nicht geben.

Wer den Antrag nicht fristgerecht eingereicht hat, kann nicht auf diese Fristverlängerung hoffen und muss die Erlaubnis im regulären Verfahren beantragen. Das kann bei den Gebühren teurer werden. Während für das vereinfachte Erlaubnisverfahren durchschnittliche Kosten zwischen 100 und 500 Euro für Berater anfallen (je nach Anzahl der zu beantragenden Kategorien), kann im regulären Verfahren die Marke von 1.000 Euro erreicht und übertroffen werden.

Die Bearbeitung von Anträgen im regulären Verfahren nach Fristablauf wird jetzt längere Zeit in Anspruch nehmen. Da eine Überprüfung der Zuverlässigkeit und der Vermögensverhältnisse des Antragstellers vorgeschrieben ist. Die persönliche Zuverlässigkeit besitzt in der Regel nicht, wer in den letzten fünf Jahren vor Antragsstellung wegen eines Verbrechens verurteilt wurde. Die Vermögensverhältnisse gelten als geordnet, wenn gegen den Antragsteller kein laufendes oder abgeschlossenes Insolvenzverfahren anhängig ist und kein Eintrag im Schuldnerverzeichnis vorliegt. Ein Sachkundenachweis muss nun ebenfalls erbracht werden.

Abgrenzung der Erlaubniskategorien offen

Noch nicht endgültig geklärt sind die Erlaubniskategorien. Vermittler können die 34f-Erlaubnis für Investmentfonds (erste Kategorie), geschlossene Fonds (zweite Kategorie) und sonstige Vermögensanlagen (dritte Kategorie) beantragen. Geschlossene KG-Fonds mit Treuhandbeteiligung könnten, laut Fachanwalt Norman Wirth, unter die sonstigen Vermögensanlagen fallen. Ähnliches gilt für Exchange Traded Funds (ETFs). Fallen ETFs in die erste Kategorie oder in die dritte? Dürfen sie überhaupt nach 34f vermittelt werden oder werden sie wie Zertifikate behandelt?

Änderungen durch AIFM-Richtlinie

In Bezug auf die geschlossenen Fonds wird es noch im Juli 2013 rechtliche Änderungen geben. Denn wenn am 22. Juli 2013 das AIFM-Umsetzungsgesetz in Kraft tritt, wird das neue Gesetzbuch für Kapitalanlagen geschaffen, welches das bisherige Investmentgesetz ablöst. Dann existiert ein geschlossenes Regelwerk für sämtliche Investmentfonds und ihre Manager. Die Produktkategorie der geschlossenen Fonds umfasst dann alle Arten geschlossener Fonds, also nicht nur öffentlich angebotene Anteile von KG-Fonds und ist damit weiter gefasst als bisher. Sämtliche geschlossene KG-Fonds fallen nach Auffassung der Bundesaufsichtsbehörde (BaFin) unter die zweite Kategorie. Das schließt Fonds im Treuhandmantel mit ein. Genossenschaftsanteile und stille Beteiligungen fallen in die dritte Kategorie.

Pflichtversicherung für Vermögensschäden wird teurer

Die gesetzlich vorgeschriebene Vermögenschadenshaftpflicht für Vermittler verteuert sich, wenn eine Tätigkeit nach 34f ausgeübt wird. Für die Prämienanpassung ist entscheidend, welche der drei Erlaubniskategorien vom Vermittler beantragt und erteilt werden. Nach Angaben der Versicherer werden in der Erlaubniskategorie eins (Investmentfonds) zwischen 10-15 Prozent Mehrprämie erhoben, in der zweiten Kategorie (Geschlossene Fonds) zwischen 25-40 Prozent Mehrbeitrag und in der dritten Kategorie (sonstige Vermögensanlagen) wird es mit 40 bis 70 Prozent richtig teuer.

Die Nachversicherung nach § 34f GewO muss der Genehmigungsbehörde durch eine aktuelle Bestätigung vom Versicherer nachgewiesen werden. Die Vorlage einer Police vor Inkrafttreten der Erlaubnispflicht nach 34f reicht nach Auskunft der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken nicht aus.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken
Dietmar Braun

Handy-App erleichtert Blinden den Alltag

Freitag, Juli 12th, 2013

mytaxi integriert VoiceOver und TalkBack in die Fahrgast-App und gibt Blinden und Sehbehinderten eine Hilfestellung bei der täglichen Mobilität.

2013-07-12 (db) Ab sofort steht eine neue Version der Fahrgast-App für Blinde und Sehbehinderte von mytaxi im App Store und Google Play Store zur Verfügung. In der Android Version wurde die Funktion TalkBack vollständig integriert, in der iOS Version wurden Teile der bereits bestehenden Funktion VoiceOver überarbeitet. Beide Programme ermöglichen Blinden und Sehbehinderten Smartphones mit Touchscreens zu bedienen. Die neuen Versionen von mytaxi tragen zur Barrierefreiheit im Alltag bei.

Von vielen Sehbehinderten wird vorausgesetzt, dass sie der Außenwelt bedingungslos vertrauen, da sie nicht selten auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Mit mytaxi erlangen die Nutzer ein Stück Unabhängigkeit, indem die Taxi-App eine Hilfestellung für die tägliche Fortbewegung liefert. Durch die integrierte Software VoiceOver und TalkBack können sehbehinderte Menschen die gesamte mytaxi App navigieren: Angefangen bei der automatischen Lokalisierung des eigenen Standortes, über den integrierten Fahrpreisrechner bis zur Möglichkeit, seinen Fahrer und dessen Taxi durch Vergabe von Sternen zu bewerten.

Ein besonderer Vorteil für Blinde liegt vor allem darin, vertraute Fahrer in einer Favoritenliste zu speichern und diese bei zukünftigen Bestellungen bevorzugt anzufragen. Auch mytaxi Payment funktioniert uneingeschränkt. Das mobile Bezahlsystem von mytaxi ermöglicht einen direkten Abrechnungsprozess von Smartphone zu Smartphone im Taxi, den der Fahrgast mittels Eingabe seiner PIN bestätigt.

Aber nicht nur mytaxi erleichtert sehbehinderten Menschen den Alltag. Weitere Beispiele sind unter anderem die App Codecheck, um Barcodes im Supermarkt zu scannen und damit Inhaltsstoffe und Preise zu ermitteln. Die App ColorVisor wiederum kann dem Nutzer die Farben von Gegenständen ansagen und ist damit eine Hilfe bei alltäglichen Dingen wie der Auswahl der eigenen Kleidung.

Durch die ständige Optimierung von Apps wird Sehbehinderten verstärkt die Welt der Sehenden eröffnet und sie haben dadurch die Möglichkeit, ihren Alltag selbständig zu bewältigen. Auch wenn Apps momentan Führhunde noch nicht ersetzen können, so stellen sie bereits jetzt eine sinnvolle Ergänzung und Erleichterung im täglichen Leben dar.

Mindestens 1,2 Millionen Menschen in Deutschland sind sehbehindert oder blind. Mithilfe des technischen Fortschrittes und des wertvollen Feedbacks von sehbehinderten Nutzern können Apps wie mytaxi verbessert werden und einen barrierefreien Alltag fördern.

Über mytaxi:

mytaxi ist ein Produkt der Intelligent Apps GmbH und wurde im Juni 2009 von den beiden Gründern Niclaus Mewes und Sven Külper ins Leben gerufen. Das Hamburger Startup ist Pionier und Marktführer und beschäftigt über 160 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Spanien, Polen und den USA. Die Taxibestell-App ermöglicht eine direkte Verbindung zwischen dem Taxifahrer und dem Fahrgast. Die App wurde sieben Millionen Mal heruntergeladen und ist in 40 Städten mit über 35.000 angeschlossenen Taxis verfügbar. Investoren sind unter anderem T-Venture Holding GmbH (Deutsche Telekom AG), Car2Go (Daimler Mobility Services GmbH), KfW Bankengruppe, e42 GmbH und Lars Hinrichs (Cinco Capital GmbH).

Sicher in die digitale Zukunft

Mittwoch, Juli 10th, 2013

Gegenüber steigender Internetkriminalität reicht normale IT-Sicherheit nicht aus. Ein ganzheitlicher Ansatz für das Risikomanagement ist gefordert. Eine neue Police bietet umfassenden Schutz gegen Gefahren aus dem Netz.

2013-07-10 (db) Unternehmen drohen Schäden in Millionenhöhe und Imageverluste, wenn Kriminelle über das Internet Daten stehlen, Schadprogramme in Netzwerke einschleusen oder Server mit Denial-of-Service-Attacken lahmlegen.

Mit der neuen Versicherungslösung „Allianz Cyber Protect“ der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) können sich Unternehmen künftig umfassend gegen Gefahren aus dem Netz absichern. Gedeckt sind vielfältige Eigen- und Drittschäden, die Unternehmen als Opfer von Internetkriminalität selbst erleiden oder für die sie von ihren Kunden haftbar gemacht werden können.

„Unsere neue Cyberversicherung kombiniert Bausteine aus der Sach-, Haftpflicht- und Vermögensschadenversicherung und bietet so einen umfassenden Schutz gegen die wachsenden Gefahren aus dem Netz. Unser Ziel war es, ein transparentes Versicherungsprodukt zu entwickeln, das unkompliziert abzuschließen ist und sich an die jeweiligen Bedürfnisse eines Unternehmens anpassen lässt“, erklärt Hartmut Mai als verantwortliches AGCS-Vorstandsmitglied und Chief Underwriting Officer Corporate Lines.

Unternehmen sind ein Angriffsziel

Die Kriminalität aus dem Netz ist auf dem Vormarsch. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen sind im Fadenkreuz. 2012 wurden allein in Deutschland 60.000 Internetstraftaten registriert (BKA); jedoch gehen Experten davon aus, dass nur einer von 1.000 Cybercrime-Fällen überhaupt aktenkundig wird. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft schätzt den Schaden durch Internetkriminalität für die deutsche Wirtschaft auf 50 Mrd. Euro jährlich.

Zugleich wird der Datenschutz durch Vorschriften wie die Novelle des Bundesdatenschutzgesetzes 2009 oder die geplante EU-weite Meldepflicht von Hackerangriffen weiter gestärkt. Dies bedeutet für Unternehmen, dass sie immer mehr Datenschutz-Vorschriften einhalten müssen, um Bußgelder oder Haftungsfälle zu vermeiden.

Mit Blick auf die steigenden Risiken werden sich Cyberversicherungen nach Ansicht von AGCS in den kommenden Jahren auch in deutschen Großunternehmen etablieren. In den USA sind sie bereits fester Bestandteil im Versicherungsportfolio von Firmen und erzielen ein Prämienvolumen von rund 1,3 Milliarden US-Dollar (990 Millionen Euro), (Betterley Report 2013).

„In Deutschland und Europa besteht eindeutig Aufholbedarf. Wir sind überzeugt, dass sich Cyberversicherungen auch hierzulande zu einer eigenständigen Produktgattung in der Industrieversicherung entwickeln werden. Wir wollen dieses neue Marktsegment aktiv besetzen und mit gestalten“, sagt Mai. In Europa könnte der Markt für Cyberversicherungen nach AGCS-Berechnungen bis 2018 ein Prämienvolumen von 700-900 Millionen Euro erreichen.

Deckung in drei Varianten

„Allianz Cyber Protect“ ersetzt einerseits eigene Schäden, die bei einem versicherten Unternehmen entstehen, das Opfer von Internetkriminalität wird.  Diese beinhalten beispielsweise Aufwendungen für die Benachrichtigung von Kunden, für IT-forensische Untersuchungen, für die Wiederherstellung von geschädigten oder zerstörten Daten oder für Ertragsausfälle durch Betriebsstörungen. Ein weiterer Baustein ist die Übernahme der Kosten für Krisenkommunikation zum Reputationsschutz. Andererseits kommt die Police für Haftpflichtschäden auf, die Kunden des versicherten Unternehmens infolge von Hackerangriffen, Denial-of-Service-Attacken, Datenschutzverletzungen oder fehlerhafter digitaler Kommunikation erleiden. Mit einer Deckungssumme bis 10 Millionen Euro bietet „Allianz Cyber Protect“ somit einen breiten Schutz gegen alle wichtigen Cyberrisiken, erfordert aber nur eine schlanke Risikoprüfung vor Vertragszeichnung.

Neben dieser Standarddeckung gibt es „Allianz Cyber Protect“ noch in zwei weiteren Varianten, nämlich „Premium“ und „Premium plus“.

„Unsere Kunden können den Cyberschutz wählen, der ihrem Risikoprofil entspricht. Je nach Geschäftsmodell und IT-Anwendungen ist das Angriffsrisiko höher oder niedriger“, erklärt Joachim Albers, der die spartenübergreifende Entwicklung des neuen Produkts koordiniert hat.

Bei den Premium-Varianten handelt es um individuell maßgeschneiderte Lösungen mit bis zu 50 Millionen Euro Versicherungssumme und einem erweiterten Deckungsumfang, der auch von einem Unternehmen selbst verschuldete Prozessschwächen oder Mitarbeiterfehler als Auslöser für IT-Ausfälle oder Datenpannen einschließt. Die Premium-Modelle beinhalten eine ausführliche Vorabprüfung der IT-Prozesse des Unternehmens durch spezialisierte Risikoingenieure von AGCS.

Prüfung des IT-Reifegrads von Unternehmen

„Dabei verschaffen wir uns einen Eindruck von der Qualität der IT-Systeme und der Risikokultur in dem Unternehmen und begleiten unseren Kunden in der Verbesserung seines Risikomanagements. Wichtig ist, dass Prävention und eine kontinuierliche Verbesserung der eigenen Schwachstellen Vorrang haben“, erklärt AGCS-Risikoingenieur José Fidalgo.

Die Kosten für einen möglichst sicheren Datenaustausch seien immer geringer als der Schaden, der durch Datendiebstahl, Datenverlust oder ein negatives Image entstehe. „Allianz Cyber Protect“ wird mittelfristig die IT-Versicherung Global Net & ESI Net ablösen, die AGCS seit 2004 ausgewählten Großkunden nur in Deutschland angeboten hatte.

„Wir haben einen ordentlichen Kundenstamm aufgebaut und wertvolle Erfahrungen gesammelt“, erläutert Mai. „Mit Allianz Cyber Protect haben wir nun ein Produkt für den weltweiten Einsatz entwickelt.“

Die IT-Police, die zuerst in Deutschland eingeführt wird, soll in diesem Jahr auch noch in Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Australien und Neuseeland angeboten werden. Nächstes Jahr will AGCS die Cyberversicherung in ausgewählten asiatischen Märkten einführen.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

Dietmar Braun

8. Juli Steuerzahlertag 2013

Montag, Juli 8th, 2013

2013-07-08 (db) Der heutige 8. Juli 2013 ist kein offizieller Feiertag. Kein Politiker möchte eine Festrede halten. Dennoch hat er eine besondere Bedeutung für die soziale Marktwirtschaft und unser Verhältnis zum Staat – beziehungsweise umgekehrt.

Bis zum heutigen Tag müssen alle Deutsche in diesem Jahr nur dafür arbeiten, ihre Steuern und Abgaben abzubezahlen. Erst jetzt dürfen die arbeitenden Menschen für den Rest des Jahres in die eigene Tasche wirtschaften.

„Steuerzahlergedenktag“ nennt deshalb der Bund der Steuerzahler (BdSt) dieses Datum. Selbst Hartz-IV-Bezieher, die ihren Lebensunterhalt komplett per Regelsatz aus der Staatskasse erhalten, liefern über die diversen Verbrauchsteuern fast 30 Prozent davon wieder beim Fiskus ab.

Neues ab 1. Juli 2013

Montag, Juli 1st, 2013

Das zweite Halbjahr 2013 bringt wieder einige gesetzliche und regulatorische Veränderungen in Deutschland. Von klassischen Lebensversicherungen bis zu Handy-Gebühren im Ausland.

2013-07-01 (db) Die klassische Lebensversicherung gibt es in neuen Varianten. Seit Jahrzehnten ist sie das Lieblingsprodukt der deutschen Sparer für die Altersvorsorge – schließlich garantiert sie feste Zinsen für Jahrzehnte. Neue Varianten sehen statt einem Garantiezins höhere Renditeversprechen vor.
Die Ergo bringt ab 1. Juli 2013 als erster Versicherer eine Lebensversicherung ohne Garantiezins auf den Markt. Der Name: Ergo Rente Garantie. Marktführer Allianz will seine Pläne zu neuen Tarif-Varianten in den kommenden Tagen bekannt geben.
Der Konzern preist derweil das neue Modell mit dem Namen „Perspektive“ als „Win-win-Situation“ für Versicherungskunden und Unternehmen (und damit auch Aktionäre). Indem die Gesellschaft kein lebenslanges Zinsversprechen mehr gibt, muss sie weniger Eigenkapital vorhalten. Die Rechnung der Allianz: Kunden profitierten durch höhere Renditen, und Aktionäre durch weniger Risikokapital.

Wohnriester noch flexibler

Weite Teile des Altersvorsorge-Verbesserungsgesetzes treten zum 1. Juli in Kraft. Es gibt detaillierte Vorschriften zu Produktinformationsblättern für zertifizierte Produkte. Damit soll Altersvorsorge für die Verbraucher transparenter und besser vergleichbar werden.
Geringere Stornokosten: Bei der Riester-Rente wird bei einem Anbieterwechsel die Abschlusskosten-Bezugsgröße auf die Hälfte des übertragenen geförderten Kapitals begrenzt und werden Stornokosten bei 150 Euro gedeckelt.
Bei der Eigenheimrente „Wohnriester“ darf angespartes Riester-Guthaben künftig jederzeit entnommen und für den Kauf einer Immobilie, für Sondertilgungen oder zur kompletten Entschuldung eingesetzt werden. Außerdem darf das Ersparte leichter für alters- und behindertengerechte Umbaumaßnahmen in der Wohnung genutzt werden.

Handy-Telefonieren im Ausland

Handy-Telefonate sowie mobiles Internetsurfen im Ausland sind ab 1. Juli 2013 billiger. Auf Druck der EU-Kommission müssen die Anbieter ihre Roaming-Gebühren erneut senken und neue Preisgrenzen einhalten. Ein Anruf aus dem europäischen Ausland kostet ab Juli 2013 maximal 24 statt bisher 29 Cent pro Minute (ohne Mehrwertsteuer), teilte die EU-Behörde mit.

Deutsche Kunden zahlen inklusive Steuer höchstens 28,6 Cent pro Minute und für die Annahme eines Anrufs maximal 8,3 Cent (bisher 9,5 Cent). Für eine SMS dürfen als Endpreis nur noch 9,5 statt bislang 10,7 Cent berechnet werden. Für ankommende SMS zahlt der Verbraucher weiterhin nichts.

Datendownloads kosten im Ausland künftig maximal 53,5 Cent statt 83,3 Cent pro Megabyte Datenvolumen. Ohne Mehrwertsteuer sind es 45 statt 70 Cent. Ab Juli 2014 sinken die maximal erlaubten Werte erneut. Die EU-Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, dass das Telefonieren per Handy im EU-Ausland schon bald nicht mehr teurer sein soll als daheim. Einen entsprechenden Vorschlag zur Abschaffung der Roaming-Gebühren will die Behörde im September 2013 präsentieren.