Archive for August, 2013

Unfall: Gleichberechtigung und Bedarf

Mittwoch, August 28th, 2013

Prämien in der privaten Unfallvorsorge sind bei bestehenden alten Verträgen getrennt nach den Geschlechtern für Männer und Frauen günstiger oder teurer. Für neue Verträge ist dies seit Ende 2012 verboten. Die Notwendigkeit einer privaten Unfallversicherung nimmt mit steigendem Alter zu, vor allem in der Absicherung von Einschränkungen der Gesundheit als Unfallfolge.

Erlaubte und verbotene Differenzierung nach dem Geschlecht

In Versicherungsverträgen, die ab dem 21. Dezember 2012 geschlossen werden, darf bei Beiträgen und Leistungen nicht mehr nach dem Geschlecht differenziert werden. Das heißt, Männer und Frauen erhalten grundsätzlich für denselben Beitrag dieselben Leistungen. Diese Regelung ist die Folge eines grundsätzlichen Urteils des Europäischen Gerichtshofes vom 1. März 2011.

In Versicherungsverträgen, die vor dem 21. Dezember 2012 geschlossen worden sind, sind nach wie vor unterschiedliche Beiträge für Männer und Frauen zulässig. Voraussetzung sind statistische Daten, die zeigen, dass das Geschlecht bei ihrer Berechnung ein bestimmender Faktor für die Risikobewertung ist.

Die Differenzierung nach dem Lebensalter ist erlaubt

Unterschiedliche Beiträge und Leistungen nach dem Alter sind weiterhin zulässig, wenn bei der Berechnung „anerkannte Prinzipien risikoadäquater Kalkulation“ und insbesondere entsprechende statistische Erhebungen berücksichtigt werden. Anders als bei der Unterscheidung nach dem Geschlecht gilt das für alle Versicherungsverträge, auch wenn sie nach dem 21. Dezember 2012 geschlossen werden.

Statistik zeigt die Notwendigkeit von Leistungen für Invalidität

Die folgende Grafik des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV) stellt den sogenannten Statistischen Grundbedarf (das Verhältnis zwischen Schadenaufwand und vereinbarter Versicherungssumme) für die Invaliditätsleistung dar. Die Invaliditätsleistung ist die zentrale Leistungsart in der Unfallversicherung.

Invaliditätsleistungen in der privaten Unfallversicherung nach Alter und Geschlecht

In der Grafik ist deutlich zu erkennen, dass das Geschlecht das Schadengeschehen in der Unfallversicherung maßgeblich mitbestimmt: Männer und Frauen weisen in allen Altersgruppen einen unterschiedlichen Statistischen Grundbedarf auf.

Der Grundbedarf für Unfallschutz nimmt im Alter zu

Der statistische Grundbedarf nimmt mit steigendem Alter deutlich zu. Das liegt nicht zwingend daran, dass Menschen im Alter mehr Unfälle erleiden, sondern dass die Unfallfolgen bei älteren Menschen häufig schwerer sind und die Verletzungen langwieriger ausheilen. Im Durchschnitt führt das zu mehr und höheren Invaliditätsleistungen.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV)

Reichtum und Schulden

Mittwoch, August 28th, 2013

Erläuterungen zur Reichtums- und Schuldenuhr (2. Version)

Die Zahlen zur Entwicklung des Nettoprivatvermögens in Deutschland beruhen auf der vom Statistischen Bundesamt und der Bundesbank gemeinsam herausgegebenen Veröffentlichung Sektorale und gesamtwirtschaftliche Vermögensbilanzen 1991 – 2011, und zwar auf den Angaben für das Reinvermögen der Privaten Haushalte und Privaten Organisationen ohne Erwerbszweck. (Vgl. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VGR/Vermoegensrechnung/Vermoegensrechnung.html). Es umfasst im Wesentlichen Produktionsanlagen, Bauten, Bauland und Geldvermögen inklusive Wertpapiere und Beteiligungen, abzüglich Kredite, ohne Gebrauchsvermögen privater Haushalte. Für die Uhr wird der durchschnittliche Zuwachs vom 31.12.2001 bis 31.12.2011 mit konstanten Raten fortgeschrieben.

Die Zahlen zum Anteil der Reichsten am Gesamtvermögen beruhen auf den Berechnungen, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung 2010 auf Grundlage des Sozioökonomischen Panels unter Hinzuschätzung des Vermögens der Millionäre auf der Basis der Liste der 300 reichsten Deutschen des Manager-Magazins für 2007 vorgenommen hat. Daraus ergibt sich eine höhere Vermögenskonzentration als aus den offiziellen Statistiken, in denen die sehr Reichen systematisch untererfasst sind. Die so ermittelten Zahlen stimmen auch recht gut mit denen der gesamtwirtschaftlichen Vermögensbilanzen zusammen. (Zur Methodik vgl. DIW Berlin, Aufkommens- und Verteilungswirkungen einer Grünen Vermögensabgabe, Kapitel 3.5, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0084-diwkompakt_2010-0595). Danach betrug 2007 der Anteil des reichsten Prozents am Gesamtvermögen 35,7 Prozent. Das waren die Personen ab einem Nettovermögen von etwa 800.000 Euro. Da die Vermögen seit 2007 deutlich gestiegen sind, kann man heute grob sagen, es handelt sich um die Millionäre. Da es keine besseren und aktuelleren Zahlen für die Verteilung der Vermögen gibt, haben wir diesen Anteil konstant gesetzt und auf die laufenden Vermögenszahlen angewendet.

Die Zahlen zur Staatsverschuldung beruhen auf den Angaben des Statistischen Bundesamtes zu den Schulden der öffentlichen Haushalte zum 30.12.2012 in Höhe von 2072 Milliarden Euro. (Vgl. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/OeffentlicheFinanzenSteuern/OeffentlicheFinanzen/Schulden/Schulden.html) Da die staatliche Neuverschuldung sich seit 2011 stark verlangsamt hat und weiter verlangsamen soll, ist eine Fortschreibung auf Grundlage des durchschnittlichen Schuldenzuwachses der Vergangenheit hier nicht sinnvoll. Wir haben daher einen jährlichen Zuwachs der Schulden von Bund, Ländern und Gemeinden von 20 Milliarden Euro angesetzt, so wie es von der Bundesregierung für das Jahr 2013 eingeplant ist. (Vgl. http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2012/12/2012-12-03-PM79-Anlage.pdf?__blob=publicationFile&v=1)

Die Vermögenszahlen dieser Uhr unterscheiden sich deutlich von denen der Reichtumsuhr, die auf Berechnungen des DGB Hessen-Thüringen und ver.di Hessen beruht. Das liegt an den unterschiedlichen Datenquellen. Vgl. http://hessen-thueringen.dgb.de/themen/++co++7eae137e-e4ed-11e0-598f-00188b4dc422/@@index.html?k:list=Politik%20%26%20Gesellschaft

Fahrtraining für Berufstätige

Dienstag, August 27th, 2013

VBG Fahrtraining klein

Berufstätige sollten jetzt im Sommer schon an den Weg zur Arbeit in den nasskalten Jahreszeiten denken. Wenn die Straßen ab Herbst nass und voller Laub sind, geraten Fahrer auf dem Weg zur Arbeit häufiger in Gefahrensituationen.

2013-08-27 (db) Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG), einer der größten deutschen gesetzlichen Unfallversicherer, bietet Versicherten kostenfreien Fahrtrainings um deren fahrerische Kompetenz zu trainieren.

„Der Weg zur Arbeit ist durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt, doch wir setzen darauf, dass Unfälle erst gar nicht passieren“, sagt Dr. Andreas Weber, Direktor Prävention der VBG. „Daher unterstützen wir Versicherte, die mit dem PKW zur Arbeit fahren oder dienstlich im Straßenverkehr unterwegs sind, mit Fahrtrainings, die für gefährliche Situationen sensibilisieren und das Verhalten in Gefahrensituationen trainieren.“

Fahrerinnen und Fahrer erwartet ein spannendes Programm mit viel Fahrpraxis. Bei den Trainings der VBG werden auf einem sicheren Übungsgelände Gefahrensituationen nachgestellt und Grenzen der eigenen Fahrkompetenz und des Fahrzeugs ermittelt. Das moderne Training wurde gemeinsam mit der Deutschen Verkehrswacht e.V. entwickelt. Angeboten werden Übungen mit dem eigenen Auto, Kleintransporter, Bus, Motorrad und auch für das Fahrrad. Die Kosten für das PKW-Training sind bereits im Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung VBG enthalten.

Weitere Informationen finden Interessierte unter Fahrtraining im Info-Portal der VBG. Die VBG ist eine gesetzliche Unfallversicherung mit rund 34 Millionen Versicherungsverhältnissen in Deutschland. Versichert bei der VBG sind Arbeitnehmer, freiwillig versicherte Unternehmer, bürgerschaftlich Engagierte und viele mehr. Zur VBG zählen über eine Million Unternehmen aus mehr als 100 Branchen.

Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG)

Deutschen Verkehrswacht e.V.

 

Studie: Extremsportler unterschätzen ihr Risiko

Donnerstag, August 22nd, 2013

Extremsportarten wie Mountainbiking, Tauchen, Klettern oder Bungee-Jumping sind gerade wegen der Gefahr und des damit verbundenen Nervenkitzels beliebt. Häufig werden sie nur einmalig ausgeübt, aber für viele sportlich Aktive gehören sie auch regelmäßig zum Freizeit-Programm.

2013-08-22 (db) Eine aktuelle Unfallstudie der SV SparkassenVersicherung (SV) zeigt, dass viele Extremsportler ihr Hobby als ungefährlich ansehen und nicht wissen, ob sie über ihre private Unfallversicherung abgesichert sind.

„Wer einen Extremsport in seiner Freizeit betreibt, sollte wissen, dass die gesetzliche Unfallversicherung bei Unfällen nicht einspringt“, erklärt Nicolai Auer, Hauptabteilungsleiter Privatkunden der SV. Diese bezahlt nur bei Unfällen während der Arbeit oder auf dem Weg zum Arbeitsplatz und zurück. 80 Prozent der Unfälle passieren in der Freizeit und die meisten davon beim Sport.

„Privat vorzusorgen ist für Hobbysportler daher besonders wichtig“, rät Experte Auer, „sonst besteht die Gefahr, dass der Sportler auf hohen Behandlungskosten sitzenbleibt oder bei schwerer Invalidität keinen Anspruch auf eine Rente hat.“

Freizeitsportler können Sportunfälle über eine private Unfallversicherung in der Regel gut absichern. Viele Extremsportler machen dies bereits. 70 Prozent der befragten Extremsportler besitzen eine, was weit über der deutschlandweiten Versicherungsdichte von rund 40 Prozent liegt.

Große Unsicherheit besteht allerdings darüber, ob die eigene Unfallversicherung für Sportunfälle aufkommt. Über 80 Prozent der Befragten verneinen dies oder wissen es nicht genau.

Berufs-, Luft- und Motorsportler brauchen Extraschutz

Die private Unfallversicherung deckt in der Regel neben den gängigen Sportarten wie Fußball, Handball oder Leichtathletik auch Sportarten wie Mountainbiking, Klettern, River-Rafting, Bungee-Jumping, Skifahren und Marathon ab. Und zwar egal wie regelmäßig der Sport betrieben und wo er ausgeübt wird, solange es ein Hobby ist.

Um zu prüfen inwieweit und ob für die ausgeübte Sportart Versicherungsschutz besteht, ist ein Blick in das bestehende Bedingungswerk ratsam. Denn nicht jede Police deckt auch alle Extremsportarten gleich mit ab. Je nach Anbieter und Vertrag variiert der Schutz und kann zu teilweisen Ausschlüssen oder Risikozuschlägen führen.

„Vergewissern Sie sich, ob ihre Sportart versichert ist und setzen Sie sich direkt mit dem Anbieter in Verbindung“, rät Auer.

Flugsportarten, für die in Deutschland ein Schein benötigt wird wie Segelfliegen, Fallschirmspringen, Drachenfliegen oder Paragliding müssen zusätzlich versichert werden. Gleiches gilt für Motorrennen und bei den Trainings dafür. Berufssportler können ihren Sport in der Regel gegen Risikozuschläge einschließen. Auer erklärt: „Über die private Unfallversicherung abgedeckt ist aber beispielsweise ein Tandemsprung mit dem Fallschirm oder ein Paraglider-Tandem im Urlaub.“

Eigenes Risiko wird als gering eingeschätzt

Wie wichtig private Vorsorge ist, zeigt die Statistik: Rund 1,2 Millionen Freizeitsportler verletzen sich pro Jahr so schwer, dass sie einen Arzt aufsuchen müssen. Unabhängig von ihrer Schwere, geschehen die meisten Unfälle beim Fußball, Volleyball, Handball, Reiten, Skifahren sowie beim Inlineskaten. Das Risiko extremer Verletzungen mit schweren Folgen ist bei den Luft-, Rad-, Motor- und Wassersportarten entsprechend größer.

Die SV Unfallstudie zeigt, dass jeder zweite Extremsportler seine ausgeübte Sportart als ungefährlich einstuft. „Wir raten aber immer zur Vorsicht“, so der Unfallexperte Auer.

Häufig sind Einsteiger von Sportunfällen betroffen, die ihre Kraft und Kondition überschätzen. Wer sich untrainiert stundenlange Kraftanstrengung etwa beim Mountainbiking oder Klettern zumutet, fordert eine Verletzung heraus. Daher ist neben regelmäßigen Training, auch das Aufwärmen und die Ausrüstung entscheidend.

sv grafik_extremsport_welche_web

Die Studien-Ergebnisse kurz und knapp

Die Fans extremer Sportarten sind überwiegend zwischen 20 und 49 Jahre alt.

Extremsport ist überwiegend eine männliche Domäne.

Extremsportarten werden überwiegend einmalig ausgeübt.

Montainbiken, Skifahren oder Marathon werden hingegen regelmäßig ausgeübt.

Mehr als die Hälfte der Extremsportler (55 %) stuft ihre Sportart als ungefährlich ein.

69 Prozent der Extremsportler haben eine private Unfallversicherung.

70 Prozent der versicherten Extremsportler wissen nicht, ob ihre Unfallversicherung ihren Sport abdeckt, 12,3 Prozent verneinen dies sogar.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

Heidelberger Leben im Wandel

Mittwoch, August 21st, 2013

Die Heidelberger Leben erweitert das Geschäftsmodell und wird zur Konsolidierungsplattform für Lebensversicherungsportfolios. Die Beteiligungsgesellschaft Cinven und die Hannover Re erwerben die Heidelberger Leben günstig von der britischen Lloyds Banking Group

2013-08-21 (db) Die Heidelberger Lebensversicherung AG gab heute die Weiterentwicklung ihrer Unternehmensstrategie und die Veränderung der Gesellschafterstruktur bekannt. Die britische Lloyds Banking Group („Lloyds“) als bisheriger Eigentümer verkauft 80 Prozent der Heidelberger Leben-Anteile an die europäische Private Equity-Gesellschaft Cinven und zu 20 Prozent ein Fünftel der Anteile an die Hannover Re. Der Kaufpreis für die Anteile beträgt insgesamt rund 300 Millionen Euro. Lloyds veräußert die Heidelberger Leben, weil sich der britische Finanzdienstleister im Rahmen seiner kommunizierten Strategie auf seine Kernaktivitäten vor allem im britischen Markt fokussiert.

Mit Unterstützung der neuen Gesellschafter werden 25 Millionen Euro in die Verbesserung der IT-Systeme investiert, was die weitere Verbesserung der Betreuung der aktuellen Versicherungsnehmer sicherstellt und die Übernahme und bestmögliche Administration weiterer Portfolios ermöglicht.

Heidelberger Leben ändert das Geschäftsmodell

Mit der angestrebten Umsetzung von operativen Verbesserungen und der Schaffung einer modernen, skalierbaren Plattform als Konsolidierungsbasis rüstet sich das Unternehmen nunmehr für eine künftige Wachstumsstrategie und wird als Konsolidierungsplattform für den deutschen Lebensversicherungsmarkt agieren.

Die Heidelberger Leben will zukünftig Lebensversicherungsportfolios erwerben und dieses attraktive Geschäftsmodell ausbauen. Viele Fakten weisen darauf hin, dass es zu einer zunehmenden Konsolidierung in der Lebensversicherungsbranche kommen kann. Der Trend, sich im Zuge der Finanzkrise auf das Kerngeschäft zu fokussieren, lässt Lebensversicherer zunehmend Veräußerungsoptionen für Bestände prüfen. Für ausländische Anbieter macht es das schwierige Umfeld für Neugeschäft zunehmend schwerer, die nötige kritische Masse im Geschäft zu erreichen. Auch hier ist weiter zu erwarten, dass sich einige Anbieter vom Markt zurückziehen und ihr Versicherungsportfolio abgeben wollen.

Die Heidelberger Leben sieht zukünftig ihre Chancen für zusätzliches Wachstum über den Ausbau des Bestands durch die Akquisition weiterer Lebensversicherungsportfolios statt der vorrangigen Zeichnung von Neugeschäft. Das Unternehmen wird sein Geschäftsmodell zukünftig besonders auf die Ansprüche und Bedürfnisse der bestehenden Versicherungsnehmer ausrichten. Die neuen Anteilseigner unterstützen die Zukunftspläne der Heidelberger Leben mit frischem Kapital.

Früherer GDV-Chef wird neuer Aufsichtsrat

Im Vorstand und dem Geschäftsleitungsteam der Heidelberger Leben soll es keine Veränderungen geben. Der Vorstand wird von einem mit erfahrenen Branchen- und Transaktionsexperten besetzten Aufsichtsrat unterstützt. Rolf-Peter Hoenen, ehemaliger Vorstandssprecher der HUK-Coburg und ehemaliger Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), soll nach dem Abschluss der Transaktion die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden bei der Heidelberger Lebensversicherung AG übernehmen.

Unverändert wird die Heidelberger Leben auch weiter hin eng mit der MLP AG zusammenarbeiten, auf die ein großer Teil des Bestands entfällt.

Michael Sattler, Vorstandschef der Heidelberger Lebensversicherung AG, sagte: „Vorstand, Führungsteam und Belegschaft der Heidelberger Leben sind erfreut über den Eigentümerwechsel. Er ermöglicht die Umsetzung weiterer operativer Verbesserungen sowie die Schaffung einer modernen, skalierbaren Plattform als Konsolidierungsbasis und damit den nächsten Schritt unserer Wachstumsstrategie. Mit der geplanten Investition in unsere IT-Systeme werden wir die Kundenbetreuung weiter verbessern. Dazu werden wir bald in der Lage sein, im Rahmen der Konsolidierungsstrategie übernommene Lebensversicherungsportfolios in unsere bestehende Verwaltung zu integrieren.“

Bruno Schick, Geschäftsführer Cinven GmbH, ergänzt: „Unser Financial Services Team hat mit der Guardian Financial Services in Großbritannien bereits eine stark wachsende Konsolidierungsplattform für Lebensversicherungsportfolios ins Leben gerufen. Wir freuen uns, jetzt den Vorstand der Heidelberger Leben mit unserer Erfahrung dabei zu unterstützen, dies auch in Deutschland zu verwirklichen. Die Heidelberger Leben hat als erste deutsche Konsolidierungsplattform für Lebensversicherungen beste Voraussetzungen, von den zunehmenden Veränderungen im Markt zu profitieren und einen wichtigen Beitrag zu den strategischen Optionen für den deutschen Lebensversicherungssektor zu leisten.“

Rolf-Peter Hoenen, designierter Aufsichtsratschef der Heidelberger Leben kommentierte: „Die geplante Konsolidierungsplattform eröffnet neue Möglichkeiten für die Unternehmen, die aus strategischen Erwägungen ihr Lebensversicherungsgeschäft einstellen möchten. Besonders angetan bin ich davon, dass das Kundeninteresse mit im Vordergrund des Konzepts steht. Dies kann durchaus das Vertrauen in die Lebensversicherung als das beste Instrument privater Altersvorsorge noch verstärken.“

Info über die Heidelberger Leben

300.000 Kunden vertrauen der Heidelberger Leben insgesamt zirka 600.000 Versicherungsverträge an. Mit knapp 300 Mitarbeitern verwaltet die Heidelberger Leben zurzeit ein Vermögen von mehr als 5,2 Milliarden Euro (Stand 31. Dezember 2012). Die Übernahme steht wie alle Versicherungstransaktionen unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

Finanztest kassiert ab

Mittwoch, August 21st, 2013

Seit dem 1. Juli 2013 kostet die Verwendung der Finanztest-Testsiegel statt 500 Euro bis zu 15.000 Euro. Die offizielle Begründung lautet, man möchte unlautere Werbung auszuschließen. Zweifel an der Unabhängigkeit der Stiftung sind angebracht.

2013-08-21 (db) Ursprünglich sollte „Finanztest“ als Ableger der Stiftung Warentest neutral und ohne kommerzielle Absichten arbeiten. Das hat sich bereits seit der Jahresmitte, wie beim „Mutterkonzern“ Stiftung Wartentest, radikal verändert. Die Stiftung Warentest zockt mit ihren Gebühren schon seit langem ahnungslose Geringverdiener, Rentner und Ratsuchende ab. Fast zwei Euro pro Minute Telefonat oder schnell einmal einige hundert Euro für eine Beratung ohne Haftung sind dort schon lange die Regel. Nicht ohne Eigeninteresse hat sich der Verband der Verbraucherzentralen für die Honorarberatung politisch stark gemacht, die Organisation betreibt selbst dieses Geschäftsmodell. Beraten ohne Sachkundenachweis, ohne Verkauf und vor allem ohne Haftung. Jetzt zieht Finanztest nach. Dort werden professionelle Konzerne die Versicherungen oder Bankprodukte anbieten jetzt abkassiert.

Bis 15.000 Euro für Finanztest-Werbung

Früher bezahlten Unternehmen für die Werbung mit einem Finanztest-Siegel noch pauschal 500 Euro. Inzwischen erhebt die Stiftung je nach Werbereichweite laut Spiegel-Online bis zu 15.000 Euro pro Jahr und Siegel. Auch soll sich ein Siegel künftig nur noch auf ein konkretes Produkt beziehen. Viele Unternehmen hätten Produkt-Siegel früher oft auf eine „komplette Serie“ von Produkten übertragen. Nun lässt die Stiftung die Lizenzen für ihre Prüfsiegel vom gemeinnützigen RAL-Institut kontrollieren und vergeben, verbunden mit einer Lizenznummer.

Kommerzieller Hinzuverdienst trotz Staatsförderung

Die Stiftung Warentest erhält jährlich 3,5 Millionen Euro vom Bundesverbraucherministerium (BMELV), damit sie unabhängig handeln könne. Dafür darf sie keine Werbung machen, auch nicht indirekt. Der Verkauf und Vertrieb der Testlogos von Finanztest ist nicht nur für die Produktanbieter interessant, sondern auch für die Stiftung Warentest selbst. Die hohen Gebühreneinnahmen sind hier der Grund.

Versicherer und Banken finanzieren, was sie kritisieren

Erstaunlich ist dass die Assekuranz und Banken hier pro Produkt bis zu 15.000 Euro pro Jahr investieren. Bei manchen Konzernen kommen da schnell eine jährliche Lizenzgebühren vom einer halben Million Euro bis zu mehreren Millionen Euro zusammen um mit dem Finanztest-Siegel werben zu können. In einer Zeit, wo vor allem unabhängige Vermittler und Versichermakler an der Seriosität und Kompetenz von Finanztest zweifeln, sollten die Verantwortlichen der Konzerne gut überlegen, ob sie den Kommerz der Stiftung Warentest weiter finanzieren sollen und wollen.

Umgekehrt ist zu vermuten, dass die „Verbraucherschützer“ ihre Testverfahren in Zukunft schon so anlegen, dass vor allem die Unternehmen mit ihren Angeboten gut bis sehr gut getestet werden, wo viele Millionen Euro an Werbeeinnahmen mit dem Finanztest-Siegel winken.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

Hannover Re kauft Erstversicherer

Montag, August 19th, 2013

Die Hannover Re, drittgrößter Rückversicherer der Welt, will einem Zeitungsbericht zufolge den Lebensversicherer Heidelberger Leben von der britischen Lloyds übernehmen.

2013-08-19 (db) Erneut zieht sich ein britischer Finanzdienstleister vom deutschen Markt zurück. Die frühere MLP-Lebensversicherung aus Heidelberg war erst 2005 von den Briten übernommen worden und wurde in Heidelberger Leben umbenannt.

Der deutsche Rückversicherer Hannover Re wolle für die Tochter der britischen Großbank Lloyds 400 Millionen Euro zahlen, berichtete die britische Zeitung „Sunday Telegraph“. Die Preisvorstellungen für die Heidelberger seien höher gewesen, da aber der Verkauf unter zeitlichem Druck erfolge könnte die Hannover Rückversicherung ein „Schnäppchen“ machen.

Der Verkauf soll diese Woche offiziell bestätigt werden. Hannover Re und Lloyds wollten sich auf Anfrage zu dem Bericht vom Sonntag in den britischen Medien noch nicht äußern.

Die in der Finanzkrise vom britischen Staat aufgefangene Lloyds Bank trennt sich aktuell von Unternehmensteilen, die nicht zum Kerngeschäft des Finanzdienstleisters gehören. Gleichzeitig bereitet die britische Regierung den Verkauf ihrer 39 Prozent Anteile an Lloyds vor.

Info über Hannover Re

Die Hannover Re wurde 1966 als „Aktiengesellschaft für Transport- und Rückversicherung“ gegründet. Seit diesem Zeitpunkt ist die gebuchte Bruttoprämie von 0,05 Mio. EUR auf rund 13,8 Mrd. EUR im Jahre 2012 angewachsen. Die Gesellschaft betreibt seit 1966 Schaden-Rückversicherung. Die Personen-Rückversicherung ist seit 1990 ein strategisches Wachstumsfeld.

Hauptanteilseigner ist die Talanx AG, die mit 50,2 Prozent die Mehrheit der Hannover Rück-Aktien hält. Die Hannover Rück ging am 30. November 1994 an die Börse, eine weitere Aktienemission fand am 12. Juni 2003 statt.

Hauptanteilseigner an der Talanx AG ist der Haftpflichtverband der Deutschen Industrie (HDI), der 79,1 % der Talanx-Aktien hält.

Das oberste Ziel der Hannover Re ist es, ihre Position als bedeutende, optimal diversifizierte Rückversicherungsgruppe mit überdurchschnittlicher Profitabilität auf den internationalen Rückversicherungsmärkten auszubauen.

Dietmar Braun, freier Fachjournalist Assekuranz und Banken

Basler Sachversicherungen vereint

Montag, August 19th, 2013

Die Basler Versicherungen werden in Deutschland künftig nur noch mit zwei statt wie bislang mit vier Unternehmen das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft betreiben.

2013-098-19 (db) Die Basler Versicherung meldet aus Bad Homburg Veränderungen in der Gruppe. Die Basler Securitas Versicherungs-AG wird umfirmiert und ab dem 1. September 2013 unter Basler Sachversicherungs-AG auftreten. In einem weiteren Schritt werden die Deutscher Ring Sachversicherungs-AG und die Avetas Versicherungs-AG auf die Basler Sachversicherungs-AG verschmolzen.

Nach den Verschmelzungen, die rückwirkend zum 1. Januar 2013 gelten, wird in der Basler Sachversicherungs-AG das Privatkundengeschäft und in der Basler Versicherung AG Direktion für Deutschland das Gewerbe- und Industriekundengeschäft gebündelt.

Bereits seit Juli 2012 ist das Neugeschäft für alle Schaden- und Unfallprodukte unter der Marke Basler harmonisiert. Die deutschen Unternehmen der Schweizer Baloise Group werden mit diesen Schritten die Zusammenführung ihrer operativen Gesellschaften unter der Marke „Basler Versicherungen“ abschließen.

Bereits Ende 2012 wurden die Lebensversicherer der Gruppe zusammengeführt. Die Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG wurde in Basler Lebensversicherungs-AG umbenannt. Diese ist seitdem der alleinige Risikoträger für das Lebensversicherungs-Neugeschäft der Basler Versicherungen in Deutschland.

Dietmar Braun, freier Fachjournalist Assekuranz und Banken