Archive for Dezember, 2013

Keine „Vogel Strauß-Politik“ beim Verbraucherschutz

Mittwoch, Dezember 18th, 2013

Das Verbraucherschutzministerium ist in der neuen Regierung in das Bundesministerium der Justiz integriert. Die Staatssekretäre dort sind keine Freunde von Assekuranz und Banken. Die Zeit einer „Vogel Strauß-Politik“ im Verbraucherschutz ist vorbei, die Neuen „stecken den Kopf nicht in den Sand“.

Vogel Strauß © Dietmar Braun

Vogel Strauß © Dietmar Braun

2013-12-18 (db) In Sachen Verbraucherschutz in der Branche der Assekuranz, Banken und Finanzdienstleistungen weht in der neuen Bundesregierung „ein neuer Wind“. So wird sich beispielsweise um die Anwendung des § 34f Gewerbeordnung und dem möglichen Ausbau einer Honorarberatung in Zukunft der Bundesminister für Justiz und Verbraucherschutz Heiko Maas (SPD) kümmern. Die Neuordnung, Verbraucherschutz vom Agrarministerium ins Justizministerium zu verlegen, beschleunigt Gesetzesvorlagen, die sich auf die Assekuranz, Banken oder deren Vertriebskanäle auswirken.

Lobby wird Teil der Regierung

Im Thema Verbraucherschutz wird dem Saarländer Maas der bisherige Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbz) und oberster Repräsentant der Lobby für Verbraucherschützer, Gerd Billen, als beamteter Staatssekretär zur Seite stehen und den Bundesminister in allen Verbraucherfragen unterstützen. Als Parlamentarischer Staatssekretär wurde Ulrich Kelber (SPD) berufen. Diese Personalien sind bedrohlich oder zumindest spannend für die deutsche Assekuranz, Banken und Finanzdienstleister.

Das im Jahr 2013 noch unter Bundesministerin Ilse Aigner beschlossene Honorarberatergesetz ist ein Begriffsschutz und reguliert bis jetzt die Honorarberatung nur für Finanzprodukte und Finanzdienstleistungen, die durch das Wertpapierhandelsgesetz oder das Vermögensanlagegesetz abgedeckt werden. Das sind nach jetzigem Recht die Wertpapiere wie Zertifikate sowie offene und geschlossene Fonds.

Die Regelung für Honorarberater schließt jedoch Versicherungen, Spareinlagen, Bausparverträge und Kredite vom Provisionsverbot aus. Gerd Billen kritisierte noch in der Rolle als oberster Chef der Verbraucherschützer, dass der Gesetzgeber es verpasst habe, „für Transparenz im Provisionsmodell zu sorgen.“ Die Legitimation des Verbraucherschutzes als „Marktwächter“ ist ein Ziel von Billen.

Der neue parlamentarische Staatssekretär Ulrich Kelber ist seit 2005 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und war dort unter anderem Verbraucherschutzthemen verantwortlich. „Die fortschreitende Digitalisierung, global agierende Konzerne und liberalisierte Märkte machen eine massive Stärkung der Verbraucherinnen und Verbraucher nötig“, sagt Kelber zum Antritt seiner neuen Verantwortung. „Ich will dazu beitragen, dass gesunder Menschenverstand und ein Mindestmaß an Grundwissen ausreichen, damit sich Verbraucherinnen und Verbraucher sicher und unbeschwert in der Gesellschaft bewegen können.“

Beratung gegen Honorar oder Provision?

„Wir werden die Einführung der Honorarberatung als Alternative zu einer Beratung auf Provisionsbasis vorantreiben und hohe Anforderungen an die Qualität der Beratung festlegen“, heißt es im Koalitionsvertrag. Die Verbraucherzentralen hatten sich in der Vergangenheit stets für die Honorarberatung als „Alternative zur provisionsbasierten Finanzberatung“ ausgesprochen. Das Beratungsprotokoll und die Dokumentation soll laut Koalitionsvertrag auf seine „praktikable Handhabung überprüft und mit Verbesserungen für Anleger weiterentwickelt“ werden.

Effiziente Finanzaufsicht

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) soll die Möglichkeit übertragen werden, den Vertrieb komplexer und intransparenter Finanzprodukte zu beschränken oder zu verbieten. Voraussetzung hierfür wäre, dass diese Angebote die Finanzmarktstabilität gefährden oder unverhältnismäßige Risiken für Anleger bergen. Ab wann die Finanzmarktstabilität als gefährdet gesehen wird oder die Risiken für Anleger unverhältnismäßig hoch sind, werden im Koalitionsvertrag keine Kriterien und Regeln genannt.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

Dietmar Braun

Debeka versus Handelsblatt

Dienstag, Dezember 17th, 2013

Der Debeka Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (Debeka) kann die für sein Vertriebsmodell kritischen Medienberichte mit einstweiligen Verfügungen stoppen. Das wird allerdings auf Dauer nicht so einfach sein, da die traditionell als „Vertrauensfrauen“ und „Vertrauensmänner“ bezeichneten Vertriebskontakte, unter den öffentlich Bediensteten und Beamten, vielleicht nicht nur „Tippgeber“ sind und waren.

2013-12-17 (db) Der Gesetzgeber spricht klar von Vermittlern und Vermittlung „beim Hinwirken auf einen Versicherungsabschluss“. Nebenberufliche Empfehlungsgeber sind gleichfalls Vermittler „wenn diese auf den Abschluss einer Versicherung hinwirken“. Die Signal-Iduna, die Württembergische Gemeindeversicherung (WGV) und viele andere Versicherer mit „Tippgebern“ und „Vertrauensleuten“ werden die weitere Entwicklung gespannt beobachten.

Zur Sache teilte die Debeka heute mit:

Die Debeka hat am 13. Dezember 2013 vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen das Handelsblatt erwirkt. Diese Verfü¬gung untersagt dem Handelsblatt sinngemäß die Erweckung des Ein¬drucks die Debeka unterhalte ein „geheimes System von Zuträgern“ in der Beamtenschaft. Darüber hinaus darf die Zeitung nicht mehr den Eindruck erwecken, die Debeka zahle im Vorfeld eines Vertragsabschlusses für ei¬nen „bloßen Tipp“ 50 Euro.

Zudem darf das Handelsblatt nicht weiter ver¬breiten, die Tippgeber würden von der Debeka zu einer vom rheinland-pfäl¬zischen Ministerium abgemahnten Gewinnerzielung „angestachelt“. Das Blatt darf ferner nicht mehr verbreiten, das hessische Innenministerium habe die mit Provisionen honorierten Tätigkeiten der Beamten als „Tippge¬ber“ am 20. Dezember 2010 in einem Erlass als „illegal“ bezeichnet.

In der Berichterstattung des Handelsblatts wurde einzelnen Mitarbeitern vorgeworfen, illegal mit Adressen gehandelt zu haben. Dadurch geriet die Debeka in die Kritik. Aufgrund einer unzutreffenden Vermischung von Sachverhalten wurde im Zuge dessen auch die legale und seit Jahrzehnten bekannte Vertriebsunterstützung durch nebenberuflich tätige „Empfehlungs¬geber“, so genannte „Tippgeber“, fälschlicher Weise skandalisiert.

Richtig ist:

Bei „Tippgebern“ handelt es sich um aktive Vereinsmitglieder der Debeka,

die ausschließlich dann eine Provision erhalten,

wenn die von ihnen emp¬fohlenen Interessenten einen Versicherungsvertrag abschließen.

Diese Vergütung ist ein steuerpflichtiges Nebeneinkommen.

Die Tippgeber han¬deln offen und transparent. Sie dürfen aufgrund gesetzlicher Vorschriften selbst keine Verträge mit Interessenten abschließen und müssen dabei datenschutzrechtliche Vorgaben einhalten, auf die sie von der Debeka vor Aufnahme ihrer Tätigkeit umfassend hingewiesen werden.

Kommentar (Anm. des Autors):
Entscheidend ist nicht, wer den Abschluss vornimmt, sondern vor allem, wer auf diesen hinwirkt. Eine Provision ist definiert, als eine Vergütung für die Akquisition, Beratung und den Abschluss.

Targo Leben mit Rendite und Bonität

Donnerstag, Dezember 12th, 2013

2013-12-12 (db) Die Targo Lebensversicherung AG, ein exklusiver Versicherungspartner der Targobank, will ab dem 1. Januar 2014 seinen Kunden eine Gesamtverzinsung für Kapital- und Rentenversicherungen – unter Einrechnung des Schlussüberschussanteils und der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven – von 5,0 Prozent (2013: 5,3 Prozent) bieten. Die darin enthaltene laufende Verzinsung liegt bei 4,0 Prozent (2013: 4,3 Prozent).

Iris Klunk, Vorstandschefin Targo Leben

Iris Klunk, Vorstandschefin Targo Leben

„Mit einer Gesamtverzinsung von 5,0 Prozent sind wir mit Blick auf die Kapitalmärkte mit den Targo Versicherungen weiterhin sehr gut aufgestellt“, so Iris Klunk, Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft. Die hohe Überschussbeteiligung und Gesamtverzinsung liege an der Kapitalanlagestrategie sowie einer günstigen Kostenstruktur.

Für Verträge gegen Einmalbeitrag gibt es eine geringere Verzinsung. Dort erhalten Kunden im neuen Jahr eine Gesamtverzinsung ihres Guthabens – unter Einrechnung des Schlussüberschussanteils und der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven – von 4,0 Prozent (2013: 4,3 Prozent). Die darin enthaltene laufende Verzinsung liegt bei 3,7 Prozent (2013: 4,0 Prozent).

Beste Bonität im Rating

Die stabile und sichere Situation der TARGO Versicherungen lässt sich an den entsprechenden Kennzahlen und Ratings ablesen. Die unabhängige Ratingagentur Assekurata verlieh der Targo Lebensversicherung AG zum wiederholten Mal in Folge ein A+ (sehr gut, 10/2013). In den Teilqualitäten Sicherheit und Gewinnbeteiligung erreicht die TARGO Lebensversicherung AG jeweils die Höchstnoten.

Im Januar 2012 stufte die renommierte Ratingagentur Standard & Poor’s das „Insurer Financial Strength Rating“ der Targo Lebensversicherung AG von „A“ auf „A+“ mit stabilem Ausblick hoch. Die Heraufsetzung honorierte die starke operative Ertragskraft und die gute Kapitalisierung der Gesellschaft. Das sehr gute Finanzstärke-Rating der Gesellschaft wurde zuletzt am 12. Juni 2013 von Standard & Poor’s bestätigt.

Dietmar Braun, freier Fachjournalist Assekuranz und Banken

Dietmar Braun

Dienstreise ins Ausland richtig absichern

Dienstag, Dezember 10th, 2013

Mit zunehmender Globalisierung der Wirtschaft gehören Dienstreisen ins Ausland immer häufiger zum Geschäftsalltag. Unternehmen sind ihren Mitarbeitern auf diesen Reisen gesetzlich zu einer besonderen Fürsorge verpflichtet. Eine Lösung sind spezielle Versicherungen für die Unternehmen.

2012-12-10 (db) Im Jahr 2012 gab es in Deutschland 9,4 Millionen Geschäftsreisende. Ein großer Teil davon reiste ins Ausland. Der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) meldete 17 Millionen Auslandsübernachtungen. Die Aufgaben der Arbeitnehmer jenseits der deutschen Landesgrenzen sind vielfältig. Die Teilnahme an Konferenzen und Messen, die Betreuung von Standorten bis zu Montagetätigkeiten auf den Großbaustellen. Mitarbeiter sind oft wochen- oder monatelang am Auslandsstandort im Einsatz.

Gesetzliche Krankenkassen haben Leistungen abgebaut

Arbeitgeber haben laut Sozialgesetzbuch gegenüber ihren Mitarbeitern auf Dienstreisen eine besondere Führsorgepflicht (§17 SGB). Danach müssen Unternehmen zum Beispiel Kosten für ärztliche Behandlungen, Medikamente und Rücktransporte verunfallter oder kranker Mitarbeiter übernehmen. Die gesetzlichen Krankenkassen tragen seit Anfang 2013 solche Kosten nicht mehr oder nur noch eingeschränkt.

Die HDI-Gerling Industrie Versicherung bietet als eine bedarfsgerechte Versicherungslösung für Auslandsreisen die Dienstreiseversicherung „Travel Insurance for Business“ (TriB).

„Damit unsere Kunden die auf Auslandsreisen entstehenden Risiken ihrer Mitarbeiter zielgenau absichern können, haben wir die Dienstreiseversicherung konzipiert“, sagt Manfred Wittkowski, verantwortlicher Produktmanager bei HDI-Gerling Industrie. „Wir bieten mit unserer neuen Versicherungslösung mehrere Bausteine, die es auf dem Markt in dieser Qualität oder Form bisher nicht gab.“ So entfallen beim neuen Produkt von HDI-Gerling mehrere Beschränkungen, die bei anderen Dienstreiseversicherungen oft üblich sind. Eine Anmeldepflicht für einzelne Dienstreisen entfällt ebenso wie eine Einschränkung auf bestimmte Länder. Auch eine Limitierung der Reisetage entfällt. Es gilt lediglich die gesetzliche Obergrenze von sechs Monaten.

Unterstützung weltweit rund um die Uhr

Die Dienstreisenden erhalten über den Einschluss von Unterstützungsleistungen (Assistance) in aller Welt rund um die Uhr höchste Sicherheit bei Notfällen: HDI-Gerling unterstützt erkrankte oder verunfallte Mitarbeiter dabei, vor Ort Zugang zu den besten Krankenhäusern und Fachärzten zu finden. Wann immer gewünscht und möglich wird die Rückkehr in heimische Kliniken sichergestellt. Sollte dies aus medizinischen Gründen nicht möglich sein, sorgen deutsche Fachärzte auch vor Ort für die bestmögliche Heilbehandlung.
Arbeitgeber können mit der neuen Police auch Krankheitskosten abdecken, die nicht durch einen Unfall verursacht wurden. Zusätzlich zum Ersatz der Heilkosten lässt sich zudem ein Tagesgeld versichern.

Länderspezifische Risiken versicherbar

Unternehmen sind heute auch dazu verpflichtet, Mitarbeiter hinsichtlich spezifischer Risiken eines Reiselandes zu beraten und abzusichern. Dazu gehören eine Impfberatung und eine Gesundheitsprophylaxe, aber auch Hinweise auf politische Gefahren (innere Unruhen) und wirtschaftliche Risiken wie die Haftung bei schuldhaftem Handeln. Zum Leistungsangebot von HDI-Gerling gehört deshalb auch die Absicherung länderspezifischer Risiken.

„Diese Leistungen werden immer wichtiger, da eine Missachtung dieser Pflichten zukünftig strafrechtliche Konsequenzen für das Unternehmen haben kann“, betont Wittkowski. Er verweist dazu beispielhaft auf den „Homicide and Manslaughter Act“ in Großbritannien. Danach können Arbeitgeber und Vorgesetzte im Falle von Pflichtverletzungen bei verletzten oder erkrankten Arbeitnehmern auch strafrechtlich verfolgt werden.

Die Leistungen der Dienstreise-Police lassen sich zum größten Teil über eine Mehrprämie auf inländische Dienstreisen innerhalb Deutschlands übertragen.

Informationsportal oder Vermittler?

Montag, Dezember 9th, 2013

2013-12-09 (db) Welche Rolle übernehmen Internetriesen wie Amazon, Apple oder Google künftig in der Finanzwelt? Vieles weist darauf hin dass diese mehr lukrative Aufgaben als Finanzdienstleister an sich ziehen wollen.

Experimente und Patentanmeldungen wie „Google Wallet“, das „Payment-System“ von Amazon oder das „Ad-hoc-Cash-Dispensing-Network“ von Apple scheinen zu bestätigen, dass hier mächtige Konkurrenz in Form neuer Vertriebswege antreten könnte.

Zu diesen Projekten zählten auch die Vergleichsportale für Versicherungen, welche Google in mehreren Ländern bereits erfolgreich lancierte – so zuerst in den USA und in Großbritannien.

Frankreich-Start von Google ist vorerst beendet

Allerdings gab der Internet-Gigant Google aktuell sein Versicherungs-Vergleichsportal in Frankreich schon wieder auf – nach nur drei Monaten. Google startete in Frankreich im Sommer 2013 mit einem Vergleich für Autoversicherungen. Völlig überraschend ist damit nun Schluss. Google habe bereits Ende Oktober 2013 die Zusammenarbeit mit den teilnehmenden Versicherungen beendet. Das Vergleichs-Portal hat seine Pforten geschlossen, berichtete das französische Versicherungsportal „l’argus de l’assurance“ bereits Anfang November 2013.

Wirft man einen Blick auf das französische Vergleichsportal, dann erfährt der Nutzer dort, dass der Vergleichsdienst vorübergehend nicht verfügbar sei. „Wir haben unseren KFZ-Versicherungsvergleich vorübergehend ausgesetzt“, steht dort. Auf Mediennachfrage nennt Google „strategische Gründe“. Der Konzern wolle sich zunächst auf den angelsächsischen Markt konzentrieren.

Deutschland-Start von Google ist verschoben

In Deutschland hätte ein solches Preisvergleichs-Internetportal für Autoversicherungen bereits im September 2013 starten sollen. Hier scheint die Sache für den Internet-Gigant sehr komplex zu sein. Google wolle den Start seines Vergleichsportals „Compare“ auf 2014 verschieben, heißt es aus Versicherungskreisen. Allerdings ist auch bekannt, dass Google mit dem Allianz-Konzern Gespräche geführt hat. Dessen Vorstandschef beruhigte in den Medien mit den Worten: „Es ist normal, dass sich Marktführer unterhalten.“

Fazit: Eine wichtige Rolle als Informationsportal und Plattform für Kundenerfahrungen und deren Bewertungen haben die Marktführer im Internet bereits heute. Viele Nutzer informieren sich über die Angebote von der Assekuranz und Banken auch im Internet. Bei der individuellen Beratung, dem Verkauf, der Haftung und im Service „menschelt“ es aber gewaltig. Hier dominiert noch das Gespräch von Mensch zu Mensch über dem Monolog zwischen Mensch und Maschine.

Dietmar Braun

Assekuranz: Der EU-Sieger

Montag, Dezember 9th, 2013

2012-12-09 (db) 90 Prozent der Prämien in der Lebensversicherung und 60 Prozent der Prämien in den Sparten von Nicht-Leben, zudem fast 100 Prozent der Rückversicherungsprämie kämen in Luxemburg aus dem Ausland. Luxemburg sei der große Gewinner unter dem System der Dienstleistungsfreiheit in der Europäischen Union (EU) gewesen.

Victor Rod Aufsichtschef

Victor Rod Aufsichtschef

In der Eröffnungsrede zum 15.Versicherungstag des luxemburgischen Versicherungsverbands ACA unterstrich der seit 1980 amtierende Leiter der Aufsichtsbehörde Victor Rod die Internationalität der luxemburgischen Assekuranz.

Umgekehrt sei es kaum zu zusätzlicher Konkurrenz ausländischer Versicherer auf dem nationalen Markt gekommen. Nun gelte es sich Herausforderungen wie Solvency II und steuerliche Transparenz bei den Versicherungsnehmern zu stellen.

Nur versteuertes Geld sei willkommen

Eine freiwillige Selbstverpflichtung existiere in Luxemburg, wonach Lebensversicherer nur versteuerte Gelder annehmen. „Hinsichtlich noch nicht gemäß der Charta verfahrende Gesellschaften ziehen wir den Erlass einer entsprechenden aufsichtsrechtlichen Weisung in Erwägung. Problem sind dabei allerdings die Altfälle, man kann nicht einfach die Policen kündigen. Ab 1.1.2015 gilt dann ohnehin ein genereller fiskalischer Informationsaustausch innerhalb der EU, wohl auch die Assekuranz betreffend“, betonte Rod.

Der Informationsaustausch werde jedoch nichts an der Attraktivität Luxemburgs für eine internationale Klientel ändern. Auch die in Luxemburg ansässigen etwa 225 Captives hätten über deren Schwankungsrückstellung lediglich eine zeitliche Verschiebung hinsichtlich ihrer lokalen Steuerlast, seien daher auch nicht aus dem Anwendungsbereich der luxemburgischen DBAs ausgeschlossen.

Regulierung gefährlicher als Niedrigzinsen

Als größte Herausforderung der Assekuranz sieht Rod die übergroße und nicht immer das Prinzip der Proportionalität einhaltende Regulierungswelle nationaler und EU-Provenienz an, erst an zweiter Stelle folge die unzureichende Investmentrendite in der Phase von niedrigen Marktzinsen.

Zunehmend Sorgen bereite den Assekuranzen aber auch die vermehrten Beschwerden von Versicherungsnehmern, was Vertragsbedingungen sowie das Verhalten von Vermittlern betrifft. Zunehmend würden hiermit die Versicherer beschäftigt, es komme zunehmend zu gerichtlichen Grundsatzentscheidungen, die dann auch für das gesamte Portefeuille Gültigkeit erlangen.

Rod geht davon aus, dass die luxemburgische Assekuranz sich dank ihrer Innovationsfreudigkeit angesichts der vielen Herausforderungen – Rod spricht von „Bananenschalen“ – wacker schlagen wird.

Neuer PKV-Ombudsmann

Freitag, Dezember 6th, 2013

2013-12-06 (db) Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat Heinz Lanfermann (63), Staatssekretär a.D., mit Wirkung vom 1. Januar 2014 zum neuen Ombudsmann der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung berufen.

Heinz Lanfermann

Heinz Lanfermann

Der Rechtsanwalt war von 1996 bis 1998 beamteter Staatssekretär des Bundesministeriums der Justiz. Aus seiner langjährigen Tätigkeit als FDP-Abgeordneter des nordrhein-westfälischen Landtags sowie des Deutschen Bundestages ist er zudem mit dem Gesundheitswesen bestens vertraut.
Bereits während seiner beruflichen Laufbahn als Richter war er mit Fragen des Medizinrechts befasst.

Lanfermann übernimmt das Amt des PKV-Ombudsmanns vom Vorgänger Dr. Helmut Müller, der die PKV-Schlichtungsstelle von 2007 bis 2010 sowie erneut seit März 2012 geführt hat. Nach dem Tod von Ombudsmann Dr. Dr. h.c. Klaus Theo Schröder am 12. Februar 2012 hatte Dr. Müller seinen Ruhestand unterbrochen und die Aufgabe nochmals übernommen.

Der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Uwe Laue, dankte Dr. Müller für dessen außergewöhnlich engagierten Einsatz als PKV-Ombudsmann. Er habe entscheidend dazu beigetragen, das Angebot einer neutralen, kostenfreien Schlichtung zwischen Versicherten und Versicherungsunternehmen bekannt zu machen. Sein unermüdliches Wirken für einen fairen Interessenausgleich habe der Institution des Ombudsmanns hohes Ansehen und großes Vertrauen bei den Versicherten eingebracht. Zuvor hatte sich Dr. Müller bereits als Präsident des früheren Bundesaufsichtsamtes für das Versicherungswesen für die Belange der Versicherten in Deutschland eingesetzt.

Der neue Ombudsmann Lanfermann habe nicht nur eine hohe juristische Kompetenz, sondern sei zudem ein exzellenter Kenner des Gesundheitswesens. Er habe sich in seinen langjährigen führenden Positionen in der Rechtspolitik sowie in der Gesundheitspolitik auch stets als „Mann des Ausgleichs“ bewährt, sagte Uwe Laue. Dies seien ideale Voraussetzungen für die Führung der neutralen PKV-Schlichtungsstelle.

Allianz Leben deklariert für 2013 hohe Verzinsung

Donnerstag, Dezember 5th, 2013

Die rund zehn Millionen Kunden der Allianz Lebensversicherungs-AG (Allianz Leben) dürfen sich freuen. Sie erhalten eine attraktive Verzinsung ihrer Altersvorsorge. Die gesamte Verzinsung liegt 2013 bei mindestens 4,2 Prozent (Vorjahr: 4,5 Prozent). Sie setzt sich zusammen aus der laufenden Verzinsung von 3,6 Prozent sowie dem Schlussüberschuss und einem Sockelbetrag für die Beteiligung an den Bewertungsreserven der Kollektive von zusammen 0,6 Prozent.

2013-12-05 (db) Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Jahren verfolgte expansive Geldpolitik bestimmt weiterhin das niedrige Zinsniveau festverzinslicher Wertpapiere. Diese gehören aufgrund ihrer hohen Sicherheit zu den bestimmenden Kapitalanlageklassen der Lebensversicherer. Eine nachhaltige Zinssteigerung bei festverzinslichen Wertpapieren ist vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik der EZB sowie der Wirtschaftsprognosen nicht zu erwarten.

„Dank unserer Finanzstärke sowie der langfristig ausgerichteten und breit gestreuten Kapitalanlagen können wir unseren Kunden weiterhin eine sehr attraktive Verzinsung bieten“, sagt Markus Faulhaber, Vorstandsvorsitzender und Aktuar der Allianz Leben.

Markus Faulhaber Allianz AG

Gerade in der aktuellen Phase niedriger Marktzinsen zeigten sich die Vorteile eines effizienten Risikomanagement, einer professionellen, weltweit ausgerichtete Kapitalanlagepolitik von einem Lebensversicherer der über eine hohe Ertragskraft verfüge, stellt der Vorstandsvorsitzende selbstbewusst fest.

„Davon profitieren unsere Lebensversicherungskunden. Sie können gegenwärtig bei anderen sicheren Anlageformen keine bessere Rendite erzielen“, ist sich Faulhaber sicher.

Zur laufenden Verzinsung von 3,6 Prozent in 2013 (2012: 4,0 Prozent) kommen 0,6 Prozent (2012: 0,5 Prozent) aus dem Schlussüberschuss und dem Sockelbetrag für die Beteiligung an den Bewertungsreserven hinzu. Beide Komponenten werden während der Vertragslaufzeit angespart und bei Vertragsablauf ausgezahlt. Dieses versicherungstechnische Fremdkapital ermöglicht die Spielräume für eine chancenorientierte Kapitalanlage – zu Gunsten der versicherten Kunden. Für das Jahr 2013 ergibt sich bei der Allianz eine gesamte Verzinsung der Sparanteile von mindestens 4,2 Prozent (2012: 4,5 Prozent).

Hinzu kommt eine zusätzliche Verzinsung auf Basis des bei Vertragsablauf aktuellen Niveaus der Bewertungsreserven.

Faulhaber stellt vor dem Hintergrund der verbraucherpolitischen Diskussion um die Altersvorsorge klar: „Um die Sicherheit der Lebensversicherung muss sich niemand Sorgen machen. Lebensversicherungen ermöglichen auch in Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen und hoher Marktunsicherheiten eine verlässliche und attraktive Vorsorge. Gleichwohl müssen wir aber in der neuen Normalität nach der Finanzkrise akzeptieren, dass die in der Vergangenheit erzielten Renditen nicht als Maßstab für künftige Zinserträge gelten können.“

Finanz- und Geldwissen über den Begriff „Gesamtleistung“

Kunden einer Lebensversicherung haben Anspruch auf garantierte Versicherungsleistungen. Um diese garantierten Leistungen zu finanzieren, werden Deckungsrückstellungen gebildet. Für deren Berechnung legt der Gesetzgeber den sogenannten Höchstrechnungszins fest. Dieser beträgt gegenwärtig 1,75 Prozent.

Altverträge haben eine höhere Verzinsung

Verträge, die vor 2012 abgeschlossen wurden, erhalten je nach Abschlusstermin weiterhin einen garantierten Zinssatz von bis zu vier Prozent. Bei Allianz Leben beträgt die im Durchschnitt aller Verträge gewährte Garantieverzinsung 3,1 Prozent.
Die Mittel für die Garantien erwirtschaften die Lebensversicherer insbesondere mit ihren Kapitalanlagen.

Da die Unternehmen bei der Kapitalanlage mehr Erträge erzielen als für die den Kunden garantierten Leistungen erforderlich sind, entstehen Überschüsse. An diesen Überschüssen beteiligen die Lebensversicherer ihre Kunden traditionell über die laufende Überschussbeteiligung, die jährlich zugeteilt wird, sowie gegebenenfalls über einen Schlussüberschuss und einen Sockelbetrag, die während der Laufzeit des Vertrages angespart und bei Vertragsfälligkeit oder Kündigung ausbezahlt werden.

Die versicherten Kunden werden, wie im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) vorgesehen, an den Bewertungsreserven beteiligt. Die Bewertungsreserven ergeben sich aus dem Unterschied zwischen Zeitwert und Buchwert der zu Anschaffungskosten bewerteten Kapitalanlagen. Sie orientieren sich an der Höhe und der Anlagedauer des vom Kunden zur Verfügung gestellten Kapitals.

Allianz Leben stellt bei speziellen Verträgen gegen Einmalbeitrag durch eine auf die längerfristige Bindung des Kunden ausgerichtete Überschussbeteiligung sicher, dass es nicht zu einer unangemessenen Benachteiligung des übrigen Versicherungsbestandes kommt. Bei diesen Verträgen werden für die Anfangsjahre, in der Regel in den ersten drei Jahren, eigene Überschussanteilsätze deklariert.

Dietmar Braun, freier Fachjournalist

Versichert im Ehrenamt?

Donnerstag, Dezember 5th, 2013

2013-12-05 (db) Jährlich am 05.12., dem Tag des Ehrenamtes, wird international der Einsatz von bürgerschaftlich Engagierten gewürdigt. Viele bürgerschaftlich Engagierte wissen nicht, ob und wie sie bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit versichert sind.

Der Unfallversicherungsschutz, so teilt die VBG Berufsgenossenschaft mit, ist im Ehrenamt besonders vielfältig: Ein Kirchenchormitglied ist gesetzlich unfallversichert, der ehrenamtliche Schiedsrichter oder der Schriftführer eines Fastnachtsvereins hingegen nicht. Für diese hat der Gesetzgeber die Möglichkeit einer freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Unfallversicherung geschaffen.

Das Wichtigste zum gesetzlichen Versicherungsschutz im Ehrenamt in Kürze:

• Für viele ehrenamtlich Tätige besteht gesetzlicher Unfallversicherungsschutz im Rahmen ihres Engagements. Wer sich ehrenamtlich z. B. in der Kirche oder im Bildungswesen engagiert, steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dies gilt z. B. für Ministranten, Mitglieder des Kirchenchors, gewählte Elternvertreter und ehrenamtlich Lehrende.

• Ein anderer Teil der ehrenamtlich Tätigen ist nicht automatisch gesetzlich unfallversichert, wie z. B. beauftragte Ehrenamtsträger in einem Heimatverein oder gewählte Kassen- oder Platzwarte im Sportverein. Sie können sich bei der VBG versichern und sich hier im Internet direkt bei der Unfallversicherung anmelden. Vorteil ist, dass sie damit den gleichen Versicherungsschutz und die gleichen Leistungen wie Arbeitnehmer durch die gesetzliche Unfallversicherung erhalten.

Die VBG ist eine gesetzliche Unfallversicherung mit rund 34 Millionen Versicherungsverhältnissen in Deutschland. Versicherte der VBG sind Arbeitnehmer, freiwillig versicherte Unternehmer, bürgerschaftlich Engagierte und viele mehr. Zur VBG zählen über eine Million Unternehmen aus mehr als 100 Branchen – vom Architekturbüro bis zum Zeitarbeitsunternehmen.

Informationen zur gesetzlichen Unfallversicherung erhalten Interessierte hier im Internet.
Dietmar Braun

Studie: Beratungsprotokoll unterstützt Banken statt Kunden

Mittwoch, Dezember 4th, 2013

2013-12-04 (db) Sechs von zehn Deutschen stellen in einer aktuellen Studie Banken ein schlechtes Zeugnis aus. Die Dokumentation der Bankberatung nütze eher den Banken. Der Mehrwert für die Kunden sei viel zu gering.

Die seit 2010 gesetzlich vorgeschriebene Pflicht zum Beratungsprotokoll hat die Bankberatung nicht verbessert, sagen knapp 60 Prozent der Bundesbürger. 62 Prozent der Befragten befürchten, dass die Geldhäuser jetzt eher Anlagen empfehlen, die kein aufwändiges Protokoll erfordern. 59 Prozent erwarten dass sich Banker gleich ganz aus der Beratung insbesondere von Kleinanlegern zurückziehen, weil der bürokratische Aufwand zu groß ist. So das Ergebnis einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Cofinpro die repräsentativ 1.000 Bundesbürger befragte.

Kleinanleger werden weniger beraten

„Die Bundesbürger spüren, dass die Banken bei ihrer Beratung zurückhaltender geworden sind“, sagt Melanie Purgar, Expertin bei der auf Banken spezialisierten Unternehmensberatung Cofinpro. „Viele Institute haben zudem die Produktauswahl eingeschränkt.“ So empfehlen Banken in erster Linie Standardprodukte aus dem eigenen Haus, das zeigen die Erfahrungen von 83 Prozent der Befragten.
Die Bundesbürger beklagen aber nicht nur den Rückzug der Geldhäuser aus der Beratung. Zwei Drittel haben außerdem das Gefühl, die Institute interessieren sich wenig für ihre Bedürfnisse bei Fragen rund um die Geldanlage.

Kunden wünschen mehr Service

„Dabei bietet gerade das Beratungsprotokoll den Banken immense Chancen, die Wünsche und Besonderheiten des Kunden herauszufinden. Es liefert damit sehr wertvolle Informationen für ihr Geschäft – diesen Vorteil sollten die Institute nutzen, um trotz des bürokratischen Aufwands einen klaren Mehrwert für ihre Kunden zu schaffen“, stellt Purgar fest.
Die Bundesbürger jedenfalls würden es begrüßen, wenn die Banken die Beratungsprotokolle (§ 34 WpHG) gezielt auswerten: 75 Prozent der Befragten wünschen sich ausdrücklich, dass die Geldhäuser die Informationen nutzen, um ihnen künftig passgenaue Angebote zu unterbreiten.
Auch im Hinblick auf die voraussichtlich ab 2015 hinzukommenden, zahlreichen neuen Vorschriften im Rahmen von MiFID II empfiehlt Purgar den Banken, nicht nur die Belastungen im Blick zu haben. „Es gilt zwar erneut, ein großes Paket an Richtlinien umzusetzen, die sich auf verschiedene Bereiche – auch über den Anlegerschutz hinaus – in der Bank auswirken. Doch der Handlungsbedarf ist dort besonders groß, wo die direkte
Kundenwahrnehmung betroffen ist.“

Standardbriefe prägen die Kundenbetreuung

Die Verpflichtung zur regelmäßigen Information der Anleger über die Entwicklung Ihrer Anlagen könne die Kundenbindung nachhaltig stärken. Statt unpersönliche Standardbenachrichtigungen zur Entwicklung der Vermögensanlagen zu verschicken sollten die Banken dabei auf die individuellen Wünsche ihrer Kunden eingehen. Aus Sicht der Bundesbürger ist dieser Beratungsfolgeprozess überfällig: 74 Prozent bemängeln, dass die Banken bisher nach der Beratung zu wenig Zeit investieren, um fortlaufend die Geldanlagen ihrer Kunden im Blick zu behalten.

Dietmar Braun