Eigentum, Natur, Wetter und Risiko

Natur- und Wetterschäden
Herbst, Winter und das Wetter sorgen für Schäden. /Foto: db Media Dietmar Braun

Schon die Pflicht für das Entsorgen von herbstlichem Laub Grundstücksbesitzer treffen. Der Schaden durch fallende Äste, umstürzende und entwurzelte Bäume ist bei Stürmen und Schneelast weit größer.

(db) Das herbstliche Sturmtief „Xavier“ hat in Nord- und Ostdeutschland massive Schäden angerichtet. Bäume knickten wie Streichhölzer um, der öffentliche Personenverkehr ist teilweise noch einen Tag später lahmgelegt. Das Ausmaß aller Schäden ist noch nicht erkennbar. Sicher ist jedoch: Der nächste Herbststurm kommt bestimmt. Wie können private Eigentümer von Bäumen auf ihren Grundstücken sicherstellen, dass von ihren Bäumen keine Gefahr ausgeht?

Unbegrenzte Haftung der Eigentümer

Ein Baum sollte beim Einwirken von äußeren Einflüssen wie Schnee oder Stürmen weder umstürzen noch Äste verlieren – hierfür ist der Eigentümer des Baums verantwortlich. Passiert dennoch etwas, muss der Baumbesitzer mit Ersatzansprüchen der Geschädigten rechnen.

Baumschädigungen sind für Laien mit bloßem Auge nicht erkennbar, wie etwa Schädigungen im Wurzelraum oder morsche Stellen im Stamm.

„Nur wenn der Baumeigentümer beweisen kann, dass er seine sogenannte Verkehrssicherungspflicht erfüllt hat oder der Schaden auch bei Beachtung der Verkehrssicherungspflicht eingetreten wäre, haftet er nicht“, warnt Frank Manekeller, Leiter Haftpflicht-, Unfall-, Sach-Schaden bei der HDI Versicherung AG, ein Unternehmen der Talanx AG.

Bäume regelmäßig durch Experten kontrollieren

Sturmereignisse wie „Xavier“ zeigen, dass die Standfestigkeit von Bäumen vielerorts überschätzt wird. Auf Nummer sicher geht, wer Baumpflege und -kontrolle von einer Fachfirma durchführen lässt und dies entsprechend dokumentiert.

Der Baumkontrolleur überprüft den Baum unter anderem auf Standfestigkeit, Bruchstellen oder Schädlingsbefall und kann auch Auskunft darüber geben, in welchen Abständen eine fachmännische Kontrolle empfehlenswert ist. Abhängig ist dies von der Baumart, der Entwicklungsphase je nach Alter des Baumes und von dessen Standort.

Deckungen die Sturmschäden helfen

Die Allgemeinen Versicherungsbedingungen definieren einen Sturm, sobald der Wind die Stärke acht erreicht. Der Nachweis erfolgt über amtliche Daten und nicht über Angaben in den Nachrichten.

Auch ohne Sturm gilt: Stürzt ein Baum auf das Nachbargrundstück, können sich die Geschädigten an den Baumeigentümer wenden. Dessen Privat- oder Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung ist für solche Schäden zuständig.

„Haftpflichtversicherer wehren übrigens auch unberechtigte Ansprüche ab, wenn den Eigentümer keine Schadenersatzpflicht trifft“, so Experte Manekeller.

Schäden am eigenen Hab und Gut, die durch einen sturmbedingt umgestürzten Baum entstehen, sind ein Fall für die Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung.

Sturmbedingte Schäden am eigenen Auto sind über die Kaskoversicherung abgedeckt. Baumeigentümer müssen in diesem Fall dennoch mit Regressansprüchen des Kraftfahrtversicherers rechnen. Für Geschädigte, die keine Kaskoversicherung für ihr Auto abgeschlossen haben, bleibt nur ein Weg: den Baumeigentümer herauszufinden, um den Schadenersatz direkt bei ihm anzumelden.

Fazit: Sturm ist das eine, aber wer haftet wenn jemand auf nassem Laub ausrutscht und sich dabei schwer verletzt? Für Grundstückseigentümer ist das juristisch keine Kleinigkeit. Haftung ist als ein einfaches Thema abgetan, obwohl der deutsche Gesetzgeber eine unbegrenzte Haftung vorsieht.

Dietmar Braun

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