2018 wird der Rentenbeitrag gesenkt

Barley muss es richten
Dr. Katharina Barley muss es als vormalige Richterin bei der Rente richten. /Foto: Bundesregierung Steffen Kugler

Die geschäftsführende Bundesministerin Dr. Katarina Barley senkt den Rentenbeitrag ab 2018. Das entlastet Beitragszahler um 1,2 Milliarden Euro. Für die nötige Reform der Rente wird so etwas Zeit erkauft.

Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt ab 01.01.2018 um 0,1 Punkte auf 18,6 Prozent. Das verkündet Dr. Katarina Barley als geschäftsführende Bundesministerin für Arbeit und Soziales (BMAS). So hat es jetzt das Bundeskabinett am gestrigen Mittwoch (22.11.2017) in Berlin beschlossen.

Entlastung beim Rentenbeitrag

Hintergrund dafür ist die hohe Nachhaltigkeitsrücklage von etwa 33 Milliarden Euro zum Jahresende 2017. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung muss kraft Gesetzes gesenkt werden, wenn die Nachhaltigkeitsrücklage zum Ende des Folgejahres das 1,5-fache der Monatsausgaben der Rentenkasse voraussichtlich übersteigt. Derzeit liegt sie laut Angaben der Bundesregierung bei 1,59 Monatsausgaben.

Versicherte und Arbeitgeber werden durch die Senkung des Beitrags um jeweils rund 600 Millionen Euro pro Jahr entlastet. Insgesamt betrage die Ersparnis aktuell etwa 1,2 Milliarden Euro jährlich.

Auch in der knappschaftlichen Rentenversicherung sinkt der Beitragssatz zum 01.01.2018. Hier von 24,8 auf 24,7 Prozent.

Rentenbeitrag steigt zukünftig

Nach den Vorausberechnungen des Rentenversicherungsberichts steigen die Renten bis zum Jahr 2031 um insgesamt 36 Prozent an. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 2,2 Prozent pro Jahr.

Den Vorausberechnungen zufolge soll der Beitragssatz bis 2022 konstant bleiben, um dann wieder schrittweise zu steigen. Im Jahr 2031 beträgt der Beitragssatz 21,8 Prozent. Grundlage für die Berechnungen in die Zukunft ist der turnusmäßige Rentenversicherungsbericht im jeweiligen November des Jahres. Der Bericht gibt Auskunft darüber, wie sich die Rentenfinanzen in den kommenden 15 Kalenderjahren voraussichtlich entwickeln werden. Grundlage dafür sind Modellrechnungen.

Das Sicherungsniveau sinkt

Das Sicherungsniveau der Rentenversicherung vor Steuern, also die Standardrente gemessen am Durchschnittsentgelt, bleibt in den kommenden Jahren vorerst noch weitgehend stabil bei 48,2 Prozent.

Ab der Mitte des kommenden Jahrzehnts sinkt es dann ab und wird für das Jahr 2030 auf 45 Prozent geschätzt. Im Jahr 2031 beträgt das Sicherungsniveau voraussichtlich 44,6 Prozent.

Laut Gesetz darf das Sicherungsniveau bis zum Jahr 2020 die Marke von 46 Prozent und bis zum Jahr 2030 die Marke von 43 Prozent nicht unterschreiten.

Fazit: Zwar sink kurzfristig der Rentenbeitrag. Langfristig wird er trotz sinkendem Sicherungsniveau aber deutlich steigen. Das belastet auf Dauer die junge Generation. Statt einer Rentenreform wurde Zeit erkauft.

Dietmar Braun

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