Deutsche Freihäfen für Blockchain

Sicherer Hafen für Blöckchain Währungen
Deutschland muss Leuchtürme für Blöckchain ausbauen und sichere Häfen aufbauen. /Foto: Dietmar Braun db Media

Die Finanzierung von Startups benötigt einiges an Wagniskapital. Zur Sicherheit der Investoren und Kapitalgeber eignen sich die Blockchain-Technologie. Deutschland baut seine Blockchain-Hubs aus.

(db) Die digitale Währung Bitcoin hat in den vergangenen Wochen einen Kurs-Rekord nach dem anderen gebrochen, zuletzt war ein Bitcoin kurzzeitig mehr als 20.000 US-Dollar wert. Bitcoin ist dabei längst nicht das einzige Finanzinstrument, das auf der Blockchain-Technologie aufsetzt.

Initial Coin Offering (ICO), die auch Token Sale oder Token Generating Event (TGE) genannt werden, setzen sich immer mehr zur Finanzierung von Technologie-Startups durch.

Sicherer Hafen für Blockchain  

Der Digitalverband Bitkom hat aus diesem Grund eine Stellungnahme zu Token Generating Events (TGE) veröffentlicht und fordert darin, Deutschland als einen sicheren Hafen für die auf Blockchain basierten Formen der Finanzierung zu etablieren.

„Sowohl für junge Unternehmen, die Finanzierung suchen, als auch für Wagniskapitalgeber, die Gelder investieren, sollte sich Deutschland als der zukunftssichere Standort für die Finanzierung von Wagniskapital auf TGE-Basis positionieren“, sagt Marco Liesenjohann, Referent Blockchain beim Bitkom.

Freihafen für Blockchain

Ein wichtiger erster Schritt dafür ist nach Ansicht des Verbands, eine Sonderwirtschaftszone für Finanzierungen auf Basis von Blockchain einzurichten. Damit könne man die neuen und innovativen Instrumente erproben und Erfahrungen sammeln. Dies könne zum Beispiel Berlin als international sichtbarer Blockchain-Hub sein.

Die Idee bei TGE ist, dass die Geldgeber und die Startups über die Blockchain-Technologie in Verbindung treten, die einen vor Manipulationen sicheren Austausch von Informationen ermöglicht. Eine Bank als zentrale Zwischeninstanz ist dabei nicht mehr nötig. Gleichzeitig erlaubt es die Blockchain-Architektur, die vom Startup gegen Bezahlung ausgegebenen Tokens mit bestimmten Ereignissen zu koppeln, wie etwa ein bestimmtes Datum oder einen bestimmten Unternehmenswert, bei deren Eintreten automatisch eine Auszahlung erfolgt.

„Rechtsgeschäfte können auf diese Weise technologisch abgebildet werden, Rechte und Pflichten der Vertragsparteien werden in sogenannten Smart Contracts jederzeit nachvollziehbar verankert“, so Experte Liesenjohann.

Milliarden über Blockchain

Vor allem Startups, deren Produkt oder Dienstleistung selbst auf der Blockchain aufsetzt, haben diesen Finanzierungsweg bislang gewählt. Seit 2012 sind auf diese Weise weltweit rund 2,4 Milliarden US-Dollar eingesammelt worden – mehr als die etwa 2 Milliarden US-Dollar, die durch klassische Wagniskapitalfinanzierung in diese Startups geflossen sind.

Bitkom plädiert dafür, das neue Mittel der TGE nicht durch übertriebene Regulierung bereits im Keim zu ersticken. Das bedeutet, dass der Aufwand für diese Finanzierungsform etwa im Vergleich zu einem klassischen Börsengang deutlich niedriger bleiben muss. Gleichzeitig muss aber ein ausreichender Verbraucherschutz gewährleistet werden, etwa durch vereinfachte Prospektpflichten, die das bislang bei TGEs gebräuchliche Format des Whitepaper weiterentwickeln.

„TGEs sollen für den digital-affinen Investor verständlich präsentiert werden. Es ist wichtig, dass gerade beim Einsatz dieser neuen Form der Beteiligung größtmögliche Transparenz hergestellt wird“, fordert Liesenjohann.

Es ist nur konsequent, das Modell Blockchain weiterzudenken und Tokens als digitale Form der Urkunde zu begreifen. Token seien fälschungssicher, übertragbar und stellten die digitale Variante der Verbriefung von Rechten dar.

Dietmar Braun (db)

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