Allianz prüft Amazon ohne Vorbehalt

Allianz-Duo Hunt und Bäte sind erfolgreich
Vorstandsfrau Jaqueline Hunt und Allianz CEO Oliver Bäte fürchten Amazon nicht. /Foto: Allianz

(db) Strebt der Marktführer Allianz SE eine Zusammenarbeit mit Amazon an? Während sein Vorgänger als CEO noch über übliche Gespräche unter Marktführern die Kontakte zu Google & Co kommentierte, sieht CEO Oliver Bäte die Münchener im Vorteil gegenüber den Mitbewerbern in der Assekuranz.

Denn schließlich suchten Unternehmen wie Amazon nach Partnern, die ganze Regionen und nicht nur einzelne Staaten abdeckten. Aus diesem Grunde werde die Allianz als Marktführer weiter in die Technik der Digitalisierung investieren, um einen einheitlichen Zugang zu Systemen von den Daten bis zum Vertrieb und Kundenservice zu ermöglichen, so Bäte auf der Bilanzpressekonferenz in 2018.

Allianz steigert Zufriedenheit

Die Allianz hat im Jahr 2017 die Bindung und die Maßnahmen zur Steigerung der Zufriedenheit der Versicherten weiter verbessert. Der Net Promoter Score (NPS) stieg weltweit um 5 Prozentpunkte auf 60 Prozent. Der Inclusive Meritocracy Index (IMIX), eine Kennzahl, die Führung, Leistung und Unternehmenskultur misst, erhöhte sich 2017 um 2 Prozentpunkte auf 72 Prozent – das Dreijahresziel für 2018. Die Maßzahlen spiegeln das Bestreben der Allianz wider, ihren Kunden bestmöglich zu dienen und engagierte Mitarbeiter zu beschäftigen.

„Die Gruppe hat ihre Ergebnisziele erreicht, ihre außerordentliche Kapitalstärke bewahrt und im Jahr 2017 Aktienrückkäufe an ihre Aktionäre in Höhe von 3 Milliarden Euro abgeschlossen. Diese Erfolge sind vor allem auf die beeindruckenden Anstrengungen der Allianz Mitarbeiter auch bei der Umsetzung der Ziele der Renewal Agenda zurückzuführen“, sagte CEO Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE.

Wie Amazon global und lokal vernetzt

2017 erwirtschafteten über 140.000 Mitarbeiter in mehr als 70 Ländern für die Gruppe einen Umsatz von 126 Milliarden Euro und erzielten ein operatives Ergebnis von 11 Milliarden Euro. Die Allianz ist ein global tätiger Konzern, der aber lokal so vernetzt ist, dass jeder Haushalt nicht nur bis zur Haustür erreichbar ist, sondern die Allianz gewährleistet auch globales Wissen im persönlichen Service vor Ort. Die Ähnlichkeit mit Amazon ist was das Erkennen von Kundenwünschen und die sehr schnelle Lieferung von passgenauen Lösungen weltweit betrifft spannend. Die Allianz verfügt mit eigenen Diensten von der internationalen Waren-Kreditversicherung Euler Hermes bis zu globalen Deckungen in der Assekuranz sogar über ein besseres eigenes Portfolio als Amazon.

Allianz-Aktie ist ein Kauf 

Das Ergebnis je Aktie (Basic Earnings per Share, EPS) belief sich auf 15,24 (15,31) Euro für das Jahr. Die Solvency-II-Kapitalquote stieg zum Jahresende 2017 auf 229 Prozent im Vergleich zu 218 Prozent zum Jahresende 2016. Der Vorstand wird erneut eine Erhöhung der Dividende um 5,3 Prozent auf 8,00 Euro je Aktie für 2017 vorschlagen, nach 7,60 Euro je Aktie im Vorjahr.

Vermögensverwaltung im Griff

In der Verwaltung der Investments und Vermögen scheinen die Herausforderungen aus der Übernahme von PIMCO bewältigt zu sein.

„Das Jahr 2017 war ein Meilenstein für den Geschäftsbereich Asset Management. Die Nettomittelzuflüsse Dritter erreichten in diesem Jahr eine Rekordhöhe von 150 Milliarden Euro, da die Kunden die leistungsstarken Fonds sehr gut angenommen haben“, sagte Jacqueline Hunt, Mitglied des Vorstands der Allianz SE und verantwortlich für Asset Management und US Life Insurance.

Fazit: Die Aktie der Allianz gehört in jedes Portfolio eines gut strukturierten Aktiendepots. Vor Amazon muss die Allianz sich nicht fürchten, im Gegenteil, die beiden Marktführer könnten sich gut ergänzen, nicht nur in globaler Logistik, sondern auch in der jeweiligen Strategie der stetigen Verbesserung von Zufriedenheit der Kunden über Finanz- und Geldwissen.

Dietmar Braun (db)

Allianz SE

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