Amazon löst alte Finanzwelt ab

Neue Finanzwelt löst alte ab
Die alte Finanzwelt wirkt wie ein alter Bunker der im Sand und der neuen Welle versinkt. /Foto: db Art Dietmar Braun

Die Finanzwelt soll bei Amazon die Marktführung in Handel und Logistik ergänzen. Der Konzern will, wie Mitbewerber Google, den Vorsprung über Nutzerdaten zum Kundenverhalten global ausbauen.

(db) Der Konzern Amazon plant neben dem globalen Einstieg in das Geschäftsfeld der Assekuranz jetzt die Ausweitung seiner Bank-, Zahlungs- und Kreditdienstleistungen. Das Wallstreet Journal meldet aktuell die geplante Kooperation mit JP Morgan Chase.

Mehr Service in der Finanzwelt

Amazon plane in erster Linie für seine Kunden eine Alternative zum Giro- oder Bankkonto, die eine Abwicklung des Zahlungsverkehrs für Käufe ermöglicht. Von dem Schritt erhoffe sich Amazon weitere Daten über das Ausgabeverhalten und die Einkommen seiner Kunden, als Mehrwert sollen künftig die Kunden niedrigere Gebühren für Finanztransaktionen erhalten oder diese sogar bei ihren Käufen kostenfrei erhalten.

Die Gespräche befinden sich noch in einem frühen Stadium, da nationalstaatliche regulatorische Anforderungen eine Herausforderung für den global tätigen Konzern darstellen und rechtlich zu lösen sind.

Im Sektor Assekuranz scheint der Konzern da weiter, weil Kooperationspartner wie die Marktführer der Assekuranz nicht noch zusätzlich vor ähnlichen regulatorischen Herausforderungen stehen, wie das im Bankgeschäft noch üblich ist. Eine Versicherung als standardisiertes Produkt zu kaufen, soll künftig so einfach sein wie sich im Online-Handel ein Buch oder ein Geschenk zu kaufen.

Das Prinzip ist einfach: online Informationen anschauen, Leistungen vergleichen, kaufen und weiter empfehlen. Welche Kunden aktuell einen Versicherungsbedarf haben wissen die Anbieter aus den gesammelten Daten der Nutzer bei Online-Suchanfragen, wie zu den Themen Gesundheit, Reisen, Bauen, Immobilien, Kraftfahrzeuge, Luxusgüter und diverse Kaufgesuche oder Preisvergleiche.  

Digitalisierung der Finanzwelt

Während in Deutschland noch Manager einiger Versicherungen die Zukunft durch die Digitalisierung der Assekuranz noch als ein Startup- oder InsureTech-Thema oder wie ein Spielzeug behandeln, spielen die Konzerne Amazon, Google und Apple längst in einer anderen Liga.

Die AXA Group S.A. hat nicht nur die XL Group für das amerikanische Geschäft erworben, sondern den weltweiten Trend in der Nutzung von „smarter Technologie“ und Internet wie die Allianz SE erkannt. Die Allianz verhandelt „ohne Vorbehalte“ mit den Monopolisten in der Generierung von Kunden- und Nutzerdaten, wie es Oliver Bäte als CEO und Vorstandschef der Allianz es erst kürzlich formulierte und treffend auf den Punkt brachte. 

Fazit: Die Finanzwelt verändert sich. Während Sparkassen und Volksbanken sich noch als Partner in der Region definieren, sehen sich Amazon, Google und Apple als Partner direkt im Haushalt der Kunden oder über „smarte Technologie“ als mobiler Partner an jedem Ort dieser Welt. Bei der Assekuranz geht es im Gegensatz dazu darum: weniger Zeit beim Kunden zu verbringen, wie ein Generalagent oder Versicherungsvertreter, sondern rund um die Uhr über das Internet und Apps auf dem Smartphone mehr mobilen Service nach Kundenwunsch zu bieten.

Dietmar Braun (db)

Schreibe einen Kommentar