Archive for the ‘Sonstiges’ Category

Basler – Frachtführer besser gesichert

Dienstag, August 15th, 2017

Der siebte Gang für Frachtführer

Ein neues Sicherheitspaket für Frachtführer hilft der Schaltzentrale und den Fahrern. /Foto: © db Media Dietmar Braun


Wer gewerbsmäßig den Transport von fremden Gütern mit Fahrzeugen des eigenen Betriebes durchführt, ist auch während der Beförderung für die Güter verantwortlich. Bei Schäden oder Verlusten haftet der Frachtführer im Umfang der rechtlichen Bestimmungen.

Die Basler Versicherungen sind mit einer aktualisierten Frachtführer-Haftpflichtversicherung seit Juli 2017 am Markt vertreten. Zahlreiche neue Leistungsbestandteile als Mehrwert charakterisieren den neuen Deckungsumfang.

Ein Muss – richtig gestalten
Für Unternehmen mit Fahrzeugen über 3,5 t ist die Frachtführer-Haftpflichtversicherung Pflicht und deshalb ein Muss für diese Betriebe. Gut, wenn man auf einen umfassenden Versicherungsschutz zurückgreifen kann.

Größter Vorteil des neuen Deckungskonzepts für Frachtführer ist die für alle bestehenden Verträge integrierte Leistungs-Update-Garantie. Werden die Versicherungsbedingungen der Basler zukünftig verbessert, gelten diese Verbesserungen automatisch für den nach jetzigen Bedingungen abgeschlossenen Vertrag. Vermittlungsunternehmer und Versicherungsmakler als Einkäufer profitieren hier von einer haftungssicheren Beratung und Versicherte erhalten stets den aktuellsten Versicherungsschutz.

Wird Versicherungsschutz für Schäden an fremden Ladungseinheiten benötigt, so steht ab sofort eine Deckungssumme bis zu 50.000 EUR je Schaden zur Verfügung. Optional kann bei Bedarf eine Pakethaftung bis 520 EUR je Paket in den Versicherungsschutz aufgenommen werden.

Fahrzeug-Entsorgung und Fahrer-Betreuung
Für besondere Bedürfnisse können weitere Leistungen optional vereinbart werden – die sogenannten Sicherheits-Plus-Bausteine. Mit dem Carrier Unfall-Schutz z.B. übernimmt die Basler Versicherung die Kosten für das Abschleppen und die Miete für ein gleichwertiges Ersatzfahrzeug. Außerdem werden die Übernachtungs- und Rückreisekosten des Fahrers erstattet. Bei schweren Unfällen werden auch die Kosten für eine psychologische Betreuung ersetzt.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

Wüstenrot wächst weiter

Freitag, August 11th, 2017

Wüstenrot setzt auf das Eigenheim

Wüstenrot setzt auf seine Kern-Marke und Kompetenz rund um das Eigenheim /Foto: © db media Dietmar Braun


Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) meldet ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2017. Die Gruppe konnte in den ersten sechs Monaten den Konzernüberschuss nach Steuern deutlich um 28 Prozent von 121,0 auf 154,9 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhen.

Auf Basis dieser Entwicklung hat der Vorstand der Wüstenrot & Württembergische AG (W&W AG) seine Erwartungen für das laufende Jahr nach oben revidiert und rechnet nun beim Jahresüberschuss mit einer erkennbaren Überschreitung des Vorjahreswertes von 235 Millionen Euro. Für Anleger und Investoren lohnt es sich über die Aktie nachzudenken.

„Wir verbessern unser Geschäft momentan in nahezu allen Bereichen. Diese Entwicklung im ersten Halbjahr ist alles andere als selbstverständlich. Sie ist einerseits hart erarbeitet, andererseits das erste Ergebnis unserer Maßnahmen, um unseren Konzern deutlich kundenorientierter auszurichten. Was in der W&W-Gruppe steckt, zeigen diese ersten Effekte. Es ist allerdings zu früh, dies bereits als stabilen Trend zu bezeichnen. Wir haben noch einen langen Weg zu gehen. Klar ist: Der W&W-Konzern verfügt über allerbeste Voraussetzungen, in den kommenden Jahren zu einem der Gewinner des erkennbaren Branchenumbruchs zu werden“, sagt Jürgen A. Junker, CEO und Vorstandsvorsitzender der W&W AG.

„Den Rückenwind bei den Ergebnissen können wir gut gebrauchen. Er sichert uns nicht zuletzt Handlungsspielraum, um die erforderlichen hohen Investitionen im Zuge der Digitalisierung aus eigener Kraft zu realisieren“, sagt der Nachfolger seines bald auch als Präsident des GDV scheidenden Vorgängers, an dessen früheren Basis, der grundsoliden Wüstenrot-Gruppe in Ludwigsburg.

Bauspar Bank behauptet sich
Die Wüstenrot Bausparkasse aus Ludwigsburg konnte im Netto-Neugeschäft (eingelöstes Geschäft) mit 5,76 Milliarden Euro Bausparsumme annähernd das Vorjahresniveau erreichen (- 4,8 Prozent). Sie entwickelte sich damit deutlich besser als der Markt insgesamt.
Mit einem Marktanteil von knapp 14 Prozent konnte Wüstenrot die Stellung als zweitgrößte private deutsche Bausparkasse somit weiter festigen. Das Brutto-Neugeschäft nach Bausparsumme lag mit 7,01 Milliarden Euro unter dem sehr hohen Vorjahreswert (7,64 Milliarden Euro), der von den Sondereffekten eines Tarifwechsels positiv beeinflusst worden war.

In der Baufinanzierung erhöhte sich konzernweit das Neugeschäft an vermittelten Krediten um 8,2 Prozent auf 2,76 Milliarden Euro nach 2,56 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Die im Frühjahr 2017 erfolgte Übertragung des Baufinanzierungs- und Pfandbriefgeschäfts der Wüstenrot Bank auf die Wüstenrot Bausparkasse sowie die Übertragung der Spar- und Anlageprodukte steigerten die interne Effizienz durch jetzt einheitliche Prozesse, Systeme und attraktive Produktlösungen rund um das Eigenheim. Zum anderen verfügt die Bausparkasse jetzt über deutlich breitere Refinanzierungsmöglichkeiten. Beide Effekte wirken sich positiv auf die Ertragslage der Bausparkasse aus und eröffnen zudem Wachstumsspielräume rund um das Thema Eigenheim, Wohnen und Vorsorge.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2017
Angesichts des anhaltenden Immobilienbooms in Deutschland rechnet der W&W-Konzern mit Wachstumsimpulsen beim Bausparen und der Baufinanzierung.

Für das Versicherungsgeschäft, insbesondere die Sparte Schadens- und Unfallversicherung, bleibt der Vorsorge-Konzern optimistisch. im Personenversicherungsgeschäft ist noch viel Potential, hier gilt es die Vororge-Themen Leben, Pflege und Gesundheit stärker mit dem Kerngeschäft rund um das Eigenheim zu bündeln.

Die hohen Investitionen in die Digitalisierung im Rahmen des „W&W@2020“-Programms, aber auch in den klassischen Vor-Ort-Vertrieb, werden beibehalten. Sie sollen einen Grundstein für künftiges Wachstum legen.

Der Konzern-Vorstand zeigt sich für das Gesamtjahr 2017 zuversichtlich und bestätigt seine bisherigen Aussagen. Neben den Zuwächsen im Neugeschäft und der günstigen Entwicklung im Segment Schaden-/Unfallversicherung könnte auch ein Einmaleffekt aus einem Portfolioverkauf sich auswirken.

Fazit und Kommentar
Drei positive Entwicklungen könnten aus Sicht der Kenner des Konzerns eine größere Rolle spielen:

Erstens tut die Stärkung des traditionellen Eigenheim-Gedankens mit dem Markenkern Wüstenrot dem gesamten Konzern wieder sehr gut.

Zweitens interessieren sich laut den Meldungen der Süddeutschen Zeitung amerikanisch-österreichische Investoren wie Cerberus Capital Management für gemeinsame Entwicklungen im digitalen Vertrieb und mit der Marke Südwestbank auch Sekoren wie Vermögensverwaltung und Kapitalanlagen.

Drittens wird neben dem Bekenntnis zum exklusiven Eigenvertrieb auch die Partnerschaft und Kooperation mit Banken und Maklern wieder auf Augenhöhe betrieben. Letzteres paart sich mit einem ehrlichen Respekt vor Mitarbeitern und Partnern, die frühere Phase scheint wohl vorbei. Das hat der Konzern mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wohl leidvoll gemeinsam, der die teilweise etwas abgehobene Phase demnächst auch beendet.

Sprichwort: „Wer ein (Eigen-)Heim bauen oder sichern will, sollte lange am Fundament verweilen.“

Dietmar Braun (db)

Urlaub mit Hund – Haftung für Tiere

Donnerstag, August 10th, 2017

Die beste Tierversicherung

Darüber reden seit 2015 die Hunde – wie sind wir versichert? /Foto: db Media Dietmar Braun


Die Gothaer Versicherungen melden heute aktuell in der Urlaubszeit eine forsa-Umfrage im Auftrag der Gothaer Versicherung aus dem Jahr 2015.

Vor über zwei Jahren ergab die Studie der Gothaer Versicherungen dass 40 Prozent der Hundebesitzer ihren Hund grundsätzlich mit in den Urlaub nehmen. 22 Prozent nehmen ihr Tier manchmal mit, 28 Prozent lassen es grundsätzlich zu Hause.

Beliebte Reiseziele sind beispielsweise Nord- und Ostsee: 56 Prozent der Hundebesitzer, die ihren Hund mit in den Urlaub nehmen, bevorzugen Strandurlaub im Norden, 37 Prozent zieht es in die Berge. Deutlich weniger, nämlich 19 Prozent, buchen einen Strandurlaub im Süden. Klar, denn die lange Anreise und die hohen Temperaturen machen den Vierbeinern zu schaffen.

Hat die zwei Jahre alte Umfrage, welche die Gothaer über zwei Jahre später zum Inhalt einer aktuellen Medienmitteilung Ende 2017 macht, noch einen aktuellen Wert? Vermutlich schon.

Die Menschen gehen nach wie vor in den Sommerferien in Urlaub und einige nehmen ihren Hund mit.

Ungewohnte Umgebung – ungewohntes Verhalten?
Mit großem Abstand ist die Ferienwohnung die beliebteste Unterkunft bei den Hundebesitzern. Rund 65 Prozent entscheiden sich für diese Variante. Aber was, wenn der Hund sich in der ungewohnten Umgebung ungewöhnlich verhält? Wenn der sonst so gehorsame Vierbeiner beispielsweise nicht mehr auf die Kommandos seines Herrchens hört?

Jeder zehnte Hundebesitzer sorgte sich im Jahr 2015 darum, dass sein Hund aggressiv gegenüber fremden Personen oder anderen Hunden wird bzw. dass ihr Hund Schäden oder Verunreinigungen in der Unterkunft verursacht. Das könnte laut der aktuellen Medienmitteilung der Gothaer auch über zwei Jahre später nach der forsa-Umfrage noch der Fall sein. So vermuten es zumindest Ende 2017 die Mitarbeiter in der Gothaer Pressestelle.

Halter haftet für Schäden, die der Hund anrichtet
Die Haftung muss stets der Tierhalter übernehmen. Der Hundehalter muss für sämtliche Schäden aufkommen, die das Tier anrichtet – auch im Ausland. Wer mit seinem Hund in den Urlaub fährt, sollte also gut versichert sein. Da reicht die normale Privathaftpflicht nicht aus.

„Egal, ob ein Hund einen Badegast verletzt, sich von der Leine losreißt und einen Verkehrsunfall verursacht oder das Sofa in der Ferienwohnung zerkratzt – in all diesen Fällen muss letztlich der Tierhalter für die Kosten aufkommen. Allein bei Schäden an der Einrichtung kann schnell ein Betrag in vierstelliger Höhe zusammenkommen“, sagt zu dem Thema Markus Wulfert, ein Mitarbeiter der Gothaer, in der aktuellen Medienmitteilung.

70 Prozent haben eine Tierhalterhaftpflicht
Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) sind nur 70 Prozent der sieben Millionen Hunde in Deutschland haftpflichtversichert. Insgesamt würden die Vierbeiner rund 100.000 Schäden im Jahr mit einem Schadenaufwand von etwa 80 Millionen Euro verursachen.

Dietmar Braun (db)

Agilität bei Munich Re

Mittwoch, August 9th, 2017

Agiliät statt Aussitzen

Assekuranz braucht Agilität – statt nur die Rast und Ruh am Schwanensee /Foto: © db media Dietmar Braun


Es läuft mit einer klugen Preispolitik und einem exzellenten Risiko-Management. Das neue Management der Munich Re gilt als agiler als das seiner Vorgänger. Es lohnt sich für Anleger über Aktienanteile der Rückversicherer nachzudenken. Mit Markus Rieß kommt auch ERGO voran.

Für Rückversicherer herrschen schwierige Rahmenbedingungen. Neben der Munich Re Gruppe meldet auch der Mitbewerber Swiss Re dass das Geschäft der Rückversicherer kein Selbstläufer ist. Das sollte die Risiko-Manager nicht entmutigen, sondern daran erinnern, dass Rückversicherung noch größeren Schwankungen im Volumen ausgesetzt ist, als bei den Erstversicherern. Mut und Weitsicht sind ein Teil des Geschäftsmodells.

Der Anteil des Geschäftsfelds Rückversicherung am Konzernergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr von 991 auf 629 Millionen Euro. Von Januar bis Juni 2017 steuerte die Rückversicherung 1.095 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei. Das operative Ergebnis betrug im 2. Quartal 896 Millionen Euro.

„Wir sehen Potential für profitables Wachstum, nicht nur durch innovative Lösungen oder neue digitale Geschäftsmodelle, sondern auch im traditionellen Bereich. Die Versicherungslücke ist selbst in entwickelten Märkten gewaltig. Entsprechend bestehen auch im derzeitigen Marktumfeld Chancen, profitables Geschäft zu zeichnen“, sagte Finanzchef Torsten Jeworrek, Vorstandsmitglied von Munich Re.

Da das Ergebnis im 2. Quartal hinter den Erwartungen zurückblieb, unter anderem aufgrund der Ablöse eines verlustreichen Vertrags, dem weitere folgen könnten, senkt die Gruppe ihre Schätzung für das Gesamtjahr von bisher 450 auf 400 Millionen Euro.

Der Ergebnisbeitrag der Schaden- und Unfallrückversicherung verringerte sich im 2. Quartal von 778 auf 517 Millionen Euro. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 99,8 auf 93,9 Prozent der verdienten Nettobeiträge. Damit liegt sie auf einem guten Niveau, um das angestrebte Ziel von rund 97 Prozent für das Gesamtjahr 2017 zu erreichen.
Da die Schadenmeldungen für die sogenannten Basisschäden früherer Jahre insgesamt weiterhin spürbar unter dem erwarteten Niveau liegen, konnten im 2. Quartal Rückstellungen in Höhe von 240 Millionen Euro aufgelöst werden. Dies entspricht 5,7 Prozentpunkten der Schaden-Kosten-Quote des 2. Quartals. Munich Re strebt im Risiko-Management an, Rückstellungen für neu auftretende Schäden insgesamt am oberen Rand angemessener Einschätzungsspielräume festzusetzen, so dass spätere Gewinne aus der Auflösung eines Teils dieser Rückstellungen möglich sind.

In der Erneuerungsrunde (Schaden/Unfall) zum 1. Juli 2017 stand Vertragsgeschäft aus den USA, Australien und Lateinamerika sowie von globalen Kunden mit einem Vorjahresgeschäftsvolumen von 2,2 Milliarden Euro zur Erneuerung an. Die Preise gaben bei der Juli-Erneuerung leicht nach. Der Preisrückgang betrug jedoch wie im Vorjahr -0,4Prozent. In einzelnen Märkten konnten selektiv Chancen genutzt werden, daher stieg das Prämienvolumen auf 2,6 Milliarden Euro an.

ERGO erholt sich langsam aber sicher
Das Konzernergebnis des Erstversicherer ERGO Group stieg im 2. Quartal auf 104 Millionen Euro. Das über den Erwartungen liegende Ergebnis wurde durch eine Steuergutschrift begünstigt. Von Januar bis Juni verzeichnete ERGO einen Gewinn von 195 Millionen Euro.

Alle drei Segmente – Leben/Gesundheit Deutschland, Schaden/Unfall Deutschland und International – konnten ihr Halbjahres-Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr stark verbessern. Das operative Ergebnis des Geschäftsfelds ERGO für die Monate April bis Juni sank jedoch von 463 auf 260 Millionen Euro.

„Das vor rund einem Jahr gestartete ERGO Strategieprogramm entwickelt sich gut. Wir liegen im Plan bei der Umsetzung der Maßnahmen wie auch bei der angestrebten Ergebnissteigerung. ERGO bleibt auf das Ziel verpflichtet, zum Abschluss des Strategieprogramms im Jahr 2021 einen nachhaltigen Ergebnisbeitrag von mehr als 600 Mio. € jährlich zum Konzernergebnis beizusteuern“, sagte Risiko-Manager und CEO Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender von ERGO und Vorstandsmitglied von Munich Re.

Munich Re erwartet 2017 bis 2,4 Milliarden Euro Gewinn
Munich Re rechnet für das Geschäftsjahr 2017 weiterhin mit gebuchten Bruttobeiträgen zwischen 48 und 50 Milliarden Euro und strebt unverändert ein Konzernergebnis in einer Spanne von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro an.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

Die Fintech-Show ist vorbei – Zeit zu liefern

Dienstag, August 8th, 2017

Fintech müssen liefern

Die Träume sind vorbei – jetzt müssen die digitalen Boten endlich liefern. /Foto: db media Dietmar Braun


Einige Zeit wedelte der Schwanz mit dem Hund. Insure- und FinTechs wollten die etablierten Versicherer aus dem Markt drängen. Ein Unternehmer aus Berlin erklärte sogar, dass er mit Clark & Co Startups „am Fließband produziere“, die globale Giganten in der Assekuranz werden würden. Mit den Forderungen der Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen (BaFin) an die Rückstellungen und Risiko-Management für Leistungen kehrte Realität ein. Zeigen was wirklich geht ist gilt es jetzt, nicht nur beschreiben was gehen könnte, sondern Versprechen einlösen.

Die Realität und ein nüchterner Blick auf digitale Prozesse und Startup als Dienstleister haben vor allem die Rückversicherer der Assekuranz. Der Chef des weltgrößten Rückversicherers sieht die Chancen und Grenzen. „Insurtech ist eine Facette der Digitalisierung: ein Trend, der die Art und Weise, wie man Versicherungsgeschäft betreibt, wie der Kunde Versicherung erlebt, und wie Versicherungslösungen zum Kunden gelangen, grundlegend verändern wird”, sagt Joachim Wenning, CEO und Vorstandsvorsitzender der Munich Re, im Fachmagazin des Unternehmens.

Auch bei einigen Erstversicherern kehrt die Realität nach den überzogenen Shows und Forderungen für Investoren-Millionen der jungen Unternehmer von Fintech und Insuretech-Unternehmen die sehr in ihrer Art bei den Pitch dem früheren Neuen Markt ähnelten.

Oliver Bäte, Chef der Allianz SE, sagte aus der Sicht des Marktführers der Erstversicherer: „Im Fokus unserer Aktivitäten stehen unsere Versicherten und die Bedürfnisse der Kunden besser zu erkennen und zu bedienen. Digitale Prozesse können dabei helfen.“

So sagte im exklusiven Gespräch in Stuttgart der Vorstandsvorsitzende des Alte Leipziger-Hallesche Konzern Dr. Walter Botermann: „Sicher werden wir dem Vertrieb und den Kunden mehr Apps für Information und Kommunikation zur Verfügung stellen, aber unser Fokus liegt auf der langfristigen Verlässlichkeit und der Sicherung des Vertrauens unserer Versicherten auf ihre Kollektive.“ Die Aktuarin Wiltrud Pekarek ergänzte: „Wir verstehen uns als Kümmerer für Kunden, nicht nur als Abwickler im Schadens- oder Leistungsfall, sondern weit im Vorfeld über Prävention und Mehrwerte in der Beratungsfunktion als Versicherer, als Partner der Versicherungsmakler und des eigenen Außendienstes.“

Die Münchener Versicherer haben sich von dem Spezialversicherer die Bayerische bis zur Allianz als Marktführer zu einem Versicherungs-Hub zusammengefunden, der die Assekuranz mit den neuen digitalen Hilfsmitteln umbauen soll. Der bayerische Freistaat will einen solchen Hub unterstützen. Im Raum Stuttgart zeichnet sich ein Bausparkassen-Banken-Versicherungs-Hub ab, der digitale Banken nutzen will um Versicherungsleistungen rund ums Eigenheim nebst Vorsorge für die Bewohner zu bieten.

Der Botschafter für das Eigenheim, als Sprecher der ARGE der privaten Bausparkassen Bernd Hertweck, im Hauptberuf Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse Wüstenrot sagte: „Vorsorge rund um das Eigenheim, vom lebenslangen Wohnrecht, Pflege bis zu einer zufriedenstellenden Rente, das wurde früher als Spießertum bezeichnet, heute nennen wir es Sicherheit und Vorsorge rund um das eigene Heim.“

Fazit: Es tut gut, dass nach langem Zögern die Besonnenheit der erfahrenen Risiko-Manager sich mit den Jungunternehmern der Digitalbranche zusammenschließt, um die Zukunft der Assekuranz und ihrer Versicherungskollektive gemeinsam zu sichern. Das entspricht dem Vertrauen der Versicherten in die Kompetenz und Verlässlichkeit der Branche. Versicherungskunden wollen sich nicht wirklich mit Versicherungsschutz und Bedingungen befassen oder diese gar vergleichen, wie selbsternannte Verbraucherschützer das immer wieder behaupten, Kunden wollen ihre Ängste und Sorgen gegen Prämie bei den Versicherern abladen und dafür im Bedarf solide Sicherheit für den Fall des Eintritt von Risiken oder Schäden. Einfach machen durch einfach machen – nicht mehr und nicht weniger.

Dietmar Braun (db)

Durch Schaden klüger – billiger Schutz zahlt nicht

Freitag, Juli 28th, 2017

Nur Elementarschaden hilft bei Starkregen

Briefkasten trocken – Keller unter Wasser. Was jetzt? Billig versichert – oder richtig gesichert? /Foto: db media Dietmar Braun


Billigen Versicherungsrat oder billige Versicherungsdeckungen gibt es nicht. Wenn es brennt oder das Eigenheim unter Wasser steht zählt nur die Kompetenz der Kümmerer.

Der Stark- und Dauerregen der vergangenen Tage hat in Niedersachsen und anderen Teilen Deutschlands für überschwemmte Altstädte und unter Wasser stehende Keller gesorgt. Binnen 24 Stunden ist in vielen Regionen mehr Regen heruntergekommen als normalerweise im ganzen Monat Juli.

Stark-Regen hinterlässt Chaos
Durch Unwetter können an Industrieanlagen, Häusern, Hausrat und Autos hohe Schäden entstehen. Nicht selten stehen Hausbesitzer, oder Mieter nach dem Unwetter vor einem großen Chaos. Es stellt sich nicht nur die Frage, wie das Gebäude schnellst- und bestmöglich wieder instand gesetzt werden kann, sondern auch wer die Kosten dafür trägt. Wer also zahlt in diesen Fällen?

Essentieller Elementarschutz
Wohngebäude- und Hausratversicherung als Standarddeckung sehen nicht Lösungen zur Entschädigung für alle Naturereignisse vor. Wie immer bei Versicherungen, entscheidet hier die Kompetenz des Versicherungsmakler oder Vermittler, ob das Konzept die Risiken deckt.

„Für Schäden, die beispielsweise durch Überschwemmungen und Starkregen entstehen, ist jeweils eine zusätzliche Elementardeckung nötig. Nur dann übernimmt die Versicherung Kosten für Reparaturarbeiten am Wohngebäude wie etwa eine Gebäudetrocknung oder Instandsetzung des Mauerwerks“, sagt Dr. Harald Neugebauer, Leiter der Schadenabteilung bei den Gothaer Versicherungen.

Eine Elementar-Zusatzdeckung in der Hausratversicherung kommt für beschädigtes oder zerstörtes Wohnungsinventar auf – ersetzt wird der Wiederbeschaffungswert.
60 Prozent der deutschen Immobilien bei Natur-Risiken ungeschützt

„Eine Elementarversicherung sollte immer zusätzlich zu einer Gebäude- oder Hausratversicherung abgeschlossen werden“, so der Experte Neugebauer in der Nachschau zu eingetretenen Wasserschäden.

Nur so seien beispielsweise auch Schäden durch Unwetter und Rückstaus in der Kanalisation gedeckt.

Genau dieser Teil des Versicherungsschutzes fehle laut Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) etwa 60 Prozent der Deutschen für ihr Eigenheim oder den gewerblichen Kunden für ihre Betriebe. Das ist logisch, da diese Risiken ja ein erhöhtes Risiko für den Versicherer als Risikoträger darstellen.

Wie sollten sich Versicherte im Schadenfall verhalten?

Den Schaden sofort melden!
Versicherungsnehmer sollten ihre Versicherung so schnell wie möglich über einen Schadenfall zu informieren. Eine detaillierte Schadenaufstellung kann später nachgereicht werden.

Folgeschäden vermeiden!
Versicherungsnehmer sollten alles Zumutbare tun, um den Schaden so gering wie möglich zu halten – zum Beispiel beschädigte Dachfenster mit einer Plane abdecken, Wasser abpumpen oder Einrichtungsgegenstände aus dem Keller, sofern ohne Gefährdung möglich, in Sicherheit bringen.

Dokumentieren!
Versicherungsnehmer sollten Schäden in Fotos und Videos genau festhalten.

Rücksprache!
Bevor Versicherungsnehmer eine Reparatur in Auftrag geben, sollten sie unbedingt Rücksprache mit dem Versicherer halten.

Archivieren!
Quittungen, beispielsweise von Reparaturarbeiten, für die Steuererklärung aufheben.

Fazit: Sorgen Sie nicht nur für die umfassende Risiko-Deckung in Zusammenarbeit mit dem Versicherungsmakler ihres Vertrauens oder kompetenten Versicherungsberater, sondern sammeln sie auch Belege über ihr Eigentum und Eigenheim, um im Schadensfall alle Werte belegen zu können. (db)

Honorar als Vergütung für Risiko-Management

Freitag, Juli 28th, 2017

Mehr Auswahl bei Beratungsvergütung

(vlnr.) Christina Ott, Amela Turkmanovic, Prof.Dr. Matthias Beenken, Gerald Archangeli und Dietmar Braun diskutieren über Vergütung in der Assekuranz /Foto: db media Dietmar Braun


Honorarberatung ist ab 2018 kein Monopol mehr. Jeder Vermittlungsunternehmer kann gegen Honorar arbeiten. Die Kompetenz als Kümmerer wird entscheiden. Das ist fair und gut.

Mit der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD wird ab 2018 für aktive Versicherungsmakler und Vermittler der Weg in die umfassende Honorarberatung geebnet. Kunden und Versicherte haben ab dem Jahr 2018 bei der Vergütung für ihre Beratung und Betreuung die Auswahl zwischen der Vereinbarung einer Honorarvergütung oder Refinanzierung über Courtagen bzw. Provision. Die Honorarberatung bietet allen Beteiligten klare wirtschaftliche Vorteile – für den Berater wird die Haftung auf das Honorar begrenzt und der Kunde kann über die Höhe verhandeln.

Die Perspektive der Risikoträger, die Flexibilität der Deckungskonzepte und Nachhaltigkeit der Lösungen spielen in der Honorarberatung eine Rolle. Hier werden Nischenlösungen der Insuretech-Anbieter oder traditionelle Konzepte der Versicherer auf ihre Zukunftsfähigkeit in der Praxis getestet. Die Rolle der Vermittlungsunternehmen als Kümmerer für Kunden und Manager für Risiken wird durch die Wahl der Vergütung gemäß der IDD-Richtlinie gestärkt.

Die Gewinner sind die Verbraucher, da sie Honorare dauerhaft nur für kompetenten Rat bezahlen, das ist in den steuerberatenden, juristischen oder medizinischen Berufen nicht anders. Allerdings kann sich nicht jeder Kunde die Honorare für alle Dienstleistungen leisten.

Professionelles Risiko-Management mit der richtigen Auswahl von den für die Risiken exakt passenden Versicherungsdeckungen wird gefördert. Das ist auch gut so. (db)

Hoffentlich Allianz versichert – oder Aktionär

Donnerstag, Juli 27th, 2017

Gute Aktien für die Sicherheit

André Kostolany lehrte Dietmar Braun „die beste Sicherheit sind gute Aktien“. /Foto: © db media Dietmar Braun


Allianz hebt ihre Ziele für dieses Jahr an. Der Marktführer erwartet Kunden und Aktionäre erfreuen zu können. Selbst wer nicht Kunde ist, sollte über die Allianz Aktie nachdenken.

Die Allianz Gruppe hat im zweiten Quartal 2017, basierend auf den vorläufigen Zahlen, ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro nach 2,4 Milliarden Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres erzielt. Das entspricht einem Anstieg von satten 23 Prozent.

Der Gesamtumsatz stieg im zweiten Quartal 2017 um 2,0 Prozent um eine halbe Milliarde Euro, von 29.402 auf 29.994 Millionen Euro. Der auf die Allianz-Aktionäre entfallende Quartalsüberschuss stieg um 83,4 Prozent von 1,1 auf 2,0 Milliarden Euro. Der Steuersatz sank auf 27 Prozent von 33 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Die Geschäftsergebnisse verbesserten sich beim Marktführer nach den vorgelegten Trends und Zahlen im zweiten Quartal 2017 über alle Segmente hinweg.

Bonität macht Sachversicherer vertrauenswürdig

In der Schaden- und Unfallversicherung stieg das operative Ergebnis um 28,0 Prozent von 1,1 auf 1,4 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz erhöhte sich im zweiten Quartal 2017 um 0,6 Prozent auf 11,685 (11,611) Milliarden Euro.

Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) verbesserte sich von 96,4 auf 93,7 Prozent.

Der Anteil an Schäden aus Naturkatastrophen betrug ein Prozent nach 4,4 Prozent im zweiten Quartal letztes Jahr.

Die Allianz ist Partner und Kümmerer für Versicherte

Die Abwicklungsquote fiel von 6,5 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 3,8 Prozent im zweiten Quartal 2017, während sich die zugrunde liegende Schadenquote um 1,7 Prozentpunkte verbesserte.

Von wegen die Lebensversicherung ist tot

In der Lebens- und Krankenversicherung erhöhte sich das operative Ergebnis um 12,0 Prozent von 1,0 auf 1,1 Milliarden Euro. Der Barwert der neuen laufenden Bruttoprämien stieg um 2,8 Prozent von 13.240 auf 13.606 Millionen Euro. Die Neugeschäftsmarge erhöhte sich im zweiten Quartal 2017 auf hoher Basis von 2,6 auf 3,4 Prozent.

Risiko-Manager als Vermögensverwalter

Im Bereich Asset Management stieg das operative Ergebnis um 16,8 Prozent von einer halben Milliarde Euro auf 584 Millionen Euro. Das für Dritte verwaltete Vermögen erhöhte sich bis zum Ende des zweiten Quartals 2017 im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 um 7,6 Prozent auf 1.406 Milliarden Euro. Die Nettomittelzuflüsse Dritter erreichten 55 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2017.

Für das Gesamtjahr erwartet die Allianz nun, dass das operative Ergebnis am oberen Ende der Zielspanne von 10,8 Milliarden Euro, plus oder minus 500 Millionen Euro, liegen wird, vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse, Krisen oder Naturkatastrophen.
Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund einer aktualisierten Definition des operativen Ergebnisses und einer Rechnungslegungsänderung, wie bereits im ersten Quartal des Jahres geschildert, angepasst.

Die Allianz macht es spannend

Die Allianz wird weitere Details zum Geschäftsverlauf im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2017, wie angekündigt, am 4. August 2017 veröffentlichen. Darauf werden nicht die Allianz Aktionäre blicken, sondern auch die Branche, deren Ergebnisse wie Rundungsziffern wirken.

Fazit: Wer noch einen Versicherer für das Depot sucht, sollte über die Allianz nachdenken. Für die Fans der Automobil-Branche sollten sich die Gedanken um die Daimler Bank drehen, das könnte ein neuer Stern am internationalen Banken-Himmel werden. Die Daimler Bank ist zwar nicht die Deutsche Bank, aber vielleicht gerade deswegen immer eine Alternative. (db)

Luxus zeitgemäß versichern

Mittwoch, Juli 26th, 2017

Uhren sofort digital versicherbar

Dr. Jürg Schiltknecht, CEO der Basler Versicherungen /Foto: © Basler


Die Basler Versicherung hat eine neue Uhren-Versicherung auf den Markt gebracht. Der Kunde soll seine Armbanduhr künftig mittels Foto-Erkennung versichern können. Der Schutz der Uhr am Handgelenk ist gegen die Risiken Diebstahl oder Beschädigung möglich.

Die Foto-Erkennung selbst wurde von zwei Insurtechs entwickelt. Die Spezialversicherung soll online abschließbar sein. Während das Start-Up Kasko sich für die IT-Implementierung verantwortlich zeichnet, entwickelte das Start-up Snapsure die Foto-Erkennungssoftware.

Dabei handelt es sich nach einer Medienmitteilung der Basler Versicherungen um eine intelligente Software, die selbstlernend und permanent neue Uhrenmarken und -modelle erkennt. Zu Beginn sollen zunächst die gängigsten Uhrenmodelle erkannt werden. Mit jedem Foto erweitert die Software automatisch ihre Datenbank.

Dabei soll der Kunde direkt nach Zahlung per Kreditkarte oder PayPal seinen individuellen Versicherungsschein erhalten, auf dem sogar das Bild der Uhr abgedruckt sei. Versichert ist die Uhr dann gegen einfachen Diebstahl, Bruch und Zerstörung.

„Versicherungen basierend auf Foto-Erkennung sind ein Schritt in die Zukunft. Bisher war der Versicherungsprozess nie emotional – wir versuchen das mit der Foto-Erkennung sowie einem unterhaltsamen Verkaufsprozess zu ändern“, sagt zu der neuen Police Dr. Jürg Schiltknecht, CEO und Vorstandsvorsitzender der Basler Versicherungen Deutschland.

Der Produktstart der innovativen Versicherung speziell für wertvolle Armbanduhren ist eingebettet in eine Reihe weiterer Aktivitäten zur Umsetzung der Strategie der Basler-Gruppe und der Etablierung digitaler Initiativen in Deutschland. Anfang Juli 2017 wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Asset Management die Robo Advisor-Plattform Baloise Monviso gestartet. (db)

Neues DiVana online

Montag, März 13th, 2017

DiVana 03/2017

wondermag von fgbraun.de

Ist das Leben durch die Hilfsmittel der digitalen Technik nur noch ein Schaufenster? Ja und Nein. Mehr Möglichkeiten liefern Risiken und Chancen. DiVana zeigt was geht und was zu meiden ist.