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AOK verkauft Allianz

Donnerstag, August 17th, 2017

AOK verkauft Allianz

Der Allianz Deutschland AG-Chef Manfred Knof liefert prompt Oliver Bäte. /Foto: Allianz db Media


Die Allianz Deutschland AG ist in den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 erneut in allen Geschäftsbereichen gewachsen. Der Umsatz legte insgesamt um 7,8 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro zu. Im Gegensatz zur Mutter Allianz SE rechnet die Tochter mit der Stabilität des Geschäfts.

„Dieses gute Ergebnis zeigt, dass unsere Produkte die Bedürfnisse unserer Kunden ansprechen. Wir sind auf dem richtigen Weg, um noch besser zu werden. Unser Ziel ist, in den Lebenswelten der Kunden relevant zu sein. Wir wollen mehr sein als ein Versicherer, der Rechnungen bezahlt“, sagt Risiko-Manger und CEO Manfred Knof, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG an die Adresse der deutschen Versicherten und liefert ein exzellentes Ergebnis mit fast 25 Prozent Wachstum in der Sparte Leben.

Die Allianz entwickelt den Umbau hin zu einer kundenorientierten Organisation weiter und nutzt die Chancen von sinnvoller Digitalisierung der Prozesse eines Versicherers.

Im ersten Halbjahr 2017 wurden 21 neue Leistungs- und Service-Ideen getestet und dazu rund 5.000 Versicherte befragt. Im digitalen Direktangebot der Allianz können die Versicherungslösungen der Allianz vollständig digital abgeschlossen werden. Die Nutzerzahlen der Angebote im Internet steigen stetig, ebenso die Online-Abschlüsse.

Bei der Risikolebensversicherung legten die Online-Abschlüsse um 44 Prozent zu. Auf jeden Abschluss im Internet kommen zehn weitere Nutzer, die über die Website zu einem Vermittler gelangen und sich bei diesem versichern.

„Auch im Zeitalter der Digitalisierung vertrauen unsere Kunden auf die hervorragende persönliche Beratung durch unsere Vertreter. Uns ist es daher wichtig, den Übergang für die Kunden von der Internetseite zu einem unserer Vertreter so einfach wie möglich zu gestalten“, sagt Knof.

Erfolg im Firmen- und Gewerbegeschäft
Die Bruttoprämien in der Schaden- und Unfallversicherung nahmen um 1,8 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro zu. Die modulare Firmen- und Gewerbe-Deckungen stießen auf große Nachfrage bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. In dieser Zielgruppe sieht die Allianz Deutschland zusätzliches Wachstumspotenzial für die 2016 eingeführte Deckung für das Cyber-Risiko.

Allianz kündigt neue Kraftfahrtversicherung an
Die AllSecur ist mittlerweile der drittgrößte Direktanbieter im deutschen Kfz-Versicherungsmarkt.

Der Verkaufserfolg des Telematik-Tarifs Bonus Drive übertraf mit 31.500 versicherten Fahrzeugen seit Start im Mai 2016 die Erwartungen. Eine Ausweitung auf weitere Altersgruppen wird derzeit geprüft. Weiterhin wird die Allianz im Herbst ihre neue Autoversicherung in Deutschland einführen.

Leben mit Garantien ist beliebt
In der Lebensversicherung stiegen die Beitragseinnahmen um 13,2 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro an. Ebenso legten die Neubeiträge mit einem Plus von 24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich zu. In all ihren Altersvorsorge-Produkten bietet die Allianz eine Garantie der Höhe der Prämie als bewährtes Sicherheitselement an und orientiert sich damit an den Wünschen ihrer Versicherten. Denn selbst bei kapitalmarktnahen Lebens- oder Rentenversicherungen setzen drei von vier Kunden auf 100-prozentigen Beitragserhalt, wie eine Auswertung von 50.000 Verträgen zeigt.

„Die Kunden möchten Sicherheit für ihr eingezahltes Geld, sich aber gleichzeitig Chancen am Kapitalmarkt offenhalten“, sagt Knof.

Für mehr Planungssicherheit in der Altersvorsorge können Versicherte jetzt unter Angabe weniger Daten einen Überblick über die eigene Vorsorgesituation gewinnen: Der sogenannte Rentenscore zeigt, welcher Teil der angestrebten Rentenhöhe bereits durch die bestehende Vorsorge abgedeckt ist. Besitzern eines Amazon Echo hilft Alexa bei der Ermittlung des Rentenscore.

AOK als erfolgreicher Außendienst der Allianz
Die Beitragseinnahmen der Krankenversicherung erhöhten sich um 1,8 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Dabei legte sowohl der Umsatz mit Vollversicherungen als mit Zusatzversicherungen zu. Letzterer aufgrund der erfolgreichen Kooperation mit der AOK Baden-Württemberg.

Sehr gut bei den Kunden kamen dabei die neuen Zahntarife Dental Plus und Dental Best an und sorgten dafür, dass sich der Verkauf von Zahntarifen im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 57 Prozent steigerte. Ende Juni 2017 waren insgesamt 2,6 Millionen Personen bei der Allianz krankenversichert, 35.000 mehr als vor einem Jahr.

Kapitalanlagen mit neuem Risikoprofil klappt
Seit Ende 2016 bewerten Allianz Leben und die Allianz Private Krankenversicherung neben der Langfristigkeit und Stabilität auch die Nachhaltigkeit aller getätigten Kapitalanlagen. Mit dem sogenannten ESG-Scoring werden Aspekte des Umweltschutzes (E), des Sozialen (S) sowie der guten Unternehmensführung (G) abgedeckt und damit das Risikoprofil des investierten Kapitals verbessert. Die verwalteten Kapitalanlagen stiegen zum 30. Juni 2017 um 1,9 Prozent auf 289,6 Milliarden Euro.

Das Kapitalanlagenergebnis sank um 0,5 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Hier überwogen Verluste aus Zinsabsicherungen gegenüber geringeren Abschreibungen auf Kapitalanlagen.

Operatives Ergebnis legt zu
Das operative Ergebnis lag mit 1,2 Milliarden Euro um 3,6 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums. Das Ergebnis wuchs um 4,8 Prozent auf 910 Millionen Euro, das sind fast fünf Prozent, auf der Basis von Milliarden Euro ist das ein sehr hohes Niveau.

Ausblick 2017 – Allianz sichert Marktführung Leben
Vorausgesetzt, dass sowohl die Entwicklung an den Kapitalmärkten als auch Naturkatastrophen und Großschäden das Ergebnis nur moderat beeinflussen, geht der Vorstand der Allianz Deutschland AG für das Gesamtjahr von einer stabilen Geschäftsentwicklung aus.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

Beste Krankenversicherung – AOK holt auf

Donnerstag, August 3rd, 2017

Die gesetzlichen Krankenkassen versorgen 90 Prozent der Bevölkerung. Da sich durch die gesetzliche Regelung der Leistungen wenige Unterschiede ergeben, läuft der Wettbewerb über zufriedene Versicherte, Service und zum Teil über Zusatzbeiträge und Extraleistungen.

(db finanzwelt 2017-08-03) Unbeirrt von unterschiedlichen Zusatzbeiträgen bescheinigen die Deutschen den gesetzlichen Krankenversicherungen gute Arbeit. Das ist das Ergebnis der Studie „Kundenloyalität bei Krankenkassen: Jede Interaktion ist eine Chance“ der internationalen Managementberatung Bain & Company.

Für die Studie hat Bain 3.300 gesetzlich Versicherte bei 18 großen Krankenkassen befragt. Danach legte die mit dem Net Promoter® Score (NPS®) messbare Loyalität in der Branche um 3 Prozentpunkte zu – auf plus 13 Prozent.

Die Zahl besonders loyaler Kunden, sprich der Promotoren, überstieg damit deutlich die der Kritiker. Allerdings gibt es teils große Unterschiede zwischen den Anbietern.

An der Spitze aus Sicht der Versicherten liegt die Techniker Krankenkasse (TK) mit einem NPS von 43,5 Prozent, trotz Einbußen gegenüber der letzten Studie aus dem Jahr 2013.

Danach folgt die AOK Plus, die ihren NPS auf 42 Prozent mehr als verdoppeln konnte.

Rang drei belegen die Knappschaft-Krankenkassen mit immerhin noch 34,5 Prozent.

Rangfolge der gesetlichen Krankenkassen /Grafik: Bain

„Die Anstrengungen vieler Krankenkassen, ihren Service auszubauen und die Digitalisierung voranzutreiben, zahlen sich aus. Loyale Kunden fördern wie kaum ein anderer Faktor das Wachstum der Versicherer“, sagt Dr. Christian Kinder, Bain-Partner und Co-Autor der Studie.

So basiert bei jedem Fünften ein Anbieterwechsel auf dem Rat eines Freunds oder Bekannten. Zudem empfehlen Promotoren ihre Krankenkasse fünf Mal häufiger weiter wie das die Kritiker tun. Insgesamt sind derzeit 20 Prozent, also nur noch jeder fünfte Versicherte, der gesetzlich Versicherten wechselbereit. 2013 waren es gut 25 Prozent, da war noch jeder Vierte bereit zum Wechsel.

Leistung als ein Loyalitätstreiber
Ein wesentlicher Auslöser für einen Kassenwechsel ist nach wie vor der Beitragssatz. Die Treiber für Kundenbegeisterung, und damit Loyalität zu einer Krankenkasse, sind hingegen insbesondere regelmäßige Interaktionen und Innovationen. Es folgen die Reputation des Anbieters und dessen Leistungen. Erst danach kommt die Höhe des Beitragssatzes mit dem Zusatzbeitrag.

Angesichts dieser Ergebnisse stehen die Krankenkassen vor drei Paradigmenwechseln:

1. Regelmäßige Interaktion zahlt sich aus
2. Kunden erwarten mehr digitale Services
3. Der Gesundheitsplattform gehört die Zukunft

Welchen Stellenwert regelmäßige Interaktionen haben, verdeutlicht ein weiteres Studienergebnis.
Einem durchschnittlichen NPS von 20,9 Prozent bei einem Kontakt in den vergangenen drei Monaten steht ein Wert von minus 12,6 Prozent gegenüber, wenn es mehr als zwei Jahre keine Berührungspunkte gab.

„Die Frequenz und auch der Anlass von Interaktionen haben entscheidenden Einfluss auf die Loyalität. Dank digitaler Kanäle verfügen die Krankenkassen nun über erheblich mehr Möglichkeiten für regelmäßige und wertschaffende Interaktionen als früher“, sagt Mareike Steingröver, Bain-Partnerin und Co-Autorin der Studie.

Digitale Kommunikation allein reicht nicht aus
Nur digitale Kommunikation wird den Versicherten auf Dauer jedoch nicht genügen. Schon heute erwarten jeweils mehr als 40 Prozent, dass sie Anträge und Rechnungen online einreichen, Bonusprogramme und Online-Dienste zu nutzen sowie Arztrechnungen einsehen können.

Darüber hinaus interessieren sie sich für Dienstleistungen wie einen Apotheken-Navigator oder Onlineterminvereinbarungen mit Ärzten.
Zudem würden mehr als die Hälfte den Aufbau einer zentralen Gesundheitsplattform begrüßen, die sämtliche Informationen bündelt – von Angaben zu geeigneten Ärzten und Apotheken über Bonusprogramme bis hin zur elektronischen Patientenakte. Nach Überzeugung von rund 70 Prozent der Befragten sind die gesetzlichen Krankenversicherer dafür die besten Betreiber.

Was Kunden sich digital wünschen

Was Kunden sich als digitalen Service wünschen. /Grafik: Bain

„Die Krankenkassen decken schon heute einen Teil der Anforderungen an eine Gesundheitsplattform ab. Zudem überschneidet sich ihre digitale Roadmap mit den Wünschen der Kunden“, so Bain-Versicherungsexpertin Steingröver.

Auf beiden Agenden stehen unter anderem die E-Akte, Telemedizin und die Nutzung vernetzter Geräte für die Diagnose und die Pflege in den eigenen vier Wänden.

Loyalität fördern, Wachstum steigern und Effizienz erhöhen
„Die gesetzlichen Krankenversicherer sind auf dem richtigen Weg. Nun geht es darum, die Chancen der Digitalisierung noch besser zu nutzen. Auf diese Weise können die Krankenkassen die Loyalität ihrer Kunden fördern, damit ihr Wachstum steigern sowie ihre Effizienz erhöhen – und so gleich in dreifacher Hinsicht profitieren. Das sollte sich kein Anbieter entgehen lassen“, ist Bain-Partner Kinder überzeugt.

Dazu dienen vor allem die Schaffung regelmäßiger Kontaktpunkte mit einem für den Kunden spürbaren Mehrwert, verstärkte Investitionen in die digitale Transformation und die richtige Balance zwischen mehr Service und angemessenem Preis.

Dietmar Braun (db finanzwelt)