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Wüstenrot wächst weiter

Freitag, August 11th, 2017

Wüstenrot setzt auf das Eigenheim

Wüstenrot setzt auf seine Kern-Marke und Kompetenz rund um das Eigenheim /Foto: © db media Dietmar Braun


Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) meldet ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2017. Die Gruppe konnte in den ersten sechs Monaten den Konzernüberschuss nach Steuern deutlich um 28 Prozent von 121,0 auf 154,9 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhen.

Auf Basis dieser Entwicklung hat der Vorstand der Wüstenrot & Württembergische AG (W&W AG) seine Erwartungen für das laufende Jahr nach oben revidiert und rechnet nun beim Jahresüberschuss mit einer erkennbaren Überschreitung des Vorjahreswertes von 235 Millionen Euro. Für Anleger und Investoren lohnt es sich über die Aktie nachzudenken.

„Wir verbessern unser Geschäft momentan in nahezu allen Bereichen. Diese Entwicklung im ersten Halbjahr ist alles andere als selbstverständlich. Sie ist einerseits hart erarbeitet, andererseits das erste Ergebnis unserer Maßnahmen, um unseren Konzern deutlich kundenorientierter auszurichten. Was in der W&W-Gruppe steckt, zeigen diese ersten Effekte. Es ist allerdings zu früh, dies bereits als stabilen Trend zu bezeichnen. Wir haben noch einen langen Weg zu gehen. Klar ist: Der W&W-Konzern verfügt über allerbeste Voraussetzungen, in den kommenden Jahren zu einem der Gewinner des erkennbaren Branchenumbruchs zu werden“, sagt Jürgen A. Junker, CEO und Vorstandsvorsitzender der W&W AG.

„Den Rückenwind bei den Ergebnissen können wir gut gebrauchen. Er sichert uns nicht zuletzt Handlungsspielraum, um die erforderlichen hohen Investitionen im Zuge der Digitalisierung aus eigener Kraft zu realisieren“, sagt der Nachfolger seines bald auch als Präsident des GDV scheidenden Vorgängers, an dessen früheren Basis, der grundsoliden Wüstenrot-Gruppe in Ludwigsburg.

Bauspar Bank behauptet sich
Die Wüstenrot Bausparkasse aus Ludwigsburg konnte im Netto-Neugeschäft (eingelöstes Geschäft) mit 5,76 Milliarden Euro Bausparsumme annähernd das Vorjahresniveau erreichen (- 4,8 Prozent). Sie entwickelte sich damit deutlich besser als der Markt insgesamt.
Mit einem Marktanteil von knapp 14 Prozent konnte Wüstenrot die Stellung als zweitgrößte private deutsche Bausparkasse somit weiter festigen. Das Brutto-Neugeschäft nach Bausparsumme lag mit 7,01 Milliarden Euro unter dem sehr hohen Vorjahreswert (7,64 Milliarden Euro), der von den Sondereffekten eines Tarifwechsels positiv beeinflusst worden war.

In der Baufinanzierung erhöhte sich konzernweit das Neugeschäft an vermittelten Krediten um 8,2 Prozent auf 2,76 Milliarden Euro nach 2,56 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Die im Frühjahr 2017 erfolgte Übertragung des Baufinanzierungs- und Pfandbriefgeschäfts der Wüstenrot Bank auf die Wüstenrot Bausparkasse sowie die Übertragung der Spar- und Anlageprodukte steigerten die interne Effizienz durch jetzt einheitliche Prozesse, Systeme und attraktive Produktlösungen rund um das Eigenheim. Zum anderen verfügt die Bausparkasse jetzt über deutlich breitere Refinanzierungsmöglichkeiten. Beide Effekte wirken sich positiv auf die Ertragslage der Bausparkasse aus und eröffnen zudem Wachstumsspielräume rund um das Thema Eigenheim, Wohnen und Vorsorge.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2017
Angesichts des anhaltenden Immobilienbooms in Deutschland rechnet der W&W-Konzern mit Wachstumsimpulsen beim Bausparen und der Baufinanzierung.

Für das Versicherungsgeschäft, insbesondere die Sparte Schadens- und Unfallversicherung, bleibt der Vorsorge-Konzern optimistisch. im Personenversicherungsgeschäft ist noch viel Potential, hier gilt es die Vororge-Themen Leben, Pflege und Gesundheit stärker mit dem Kerngeschäft rund um das Eigenheim zu bündeln.

Die hohen Investitionen in die Digitalisierung im Rahmen des „W&W@2020“-Programms, aber auch in den klassischen Vor-Ort-Vertrieb, werden beibehalten. Sie sollen einen Grundstein für künftiges Wachstum legen.

Der Konzern-Vorstand zeigt sich für das Gesamtjahr 2017 zuversichtlich und bestätigt seine bisherigen Aussagen. Neben den Zuwächsen im Neugeschäft und der günstigen Entwicklung im Segment Schaden-/Unfallversicherung könnte auch ein Einmaleffekt aus einem Portfolioverkauf sich auswirken.

Fazit und Kommentar
Drei positive Entwicklungen könnten aus Sicht der Kenner des Konzerns eine größere Rolle spielen:

Erstens tut die Stärkung des traditionellen Eigenheim-Gedankens mit dem Markenkern Wüstenrot dem gesamten Konzern wieder sehr gut.

Zweitens interessieren sich laut den Meldungen der Süddeutschen Zeitung amerikanisch-österreichische Investoren wie Cerberus Capital Management für gemeinsame Entwicklungen im digitalen Vertrieb und mit der Marke Südwestbank auch Sekoren wie Vermögensverwaltung und Kapitalanlagen.

Drittens wird neben dem Bekenntnis zum exklusiven Eigenvertrieb auch die Partnerschaft und Kooperation mit Banken und Maklern wieder auf Augenhöhe betrieben. Letzteres paart sich mit einem ehrlichen Respekt vor Mitarbeitern und Partnern, die frühere Phase scheint wohl vorbei. Das hat der Konzern mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wohl leidvoll gemeinsam, der die teilweise etwas abgehobene Phase demnächst auch beendet.

Sprichwort: „Wer ein (Eigen-)Heim bauen oder sichern will, sollte lange am Fundament verweilen.“

Dietmar Braun (db)

Wüstenrot erzielt 2012 Rekordgewinn

Freitag, April 26th, 2013

W&W-Konzern macht sich weiter wetterfest und bleibt als Vorsorgespezialist ein „Fels in der Brandung“ volatiler Märkte und Zeiten niedriger bis negativer Zinsen. Die stabile Zukunft spiegelt sich auch im heraufgestuften Unternehmens-Rating.

2012-04-26 (db) Die Wüstenrot & Württembergische AG (W&W AG) meldet für 2012 einen Rekordüberschuss und baut mit seinem nächsten Strategieplan „W&W 2015“ weiter vor. Der IFRS-Jahresüberschuss stieg 2012 um 22 Prozent auf 235 Millionen Euro – das ist der höchste Gewinn in der Konzerngeschichte des Mischkonzerns aus Bausparbank und Versicherung. In 2011 betrug das Ergebnis bereits 192 Millionen Euro.

Das HGB-Ergebnis der Dachgesellschaft W&W AG sank von 75 auf 70 Millionen. Es unterschreitet den Planwert von 100 Millionen Euro aufgrund geringerer Ausschüttungen der Tochtergesellschaften, die Gewinne für den Eigenkapitalaufbau einsetzen. Die Dividende der W&W AG soll – vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung – mit 0,50 Euro pro Aktie konstant bleiben.

Vertriebsleistung der Württembergischen wird ausgebaut

Das Neugeschäft der in der Schaden- und Unfallversicherung tätigen Württembergischen Versicherung stieg gemessen an den gebuchten Brutto-Beiträgen um sieben Prozent von 1,38 auf 1,5 Milliarden Euro. Insbesondere das Kraftfahrtgeschäft entwickelte sich überdurchschnittlich.

Die gebuchten Brutto-Beiträge in der Lebensversicherung stiegen um zwei Prozent von 2,28 auf 2,32 Milliarden Euro. In einem für Lebensversicherer sehr schwierigen Niedrigzinsumfeld ist dieser Anstieg ein deutliches Zeichen für die hohe Vertriebskraft der Württembergischen.

In der privaten Krankenversicherung erhöhten sich die gebuchten Brutto-Beiträge um 16 Prozent von 134 auf 156 Millionen Euro.

Wüstenrot als die Erfolgsmarke im Partnervertrieb und Außendienst

Auch für Wüstenrot stand das Jahr 2012 unter einem guten Stern. Über die Außendienste und Kooperationsvertriebe stieg das Netto-Neugeschäft zum fünften Mal in Folge, diesmal um 3,4 Prozent auf die neue Bestmarke von 12,2 Milliarden Euro Bausparsumme. Das Brutto-Neugeschäft bewegte sich mit 15,3 Milliarden Euro auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Insgesamt konnte die zweitgrößte deutsche Bausparkasse ihre Marktposition festigen.

In der Baufinanzierung hat der W&W-Konzern 2012 im Inland mit Anspruch an eine höhere Werthaltigkeit des Geschäfts neue Kredite in Höhe von 4 Milliarden Euro vermittelt (Vorjahr: 4,4 Milliarden Euro).

Geplante Investitionen bis 2015 sichern Ertragskraft

Das Rekordergebnis 2012 verdankt die W&W-Gruppe zu wesentlichen Teilen ihrem Zukunfts- und Wachstumsprogramm „W&W 2012“. 98 Millionen Euro, also 40 Prozent des Konzernergebnisses, steuerte das Programm in seinem Abschlussjahr bei – deutlich mehr als die geplanten 76 Millionen Euro. Der Strategieschritt „W&W 2015“ visiert an, die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auch bei lang anhaltender Niedrigzinsphase und verschärfter Regulation zu stärken.

Der W&W-Vorstandsvorsitzende Dr. Alexander Erdland erklärt, warum trotz guter Gewinne erneut Veränderungen anstehen: „Den anhaltend niedrigen Zinsen und den Kosten staatlicher Auflagen können wir nicht entrinnen. Deshalb sind wir in der Pflicht, in neue Entwicklungen zu investieren und unsere Kosten weiter zu senken. Beides dient auch der Qualität unserer Leistungen und damit der Zufriedenheit unserer Kunden.“

Dr. Alexander Erdland, Vorstandsvorsitzender Wüstenrot & Württembergische AG

Dr. Alexander Erdland, Vorstandsvorsitzender Wüstenrot & Württembergische AG

Mehr als 250 Millionen Euro stecke die W&W-Gruppe in Programminvestitionen für Markt, IT, Prozessverbesserungen und Restrukturierung. Das wird zunächst dazu führen, dass das Konzernergebnis geplant auf 125 Millionen Euro 2013 und 180 Millionen Euro 2014 zurückgeht. Ab dem Jahr 2016 ist dann wieder ein Ergebnisziel von jährlich 250 Millionen Euro geplant.

Wüstenrot startet 2013 Baufinanzierungs-Portal mit Drittanbietern

Die Planung „W&W 2015“ soll die Ertragskraft weiter steigern, Kosten nochmals senken und Geschäfte optimieren, die viel Kapital binden. Diese drei Ziele geht das Programm seit Juli 2012 an.

Die Hauptaufgaben des Handlungsfelds „Versicherung“ bestehen darin, die Effizienz weiter zu verbessern und Geschäfte wertorientiert zu betreiben.

Nicht nur optimieren, sondern neu ausrichten wird die „BausparBank“ ihr gesamtes operatives Geschäftsmodell. So arbeitet die Wüstenrot Bausparkasse daran, sich mittelfristig als Spezialistin für Bausparen und „handliche Finanzierungsbausteine“ zu positionieren.

Wüstenrot plant noch in 2013 ein Baufinanzierungsportal einzuführen, das auch Drittanbieter einbezieht. Dieses Portal wird auch die Wüstenrot Bank für ihre Kunden nutzen. Neu aufgestellt als spezialisierte Direktbank für Privatkunden, vereinfacht die Bank ihr Produkt-Portfolio ebenfalls. Einen Schwerpunkt wird das Einlagen- und Giro-Geschäft bilden. Wachsende Kundengelder sollen die Refinanzierungsstruktur verbessern und die Bilanzstruktur optimieren.

Kostensenkungen und sozial verträglicher Stellenabbau geplant

Neben den Handlungsfeldern „BausparBank“ und „Versicherung“ konzentriert sich das Handlungsfeld „Kosten“ auf konzernweite Aufgaben – insbesondere auf die Einsparpotenziale bei der W&W AG und den Service-Töchtern. Bis Ende 2013 soll das Kostenprogramm umsetzungsreife Bausteine geliefert haben.
Ziel ist, das jährliche Kostenniveau gegenüber der bisherigen Planung um 140 Millionen Euro abzusenken, mit voller Wirksamkeit ab dem Jahr 2016. Dies ist notwendig, um die Produkte im Interesse der Kunden kostenmäßig zu entlasten. Außerdem wird die Kosteneinsparung benötigt, um das Ergebnisziel zu erreichen.

Auf diesem Weg ist rechnerisch bis 2015 ein Abbau von bis zu 800 Stellen notwendig, ausgehend von derzeit 7.900 Vollzeitstellen im Inland (ohne Auszubildende). Dies ist dem W&W-Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 22. März dargelegt worden.
Die entsprechenden Details werden im Laufe der Jahre 2013 und 2014 konkretisiert und mit den Betriebsräten verhandelt. Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter haben bereits eine Gesprächsvereinbarung unterzeichnet, den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich vorzunehmen. Das bedeutet, dass betriebsbedingte Beendigungskündigungen vermieden werden sollen.

Rating bestätigt stabile Zukunftserwartungen

Auch die Rating-Agentur Standard & Poor’s bestätigt, dass sich die W&W-Gruppe mit dem Programm „W&W 2015“ auf dem richtigen Weg befindet. So wurden alle Ratings der Kern-Gesellschaften der W&W-Gruppe – also Württembergische Versicherung, Württembergische Lebensversicherung, Wüstenrot Bausparkasse und Wüstenrot Bank – um eine Stufe angehoben, und zwar von „BBB+“ auf „A-„. Ebenfalls hochgestuft wurde das Rating der W&W AG von „BBB“ auf „BBB+“. Der Ausblick für alle Ratings bleibt weiterhin stabil. Insgesamt bestätige die Rating-Agentur die Erwartungen des Konzernvorstands, dass auch das neu aufgesetzte Strategieprogramm „W&W 2015“ erfolgreich sein werde – und dass trotz der zins- und investitionsbedingten Ergebnis-Rückgänge in 2013 und 2014 am stabilen Ausblick festgehalten werden kann.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

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Download Geschäftsbericht Wüstenrot & Württembergische AG 2012