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Debeka erweitert die Zielgruppe

Mittwoch, Februar 26th, 2014

2014-02-26 db Der größte Versicherer des öffentlichen Dienstes, die Debeka-Versicherungsgruppe aus Koblenz, ist auf der Suche nach neuen Zielgruppen. Der Versicherer hat aktuell seine Produktlösungen um die Gewerbeversicherung erweitert.

Das neu Versicherungsangebot richtet sich vor allem an kleinere und mittlere mittelständische Betriebe, Freiberufler sowie Selbstständige und beinhaltet Versicherungsschutz für betriebliche Haftpflicht- und Rechtsschutzrisiken, für Gebäude, Inventar und Elektronik.

Ab dem 1. April 2014 wagt sich die Debeka in ein verlustreiches Geschäft vor und wird dann auch den Versicherungsschutz für gewerbliche Kraftfahrzeuge anbieten.

Bislang beschränkte sich der sechstgrößte deutsche Versicherer auf seine Zielgruppe öffentlicher Dienst und bot daneben primär einige Basis-Pakete für private Haushalte an.

In den letzten acht Jahren wurde im Bereich Gewerbeversicherungen eine Zusammenarbeit mit der Gothaer Allgemeinen Versicherung entwickelt. Diese Vertriebskooperation mit der Gothaer bleibt für Risiken, die zukünftig von der Debeka selbst nicht abgesichert werden, nach Angaben der Versicherer, bestehen.

Vom zukünftigen Vertrieb eigener Gewerbeversicherungssparten verspricht sich die Debeka mögliche zusätzliche Geschäfte vor allem im eigenen bestehenden Kundenstamm, der bereits heute einige Firmen und Gewerbetreibende erfasst. Diese seien bisher nur mit ihren privaten Risiken oder mit einer betrieblichen Altersversorgung für sich und ihre Mitarbeiter bei der Debeka versichert und könnten zukünftig bei der Deckung von gewerblichen Risiken umworben werden.

Das neue Angebot der Debeka sieht so aus:

Die Sparten Haftpflicht, Gebäude, Inhalt, Elektronik und Rechtsschutz werden jeweils als rechtlich selbstständige Vertragsbausteine angeboten. Diese können bei den die Produktlinien Firmenschutz und Vermieterschutz auch zu einheitlichen Policen gebündelt werden.

Über den Firmenschutz versichert die Debeka die betrieblichen Risiken von Unternehmen. Hierzu zählen auch Freiberufler und Vereine, Inhaber landwirtschaftlicher Objekte sowie Betreiber von Photovoltaikanlagen.

Eine weitere Produktlinie ist der Vermieterschutz für Eigenheime und Immobilien. Er basiert auf einem Bausteinsystem und enthält die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, die Bauherrenhaftpflicht, die Gebäudeversicherung und den Immobilien-Rechtsschutz. Hierüber versichert die Debeka auch vermietete (teil-)gewerblich genutzte Gebäude sowie Wohnhäuser mit mehr als drei Einheiten.

Für Vereine und Firmen bietet der Versicherer zukünftig Veranstaltungsschutz für Haftpflichtrisiken aus kurzfristigen Veranstaltungen.

Dietmar Braun, freier Fachjournalist Assekuranz und Banken

Debeka versus Handelsblatt

Dienstag, Dezember 17th, 2013

Der Debeka Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (Debeka) kann die für sein Vertriebsmodell kritischen Medienberichte mit einstweiligen Verfügungen stoppen. Das wird allerdings auf Dauer nicht so einfach sein, da die traditionell als „Vertrauensfrauen“ und „Vertrauensmänner“ bezeichneten Vertriebskontakte, unter den öffentlich Bediensteten und Beamten, vielleicht nicht nur „Tippgeber“ sind und waren.

2013-12-17 (db) Der Gesetzgeber spricht klar von Vermittlern und Vermittlung „beim Hinwirken auf einen Versicherungsabschluss“. Nebenberufliche Empfehlungsgeber sind gleichfalls Vermittler „wenn diese auf den Abschluss einer Versicherung hinwirken“. Die Signal-Iduna, die Württembergische Gemeindeversicherung (WGV) und viele andere Versicherer mit „Tippgebern“ und „Vertrauensleuten“ werden die weitere Entwicklung gespannt beobachten.

Zur Sache teilte die Debeka heute mit:

Die Debeka hat am 13. Dezember 2013 vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen das Handelsblatt erwirkt. Diese Verfü¬gung untersagt dem Handelsblatt sinngemäß die Erweckung des Ein¬drucks die Debeka unterhalte ein „geheimes System von Zuträgern“ in der Beamtenschaft. Darüber hinaus darf die Zeitung nicht mehr den Eindruck erwecken, die Debeka zahle im Vorfeld eines Vertragsabschlusses für ei¬nen „bloßen Tipp“ 50 Euro.

Zudem darf das Handelsblatt nicht weiter ver¬breiten, die Tippgeber würden von der Debeka zu einer vom rheinland-pfäl¬zischen Ministerium abgemahnten Gewinnerzielung „angestachelt“. Das Blatt darf ferner nicht mehr verbreiten, das hessische Innenministerium habe die mit Provisionen honorierten Tätigkeiten der Beamten als „Tippge¬ber“ am 20. Dezember 2010 in einem Erlass als „illegal“ bezeichnet.

In der Berichterstattung des Handelsblatts wurde einzelnen Mitarbeitern vorgeworfen, illegal mit Adressen gehandelt zu haben. Dadurch geriet die Debeka in die Kritik. Aufgrund einer unzutreffenden Vermischung von Sachverhalten wurde im Zuge dessen auch die legale und seit Jahrzehnten bekannte Vertriebsunterstützung durch nebenberuflich tätige „Empfehlungs¬geber“, so genannte „Tippgeber“, fälschlicher Weise skandalisiert.

Richtig ist:

Bei „Tippgebern“ handelt es sich um aktive Vereinsmitglieder der Debeka,

die ausschließlich dann eine Provision erhalten,

wenn die von ihnen emp¬fohlenen Interessenten einen Versicherungsvertrag abschließen.

Diese Vergütung ist ein steuerpflichtiges Nebeneinkommen.

Die Tippgeber han¬deln offen und transparent. Sie dürfen aufgrund gesetzlicher Vorschriften selbst keine Verträge mit Interessenten abschließen und müssen dabei datenschutzrechtliche Vorgaben einhalten, auf die sie von der Debeka vor Aufnahme ihrer Tätigkeit umfassend hingewiesen werden.

Kommentar (Anm. des Autors):
Entscheidend ist nicht, wer den Abschluss vornimmt, sondern vor allem, wer auf diesen hinwirkt. Eine Provision ist definiert, als eine Vergütung für die Akquisition, Beratung und den Abschluss.

Debeka wirbt Beamte als Tippgeber

Mittwoch, November 13th, 2013

2013-11-13 Die Debeka Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit aus Koblenz wehrt sich gegen die im Handelsblatt erhobenen Vorwürfe. Die Wirtschaftszeitung hatte Quellen und Informanten zitiert die dem Versicherer vorhalten Daten über Beamtenanwärter illegal gekauft zu haben und dabei auch Beamte bestochen zu haben. In einer Stellungnahme spricht die Debeka von „Tippgebern“ wie sie bei anerkannten „beruflichen Selbsthilfeeinrichtungen“ üblich seien.

Diese Argumentation entspricht Darstellungen der Signal-Iduna-Gruppe die eine ähnliche Strategie bei den Handwerkskammern verfolgt und dort Adressen und Empfehlungen für den Vertrieb aquiriert. Weitere Versicherer setzen auf „berufliche Selbsthilfeeinrichtungen“ von Branchen, in deren Namen sie auch in der Werbung auftreten. Der Klärung der Vorwürfe gegenüber der Debeka kommt eine für die Assekuranz grundsätzliche Bedeutung zu, wie die Abgrenzung zwischen „Tippgeber“ und einer erlaubnispflichtigen Versicherungsvermittlung zu regeln ist.

Die Debeka ist der größte deutsche Krankenversicherungsverein auf Gegenseitigkeit, der historisch von Be­amten für Beamte gegründet wurde – und sei, so die Pressestelle der Debeka, damit vergleichbar mit einer Genossenschaft. Bei einem Verein auf Gegenseitigkeit sei es üblich, dass zufriedene Mitglieder auch neue Mitglieder werben.

Da die Debeka eine offiziell anerkannte Selbsthilfeeinrichtung des öffentlichen Dienstes auf dem Gebiet der Krankenversicherung sei, dürfen, nach Meinung der Debeka, Beamte offen und transparent im Einklang mit § 100 des Bundesbeamtengesetzes als so genannte „Tipp­geber“ fungieren.

Im Paragraphen 100 des Bundesbeamten-Gesetzes geht es um nicht genehmigungspflichtige Nebentätigkeiten. Darin heißt es unter anderem, dass „Tätigkeiten zur Wahrung von Berufsinteressen in Gewerkschaften oder Berufsverbänden oder in Selbsthilfeeinrichtungen der Beamtinnen und Beamten“ nicht genehmigungspflichtig sind.

Die Debeka widerspricht dem Bericht des Han­delsblatts, nach dem es sich bei den nebenberuflichen Mitarbeitern um ein „geheimes System von Zuträgern“ handele. Die Tippgeber seien zufriedene Mitglieder der Debeka, die mit dem ausdrücklichen Einverständnis ihrer jeweiligen Dienstherren auf Basis des Bundesbeamtengesetzes Empfehlungen für potenzielle Neumitglieder geben dürfen. Sie dürfen dabei nicht selbst beraten.

Der entsprechende Paragraph im Bundesbeamtengesetz würde von Bundesland zu Bundesland an­ders spezifiziert. In einigen Bundesländern sei diese nebenberufliche Tätig­keit genehmigungspflichtig. Die Tätigkeit der Tippgeber ist vergleichbar mit Kundenwerbung für Fitnessstudios oder Zeitungsabonnements. Nur im Falle einer erfolgreichen Vermittlung erhälte der „Tippgeber“ eine Empfeh­lungsvergütung.

Einige der „Tippgeber“ sind nach Angaben der Debeka auch Beamte, andere sind Angestellte im öffentlichen Dienst. Bei Beamten geht die Debeka davon aus, dass sie von den jeweiligen Dienstherren vor der Verbeamtung auf Loyalität geprüft wurden. Bei Angestellten fordere der Versicherer ein polizeiliches Führungszeugnis an. Denn der Debeka ist wichtig, dass sämtliche Geschäfte der Debeka auf rechtlich einwandfreiem Boden stehen. Auch dieser Sachverhalt ist Bestandteil der Verhaltensricht­linien der Debeka und regelmäßiger Revisionen.

Es gibt einen Leitfaden, nach dem sich die Debeka-Mitar­beiter richten müssen, wenn sie „Tippgeber“ im öffentlichen Dienst anwerben. Entscheidend sei, dass der Debeka-Mitarbeiter sie persönlich kenne. Die Tippgeber selbst werden vom Debeka-Mitarbeiter explizit darauf hingewiesen, dass sie das Bundes­datenschutzgesetz zu beachten haben und sie verpflichten sich mit ihrer Unterschrift darauf, geschützte Personendaten nicht weiter zu geben. Sie werden darauf hingewiesen, dass Zuwiderhandlung mit Strafe bedroht wird. Diejenigen Personen, die aufgrund dieser Hinweise angesprochen werden, erfahren im ersten Gespräch mit dem Debeka-Berater üblicherweise den Namen der Empfehlungsgeber.

Die Debeka erklärt dazu, dass jeder dem Versicherer Personen emp­fehlen könne, die an Versicherungen Interesse haben könnten. Dazu dienen Empfehlungskarten. Auch Personen, die aufgrund dieser Hin­weise angesprochen werden, erfahren im ersten Gespräch mit dem Debeka-Berater üblicherweise den Namen der Empfehlungsgeber. Die Empfehlungsgeber erhalten für den Hinweis im Erfolgsfall bis zu 15 Euro. Der Betrag richtet sich nach den abgeschlossenen Verträgen. Dabei sei nachvollziehbar, wer jeweils Empfehlungen ausgesprochen hat. Zahlungen erfolgen ausschließlich über die Konten der Debeka.

Die Debeka hat die unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG damit beauftragt, zu untersuchen, ob die Prozesse der Debeka im Bereich der „nebenberuflichen Mitarbeiter“ angemessen sind. Sobald der Debeka Ergebnisse vorliegen, wird sie handeln.

Zu dem Vorwurf dass ganze Listen angekauft wurden und diese in Form von „Papierschnipseln mit Daten“ im Vertrieb verteilt und verkauft wurden nahm der Versicherer keine Stellung. Bei diesen im Handelsblatt veröffentlichten Vorwürfen ermittle die Staatsanwaltschaft. Ob die Vorwürfe dem Versicherer zuzurechnen sind oder eine Klage erhoben werde ist abzuwarten.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

Debeka sorgt sich um Gesundheit in Deutschland

Dienstag, April 30th, 2013
Uwe Laue, Vorstandschef Debeka Versicherungen © Debeka

Uwe Laue, Vorstandschef Debeka Versicherungen © Debeka

Die Debeka Versicherungen vereinnahmten 2012 Einnahmen in Höhe von 12,8 Milliarden Euro 2012 und konnten mehr als 6,3 Milliarden Euro Leistungen an die Versicherten auszahlen. Debeka-Chef Laue warnt klar und deutlich, dass ein Zwang zur Bürgerversicherung, das deutsche Gesundheitswesen zerstöre.

2013-04-30 (db) Im Bereich der Privaten Krankenversicherung (PKV) baute die Debeka aus Koblenz ihre Marktführerschaft weiter aus und ist nunmehr nicht nur das mitgliederstärkste, sondern auch nach Beitragseinnahmen wieder das größte PKV-Unternehmen. Hier verbuchte die Debeka eine Einnahmensteigerung um 4,5 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro.

Die Versicherungsunternehmen der Gruppe wuchsen insgesamt um 5,5 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Zusammen mit ihrer Bausparkasse, die sogar einen zweistelligen Zuwachs um zehn Prozent verzeichnete, kam die Debeka auf Jahreseinnahmen in Höhe von 12,8 Milliarden Euro.

Die Bilanzsumme der Gruppe wuchs 2012 deutlich um 6,7 Prozent und übersprang erstmals die Marke von 80 Milliarden Euro. Die Kapitalanlagen stiegen insgesamt auf 78,2 Milliarden Euro. Zugunsten der Kunden des Gegenseitigkeitsversicherers stieg der Ertrag im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Aufgrund der über dem Markttrend liegenden Unternehmensentwicklung konnte die Debeka auch 415 neue Arbeitsplätze schaffen. So beschäftigte die Gruppe zum Jahresende 16.713 Angestellte – davon 2.108 Auszubildende. Die Zahl der Mitglieder, Versicherten und Bausparer wuchs im Jahr 2012 um 100.000 Personen auf 6,7 Millionen an.

Die Leistungsbilanz zeigt welche Versicherungsleistungen die Debeka erbringt und welche einzel- und volkswirtschaftliche Bedeutung ihr dabei zukommt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr sieben Millionen Versicherungsfälle positiv abgeschlossen und dabei 6,3 Milliarden Euro an direkten Leistungen erbracht – zusammen mit den für die Versicherten reservierten Leistungen (wie Überschussbeteiligungen oder Alterungsrückstellungen) sogar 11,9 Milliarden Euro.

Im Bereich der PKV belief sich die Leistungsquote auf 103,4 Prozent. Das heißt, dass die Versicherten an direkten und indirekten Leistungen erhielten, als sie an Beiträgen überwiesen hatten. Ausgezahlt wurden hier 3,4 Milliarden Euro. In der Lebensversicherung kamen den Versicherten insgesamt 2,2 Milliarden Euro zugute. Davon waren es im Bereich der Deckungen für den Eintitt einer Berufsunfähigkeit 5.500 Leistungsfälle mit Versicherungsleistungen in Höhe von 45 Millionen Euro.

Die Debeka Allgemeine, der Schaden- und Unfallversicherer der Gruppe, konnte insgesamt 283.000 Versicherungsfälle abwickeln und Versicherten sowie Geschädigten 294 Millionen Euro auszahlen.

Versicherte verlieren 100 Millionen Euro im Jahr über falsche Verbraucherpolitik

„Wir sind mit den Jahresergebnissen sehr zufrieden“, stellt Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender der Debeka Versicherungen fest. „Betrachtet man die wirtschaftspolitische Lage und das schwierige Marktumfeld, haben wir sogar ein außerordentliches Jahr erlebt. Aufgrund unserer genossenschaftlichen Wurzeln erreichen wir mit kundenfreundlichem Denken und Handeln, das uns sogar Verbraucherschützer bestätigen, solide Ergebnisse, von denen ausschließlich unsere Mitglieder profitieren. Sorgen machen uns aber zunehmend populistische Stimmen, die die Arbeit der Versicherungswirtschaft für ihre Versicherten erheblich erschweren und in ein falsches Licht rücken. So verliert der Großteil unserer Lebensversicherungsmitglieder allein in diesem Jahr 100 Millionen Euro dadurch, dass ein Gesetz wegen angeblicher Klientelpolitik nicht zustande gekommen ist. Diese Klientel, das ist der Großteil unserer Versicherten, muss das nun ausbaden.

Auch die Riester-Rente wird systematisch einer wenig fundierten Kritik ausgesetzt, obwohl sie hohe, lebenslange Leistungen bietet und die Bürger dringend eine zusätzliche Altersvorsorge benötigen. Im Ergebnis werden immer mehr Menschen verunsichert und betreiben keine Altersvorsorge mehr.

Und die Private Krankenversicherung ist neuerdings der ausgemachte Klassenfeind, damit SPD, Grüne und Linke ihr Ziel weiter verfolgen können, wider besseres Wissen eine staatliche Einheitsversicherung einzuführen. Die Folge wäre, dass durch diese fragwürdigen politischen Interessen das hervorragende deutsche Gesundheitswesen zerstört würde. Alles Beispiele, die Versicherte und Bevölkerung nachhaltig verunsichern und schädigen.“      

Für die Debeka erwartet Laue im Jahr 2013 weiterhin ein gutes Unternehmenswachstum. Dies bestätigen die Ergebnisse aus den ersten drei Monaten. Dabei wird auch die neue geförderte Pflege-Zusatzversicherung eine Rolle spielen. Aufgrund des hohen Bedarfs in der Bevölkerung zählt die Debeka seit der Einführung Mitte Februar rund 20.000 neue Verträge. Damit ist abzusehen, dass sich der so genannte Pflege-Bahr zu einer sozialen Erfolgsgeschichte entwickelt wird.

Die neue Unisex-PKV ist die Beste aller Zeiten

Mit der Einführung der neuen Unisex-Tarife präsentierte die Debeka eine „neue Welt der PKV“, mit der man nicht nur deutliche Produktverbesserungen vorge­stellt, sondern auch die wesentlichen „Hausaufgaben“ – die insbesondere Verbraucherschützer der PKV immer wieder zur Verbesserung aufgegeben haben – abgearbeitet hat.

Dazu erläutert der Debeka-Chef Laue: „Von Beitragsexplosionen kann bei der Debeka keine Rede sein. Notwendige Anpassungen bewegen sich in einem Rahmen, der von unseren Mitgliedern akzeptiert wird. Wir haben die Beitragsproblematik im Alter gelöst – hier greifen die vom Gesetzgeber und uns eingeleiteten Maßnahmen.

Dazu gehört ins­besondere die Kapitaldeckung, also der planmäßige Aufbau von Alterungsrückstellungen, die der GKV gänzlich fehlen. Sie sind die beste Antwort auf die demographische Entwicklung. Bei uns gibt es keine Provisionsexzesse, weil wir kostengünstig kalkulieren und arbeiten. Billigtarife mit niedrigen Leistungen hatten wir nie im Angebot. Unseren hohen Leistungskatalog haben wir sogar noch weiter aus­gebaut.

Und den Vorwurf einer „Rosinenpickerei“ bei der Aufnahme von Versicherten sind wir auch angegangen. Wir verweigern keinem Angestellten, der sich erstmals bei der Debeka versichern kann, die Aufnahme.

Mit all diesen Punkten haben wir die beste PKV aller Zeiten geschaffen und auch einen Meilenstein für die Branche gesetzt. Bereits jetzt zeigt sich, dass viele Unternehmen nachziehen. Ich gehe so weit zu sagen, dass wir die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Vollfunktionalität der PKV verwirklicht haben. Wir haben damit den Kritikern die Argumente genommen.“

Wollen SPD, Grüne und Linke das Gesundheitswesen nachhaltig zerstören?

Im Zusammenhang mit den anhaltenden Reformdebatten, insbesondere der Forderung nach Einführung einer Bürgerversicherung, warnt Laue Befürworter dieser Vorschläge eindringlich davor, das funktionierende System zwischen GKV und PKV zu demontieren.

„Eine Bürgerversicherung zerstört das deutsche Gesundheitswesen und gefährdet die gute Versorgung von Millionen von Menschen. Die Pläne von SPD, Grünen und den Linken stellen keine Lösung für die in der Zukunft drohenden Probleme der Krankenkassen dar. Sie sind nur ideologische Werbebotschaften, die die Menschen und vor allem die Wähler auf populistische Weise in die Irre führen sollen. Das sind Luftschlösser, die in der Realität sehr schnell auf dem Boden aufschlagen.

Fakt ist, dass ein System, das mit 90 Prozent der Bevölkerung nicht zukunftsfähig ist, auch mit 100 Prozent nicht besser wird. Wie in der gesetzlichen Rentenversicherung wird es auch in der gesetzlichen Krankenversicherung aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung zu massiven Problemen kommen. Diese werden sich ohne die PKV und den überlebenswichtigen Wettbewerb zweier Systeme noch verstärken“, macht Laue deutlich.

Die PKV leiste mit zehn Milliarden Euro jährlich einen erheblichen, zusätzlichen Beitrag für das gesamte Gesundheitswesen. Nur dadurch seien viele Ärzte und Krankenhäuser wirtschaftlich leistungsfähig, führt Laue aus. Durch die Zahlungen der Privatpatienten würden beispielsweise im Krankenhaus die Allgemeinen Pflegeleistungen finanziell gestützt oder die Anschaffung medizinischer Geräte eher ermöglicht. Damit sichere die PKV auch die Gesundheitsversorgung der gesetzlich Versicherten.

Laue spricht als Versicherungsmanager aus, was Experten für das deutsche Gesundheitssystem längst wissen, aber kaum in Deutschland den Menschen bekannt ist:

„Ein Einheitssystem führt wie in England zu einer staatlich regulierten Einheitsmedizin. Dort warten Patienten zum Beispiel 180 Tage auf eine Hüft-Operation, Selbstzahler dagegen 20 Tage. In Deutschland sind es zum Vergleich heute für GKV-Versicherte 28 Tage, für Privatversicherte 19. Das duale Versicherungssystem hat sich in Deutschland somit grundsätzlich bewährt. Ein überdurchschnittlich hohes Leistungs- und Versorgungsniveau wird mit vergleichsweise niedrigen Kosten erreicht.

Am Ende einer Einheitsversicherung stünde dagegen eine echte Zwei-Klassen-Medizin, denn Wohlhabende erkaufen sich dann erst recht bessere Leistungen. Der Rest der Bevölkerung bleibt damit – pseudosozialistisch einheitlich – auf der Warteliste.“

Fazit: Klare Worte vom Marktführer in der privaten Krankenversicherung. Die Zeiten scheinen vorbei, wo verantwortliche Manager zu politischen Forderungen und parteipolitischen Utopien schweigen. Der Wahlkampf ist in Deutschland längst eröffnet, da gilt es Wahlprüfsteine aufzustellen, das deutsche Gesundheitswesen ist ein wichtiger – Gesundheitspolitik und ihre Folgen betrifft alle Menschen.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken