Posts Tagged ‘Hannover Re’

Rückversicherer an der Versicherungsbörse

Freitag, Juli 21st, 2017

Hannover re kauft Lloyd's Syndikat

Hannover Re ist global der drittgrößte Rückversicherer /Foto: E+S


Der global drittgrößte Rückversicherer Hannover RE verschafft sich durch die Übernahme eines Lloyd’s Syndikat einen Zugang zum globalen Versicherungsmarkt. Eine kluge Entscheidung trotz oder gerade wegen des BREXIT.

Der Erwerb der britischen Gesellschaft Argenta Holdings Limited, zu der neben Argenta Syndicate Management, Argenta Private Capital und anteilig das Lloyd’s Syndikat Argenta „Syndicate 2121“ gehören, ist gestern erfolgreich abgeschlossen worden. Die Hannover Rück SE hatte im März 2017 eine Vereinbarung über ihren Erwerb der Argenta Holdings bekanntgegeben.

Die Übernahme erfolgt mit Wirkung vom 20. Juli 2017.

Die Hannover Rück hat mit dieser Akquisition einen weiteren Zugang zu internationalem Geschäft sowie zum Londoner Markt erhalten und unterstützt den Wachstumskurs von Argenta. Für das Geschäftsjahr 2016 vereinnahmte das Syndikat 2121 eine Bruttoprämie von 280 Mio. GBP.

Die deutsche Hannover Rück ist mit 16,4 Milliarden Einnahmen an Bruttoprämien der drittgrößte Rückversicherer der Welt. Der Versicherer betreibt alle Sparten der Schaden- und Personen-Rückversicherung und ist mit 2.900 Mitarbeitern auf allen Kontinenten vertreten. Gegründet 1966, umfasst die Hannover RE heute mehr als 100 Tochtergesellschaften, Niederlassungen und Repräsentanzen weltweit. Das Deutschland-Geschäft wird von der Tochtergesellschaft E+S Rück betrieben.

Die für die Versicherungswirtschaft wichtigen Ratingagenturen haben sowohl Hannover Rück als auch E+S Rück AA- „Very Strong“ (Standard & Poor’s)und A+ „Superior“ (A.M. Best) zuerkannt.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

Hannover Re nutzt Risiko-Transfers

Mittwoch, Juli 12th, 2017

Hannover Re platziert Risiko-Transfers

Jürgen Gräber, Vorstand Hannover Rück SE /Foto: db media © Hannover Re


(db finanzwelt 2017-07-12) Der drittgrößte deutsche Rückversicherer Hannover Rück SE (Hannover Re) hat im Rahmen ihrer Insurance-Linked Securities (ILS)-Aktivitäten drei Transaktionen abgeschlossen.

Der weltweit tätige Rückversicherer Hannover Re gehört zur Gruppe der Talanx AG. Die Hannoveraner unterstreichen damit ihre langjährige Erfahrung und ihr Know-how auf dem Gebiet des alternativen Risikotransfers.

„Wir freuen uns, dass wir mit den drei jüngsten Transaktionen sowohl bestehende Partnerschaften fortführen als auch einen neuen Kunden hinzugewinnen konnten. In den vergangenen Jahren konnten wir mit zusätzlich platzierten Haftungen von über 2,5 Milliarden US-Dollar unseren Marktanteil für das Transformer-Geschäft deutlich ausbauen“, sagt Jürgen Gräber, Vorstand der Hannover Re.

Durch ihre ILS-Aktivitäten könne die Hannover Rück SE risikoarme und gleichzeitig attraktive Margen generieren.

Für die American Integrity Insurance Company of Florida (AIIC) hat die Hannover Rück erstmalig Sturm- und Gewitterrisiken an Kapitalmarktinvestoren transferiert. Die Höhe des von institutionellen Investoren dafür bereitgestellten Kapitals beträgt 210 Millionen US-Dollar. Die Laufzeit liegt bei drei Jahren.

In zwei weiteren Transaktionen hat die Hannover Rück mit der Texas Windstorm Insurance Association (TWIA) und der Massachusetts Property Insurance Underwriting Association (MPIUA) erneut Risiken an Kapitalmarktinvestoren gegeben. Das Volumen der Katastrophenanleihe für die TWIA beträgt 400 Millionen US-Dollar, für die MPIUA 350 Millionen US-Dollar. Die Laufzeiten liegen ebenfalls bei circa drei Jahren.

Für die Strukturierung und Platzierung der drei Transaktionen des Rückversicherers ist die GC Securities alleinig verantwortlich, eine Division der MMC Securities LLC, verantwortlich.

Seit der Platzierung der ersten Risikoverbriefung durch die Hannover Rück im Jahr 1994 nutzt das Unternehmen die gesamte Bandbreite des ILS-Markts. Neben dem genannten Risikotransfer für Kunden sichert sie zudem eigene Risiken über den Kapitalmarkt ab. Darüber hinaus tritt das Unternehmen selbst als Investor in Katastrophenanleihen auf.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

Heidelberger Leben im Wandel

Mittwoch, August 21st, 2013

Die Heidelberger Leben erweitert das Geschäftsmodell und wird zur Konsolidierungsplattform für Lebensversicherungsportfolios. Die Beteiligungsgesellschaft Cinven und die Hannover Re erwerben die Heidelberger Leben günstig von der britischen Lloyds Banking Group

2013-08-21 (db) Die Heidelberger Lebensversicherung AG gab heute die Weiterentwicklung ihrer Unternehmensstrategie und die Veränderung der Gesellschafterstruktur bekannt. Die britische Lloyds Banking Group („Lloyds“) als bisheriger Eigentümer verkauft 80 Prozent der Heidelberger Leben-Anteile an die europäische Private Equity-Gesellschaft Cinven und zu 20 Prozent ein Fünftel der Anteile an die Hannover Re. Der Kaufpreis für die Anteile beträgt insgesamt rund 300 Millionen Euro. Lloyds veräußert die Heidelberger Leben, weil sich der britische Finanzdienstleister im Rahmen seiner kommunizierten Strategie auf seine Kernaktivitäten vor allem im britischen Markt fokussiert.

Mit Unterstützung der neuen Gesellschafter werden 25 Millionen Euro in die Verbesserung der IT-Systeme investiert, was die weitere Verbesserung der Betreuung der aktuellen Versicherungsnehmer sicherstellt und die Übernahme und bestmögliche Administration weiterer Portfolios ermöglicht.

Heidelberger Leben ändert das Geschäftsmodell

Mit der angestrebten Umsetzung von operativen Verbesserungen und der Schaffung einer modernen, skalierbaren Plattform als Konsolidierungsbasis rüstet sich das Unternehmen nunmehr für eine künftige Wachstumsstrategie und wird als Konsolidierungsplattform für den deutschen Lebensversicherungsmarkt agieren.

Die Heidelberger Leben will zukünftig Lebensversicherungsportfolios erwerben und dieses attraktive Geschäftsmodell ausbauen. Viele Fakten weisen darauf hin, dass es zu einer zunehmenden Konsolidierung in der Lebensversicherungsbranche kommen kann. Der Trend, sich im Zuge der Finanzkrise auf das Kerngeschäft zu fokussieren, lässt Lebensversicherer zunehmend Veräußerungsoptionen für Bestände prüfen. Für ausländische Anbieter macht es das schwierige Umfeld für Neugeschäft zunehmend schwerer, die nötige kritische Masse im Geschäft zu erreichen. Auch hier ist weiter zu erwarten, dass sich einige Anbieter vom Markt zurückziehen und ihr Versicherungsportfolio abgeben wollen.

Die Heidelberger Leben sieht zukünftig ihre Chancen für zusätzliches Wachstum über den Ausbau des Bestands durch die Akquisition weiterer Lebensversicherungsportfolios statt der vorrangigen Zeichnung von Neugeschäft. Das Unternehmen wird sein Geschäftsmodell zukünftig besonders auf die Ansprüche und Bedürfnisse der bestehenden Versicherungsnehmer ausrichten. Die neuen Anteilseigner unterstützen die Zukunftspläne der Heidelberger Leben mit frischem Kapital.

Früherer GDV-Chef wird neuer Aufsichtsrat

Im Vorstand und dem Geschäftsleitungsteam der Heidelberger Leben soll es keine Veränderungen geben. Der Vorstand wird von einem mit erfahrenen Branchen- und Transaktionsexperten besetzten Aufsichtsrat unterstützt. Rolf-Peter Hoenen, ehemaliger Vorstandssprecher der HUK-Coburg und ehemaliger Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), soll nach dem Abschluss der Transaktion die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden bei der Heidelberger Lebensversicherung AG übernehmen.

Unverändert wird die Heidelberger Leben auch weiter hin eng mit der MLP AG zusammenarbeiten, auf die ein großer Teil des Bestands entfällt.

Michael Sattler, Vorstandschef der Heidelberger Lebensversicherung AG, sagte: „Vorstand, Führungsteam und Belegschaft der Heidelberger Leben sind erfreut über den Eigentümerwechsel. Er ermöglicht die Umsetzung weiterer operativer Verbesserungen sowie die Schaffung einer modernen, skalierbaren Plattform als Konsolidierungsbasis und damit den nächsten Schritt unserer Wachstumsstrategie. Mit der geplanten Investition in unsere IT-Systeme werden wir die Kundenbetreuung weiter verbessern. Dazu werden wir bald in der Lage sein, im Rahmen der Konsolidierungsstrategie übernommene Lebensversicherungsportfolios in unsere bestehende Verwaltung zu integrieren.“

Bruno Schick, Geschäftsführer Cinven GmbH, ergänzt: „Unser Financial Services Team hat mit der Guardian Financial Services in Großbritannien bereits eine stark wachsende Konsolidierungsplattform für Lebensversicherungsportfolios ins Leben gerufen. Wir freuen uns, jetzt den Vorstand der Heidelberger Leben mit unserer Erfahrung dabei zu unterstützen, dies auch in Deutschland zu verwirklichen. Die Heidelberger Leben hat als erste deutsche Konsolidierungsplattform für Lebensversicherungen beste Voraussetzungen, von den zunehmenden Veränderungen im Markt zu profitieren und einen wichtigen Beitrag zu den strategischen Optionen für den deutschen Lebensversicherungssektor zu leisten.“

Rolf-Peter Hoenen, designierter Aufsichtsratschef der Heidelberger Leben kommentierte: „Die geplante Konsolidierungsplattform eröffnet neue Möglichkeiten für die Unternehmen, die aus strategischen Erwägungen ihr Lebensversicherungsgeschäft einstellen möchten. Besonders angetan bin ich davon, dass das Kundeninteresse mit im Vordergrund des Konzepts steht. Dies kann durchaus das Vertrauen in die Lebensversicherung als das beste Instrument privater Altersvorsorge noch verstärken.“

Info über die Heidelberger Leben

300.000 Kunden vertrauen der Heidelberger Leben insgesamt zirka 600.000 Versicherungsverträge an. Mit knapp 300 Mitarbeitern verwaltet die Heidelberger Leben zurzeit ein Vermögen von mehr als 5,2 Milliarden Euro (Stand 31. Dezember 2012). Die Übernahme steht wie alle Versicherungstransaktionen unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

Hannover Re kauft Erstversicherer

Montag, August 19th, 2013

Die Hannover Re, drittgrößter Rückversicherer der Welt, will einem Zeitungsbericht zufolge den Lebensversicherer Heidelberger Leben von der britischen Lloyds übernehmen.

2013-08-19 (db) Erneut zieht sich ein britischer Finanzdienstleister vom deutschen Markt zurück. Die frühere MLP-Lebensversicherung aus Heidelberg war erst 2005 von den Briten übernommen worden und wurde in Heidelberger Leben umbenannt.

Der deutsche Rückversicherer Hannover Re wolle für die Tochter der britischen Großbank Lloyds 400 Millionen Euro zahlen, berichtete die britische Zeitung „Sunday Telegraph“. Die Preisvorstellungen für die Heidelberger seien höher gewesen, da aber der Verkauf unter zeitlichem Druck erfolge könnte die Hannover Rückversicherung ein „Schnäppchen“ machen.

Der Verkauf soll diese Woche offiziell bestätigt werden. Hannover Re und Lloyds wollten sich auf Anfrage zu dem Bericht vom Sonntag in den britischen Medien noch nicht äußern.

Die in der Finanzkrise vom britischen Staat aufgefangene Lloyds Bank trennt sich aktuell von Unternehmensteilen, die nicht zum Kerngeschäft des Finanzdienstleisters gehören. Gleichzeitig bereitet die britische Regierung den Verkauf ihrer 39 Prozent Anteile an Lloyds vor.

Info über Hannover Re

Die Hannover Re wurde 1966 als „Aktiengesellschaft für Transport- und Rückversicherung“ gegründet. Seit diesem Zeitpunkt ist die gebuchte Bruttoprämie von 0,05 Mio. EUR auf rund 13,8 Mrd. EUR im Jahre 2012 angewachsen. Die Gesellschaft betreibt seit 1966 Schaden-Rückversicherung. Die Personen-Rückversicherung ist seit 1990 ein strategisches Wachstumsfeld.

Hauptanteilseigner ist die Talanx AG, die mit 50,2 Prozent die Mehrheit der Hannover Rück-Aktien hält. Die Hannover Rück ging am 30. November 1994 an die Börse, eine weitere Aktienemission fand am 12. Juni 2003 statt.

Hauptanteilseigner an der Talanx AG ist der Haftpflichtverband der Deutschen Industrie (HDI), der 79,1 % der Talanx-Aktien hält.

Das oberste Ziel der Hannover Re ist es, ihre Position als bedeutende, optimal diversifizierte Rückversicherungsgruppe mit überdurchschnittlicher Profitabilität auf den internationalen Rückversicherungsmärkten auszubauen.

Dietmar Braun, freier Fachjournalist Assekuranz und Banken