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Bürgerversicherung als Risiko

Montag, August 7th, 2017

Bürgerversicherung – klingt gut. Aber für wen – und wer bezahlt? /Foto: db


Für die privaten Krankenversicherer (PKV) lief das Geschäftsjahr 2016 in Summe besser als im Vorjahr. Das erzielte Ergebnis aus Kapitalanlagen stieg um 600 Millionen Euro auf über neun Milliarden Euro an.

Nach Einschätzung der brancheneigenen Agentur Assekurata dürfte sich die Gewinnsituation 2017 weiter verbessern, da mit der Beitragsanpassung mit versicherungstechnisch positiven Ergebnissen zu rechnen ist.

In der Krankheitskosten-Vollversicherung als Alternative zu den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) konnten die PKV-Unternehmen 2016 marktweit den Bestandsabrieb mit netto 14.600 Personen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich reduzieren.

Mit einem Rückgang um 0,2 Prozent haben die Gesundheitsversorger ein durchaus zufriedenstellendes Jahr hinter sich. Ursächlich hierfür ist der verbesserte Saldo zwischen Wechslern aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die PKV und umgekehrt. Hatten 2015 die Abgänge zur GKV die Zugänge noch um 19.500 Personen übertroffen, ist der Saldo 2016 mit -1.100 nahezu ausgeglichen.
Dies ist insofern bemerkenswert, als der PKV-Verband bereits Ende September 2016 und damit genau zum Jahresendgeschäft prognostiziert hatte, dass auf rund zwei Drittel der Privatversicherten spürbare Beitragsanpassungen im zweistelligen Bereich zukommen würden.

Im Ergänzungsschutz zur GKV und in den Zusatzversicherungen konnte die PKV auch im abgelaufenen Geschäftsjahr eine positive Entwicklung verzeichnen. Die Zahl der Zusatzversicherungsverträge stieg jedoch lediglich um 1,3 Prozent, so dass die Zuwachsrate geringer ausfiel als 2015 mit noch 1,75 Prozent.
Die Pflegeergänzungs- und die Zahnzusatzversicherung sind und bleiben der Wachstumstreiber in diesem Geschäftsfeld.

Betriebliche Gesundheitsvorsorge hat Potential
Hingegen wartet die von einigen Marktteilnehmern zum Hoffnungsträger auserkorene betriebliche Krankenversicherung (bKV) vertriebsseitig immer noch auf den Durchbruch. Nach Angaben des PKV-Verbandes stieg die Zahl der versicherten Personen in diesem Geschäftsfeld 2016 gerade mal um 31.800 auf 606.800. Die Ursache dürfte vor allem auch in der Art der Vergütung für den Vertrieb liegen.

Im Zehnjahresvergleich 2007-2017 haben sich im Durchschnitt, laut Assekurata, die Bestandsbeiträge im Normalgeschäft um 53 Prozent erhöht, was einer jährlichen Anpassungsrate von 4,2 Prozent entspricht.
Das beitragsstabilste Unternehmen kommt auf einen Wert von 32 Prozent beziehungsweise 2,9 Prozent pro Jahr.

Zum Vergleich: Der GKV-Höchstbeitrag (inklusive Zusatzbeitrag) ist in den vergangenen zehn Jahren zwar „nur“ um knapp 30 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent pro Jahr gestiegen, absolut gesehen liegt die GKV mit einem Beitragsanstieg von insgesamt 156 Euro jedoch rund 17 Euro über dem Durchschnitt.

Gleichzeitig senken die gesetzlichen Kassen ihre Leistungen und muten den Versicherten immer mehr Eigenleistungen zu. Dieser Trend zum Leistungsabbau dürfte sich bei einer Bürgerversicherung massiv verstärken, da ja dann kein Wettbewerb der Systeme dies mehr verhindert. Unabhängig von diesem Leistungsabbau in der gesetzlichen Krankenkasse, hätten bei Einführung der Bürgerversicherung die bis dahin privat Versicherten ein lebenslanges Verbleibrecht in der PKV bei besseren und vor allem oft lebenserhaltenden Leistungen.

Fazit: Die privaten Gesundheitsversorger sind zukunftssicher und durch einen Sicherheitsaufschlag von zehn Prozent des Beitrags auch nachhaltig aufgestellt. Die Befürworter der Bürgerversicherung müssen erst einmal erklären, wie sie es finanzieren wollen beihilfeberechtigte Beamte in die gesetzlichen Kassen zu überführen. Noch problematischer wird es mit den Selbstständigen die sich weder den Beitrag zu den gesetzlichen Kassen oder den privaten Gesundheitsversorgern leisten können.

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles hat ganz schnell die Pläne einer gesetzlichen Bürgerversicherung in der Rentenversicherung fallen lassen, als die Fachleute ihr die Zahlen vorgelegt hatten. Alternativen in der biometrischen Versorgung für Gesundheit, Rente und Pflege wird es daher in Deutschland noch lange geben. Die Befürworter der Bürgerversicherung werden angesichts der Fakten zur Demografie und der Beitrags- oder Leistungsentwicklung deutlich leiser. (db)

Neustart in der Allianz bKV-Deckung

Dienstag, April 26th, 2016

Der private Krankenversicherer der Allianz SE hat die Bedingungen und den Leistungskatalog der betrieblichen Krankenversicherung überarbeitet. Das neue Deckungskonzept ist ab Mai im Markt.

Allianz bKV-Deckungskonzept

Neues bKV-Deckungskonzept der Allianz am Start © Sergey Nivens

2016-04-26 (db) Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) verbessert ihr Angebot in der betrieblichen Krankenversicherung (bKV). Das ab Mai 2016 erhältliche Deckungskonzept und in den Leistungen erweiterte bKV-Vorsorgetarif enthält zahlreiche, auf die Lebenssituationen und Interessen von Mitarbeitern abgestimmte neue Leistungen und spricht damit noch mehr Versicherte an. Die Prämie in Höhe von 8,61 Euro pro Monat und Mitarbeiter zeigt, dass gute Vorsorge nicht teuer sein muss. Mitarbeiter von Unternehmen, die den bisherigen bKV-Vorsorgetarif bereits abgeschlossen hatten, können die neuen Leistungen als kostenfreies Upgrade ebenfalls nutzen.

Um mit der neuen Tariflösung möglichst viele Kunden anzusprechen, hat die Allianz über 2.000 Arbeitnehmer sowie Mediziner nach ihren Vorstellungen einer idealen betrieblichen Vorsorge befragt.

„Arbeitgeber können sicher sein: Unser Baustein kommt bei den Mitarbeitern wirklich an. Denn ihre Meinungen und Interessen waren bei der Produktgestaltung maßgeblich“, so Jan Esser, Vorstand der APKV, zum Mehrwert dieser umfangreichen Marktforschung.

Für jeden Mitarbeiter ist das Richtige dabei: Sportler können beispielsweise ihre Lungenfunktion oder ihren Laktatwert testen lassen und sich optimal auf Training oder Wettkämpfe einstellen.
Für werdende Mütter gibt es ein umfangreiches Schwangeren-Vorsorgeprogramm.
Ältere Mitarbeiter profitieren dagegen besonders von der erweiterten Krebsvorsorge und von regelmäßigen Gesundheitschecks des Herzens, der Gefäße oder der Knochen.
So trägt der Vorsorgebaustein dazu bei, Krankheiten früh zu erkennen und gegenzusteuern. Darüber hinaus bietet die bKV-Lösung der Allianz Arbeitnehmern einen zusätzlichen Service: Damit sie ihre Leistungen auch kennen und wirklich in Anspruch nehmen, bekommen die Mitarbeiter eine entsprechende Checkliste. Mit der Checkliste können Versicherte zum Arzt ihres Vertrauens gehen und die Untersuchungen, für deren Kosten die Allianz leistet, besprechen – Vorsorge wird so zur Selbstverständlichkeit. Sämtliche Untersuchungen können in jedem Alter alle zwei Jahre durchgeführt werden.

bKV als effizientes Personalinstrument
Die betriebliche Krankenversicherung ist angesichts des spürbaren Fachkräftemangels in vielen Branchen für Firmen eine wichtige Möglichkeit, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

„Die bKV bietet einen effizienten Hebel, um den größten personalpolitischen Herausforderungen von heute zu begegnen – qualifizierte Mitarbeiter zu finden, zu binden und zu motivieren“, ergänzt Jan Esser. „Sie gehört aus Arbeitnehmersicht zu den Top drei der monetären Zusatzleistungen und ist von diesen mit Abstand die Günstigste.“

Leistungsübersicht in Stichpunkten:
• ERWEITERTE KREBSVORSORGE:
Mammographie und Ultraschalluntersuchung der Brust (Frau), PSA-Test (Mann), verschiedene Ultraschalluntersuchungen, Darmkrebs-Screening, Harnblasenkrebs-Screening und Hautkrebs-Screening
• HERZ-UND GEFÄSSCHECK:
Gesundheitscheck: Großes Blutbild inklusive Cholesterin-Test, Ultraschall zur Untersuchung von Nieren und Leber, Herzcheck und Gefäßcheck
• ERGÄNZENDE GESUNDHEITSUNTERSUCHUNGEN:
Osteoporose-Check, Glaukom-Screening und Sportlervorsorge
• ERWEITERTE SCHWANGEREN-VORSORGE:
Triple-Test und Feinultraschall

Dietmar Braun