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Unfälle mit Todesfolge sind vermeidbar

Donnerstag, Oktober 4th, 2012

Laut aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommen jährlich 1,2 Millionen Menschen im Straßenverkehr ums Leben, 50 Millionen werden verletzt. Dieser Trend könnte nach Meinung von Experten sich in Zukunft sogar noch verstärken.

2012-10-04 (db) Die Verkehrsexperten des Allianz Zentrums für Technik (AZT) beklagen im heute veröffentlichten „Allianz Risk Pulse“ zur Mobilität und Verkehrssicherheit deutliche Defizite in der Verkehrssicherheit.
Schon durch kleine Maßnahmen wie das Anlegen eines Sicherheitsgurtes wären viele Verletzungen vermeidbar. Die Risikoexperten fordern, dass die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen für Verkehrssicherheit weltweit gestärkt werden müssen. Verkehrsunfälle sind weltweit eine der Haupttodesursachen, die in ihrer Bedeutung für die globale Gesundheit unterschätzt werden.

„Um die steigende Zahl der Verkehrstoten wirksam zu bekämpfen, brauchen wir eine neue Sicherheitskultur. Jedes Verkehrssystem ist nur so sicher, wie sich die Verkehrsteilnehmer verhalten“, sagt Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrums für Technik (AZT).
Die Verkehrsexperten sehen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Verkehrssicherheit und den wirtschaftlichen Bedingungen und technischen Standards eines Landes.

„Je geringer das Prokopf-Einkommen einer Gesellschaft desto höher das Todesrisiko im Straßenverkehr – dieser besorgniserregende Trend muss gestoppt werden, denn Verkehrssicherheit darf keine Frage des Wohlstandes sein“, sagt Lauterwasser.

In vielen Ländern muss die passive sowie die aktive Sicherheit weiter gestärkt werden. Zu passiver Sicherheit gehören das Anlegen von Sicherheitsgurten und der Gebrauch von Kindersitzen oder Helmen. Aktive Verkehrssicherheit kann durch Verkehrserziehung an Schulen und eine strengere Vergabe von Führerscheinen gestärkt werden. Gesetzliche Regelungen gegen das Autofahren unter Alkoholeinfluss sind unerlässlich, da Alkoholkonsum laut OECD für 10 bis 32 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Todesfolge verantwortlich ist. Auch Fahrer-Assistenz-Systeme können in einkommensstärkeren Ländern in einem hohen Maß zur Bekämpfung von Unfällen beitragen.

„Gezielte Aufklärung muss ein grundlegendes, kulturelles Umdenken bewirken. Dazu gehört ein entsprechendes rechtliches Rahmenwerk genauso wie der Bau von sicheren Straßen. Nur so können wir das Ziel, die Zahl der Verkehrsunfälle weltweit zu reduzieren, erreichen“, sagt Lauterwasser.

Seit 2011 unterstützt die Allianz in Kooperation mit dem „Road Safety Fund“ der FIA-Foundation die UNO-Initiative „Decade of Action for Road Safety 2011-2020”. Darüber hinaus organisieren Allianz Einheiten in aller Welt regelmäßig öffentliche Aktivitäten rund um die Verkehrssicherheit – zum Beispiel Fahrtrainings, Informationstage oder Konferenzen. Das Allianz Zentrum für Technik (AZT Automotive) gibt es bereits seit 1972: hier arbeiten Experten unter anderem in den Bereichen Verkehrssicherheit, Schadenanalyse und Reparaturentwicklung. Unter dem Motto „Drive Safely“ läuft auch das Allianz-Sponsoring der Formel 1.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken