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Hannover Re nutzt Risiko-Transfers

Mittwoch, Juli 12th, 2017

Hannover Re platziert Risiko-Transfers

Jürgen Gräber, Vorstand Hannover Rück SE /Foto: db media © Hannover Re


(db finanzwelt 2017-07-12) Der drittgrößte deutsche Rückversicherer Hannover Rück SE (Hannover Re) hat im Rahmen ihrer Insurance-Linked Securities (ILS)-Aktivitäten drei Transaktionen abgeschlossen.

Der weltweit tätige Rückversicherer Hannover Re gehört zur Gruppe der Talanx AG. Die Hannoveraner unterstreichen damit ihre langjährige Erfahrung und ihr Know-how auf dem Gebiet des alternativen Risikotransfers.

„Wir freuen uns, dass wir mit den drei jüngsten Transaktionen sowohl bestehende Partnerschaften fortführen als auch einen neuen Kunden hinzugewinnen konnten. In den vergangenen Jahren konnten wir mit zusätzlich platzierten Haftungen von über 2,5 Milliarden US-Dollar unseren Marktanteil für das Transformer-Geschäft deutlich ausbauen“, sagt Jürgen Gräber, Vorstand der Hannover Re.

Durch ihre ILS-Aktivitäten könne die Hannover Rück SE risikoarme und gleichzeitig attraktive Margen generieren.

Für die American Integrity Insurance Company of Florida (AIIC) hat die Hannover Rück erstmalig Sturm- und Gewitterrisiken an Kapitalmarktinvestoren transferiert. Die Höhe des von institutionellen Investoren dafür bereitgestellten Kapitals beträgt 210 Millionen US-Dollar. Die Laufzeit liegt bei drei Jahren.

In zwei weiteren Transaktionen hat die Hannover Rück mit der Texas Windstorm Insurance Association (TWIA) und der Massachusetts Property Insurance Underwriting Association (MPIUA) erneut Risiken an Kapitalmarktinvestoren gegeben. Das Volumen der Katastrophenanleihe für die TWIA beträgt 400 Millionen US-Dollar, für die MPIUA 350 Millionen US-Dollar. Die Laufzeiten liegen ebenfalls bei circa drei Jahren.

Für die Strukturierung und Platzierung der drei Transaktionen des Rückversicherers ist die GC Securities alleinig verantwortlich, eine Division der MMC Securities LLC, verantwortlich.

Seit der Platzierung der ersten Risikoverbriefung durch die Hannover Rück im Jahr 1994 nutzt das Unternehmen die gesamte Bandbreite des ILS-Markts. Neben dem genannten Risikotransfer für Kunden sichert sie zudem eigene Risiken über den Kapitalmarkt ab. Darüber hinaus tritt das Unternehmen selbst als Investor in Katastrophenanleihen auf.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

Schweizer Rückversicherer warnt vor Mobilfunk

Mittwoch, Januar 15th, 2014

2014-01-15 (DB) Der Rückversicherer Swiss-RE stuft Mobilfunkstrahlung als höchstes Risiko ein. Swiss-Re befürchtet Schadensersatzansprüche. Man sieht sie nicht, man hört sie nicht, man spürt sie in der Regel auch nicht: Elektromagnetische Felder. Wahrscheinlich ein Grund, warum die meisten Menschen die Gefahr ignorieren, die von ihnen ausgeht. Nun ordnet einer der weltgrößten Rückversicherer, die Swiss-RE, den Mobilfunk in die höchste Risikostufe ein. Panikmache oder eine ernst zu nehmende Gefahr?

Die Swiss-RE bei der sich die Erstversicherer rückversichern können, unterscheidet bei neu auftauchenden Risiken zwischen potentiell niedrigen, potentiell mittleren und potentiell hohen Risiken.

Elektromagnetische Felder, die von Sendeanlagen und Mobiltelefonen ausgehen, werden nun unter den potentiell höchsten Risiken eingereiht und befinden sich in der Bewertung von den zu versicherten Risiken auf gleicher Risikostufe wie die Nanotechnologie und chemische, als EDC (endocrine disrupting chemicals) bezeichnete Substanzen, die vorwiegend in der Textilbranche eingesetzt werden.

Eine Kohlenstoffauflage, angebracht an Wänden und Dächern, reduziert die von außen kommenden hochfrequenten Strahlungen und niederfrequenten elektrischen Wechselfelder innerhalb des Hauses um bis zu 99 Prozent. Die verbleibende ein Prozent Reststrahlung reicht dabei völlig aus, um mit dem Mobiltelefon von zu Hause aus zu telefonieren. Ein spezielles Forschungsteam mit Elektrosmogmesstechnikern und Baubiologen prüft vor jedem Einzug die Gesundheitsqualität des Gebäudes.
Vorsorge besser als Nachsorge

„Die Eingruppierung der Mobilfunkstrahlung als ‚potentiell hohes Risiko‘ durch eine bedeutende Versicherung müsste all jenen Politikern zu denken geben, die immer noch versichern, dass alles sicher sei,“ kommentiert Jörn Gutbier, Vorstandsvorsitzender der Verbraucherschutzorganisation Diagnose-Funk e.V. und fordert: „Es ist Zeit, dass die Verbraucher, vor allem Smart Phone und Tablet PC-Nutzer über Risiken aufgeklärt und vor allem Kinder, die WLAN-Spiele nutzen, nachhaltig geschützt werden. Eine Vorsorgepolitik ist unerlässlich.“

Eine Antwort auf diese Problematik gibt das innovative Ökohaus-Unternehmen Baufritz, welches sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit den gesundheitsbelastenden Strahlen durch Elektrosmog auseinandersetzt.

„Wenn uns die verantwortlichen Politiker nicht vor Elektrosmog schützen, müssen wir eine Lösung gegen die Strahlenbelastung in Bürogebäuden und Häusern finden. Sonst wohnen wir uns krank,“ sagt Baufritz Geschäftsführerin Dagmar Fritz-Kramer.

Das Allgäuer Familienunternehmen integriert eine Strahlenschutzhülle namens „XundE“ ohne Aufpreis in jedes seiner Gebäude. Die Platte aus Naturgips mit einer dünnen Kohlenstoffauflage, angebracht an Wänden und Dächern, reduziert die von außenkommenden hochfrequenten Strahlungen und niederfrequenten elektrischen Wechselfelder innerhalb des Hauses um bis zu 99 Prozent.

Die verbleibende ein Prozent Reststrahlung reicht dabei völlig aus, um mit dem Mobiltelefon von zu Hause aus zu telefonieren. Ein spezielles Forschungsteam mit Elektrosmog-Messtechnikern und Baubiologen prüft vor jedem Einzug die Gesundheitsqualität des Gebäudes.

„Die bessere Lösung wäre natürlich, auf WLAN im eigenen Haus zu verzichten und nicht gepulste Schnurlos-Haustelefone mit ECO-Mode oder das kabelgebundene Telefon zu nutzen. Dies würde den selbst produzierten Elektrosmog stark reduziere,“ so die Expertin Fritz-Kramer.

Studien sind nur schwer durchzuführen

Bereits 2011 hat die Weltgesundheitsorganisation die extrem niederfrequenten magnetischen Felder und die hochfrequenten elektromagnetischen Felder, wie sie Mobiltelefone ausstrahlen, als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. „Hochfrequente gepulste Strahlung erzeugt vermehrt oxidativen Stress in den Zellen“, bestätigt die Umweltmedizin.

Den Zellen fehlt zunehmend Energie, freie Radikale werden überproduziert und sogenannter oxidativer Zellstress entsteht. Dieser Zellstress führt vor allem zur Alterung von Körperzellen und verursacht chronische degener ative Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson. Die Umwelt- und Verbraucherorganisation Diagnose-Funk erläutert in ihrem Forschungsbericht im Juli 2013 die Zusammenhänge zwischen der Einwirkung von Mobilfunkstrahlung auf die Zellen und den Symptomen des Burnout-Syndroms.

Dennoch sind Studien nur schwer durchzuführen: Längsschnittstudien und Trendstudien seien laut der Swiss-RE aufgrund der relativ kurzen Zeit der Verbreitung der drahtlosen Technologie inkonsistent.

„Falls ein direkter Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und menschlichen Gesundheitsbeschwerden hergestellt werden kann, würde dies Tür und Tor für neue Schadensersatzansprüche öffnen“, so die Experten vom Schweizer Rückversicherer Swiss-RE.

Verluste im Bereich der Produkthaftpflichtversicherung müssten mit erhöhten Versicherungsprämien für die Haftpflicht ausgeglichen werden

Leserservice von Finanz- und Geldwissen: Studie als Download

Unter dem Titel „Unvorhersehbare Folgen elektromagnetischer Felder“ warnt die Swiss-RE, als erfahrene Rückversicherungsgesellschaft, ihre Kunden vor Risiken, die ihnen Mobiltelefone und Sendeanlagen bescheren könnten.

Dietmar Braun, freier Fachjournalist Assekuranz und Banken

Dietmar Braun

Munich Re erwartet vom Erstversicherer ERGO Ergebnisse

Dienstag, Mai 7th, 2013

Fast eine Milliarde Euro Gewinn im ersten Quartal 2013, das ist ein starker Start für Munich Re. Aber auch vom Erstversicherer ERGO wird für das Geschäftsjahr ein höherer Beitrag zum Ergebnis erwartet, etwa 500 Millionen Euro sollen es sein, das wären dann mit den geplanten 2.500 Millionen Euro der Munich Re, satte drei Milliarden Euro Gewinn als Zielmarke für 2013.

2013-05-07 (db) Munich Re startet mit einem Konzerngewinn von 979 Millionen Euro im ersten Quartal in das Geschäftsjahr 2013.

„Zufallsbedingt gab es weniger Belastungen aus Großschäden, aber auch die operative Ertragskraft der Gruppe hat sich als robust erwiesen. Nach diesem guten Auftakt sind wir optimistisch, unser Jahresgewinnziel von annähernd drei Milliarden Euro zu erreichen“, erläutert Finanzvorstand Dr. Jörg Schneider das Konzernergebnis im ersten Quartal 2013.

Munich Re Finanzvorstand Dr Jörg Schneider  © MunichRe

Munich Re Finanzvorstand Dr Jörg Schneider © MunichRe

 

Insgesamt stieg das operative Ergebnis um 15,5 Prozent von 1.202 auf 1.388 Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg im Vergleich zum Jahresende vor allem dank des hohen Quartalsgewinns um 4,4 Prozent auf 28,6 Milliarden Euro. Auf das Jahr hochgerechnet lag die risikoadjustierte Eigenkapitalrendite (RoRaC) bei 14,3 Prozent, die Rendite auf das gesamte Eigenkapital (RoE) bei 14,0 Prozent. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 100 Millionen Euro von 13.200 auf 13.300 Millionen Euro.

Erstversicherer ERGO startet mit Quartalsgewinn in das Jahr 2013

Das operative Ergebnis in der Erstversicherung für die ersten drei Monate 2013 lag bei 223 Millionen Euro. Das Konzernergebnis betrug 127 Millionen Euro. Die ERGO Versicherungsgruppe erreichte ein deutlich verbessertes Ergebnis im ersten Quartal in Höhe von 120 Millionen Euro.

Die Schaden-Kosten-Quote stieg im Vergleich zum Vorjahr von 95,3 auf 95,9 Prozent. In der internationalen Schaden- und Unfallversicherung verbesserte sich die Schaden-Kosten-Quote von 101,3 auf 99,2 Prozent. Im deutschen Geschäft stieg sie von 91,3 auf 93,9 Prozent.

Die gesamten Beitragseinnahmen über alle Sparten hinweg gingen im 1. Quartal 2013 um 2,2 Prozent von 5.016 auf 4.908 Millionen Euro zurück. Die gebuchten Bruttobeiträge sanken in den ersten drei Monaten um 1,2 Prozent von 4.698 auf 4.643 Millionen Euro. Ausschlaggebend für den Rückgang waren das geringere Einmalbeitragsgeschäft im Segment Leben und der Wegfall der Beiträge der 2012 verkauften südkoreanischen Gesellschaft ERGO Daum Direct.

„Das gute Quartalsergebnis gibt uns Schwung für die vor uns liegenden Herausforderungen des Jahres: Die Einführung unseres neuen Lebensversicherungsprodukts Mitte des Jahres und die Umsetzung neuer Strukturen im Vertrieb“, erläuterte ERGO-Vorstandsvorsitzender Torsten Oletzky

Ausblick auf das gesamte Geschäftsjahr 2013

In 2013 erwartet Munich Re keine schnelle und deutliche Steigerung der Kapitalmarktzinsen und damit vergleichsweise niedrige laufende Erträge aus den Kapitalanlagen. Insgesamt rechnet Munich Re mit einer Rendite auf die Kapitalanlagen von 3,3 Prozent. Die in den ersten drei Monaten erzielte höhere Rendite von 3,6 Prozent lasse sich nicht auf das gesamte Jahr hochrechnen, da Munich Re für die Folgequartale geringere Gewinne aus der Veräußerung von Kapitalanlagen erwartet.

Das Konzernergebnis in der Rückversicherung sollte 2013 zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro liegen. Für die Erstversicherung erwartet Munich Re für 2013 ein Konzernergebnis zwischen 400 und 500 Millionen Euro, für den ERGO Teilkonzern einen Betrag zwischen 350 und 450 Millionen Euro. Die Differenz zwischen beiden Zahlen sei auf konzerninterne Geschäfte zwischen Erst- und Rückversicherung zurückzuführen. Im Geschäftsfeld Munich Health kann aufgrund der schwierigen Situation bei der WHG für 2013 ein erneuter Verlust derzeit noch nicht ausgeschlossen werden.

Bei einem durchschnittlichen Schadenverlauf rechnet Munich Re für 2013 mit einem versicherungstechnischen Ergebnis auf dem Niveau von 2012. Vorbehaltlich des tatsächlichem Großschadenverlaufs und der Gewinn- und Verlustauswirkungen von gravierenden Währungskurs- oder Kapitalmarktbewegungen, signifikanter Änderungen der steuerlichen Rahmenbedingungen und anderer Sondereffekte strebt Munich Re ein Konzernergebnis von drei Milliarden Euro an.

„Man darf das Ergebnis von fast einer Milliarde Euro im 1. Quartal 2013 nicht einfach auf zwölf Monate hochrechnen. Aber mit diesem starken Jahresauftakt haben wir schon einen erfreulich großen Schritt zu unserem Ergebnisziel zurückgelegt. Im Übrigen sehen wir weiterhin profitable Wachstumsmöglichkeiten, gerade in Märkten wie Asien-Pazifik, für die wir gut aufgestellt sind“, erläuterte Finanzvorstand Schneider die Ergebnisprognose.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

Munich Re Quartalbericht 01/2013 als Download

Munich Re Konzern auf einen Blick (Stand Mai 2013) als Download