Posts Tagged ‘Sicherheit’

Sicher in die digitale Zukunft

Mittwoch, Juli 10th, 2013

Gegenüber steigender Internetkriminalität reicht normale IT-Sicherheit nicht aus. Ein ganzheitlicher Ansatz für das Risikomanagement ist gefordert. Eine neue Police bietet umfassenden Schutz gegen Gefahren aus dem Netz.

2013-07-10 (db) Unternehmen drohen Schäden in Millionenhöhe und Imageverluste, wenn Kriminelle über das Internet Daten stehlen, Schadprogramme in Netzwerke einschleusen oder Server mit Denial-of-Service-Attacken lahmlegen.

Mit der neuen Versicherungslösung „Allianz Cyber Protect“ der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) können sich Unternehmen künftig umfassend gegen Gefahren aus dem Netz absichern. Gedeckt sind vielfältige Eigen- und Drittschäden, die Unternehmen als Opfer von Internetkriminalität selbst erleiden oder für die sie von ihren Kunden haftbar gemacht werden können.

„Unsere neue Cyberversicherung kombiniert Bausteine aus der Sach-, Haftpflicht- und Vermögensschadenversicherung und bietet so einen umfassenden Schutz gegen die wachsenden Gefahren aus dem Netz. Unser Ziel war es, ein transparentes Versicherungsprodukt zu entwickeln, das unkompliziert abzuschließen ist und sich an die jeweiligen Bedürfnisse eines Unternehmens anpassen lässt“, erklärt Hartmut Mai als verantwortliches AGCS-Vorstandsmitglied und Chief Underwriting Officer Corporate Lines.

Unternehmen sind ein Angriffsziel

Die Kriminalität aus dem Netz ist auf dem Vormarsch. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen sind im Fadenkreuz. 2012 wurden allein in Deutschland 60.000 Internetstraftaten registriert (BKA); jedoch gehen Experten davon aus, dass nur einer von 1.000 Cybercrime-Fällen überhaupt aktenkundig wird. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft schätzt den Schaden durch Internetkriminalität für die deutsche Wirtschaft auf 50 Mrd. Euro jährlich.

Zugleich wird der Datenschutz durch Vorschriften wie die Novelle des Bundesdatenschutzgesetzes 2009 oder die geplante EU-weite Meldepflicht von Hackerangriffen weiter gestärkt. Dies bedeutet für Unternehmen, dass sie immer mehr Datenschutz-Vorschriften einhalten müssen, um Bußgelder oder Haftungsfälle zu vermeiden.

Mit Blick auf die steigenden Risiken werden sich Cyberversicherungen nach Ansicht von AGCS in den kommenden Jahren auch in deutschen Großunternehmen etablieren. In den USA sind sie bereits fester Bestandteil im Versicherungsportfolio von Firmen und erzielen ein Prämienvolumen von rund 1,3 Milliarden US-Dollar (990 Millionen Euro), (Betterley Report 2013).

„In Deutschland und Europa besteht eindeutig Aufholbedarf. Wir sind überzeugt, dass sich Cyberversicherungen auch hierzulande zu einer eigenständigen Produktgattung in der Industrieversicherung entwickeln werden. Wir wollen dieses neue Marktsegment aktiv besetzen und mit gestalten“, sagt Mai. In Europa könnte der Markt für Cyberversicherungen nach AGCS-Berechnungen bis 2018 ein Prämienvolumen von 700-900 Millionen Euro erreichen.

Deckung in drei Varianten

„Allianz Cyber Protect“ ersetzt einerseits eigene Schäden, die bei einem versicherten Unternehmen entstehen, das Opfer von Internetkriminalität wird.  Diese beinhalten beispielsweise Aufwendungen für die Benachrichtigung von Kunden, für IT-forensische Untersuchungen, für die Wiederherstellung von geschädigten oder zerstörten Daten oder für Ertragsausfälle durch Betriebsstörungen. Ein weiterer Baustein ist die Übernahme der Kosten für Krisenkommunikation zum Reputationsschutz. Andererseits kommt die Police für Haftpflichtschäden auf, die Kunden des versicherten Unternehmens infolge von Hackerangriffen, Denial-of-Service-Attacken, Datenschutzverletzungen oder fehlerhafter digitaler Kommunikation erleiden. Mit einer Deckungssumme bis 10 Millionen Euro bietet „Allianz Cyber Protect“ somit einen breiten Schutz gegen alle wichtigen Cyberrisiken, erfordert aber nur eine schlanke Risikoprüfung vor Vertragszeichnung.

Neben dieser Standarddeckung gibt es „Allianz Cyber Protect“ noch in zwei weiteren Varianten, nämlich „Premium“ und „Premium plus“.

„Unsere Kunden können den Cyberschutz wählen, der ihrem Risikoprofil entspricht. Je nach Geschäftsmodell und IT-Anwendungen ist das Angriffsrisiko höher oder niedriger“, erklärt Joachim Albers, der die spartenübergreifende Entwicklung des neuen Produkts koordiniert hat.

Bei den Premium-Varianten handelt es um individuell maßgeschneiderte Lösungen mit bis zu 50 Millionen Euro Versicherungssumme und einem erweiterten Deckungsumfang, der auch von einem Unternehmen selbst verschuldete Prozessschwächen oder Mitarbeiterfehler als Auslöser für IT-Ausfälle oder Datenpannen einschließt. Die Premium-Modelle beinhalten eine ausführliche Vorabprüfung der IT-Prozesse des Unternehmens durch spezialisierte Risikoingenieure von AGCS.

Prüfung des IT-Reifegrads von Unternehmen

„Dabei verschaffen wir uns einen Eindruck von der Qualität der IT-Systeme und der Risikokultur in dem Unternehmen und begleiten unseren Kunden in der Verbesserung seines Risikomanagements. Wichtig ist, dass Prävention und eine kontinuierliche Verbesserung der eigenen Schwachstellen Vorrang haben“, erklärt AGCS-Risikoingenieur José Fidalgo.

Die Kosten für einen möglichst sicheren Datenaustausch seien immer geringer als der Schaden, der durch Datendiebstahl, Datenverlust oder ein negatives Image entstehe. „Allianz Cyber Protect“ wird mittelfristig die IT-Versicherung Global Net & ESI Net ablösen, die AGCS seit 2004 ausgewählten Großkunden nur in Deutschland angeboten hatte.

„Wir haben einen ordentlichen Kundenstamm aufgebaut und wertvolle Erfahrungen gesammelt“, erläutert Mai. „Mit Allianz Cyber Protect haben wir nun ein Produkt für den weltweiten Einsatz entwickelt.“

Die IT-Police, die zuerst in Deutschland eingeführt wird, soll in diesem Jahr auch noch in Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Australien und Neuseeland angeboten werden. Nächstes Jahr will AGCS die Cyberversicherung in ausgewählten asiatischen Märkten einführen.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

Dietmar Braun

Gestohlenes Geld orten

Montag, Juni 10th, 2013

Erstmals wurde vom Sicherheitsinstitut der Versicherer ein neues Geldortungssystem anerkannt. Das verdeckt agierende System führt Ermittler und die Polizei direkt zu Beute und Tätern.

2013-06-10 (db) Ein überraschendes Szenario: Beim Aufteilen der Beute aus einem Raub oder Diebstahl stehen plötzlich Polizisten vor den perplexen Tätern. Dieser Auftritt „aus heiterem Himmel“ lässt sich vorab sicherstellen.

Vertrauen durch Sicherheit (VdS) hat das Geldverfolgungssystem „Cashtracker“ der Firma 3SI Security Solutions anerkannt.

Der kleine Sender kann unbemerkt in den Inhalten von Kassen, Transportern oder Tresoren platziert werden. Im Falle eines Diebstahls oder Überfalls aktiviert er sich selbständig und nutzt sowohl GPS als auch das Handynetz, um per Internet sofort anzuzeigen, wo er mitsamt den Tätern und der Beute zu finden ist.

„Wir freuen uns, dass die auch langfristige Zuverlässigkeit unserer Erfindung jetzt durch Europas Nummer Eins für Einbruchschutz offiziell bestätigt wurde“, erklärt Steffen Dietrich, Verkaufsleiter Deutschland der Herstellerfirma 3SI mit Sitz in Zaventem, Belgien. „Der Cashtracker bietet eine weitere wichtige Möglichkeit, die Erfolgsquote von Diebstählen und Überfällen drastisch einzuschränken.“

„Wie üblich haben wir die Innovation in den VdS-Laboratorien harten Belastungen ausgesetzt, um auch die dauerhafte Funktionssicherheit nachzuweisen“, betont VdS-Labor-Ingenieur Fabian Busch. „Der Cashtracker meldet die Position von Diebesgut selbst nach Stürzen und Schlägen, bei extremer Hitze, Kälte und Feuchte sowie unter starken elektromagnetischen Störungen tadellos.“

Dietmar Braun, Fachjournalist für Assekuranz und Banken

Einbruchschutz schreckt Diebe ab

Dienstag, Mai 7th, 2013

Die Wohnungseinbrüche in Deutschland erreichen ein Rekordhoch – doch fast die Hälfte der Einbrecher scheitert an vorhandenen Sicherungen.

2013-05-07 (db) Das Institut „Vertrauen durch Sicherheit“ (VDS-Institut) veröffentlicht erstmals Richtlinien für Fensterbeschläge zum Nachrüsten.

Wohnungseinbrüche haben bereits im Jahr 2011 den höchsten Wert seit zehn Jahren erreicht. Die offiziellen Zahlen für 2012 stehen zwar noch aus, Regionalzeitungen berichten aber bereits von deutlichen Anstiegen um bis zu einem Drittel. Hauptangriffspunkt sind und bleiben die Fenster und baugleichen Fenstertüren.

„Deutschland entwickelt sich zum Paradies für Einbrecher“, warnt bereits die Gewerkschaft der Polizei (GdP).

© Kletr - Fotolia

© Kletr – Fotolia

“Die Gesamtzahl der erfassten Straftaten hat sich zwar nicht nennenswert verändert, jedoch ist das kein Grund zum Jubeln und kein Gewinn an innerer Sicherheit. Deutliche Steigerungsraten zum Beispiel bei Wohnungseinbrüchen und Eigentumsdelikten sowie im Bereich der Cyberkriminalität verunsichern zu Recht die Bürgerinnen und Bürger.

Vielerorts fehlt der Polizei das Personal, um beispielsweise Einbrecher intensiv verfolgen zu können. Die immer schwächer werdende Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum lädt Straftäter geradezu ein, in Wohnungen und Häuser einzudringen“, warnt Oliver Malchow, Bundesvorsitzender der GdP.

Einbrecher mit einfachen Mitteln stoppen

Dabei ist genau bekannt, wie die Kriminellen vorgehen und wie Bürger sie mit einfachen Mitteln stoppen können.

„Fast die Hälfte der Einbrecher scheitert an vorhandenen Sicherungen. Dazu kommen noch all die Täter, deren Einbruchversuch aufgrund der starken Sicherungen nicht einmal bemerkt wird“, weiß Sebastian Brose, Konzeptentwickler bei VdS. „Schon nach wenigen erfolglosen Minuten an Fenstern oder Türen geben die meisten Täter auf – und hierfür können Vermieter, Eigenheimbesitzer und Mieter ganz einfach sorgen.“ Die entscheidenden Minuten Schutz sichern schon kostengünstige Nachrüstprodukte. Brose betont: „Diese stoppen selbst die Experten in unseren Prüf-Laboratorien, wie die VdS-Dokumentationen auf YouTube zeigen. Geben Sie dafür einfach `VdS Schadenverhütung´ ins Suchfeld ein.“

Im Sicherheitsmarkt besteht großer Bedarf an der Nachrüstung bestehender Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren – bevorzugt mit unsichtbaren Elementen, die keine zusätzlichen Bedienschritte erfordern. Vermieter, Eigentümer und Versicherer konnten allerdings bisher die Qualität dieser nachgerüsteten Beschläge nicht sicherungstechnisch bewerten. Um für diese Techniken Klarheit zu schaffen, hat VdS ein neues Zertifizierungsverfahren entwickelt. Diese Richtlinien „VdS 3168: Einbruchhemmende, in Fenster und Fenstertüren montierte Beschläge zur Nachrüstung“ sind jetzt in Kraft getreten.

Die Richtlinien VdS 3168 erhalten Sachversicherungs-Experten und Risikomanager als Download kostenlos, hier im Internet – inklusive einer Montagebescheinigung als Kopiervorlage zur Dokumentation der Nachrüstung.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

Unfälle mit Todesfolge sind vermeidbar

Donnerstag, Oktober 4th, 2012

Laut aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommen jährlich 1,2 Millionen Menschen im Straßenverkehr ums Leben, 50 Millionen werden verletzt. Dieser Trend könnte nach Meinung von Experten sich in Zukunft sogar noch verstärken.

2012-10-04 (db) Die Verkehrsexperten des Allianz Zentrums für Technik (AZT) beklagen im heute veröffentlichten „Allianz Risk Pulse“ zur Mobilität und Verkehrssicherheit deutliche Defizite in der Verkehrssicherheit.
Schon durch kleine Maßnahmen wie das Anlegen eines Sicherheitsgurtes wären viele Verletzungen vermeidbar. Die Risikoexperten fordern, dass die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen für Verkehrssicherheit weltweit gestärkt werden müssen. Verkehrsunfälle sind weltweit eine der Haupttodesursachen, die in ihrer Bedeutung für die globale Gesundheit unterschätzt werden.

„Um die steigende Zahl der Verkehrstoten wirksam zu bekämpfen, brauchen wir eine neue Sicherheitskultur. Jedes Verkehrssystem ist nur so sicher, wie sich die Verkehrsteilnehmer verhalten“, sagt Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrums für Technik (AZT).
Die Verkehrsexperten sehen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Verkehrssicherheit und den wirtschaftlichen Bedingungen und technischen Standards eines Landes.

„Je geringer das Prokopf-Einkommen einer Gesellschaft desto höher das Todesrisiko im Straßenverkehr – dieser besorgniserregende Trend muss gestoppt werden, denn Verkehrssicherheit darf keine Frage des Wohlstandes sein“, sagt Lauterwasser.

In vielen Ländern muss die passive sowie die aktive Sicherheit weiter gestärkt werden. Zu passiver Sicherheit gehören das Anlegen von Sicherheitsgurten und der Gebrauch von Kindersitzen oder Helmen. Aktive Verkehrssicherheit kann durch Verkehrserziehung an Schulen und eine strengere Vergabe von Führerscheinen gestärkt werden. Gesetzliche Regelungen gegen das Autofahren unter Alkoholeinfluss sind unerlässlich, da Alkoholkonsum laut OECD für 10 bis 32 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Todesfolge verantwortlich ist. Auch Fahrer-Assistenz-Systeme können in einkommensstärkeren Ländern in einem hohen Maß zur Bekämpfung von Unfällen beitragen.

„Gezielte Aufklärung muss ein grundlegendes, kulturelles Umdenken bewirken. Dazu gehört ein entsprechendes rechtliches Rahmenwerk genauso wie der Bau von sicheren Straßen. Nur so können wir das Ziel, die Zahl der Verkehrsunfälle weltweit zu reduzieren, erreichen“, sagt Lauterwasser.

Seit 2011 unterstützt die Allianz in Kooperation mit dem „Road Safety Fund“ der FIA-Foundation die UNO-Initiative „Decade of Action for Road Safety 2011-2020”. Darüber hinaus organisieren Allianz Einheiten in aller Welt regelmäßig öffentliche Aktivitäten rund um die Verkehrssicherheit – zum Beispiel Fahrtrainings, Informationstage oder Konferenzen. Das Allianz Zentrum für Technik (AZT Automotive) gibt es bereits seit 1972: hier arbeiten Experten unter anderem in den Bereichen Verkehrssicherheit, Schadenanalyse und Reparaturentwicklung. Unter dem Motto „Drive Safely“ läuft auch das Allianz-Sponsoring der Formel 1.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken