Posts Tagged ‘Versicherung’

Wüstenrot wächst weiter

Freitag, August 11th, 2017

Wüstenrot setzt auf das Eigenheim

Wüstenrot setzt auf seine Kern-Marke und Kompetenz rund um das Eigenheim /Foto: © db media Dietmar Braun


Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) meldet ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2017. Die Gruppe konnte in den ersten sechs Monaten den Konzernüberschuss nach Steuern deutlich um 28 Prozent von 121,0 auf 154,9 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhen.

Auf Basis dieser Entwicklung hat der Vorstand der Wüstenrot & Württembergische AG (W&W AG) seine Erwartungen für das laufende Jahr nach oben revidiert und rechnet nun beim Jahresüberschuss mit einer erkennbaren Überschreitung des Vorjahreswertes von 235 Millionen Euro. Für Anleger und Investoren lohnt es sich über die Aktie nachzudenken.

„Wir verbessern unser Geschäft momentan in nahezu allen Bereichen. Diese Entwicklung im ersten Halbjahr ist alles andere als selbstverständlich. Sie ist einerseits hart erarbeitet, andererseits das erste Ergebnis unserer Maßnahmen, um unseren Konzern deutlich kundenorientierter auszurichten. Was in der W&W-Gruppe steckt, zeigen diese ersten Effekte. Es ist allerdings zu früh, dies bereits als stabilen Trend zu bezeichnen. Wir haben noch einen langen Weg zu gehen. Klar ist: Der W&W-Konzern verfügt über allerbeste Voraussetzungen, in den kommenden Jahren zu einem der Gewinner des erkennbaren Branchenumbruchs zu werden“, sagt Jürgen A. Junker, CEO und Vorstandsvorsitzender der W&W AG.

„Den Rückenwind bei den Ergebnissen können wir gut gebrauchen. Er sichert uns nicht zuletzt Handlungsspielraum, um die erforderlichen hohen Investitionen im Zuge der Digitalisierung aus eigener Kraft zu realisieren“, sagt der Nachfolger seines bald auch als Präsident des GDV scheidenden Vorgängers, an dessen früheren Basis, der grundsoliden Wüstenrot-Gruppe in Ludwigsburg.

Bauspar Bank behauptet sich
Die Wüstenrot Bausparkasse aus Ludwigsburg konnte im Netto-Neugeschäft (eingelöstes Geschäft) mit 5,76 Milliarden Euro Bausparsumme annähernd das Vorjahresniveau erreichen (- 4,8 Prozent). Sie entwickelte sich damit deutlich besser als der Markt insgesamt.
Mit einem Marktanteil von knapp 14 Prozent konnte Wüstenrot die Stellung als zweitgrößte private deutsche Bausparkasse somit weiter festigen. Das Brutto-Neugeschäft nach Bausparsumme lag mit 7,01 Milliarden Euro unter dem sehr hohen Vorjahreswert (7,64 Milliarden Euro), der von den Sondereffekten eines Tarifwechsels positiv beeinflusst worden war.

In der Baufinanzierung erhöhte sich konzernweit das Neugeschäft an vermittelten Krediten um 8,2 Prozent auf 2,76 Milliarden Euro nach 2,56 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Die im Frühjahr 2017 erfolgte Übertragung des Baufinanzierungs- und Pfandbriefgeschäfts der Wüstenrot Bank auf die Wüstenrot Bausparkasse sowie die Übertragung der Spar- und Anlageprodukte steigerten die interne Effizienz durch jetzt einheitliche Prozesse, Systeme und attraktive Produktlösungen rund um das Eigenheim. Zum anderen verfügt die Bausparkasse jetzt über deutlich breitere Refinanzierungsmöglichkeiten. Beide Effekte wirken sich positiv auf die Ertragslage der Bausparkasse aus und eröffnen zudem Wachstumsspielräume rund um das Thema Eigenheim, Wohnen und Vorsorge.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2017
Angesichts des anhaltenden Immobilienbooms in Deutschland rechnet der W&W-Konzern mit Wachstumsimpulsen beim Bausparen und der Baufinanzierung.

Für das Versicherungsgeschäft, insbesondere die Sparte Schadens- und Unfallversicherung, bleibt der Vorsorge-Konzern optimistisch. im Personenversicherungsgeschäft ist noch viel Potential, hier gilt es die Vororge-Themen Leben, Pflege und Gesundheit stärker mit dem Kerngeschäft rund um das Eigenheim zu bündeln.

Die hohen Investitionen in die Digitalisierung im Rahmen des „W&W@2020“-Programms, aber auch in den klassischen Vor-Ort-Vertrieb, werden beibehalten. Sie sollen einen Grundstein für künftiges Wachstum legen.

Der Konzern-Vorstand zeigt sich für das Gesamtjahr 2017 zuversichtlich und bestätigt seine bisherigen Aussagen. Neben den Zuwächsen im Neugeschäft und der günstigen Entwicklung im Segment Schaden-/Unfallversicherung könnte auch ein Einmaleffekt aus einem Portfolioverkauf sich auswirken.

Fazit und Kommentar
Drei positive Entwicklungen könnten aus Sicht der Kenner des Konzerns eine größere Rolle spielen:

Erstens tut die Stärkung des traditionellen Eigenheim-Gedankens mit dem Markenkern Wüstenrot dem gesamten Konzern wieder sehr gut.

Zweitens interessieren sich laut den Meldungen der Süddeutschen Zeitung amerikanisch-österreichische Investoren wie Cerberus Capital Management für gemeinsame Entwicklungen im digitalen Vertrieb und mit der Marke Südwestbank auch Sekoren wie Vermögensverwaltung und Kapitalanlagen.

Drittens wird neben dem Bekenntnis zum exklusiven Eigenvertrieb auch die Partnerschaft und Kooperation mit Banken und Maklern wieder auf Augenhöhe betrieben. Letzteres paart sich mit einem ehrlichen Respekt vor Mitarbeitern und Partnern, die frühere Phase scheint wohl vorbei. Das hat der Konzern mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wohl leidvoll gemeinsam, der die teilweise etwas abgehobene Phase demnächst auch beendet.

Sprichwort: „Wer ein (Eigen-)Heim bauen oder sichern will, sollte lange am Fundament verweilen.“

Dietmar Braun (db)

Allianz ist ein Fels in der Brandung

Freitag, August 4th, 2017

Allianz - Schildkröte und Fels

Allianz ist wie ein Schildkröten-Panzer, über 125 Jahre und ein Fels in der Brandung. /Foto: db Media Dietmar Braun


Die Allianz wird in Großbritannien drittgrößter Versicherer in der Personenversicherung und kooperiert in der Sachversicherung. Das erste Halbjahr 2017 lief für die Allianz SE sehr gut. Die Allianz verwaltet fast 2 Billionen Euro an Vermögen. Das ist mehr als ein Fintech hat. Wer eine Allianz Aktie hat darf sich freuen. Wer keine hat, sollte jetzt darüber nachdenken.

Die Allianz SE hat im zweiten Quartal 2017 sehr gute Ergebnisse erzielt. Der Gesamtumsatz stieg um 2,0 Prozent auf 30,0 Milliarden Euro (zweites Quartal 2016: 29,4 Milliarden Euro).

Alle Geschäftsbereiche trugen zum Wachstum bei, überwiegend der Geschäftsbereich Lebens- und Krankenversicherung. Das operative Ergebnis betrug 2,9 (2,3) Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 22,9 Prozent, der von allen Geschäftsbereichen, insbesondere vom Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft, erwirtschaftet wurde.

Der auf Anteilseigner entfallende Quartalsüberschuss stieg um 83,4 Prozent auf 2,0 (1,1) Milliarden Euro. Dies ist sowohl auf das höhere operative Ergebnis als auch auf ein verbessertes nicht-operatives Ergebnis zurückzuführen. Das nicht-operative Ergebnis des Vorjahres wurde durch die negative Auswirkung des Geschäfts in Südkorea belastet.
Das Ergebnis je Aktie (Basic Earnings per Share, EPS) betrug 4,45 (2,39) Euro. Die annualisierte Eigenkapitalrendite lag bei 13,4 Prozent (Gesamtjahr 2016: 12,3 Prozent). Annualisierte Zahlen stellen keine Prognose für das Gesamtjahr dar. Die Solvency-II-Kapitalquote stieg auf 219 Prozent zum Ende des zweiten Quartals, im Vergleich zu 212 Prozent zum Ende des ersten Quartals 2017, hauptsächlich gestützt durch das günstige Marktumfeld.

Der Gesamtumsatz hat sich in den ersten sechs Monaten des Jahres in allen Geschäftsbereichen gesteigert. Das operative Ergebnis wuchs im ersten Halbjahr um 15,7 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Dieser Anstieg lag deutlich über dem avisierten Ertragsziel für das Gesamtjahr.

Im Laufe des ersten Halbjahres 2017 stieg der auf Anteilseigner entfallende Periodenüberschuss um beachtliche 17,9 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.

Das stärkste Wachstum hat das Personenversicherungsgeschäft in den Erträgen erzielt, dessen auf Aktionäre entfallender Periodenüberschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 78 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro stieg. Wenn Medien berichten die Lebensversicherung sei tot und die private Krankenversicherung brauchge eine Bürgerversicherung, dann sprechen die Allianz Fakten und Zahlen eine andere Sprache.

Ebenso wichtig war ein Anstieg im Geschäftsbereich Asset Management in Höhe von 19,5 Prozent auf 700 Millionen Euro, der Sektor Schaden- und Unfallversicherung steigerte den auf Anteilseigner entfallenden Periodenüberschuss um 7,7 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro.

Allianz CEO im Plan und auf Kurs trotz Niedrigzinsen

Allianz kann Assekuranz

Allianz ist global ein Fels in der Brandung. /Grafik: Allianz

„Wir sind nun in der Halbzeit unserer dreijährigen Renewal Agenda angelangt, und an diesem Punkt wird klar, dass diese Maßnahmen für alle unsere Stakeholder Früchte tragen. Wir hatten ein sehr gutes Halbjahr mit einem zweistelligen Zuwachs des operativen Ergebnisses und Nettogewinns. Dieser Erfolg zeigt, dass unser diversifizierter Ansatz, über Geschäftsfelder und Regionen hinweg, deutlich positive Ergebnisse liefern kann. Unsere starke Kapitalisierung unterstreicht die Wiederstands- und Anpassungsfähigkeit, für die die Allianz bekannt ist. Wir können nun sagen, dass wir mit einem operativen Ergebnis für 2017 am oberen Endes der Zielspanne von 10,8 Milliarden Euro, plus oder minus 500 Millionen Euro, rechnen können“, sagte Oliver Bäte, CEO und Vorstandsvorsitzender der Allianz SE.

Allianz hat PIMCO final integriert

Die Allianz-Gruppe hat als Vermögensverwalter die anfänglichen Herausforderungen auf dem amerikanischen Markt fest im Griff. Generell ist die Allianz als Bank und Vermögensverwalter bestens global unterwegs.

„PIMCO verzeichnete Nettomittelzuflüsse in Höhe von 33 Milliarden Euro über einen breiten Kundenstamm und ein Einzelmandat in Höhe von 19 Milliarden Euro. Daraus resultierte im Quartal ein Rekordanstieg der gesamten Nettomittelzuflüsse Dritter bei PIMCO von 52 Milliarden Euro. PIMCO hat sich wieder zu einem starken Antrieb der Ergebnisse der Allianz Gruppe entwickelt“, sagte Allianz-Finanzchef Dieter Wemmer.

Im ersten Halbjahr 2017 stiegen die operativen Erträge um 10,1 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro, was vor allem auf das stark gestiegene durchschnittliche für Dritte verwaltete Vermögen zurückzuführen ist. Da operative Aufwendungen nur um 4,9 Prozent gestiegen sind, sank das Aufwand-Ertrag-Verhältnis um 3,2 Prozentpunkte auf 62,9 Prozent.

Die Nettomittelzuflüsse Dritter und positive Markteffekte glätteten die negativen Fremdwährungseffekte.

Dies resultierte nach aktuellen Angaben der Allianz in einem gesamten verwalteten Vermögen in Höhe von von fast zwei Billionen Euro (1.915 Milliarden Euro) und einem Anstieg in Höhe von 44 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahresende 2016.

Fazit: Wenn einige Journalisten jeden Fintech oder Insuretech feiern der eine Million oder zwei Millionen Kapital verwaltet, sollten sie immer auch die Allianz betrachten, bevor sie berichten, dass die kleinen StartUps als Insuretech oder Fintech demnächst Marktführer seien. Dies gilt vor allem für die Fragen der Risiko-Tragfähigkeit, der Kollektive und der Rückstellungen. (db)

Beste Krankenversicherung – AOK holt auf

Donnerstag, August 3rd, 2017

Die gesetzlichen Krankenkassen versorgen 90 Prozent der Bevölkerung. Da sich durch die gesetzliche Regelung der Leistungen wenige Unterschiede ergeben, läuft der Wettbewerb über zufriedene Versicherte, Service und zum Teil über Zusatzbeiträge und Extraleistungen.

(db finanzwelt 2017-08-03) Unbeirrt von unterschiedlichen Zusatzbeiträgen bescheinigen die Deutschen den gesetzlichen Krankenversicherungen gute Arbeit. Das ist das Ergebnis der Studie „Kundenloyalität bei Krankenkassen: Jede Interaktion ist eine Chance“ der internationalen Managementberatung Bain & Company.

Für die Studie hat Bain 3.300 gesetzlich Versicherte bei 18 großen Krankenkassen befragt. Danach legte die mit dem Net Promoter® Score (NPS®) messbare Loyalität in der Branche um 3 Prozentpunkte zu – auf plus 13 Prozent.

Die Zahl besonders loyaler Kunden, sprich der Promotoren, überstieg damit deutlich die der Kritiker. Allerdings gibt es teils große Unterschiede zwischen den Anbietern.

An der Spitze aus Sicht der Versicherten liegt die Techniker Krankenkasse (TK) mit einem NPS von 43,5 Prozent, trotz Einbußen gegenüber der letzten Studie aus dem Jahr 2013.

Danach folgt die AOK Plus, die ihren NPS auf 42 Prozent mehr als verdoppeln konnte.

Rang drei belegen die Knappschaft-Krankenkassen mit immerhin noch 34,5 Prozent.

Rangfolge der gesetlichen Krankenkassen /Grafik: Bain

„Die Anstrengungen vieler Krankenkassen, ihren Service auszubauen und die Digitalisierung voranzutreiben, zahlen sich aus. Loyale Kunden fördern wie kaum ein anderer Faktor das Wachstum der Versicherer“, sagt Dr. Christian Kinder, Bain-Partner und Co-Autor der Studie.

So basiert bei jedem Fünften ein Anbieterwechsel auf dem Rat eines Freunds oder Bekannten. Zudem empfehlen Promotoren ihre Krankenkasse fünf Mal häufiger weiter wie das die Kritiker tun. Insgesamt sind derzeit 20 Prozent, also nur noch jeder fünfte Versicherte, der gesetzlich Versicherten wechselbereit. 2013 waren es gut 25 Prozent, da war noch jeder Vierte bereit zum Wechsel.

Leistung als ein Loyalitätstreiber
Ein wesentlicher Auslöser für einen Kassenwechsel ist nach wie vor der Beitragssatz. Die Treiber für Kundenbegeisterung, und damit Loyalität zu einer Krankenkasse, sind hingegen insbesondere regelmäßige Interaktionen und Innovationen. Es folgen die Reputation des Anbieters und dessen Leistungen. Erst danach kommt die Höhe des Beitragssatzes mit dem Zusatzbeitrag.

Angesichts dieser Ergebnisse stehen die Krankenkassen vor drei Paradigmenwechseln:

1. Regelmäßige Interaktion zahlt sich aus
2. Kunden erwarten mehr digitale Services
3. Der Gesundheitsplattform gehört die Zukunft

Welchen Stellenwert regelmäßige Interaktionen haben, verdeutlicht ein weiteres Studienergebnis.
Einem durchschnittlichen NPS von 20,9 Prozent bei einem Kontakt in den vergangenen drei Monaten steht ein Wert von minus 12,6 Prozent gegenüber, wenn es mehr als zwei Jahre keine Berührungspunkte gab.

„Die Frequenz und auch der Anlass von Interaktionen haben entscheidenden Einfluss auf die Loyalität. Dank digitaler Kanäle verfügen die Krankenkassen nun über erheblich mehr Möglichkeiten für regelmäßige und wertschaffende Interaktionen als früher“, sagt Mareike Steingröver, Bain-Partnerin und Co-Autorin der Studie.

Digitale Kommunikation allein reicht nicht aus
Nur digitale Kommunikation wird den Versicherten auf Dauer jedoch nicht genügen. Schon heute erwarten jeweils mehr als 40 Prozent, dass sie Anträge und Rechnungen online einreichen, Bonusprogramme und Online-Dienste zu nutzen sowie Arztrechnungen einsehen können.

Darüber hinaus interessieren sie sich für Dienstleistungen wie einen Apotheken-Navigator oder Onlineterminvereinbarungen mit Ärzten.
Zudem würden mehr als die Hälfte den Aufbau einer zentralen Gesundheitsplattform begrüßen, die sämtliche Informationen bündelt – von Angaben zu geeigneten Ärzten und Apotheken über Bonusprogramme bis hin zur elektronischen Patientenakte. Nach Überzeugung von rund 70 Prozent der Befragten sind die gesetzlichen Krankenversicherer dafür die besten Betreiber.

Was Kunden sich digital wünschen

Was Kunden sich als digitalen Service wünschen. /Grafik: Bain

„Die Krankenkassen decken schon heute einen Teil der Anforderungen an eine Gesundheitsplattform ab. Zudem überschneidet sich ihre digitale Roadmap mit den Wünschen der Kunden“, so Bain-Versicherungsexpertin Steingröver.

Auf beiden Agenden stehen unter anderem die E-Akte, Telemedizin und die Nutzung vernetzter Geräte für die Diagnose und die Pflege in den eigenen vier Wänden.

Loyalität fördern, Wachstum steigern und Effizienz erhöhen
„Die gesetzlichen Krankenversicherer sind auf dem richtigen Weg. Nun geht es darum, die Chancen der Digitalisierung noch besser zu nutzen. Auf diese Weise können die Krankenkassen die Loyalität ihrer Kunden fördern, damit ihr Wachstum steigern sowie ihre Effizienz erhöhen – und so gleich in dreifacher Hinsicht profitieren. Das sollte sich kein Anbieter entgehen lassen“, ist Bain-Partner Kinder überzeugt.

Dazu dienen vor allem die Schaffung regelmäßiger Kontaktpunkte mit einem für den Kunden spürbaren Mehrwert, verstärkte Investitionen in die digitale Transformation und die richtige Balance zwischen mehr Service und angemessenem Preis.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

Allianz als Kümmerer – im Kampf gegen Stress

Dienstag, August 1st, 2017

Die Allianz hat ihr Angebot für die betriebliche Krankenversicherung (bKV) verbessert. Eine aktuelle Studie zeigt den Bedarf auf. Arbeitnehmer brauchen Hilfe und Beratung bei Stress.

Eine Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland leidet unter Stress in ihrem Job. Laut einer aktuellen Studie im Auftrag der Allianz Deutschland AG sind Alarmierende 71 Prozent. Die Mehrheit der Beschäftigten kennen aus dem Berufsalltag das Gefühl, größerer psychischer Belastung ausgesetzt zu sein, als dies gesundheitlich gut für sie wäre. Das bestätigt die aktuelle Ipsos-Umfrage. Befragt wurden 1000 Arbeitnehmer im Alter von 18 bis 65 Jahren.

Hauptursachen für die Belastung sind für alle Befragten ein hohes Arbeitsaufkommen und die Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten. Auffällig sind die Unterschiede zwischen der Gruppe der jungen und der älteren Arbeitnehmern. Die Älteren gehen deutlich gelassener mit Stress um.

Ältere kompensieren Druck mit Gelassenheit und Routine
Tatsächlich fühlen sich junge Arbeitnehmer durch ihren Job gestresster als ihre älteren Kollegen. Die psychische Belastung ist bei vielen jungen Beschäftigten so hoch, dass 53 Prozent schon einmal in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt waren. Bei den Älteren sind es „nur“ 46 Prozent. Kein Wunder also, dass bereits 56 Prozent der Jungen mit dem Gedanken spielten, die Arbeitszeit zu reduzieren oder den Arbeitgeber zu wechseln, bei den Älteren sind es mit 39 Prozent deutlich weniger.

„Stress ist auch ein Zeichen einer beschleunigten Lebenswelt, und das betrifft verstärkt die junge Generation. Auch das Privatleben bietet oft keine Entspannung mehr, denn dank Facebook, WhatsApp und Co. sind viele permanent auf Abruf“, sagt die Studienautorin, Ärztin und Psychotherapeutin Dr. med. Nilufar Heydari.

Die Allianz als Kümmerer will hier den Versicherten helfen.

Permanent auf Abruf: Jüngere Berufstätige tun sich schwerer als ältere, mal abzuschalten – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.

Allianz als Kümmerer

Stress am Arbeitsplatz – Allianz als Versicherer und Kümmerer will helfen. /Foto: Allianz istockphoto/fizkes

„Vielen fällt es heutzutage zwar generell schwer, abzuschalten. Die ältere Generation lässt sich aber nicht so schnell aus der Ruhe bringen“, so Allianz Expertin Heydari.

Das erklärt wohl auch, dass 50 Prozent der jungen Beschäftigten wegen zu hoher Belastung im Job schlechter schlafen. Bei den Älteren betrifft das mit 38 Prozent sehr viel weniger Arbeitnehmer.
Allianz Expertin Heydari weiß, dass ältere Arbeitnehmer privat deutlicher Prioritäten setzen, was ihnen in ihrer Freizeit wirklich wichtig ist und wo sie vielleicht nicht unbedingt „dabei sein“ müssen. Außerdem helfen ihnen Routine und Erfahrungen, die Belastungen im Job zu kompensieren.

Chefs können ihren Mitarbeitern helfen, gesund zu bleiben
Ältere Arbeitnehmer sind zwar gelassener als ihre jüngeren Kollegen, Stress und psychische Belastungen im Job betreffen aber alle Altersgruppen. Die große Herausforderung für Unternehmen ist, dies zu erkennen, um dem Betroffenen zu helfen, denn nur 26 Prozent der befragten Arbeitnehmer vertrauen sich ihrem Chef an.

Allianz Expertin Heydari empfiehlt Unternehmen, offen für die Probleme ihrer Mitarbeiter zu sein. Unternehmen müssten sich bewusst sein, dass ihre Mitarbeiter stärkeren psychischen Belastungen ausgesetzt sind als noch vor 20 Jahren. Wer als Chef diese Tatsachen im Hinterkopf habe und Hilfsangebote macht, trage schon viel zur Gesundheit in seinem Betrieb bei.

Auch eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) kann Chefs dabei helfen, sich für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu engagieren. Unterstützung bei seelischen Belastungen bietet etwa der Tarifbaustein „Vorsorge Extra“ der Allianz: Diese Versicherung leistet bei beruflichem Stress oder bei privaten Problemen einmal pro Jahr die Kosten für ein dreimonatiges telefonisches Coaching durch einen Spezialisten. Die psychologische Begleitung ist für den Mitarbeiter kostenlos und absolut vertraulich.

Weitere Infos zu einer „Krankenversicherung vom Chef“, die unter anderem bei psychischen Problemen helfen kann, findet man zum Beispiel auf der Website allianz.de.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

Durch Schaden klüger – billiger Schutz zahlt nicht

Freitag, Juli 28th, 2017

Nur Elementarschaden hilft bei Starkregen

Briefkasten trocken – Keller unter Wasser. Was jetzt? Billig versichert – oder richtig gesichert? /Foto: db media Dietmar Braun


Billigen Versicherungsrat oder billige Versicherungsdeckungen gibt es nicht. Wenn es brennt oder das Eigenheim unter Wasser steht zählt nur die Kompetenz der Kümmerer.

Der Stark- und Dauerregen der vergangenen Tage hat in Niedersachsen und anderen Teilen Deutschlands für überschwemmte Altstädte und unter Wasser stehende Keller gesorgt. Binnen 24 Stunden ist in vielen Regionen mehr Regen heruntergekommen als normalerweise im ganzen Monat Juli.

Stark-Regen hinterlässt Chaos
Durch Unwetter können an Industrieanlagen, Häusern, Hausrat und Autos hohe Schäden entstehen. Nicht selten stehen Hausbesitzer, oder Mieter nach dem Unwetter vor einem großen Chaos. Es stellt sich nicht nur die Frage, wie das Gebäude schnellst- und bestmöglich wieder instand gesetzt werden kann, sondern auch wer die Kosten dafür trägt. Wer also zahlt in diesen Fällen?

Essentieller Elementarschutz
Wohngebäude- und Hausratversicherung als Standarddeckung sehen nicht Lösungen zur Entschädigung für alle Naturereignisse vor. Wie immer bei Versicherungen, entscheidet hier die Kompetenz des Versicherungsmakler oder Vermittler, ob das Konzept die Risiken deckt.

„Für Schäden, die beispielsweise durch Überschwemmungen und Starkregen entstehen, ist jeweils eine zusätzliche Elementardeckung nötig. Nur dann übernimmt die Versicherung Kosten für Reparaturarbeiten am Wohngebäude wie etwa eine Gebäudetrocknung oder Instandsetzung des Mauerwerks“, sagt Dr. Harald Neugebauer, Leiter der Schadenabteilung bei den Gothaer Versicherungen.

Eine Elementar-Zusatzdeckung in der Hausratversicherung kommt für beschädigtes oder zerstörtes Wohnungsinventar auf – ersetzt wird der Wiederbeschaffungswert.
60 Prozent der deutschen Immobilien bei Natur-Risiken ungeschützt

„Eine Elementarversicherung sollte immer zusätzlich zu einer Gebäude- oder Hausratversicherung abgeschlossen werden“, so der Experte Neugebauer in der Nachschau zu eingetretenen Wasserschäden.

Nur so seien beispielsweise auch Schäden durch Unwetter und Rückstaus in der Kanalisation gedeckt.

Genau dieser Teil des Versicherungsschutzes fehle laut Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) etwa 60 Prozent der Deutschen für ihr Eigenheim oder den gewerblichen Kunden für ihre Betriebe. Das ist logisch, da diese Risiken ja ein erhöhtes Risiko für den Versicherer als Risikoträger darstellen.

Wie sollten sich Versicherte im Schadenfall verhalten?

Den Schaden sofort melden!
Versicherungsnehmer sollten ihre Versicherung so schnell wie möglich über einen Schadenfall zu informieren. Eine detaillierte Schadenaufstellung kann später nachgereicht werden.

Folgeschäden vermeiden!
Versicherungsnehmer sollten alles Zumutbare tun, um den Schaden so gering wie möglich zu halten – zum Beispiel beschädigte Dachfenster mit einer Plane abdecken, Wasser abpumpen oder Einrichtungsgegenstände aus dem Keller, sofern ohne Gefährdung möglich, in Sicherheit bringen.

Dokumentieren!
Versicherungsnehmer sollten Schäden in Fotos und Videos genau festhalten.

Rücksprache!
Bevor Versicherungsnehmer eine Reparatur in Auftrag geben, sollten sie unbedingt Rücksprache mit dem Versicherer halten.

Archivieren!
Quittungen, beispielsweise von Reparaturarbeiten, für die Steuererklärung aufheben.

Fazit: Sorgen Sie nicht nur für die umfassende Risiko-Deckung in Zusammenarbeit mit dem Versicherungsmakler ihres Vertrauens oder kompetenten Versicherungsberater, sondern sammeln sie auch Belege über ihr Eigentum und Eigenheim, um im Schadensfall alle Werte belegen zu können. (db)

Hoffentlich Allianz versichert – oder Aktionär

Donnerstag, Juli 27th, 2017

Gute Aktien für die Sicherheit

André Kostolany lehrte Dietmar Braun „die beste Sicherheit sind gute Aktien“. /Foto: © db media Dietmar Braun


Allianz hebt ihre Ziele für dieses Jahr an. Der Marktführer erwartet Kunden und Aktionäre erfreuen zu können. Selbst wer nicht Kunde ist, sollte über die Allianz Aktie nachdenken.

Die Allianz Gruppe hat im zweiten Quartal 2017, basierend auf den vorläufigen Zahlen, ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro nach 2,4 Milliarden Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres erzielt. Das entspricht einem Anstieg von satten 23 Prozent.

Der Gesamtumsatz stieg im zweiten Quartal 2017 um 2,0 Prozent um eine halbe Milliarde Euro, von 29.402 auf 29.994 Millionen Euro. Der auf die Allianz-Aktionäre entfallende Quartalsüberschuss stieg um 83,4 Prozent von 1,1 auf 2,0 Milliarden Euro. Der Steuersatz sank auf 27 Prozent von 33 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Die Geschäftsergebnisse verbesserten sich beim Marktführer nach den vorgelegten Trends und Zahlen im zweiten Quartal 2017 über alle Segmente hinweg.

Bonität macht Sachversicherer vertrauenswürdig

In der Schaden- und Unfallversicherung stieg das operative Ergebnis um 28,0 Prozent von 1,1 auf 1,4 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz erhöhte sich im zweiten Quartal 2017 um 0,6 Prozent auf 11,685 (11,611) Milliarden Euro.

Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) verbesserte sich von 96,4 auf 93,7 Prozent.

Der Anteil an Schäden aus Naturkatastrophen betrug ein Prozent nach 4,4 Prozent im zweiten Quartal letztes Jahr.

Die Allianz ist Partner und Kümmerer für Versicherte

Die Abwicklungsquote fiel von 6,5 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 3,8 Prozent im zweiten Quartal 2017, während sich die zugrunde liegende Schadenquote um 1,7 Prozentpunkte verbesserte.

Von wegen die Lebensversicherung ist tot

In der Lebens- und Krankenversicherung erhöhte sich das operative Ergebnis um 12,0 Prozent von 1,0 auf 1,1 Milliarden Euro. Der Barwert der neuen laufenden Bruttoprämien stieg um 2,8 Prozent von 13.240 auf 13.606 Millionen Euro. Die Neugeschäftsmarge erhöhte sich im zweiten Quartal 2017 auf hoher Basis von 2,6 auf 3,4 Prozent.

Risiko-Manager als Vermögensverwalter

Im Bereich Asset Management stieg das operative Ergebnis um 16,8 Prozent von einer halben Milliarde Euro auf 584 Millionen Euro. Das für Dritte verwaltete Vermögen erhöhte sich bis zum Ende des zweiten Quartals 2017 im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 um 7,6 Prozent auf 1.406 Milliarden Euro. Die Nettomittelzuflüsse Dritter erreichten 55 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2017.

Für das Gesamtjahr erwartet die Allianz nun, dass das operative Ergebnis am oberen Ende der Zielspanne von 10,8 Milliarden Euro, plus oder minus 500 Millionen Euro, liegen wird, vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse, Krisen oder Naturkatastrophen.
Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund einer aktualisierten Definition des operativen Ergebnisses und einer Rechnungslegungsänderung, wie bereits im ersten Quartal des Jahres geschildert, angepasst.

Die Allianz macht es spannend

Die Allianz wird weitere Details zum Geschäftsverlauf im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2017, wie angekündigt, am 4. August 2017 veröffentlichen. Darauf werden nicht die Allianz Aktionäre blicken, sondern auch die Branche, deren Ergebnisse wie Rundungsziffern wirken.

Fazit: Wer noch einen Versicherer für das Depot sucht, sollte über die Allianz nachdenken. Für die Fans der Automobil-Branche sollten sich die Gedanken um die Daimler Bank drehen, das könnte ein neuer Stern am internationalen Banken-Himmel werden. Die Daimler Bank ist zwar nicht die Deutsche Bank, aber vielleicht gerade deswegen immer eine Alternative. (db)

Luxus zeitgemäß versichern

Mittwoch, Juli 26th, 2017

Uhren sofort digital versicherbar

Dr. Jürg Schiltknecht, CEO der Basler Versicherungen /Foto: © Basler


Die Basler Versicherung hat eine neue Uhren-Versicherung auf den Markt gebracht. Der Kunde soll seine Armbanduhr künftig mittels Foto-Erkennung versichern können. Der Schutz der Uhr am Handgelenk ist gegen die Risiken Diebstahl oder Beschädigung möglich.

Die Foto-Erkennung selbst wurde von zwei Insurtechs entwickelt. Die Spezialversicherung soll online abschließbar sein. Während das Start-Up Kasko sich für die IT-Implementierung verantwortlich zeichnet, entwickelte das Start-up Snapsure die Foto-Erkennungssoftware.

Dabei handelt es sich nach einer Medienmitteilung der Basler Versicherungen um eine intelligente Software, die selbstlernend und permanent neue Uhrenmarken und -modelle erkennt. Zu Beginn sollen zunächst die gängigsten Uhrenmodelle erkannt werden. Mit jedem Foto erweitert die Software automatisch ihre Datenbank.

Dabei soll der Kunde direkt nach Zahlung per Kreditkarte oder PayPal seinen individuellen Versicherungsschein erhalten, auf dem sogar das Bild der Uhr abgedruckt sei. Versichert ist die Uhr dann gegen einfachen Diebstahl, Bruch und Zerstörung.

„Versicherungen basierend auf Foto-Erkennung sind ein Schritt in die Zukunft. Bisher war der Versicherungsprozess nie emotional – wir versuchen das mit der Foto-Erkennung sowie einem unterhaltsamen Verkaufsprozess zu ändern“, sagt zu der neuen Police Dr. Jürg Schiltknecht, CEO und Vorstandsvorsitzender der Basler Versicherungen Deutschland.

Der Produktstart der innovativen Versicherung speziell für wertvolle Armbanduhren ist eingebettet in eine Reihe weiterer Aktivitäten zur Umsetzung der Strategie der Basler-Gruppe und der Etablierung digitaler Initiativen in Deutschland. Anfang Juli 2017 wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Asset Management die Robo Advisor-Plattform Baloise Monviso gestartet. (db)

Rückversicherer an der Versicherungsbörse

Freitag, Juli 21st, 2017

Hannover re kauft Lloyd's Syndikat

Hannover Re ist global der drittgrößte Rückversicherer /Foto: E+S


Der global drittgrößte Rückversicherer Hannover RE verschafft sich durch die Übernahme eines Lloyd’s Syndikat einen Zugang zum globalen Versicherungsmarkt. Eine kluge Entscheidung trotz oder gerade wegen des BREXIT.

Der Erwerb der britischen Gesellschaft Argenta Holdings Limited, zu der neben Argenta Syndicate Management, Argenta Private Capital und anteilig das Lloyd’s Syndikat Argenta „Syndicate 2121“ gehören, ist gestern erfolgreich abgeschlossen worden. Die Hannover Rück SE hatte im März 2017 eine Vereinbarung über ihren Erwerb der Argenta Holdings bekanntgegeben.

Die Übernahme erfolgt mit Wirkung vom 20. Juli 2017.

Die Hannover Rück hat mit dieser Akquisition einen weiteren Zugang zu internationalem Geschäft sowie zum Londoner Markt erhalten und unterstützt den Wachstumskurs von Argenta. Für das Geschäftsjahr 2016 vereinnahmte das Syndikat 2121 eine Bruttoprämie von 280 Mio. GBP.

Die deutsche Hannover Rück ist mit 16,4 Milliarden Einnahmen an Bruttoprämien der drittgrößte Rückversicherer der Welt. Der Versicherer betreibt alle Sparten der Schaden- und Personen-Rückversicherung und ist mit 2.900 Mitarbeitern auf allen Kontinenten vertreten. Gegründet 1966, umfasst die Hannover RE heute mehr als 100 Tochtergesellschaften, Niederlassungen und Repräsentanzen weltweit. Das Deutschland-Geschäft wird von der Tochtergesellschaft E+S Rück betrieben.

Die für die Versicherungswirtschaft wichtigen Ratingagenturen haben sowohl Hannover Rück als auch E+S Rück AA- „Very Strong“ (Standard & Poor’s)und A+ „Superior“ (A.M. Best) zuerkannt.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

Hannover Re nutzt Risiko-Transfers

Mittwoch, Juli 12th, 2017

Hannover Re platziert Risiko-Transfers

Jürgen Gräber, Vorstand Hannover Rück SE /Foto: db media © Hannover Re


(db finanzwelt 2017-07-12) Der drittgrößte deutsche Rückversicherer Hannover Rück SE (Hannover Re) hat im Rahmen ihrer Insurance-Linked Securities (ILS)-Aktivitäten drei Transaktionen abgeschlossen.

Der weltweit tätige Rückversicherer Hannover Re gehört zur Gruppe der Talanx AG. Die Hannoveraner unterstreichen damit ihre langjährige Erfahrung und ihr Know-how auf dem Gebiet des alternativen Risikotransfers.

„Wir freuen uns, dass wir mit den drei jüngsten Transaktionen sowohl bestehende Partnerschaften fortführen als auch einen neuen Kunden hinzugewinnen konnten. In den vergangenen Jahren konnten wir mit zusätzlich platzierten Haftungen von über 2,5 Milliarden US-Dollar unseren Marktanteil für das Transformer-Geschäft deutlich ausbauen“, sagt Jürgen Gräber, Vorstand der Hannover Re.

Durch ihre ILS-Aktivitäten könne die Hannover Rück SE risikoarme und gleichzeitig attraktive Margen generieren.

Für die American Integrity Insurance Company of Florida (AIIC) hat die Hannover Rück erstmalig Sturm- und Gewitterrisiken an Kapitalmarktinvestoren transferiert. Die Höhe des von institutionellen Investoren dafür bereitgestellten Kapitals beträgt 210 Millionen US-Dollar. Die Laufzeit liegt bei drei Jahren.

In zwei weiteren Transaktionen hat die Hannover Rück mit der Texas Windstorm Insurance Association (TWIA) und der Massachusetts Property Insurance Underwriting Association (MPIUA) erneut Risiken an Kapitalmarktinvestoren gegeben. Das Volumen der Katastrophenanleihe für die TWIA beträgt 400 Millionen US-Dollar, für die MPIUA 350 Millionen US-Dollar. Die Laufzeiten liegen ebenfalls bei circa drei Jahren.

Für die Strukturierung und Platzierung der drei Transaktionen des Rückversicherers ist die GC Securities alleinig verantwortlich, eine Division der MMC Securities LLC, verantwortlich.

Seit der Platzierung der ersten Risikoverbriefung durch die Hannover Rück im Jahr 1994 nutzt das Unternehmen die gesamte Bandbreite des ILS-Markts. Neben dem genannten Risikotransfer für Kunden sichert sie zudem eigene Risiken über den Kapitalmarkt ab. Darüber hinaus tritt das Unternehmen selbst als Investor in Katastrophenanleihen auf.

Dietmar Braun (db finanzwelt)

Mangelnde Kompetenz gefährdet die Gesundheit

Montag, April 18th, 2016

Gesundheits-Ratgeber im Internet haben Mängel. Einige stellen sogar eine reale Gefahr dar. Ein Krankenversicherer und eine Hochschule warnen Nutzer vor mangelnder Gesundheitskompetenz.

Rotes Stethoskop auf schwarzer Tastatur

2016-04-18 (db) Das Gesundheitsbewusstsein der deutschen Bevölkerung ist nicht besonders ausgeprägt, obwohl auch aufgrund der Kosten-Entwicklung im Gesundheitssystems der Einzelne künftig noch mehr Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen muss. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Gesundheitsökonomie an der Steinbeis-Hochschule in Berlin.

25 Prozent der befragten PKV-Versicherten gaben im Rahmen einer aktuellen Studie an, Schwierigkeiten bei der individuellen Beurteilung zu haben, welche Alltagsgewohnheiten mit der Gesundheit zusammenhängen würden.

„Gesundheitskompetenz ist deshalb ein entscheidender Faktor für die individuelle Gesundheit. Ein gesundheits-kompetenter Bürger sollte Hinweise zur Selbstversorgung verstehen, Anpassungen seines persönlichen Lebensstils planen und umsetzen, an gesundheitsfördernden Maßnahmen teilnehmen und ausreichend fundierte Entscheidungen hinsichtlich seiner Gesundheit treffen“, sagt Professor Dr. Bernd Brüggenjürgen von der Steinbeis-Hochschule Berlin.

„Neben der Bereitschaft zu einem gesunden Verhalten bedarf es auch eines umfassenden Gesundheitswissens und der Fähigkeit, mit Informationen zielgerichtet umgehen zu können“, sagt Ralf Kantak, Vorstandsvorsitzender der Süddeutschen Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit (SDK).

Der Versicherungsmanager weist auf die oftmals mangelnde medizinische Informations-Qualität vieler elektronischer Medien und Web-Seiten mit Apps oder Fitness-Trackern hin. Diese würden den Nutzer oftmals mehr verunsichern, als dass er zielgerichtete Hilfe erfahre.

Internet-Service ist potentiell gesundheitsgefährdend

Technische Mängel, Anwendungsfehler oder falsche Schlussfolgerungen könnten bei den Informationsdiensten zum Thema Gesundheit im Internet sogar potentielle Quellen für Gefahren sein. Indem sich ein Nutzer und Anwender in falscher Sicherheit wiege, nehme dieser möglicherweise eine sinnvolle Vorsorgeuntersuchung nicht wahr. Schwierig sei vor allem die Beurteilung, welche Informationen in den Medien vertrauenswürdig seien. Bislang fehle es an entsprechenden Qualitätsstandards.

„Die Ergebnisse zum Thema Gesundheitskompetenz und unsere strategische Ausrichtung als Gesundheitsspezialist sind für uns Verpflichtung, dem Bereich der Prävention mehr Gewicht einzuräumen“, so Kantak.

Gesundheitsbewusstes Verhalten sei eine Investition in die Zukunft, die die Lebensqualität sichern helfe. Die SDK sehe sich als Gesundheitsspezialist in der Verantwortung, ihre Versicherten bei Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit zu unterstützen und entsprechende Maßnahmen anzubieten.

Dazu zählen Präventionskurse, die gezielt dabei helfen, drohenden Krankheiten wie beispielsweise chronischen Rückenleiden vorzubeugen. Durch die regelmäßige Teilnahme an Gesundheitskursen haben die Versicherten die Chance, fit und aktiv zu bleiben.

Der Vorsorgetarif der SDK („Vorsorge privat“) sei die ideale Ergänzung für alle, die mehr wollten als die medizinische Grundversorgung. Zu dem Leistungsangebot gehören Vorsorgeuntersuchungen und Präventionsmaßnahmen zur Früherkennung und Vorbeugung von Krankheiten, medizinische Vorsorgeleistungen und Schutzimpfungen inkl. der Grippeschutzimpfung ohne Altersbeschränkung, Tollwut und FSME (Zeckenschutz).

Ebenso biete der Versicherer Leistungen für Präventionskurse wie Yoga oder Kurse zur Gewichtsreduktion. Für psychologische Hilfestellungen steht ein Beratungstelefon zur Verfügung. Eine Vielzahl weiterer zertifizierter Kursangebote reicht von der Bewegung über die Entspannung bis hin zur Ernährung. Bei chronischen Erkrankungen kommen spezielle Gesundheitsprogramme zum Einsatz. Früherkennung und Verhinderung von Krankheiten durch Vorsorgeuntersuchungen, Präventionsleistungen und ein Gesundheitstelefon sind ebenfalls wichtige Angebote im Rahmen der betrieblichen Krankenversicherung (bKV).

Dietmar Braun