Posts Tagged ‘Versicherungen’

EurAssMus 12/2016 am Kiosk

Freitag, Dezember 2nd, 2016

EurAssMus 12//2016

wondermag von fgbraun.de

Das Risiko-Management Online-Magazin EurAssMus richtet in der Ausgabe Dezember 2016 den Fokus auf Risiken rund um die Digitalisierung bis zu einer Lösung um absolut sicher vor digitaler Spionage zu kommunizieren.

Banken verleihen Regenschirme

Freitag, September 30th, 2016

Die Situation der deutschen Banken ist schon ein Kommentar wert. Die deutschen Banker sehen nur die Versicherer als Branche deren Geschäft das Risiko ist. Banker setzen da auf den Zins und Wetten.

2016-09-30 (db finanzwelt) Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt klar, dass sie nicht mehr daran denke der Deutschen Bank oder anderen Instituten bei einer Schieflage mit Geldern der Steuerzahler zu helfen. Die Chefin des mächtigen Weltwährungsfonds Christine Lagarde sagt nüchtern und eindeutig:

„Die Deutschen Bank sei zurzeit zwar das größte Risiko für die Finanzstabilität. Doch sehe sie zurzeit keine absolute Notwendigkeit für eine Intervention“.

Neben den künstlichen Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank bringt die mächtigen Frauen aus der Politik und der Bankenwelt die Situation auf den Punkt.

Noch nie war die Unsicherheit im Bankensystem in Deutschland so hoch wie jetzt. Dafür gibt es, abgesehen von der anhaltend schwachen Kapitalisierung vieler Institute, Warnhinweise wie die Ausweitung der Credit-Spreads der Banken, die hohe Volatilität an den Märkten sowie eben die Fokussierung aller Sorgen auf ein Institut, die Deutsche Bank.

Bankberater versagen als Verkäufer
Was ist los bei den Banken, der letzten Branche die in teuren Filialen auf Kunden als Bittsteller wartet, die dann eine Schalterbeamtin oder Schalterbeamter, getarnt in der Rolle als „Berater“ alles verkauft was der Bank Rendite oder Gebühren einbringt?
Die Situation ist historisch neu: die Banken müssen wettbewerbsfähige Strukturen schaffen, sich gegen mögliche Angriffe branchenfremder Anbieter rüsten. Die größte Gefahr droht von den Kunden, die sich zunehmend an digitale Informationen und Service gewöhnen.

Allianz bedroht Banken
Die größte Gefahr droht den Banken aber aus der verwandten Branche der Versicherer und Bausparkassen. Diese Finanzdienstleister könnten neben der Abwicklung von Prämien für Versicherungsdeckungen und Kredittilgungen auch andere Dienste anbieten, wie zum Beispiel die Allianz-Lebensversicherung, eine Tochter der Allianz SE, mit ihrem „Geld-Park-Konto“. Zunehmend fallen klassische Kredite zum Beispiel für Auto oder Möbelkauf weg, weil die Hersteller ihren Absatz selber finanzieren.

Sparkassen sind Gebühren-Haie
Die Sparkassen erhöhen jetzt die Gebühren statt Personal abzubauen oder kundenfreundlich zu helfen, die Deutsche Bank muss Milliarden Euro an die Amerikaner überweisen, die Abenteuer in der Bankenwelt beginnen aktuell erst. Der Hintergrund ist so einfach, wie auch leider wahr:
Risiko ist etwas womit Banker überhaupt nicht umgehen können. Sie haben gelernt: bei schlechtem Wetter keine Kredite als Schirme zu vergeben, und bei schönem Wetter Regenschirme verleihen zu wollen. (db)

Wondermags EurAssMus September 2016

Mittwoch, September 21st, 2016

EurAssMus 09/2016

wondermag von fgbraun.de

EURASSMUS berichtet in dieser Ausgabe über die riskante Lotterie im Erbfall bei den Lebensversicherungen, die Herausforderungen durch Roboter und digitale Prozesse in der Arbeitswelt. Nichts ist spannender wie Wirtschaft und Risiken. 

Allianz wird jünger, weiblicher und erfahrener

Donnerstag, März 10th, 2016

Der Allianz SE ist erneut ein Coup bei ihren Top-Managern gelungen. Mit Jaqueline Hunt wurde eine Top-Managerin an die Spitze des Erstversicherers berufen, die globale Management-Erfahrung hat.

2016 Allianz SE Jaqueline Hunt kl

Neu im Vorstand der Allianz SE ist Jacqueline Hunt (47), bis vor kurzem für das Versicherungsgeschäft von Prudential in Großbritannien, Europa und Afrika zuständig. Die Managerin Hunt ist neben Helga Jung die zweite Frau in dem Führungsgremium, bereits ab Juli 2016 wird sie die Nachfolgerin von Jay Ralph (57).

Es gibt in der Assekuranz nicht viele vom Kaliber der neuen Allianz Top-Managerin. Hunt hat sich die letzten 25 Jahre in der Branche als herausragende Finanzexpertin erwiesen. Kein Wunder, dass sie nach ihrem Weggang von Prudential im vergangenen November von vielen Seiten umworben wurde. Am Ende entschied sich die gebürtige Südafrikanerin für die Allianz, wo sie ab Juli 2016 für das Asset Management und das Lebensversicherungsgeschäft in den USA zuständig sein wird.

Hunt, die in Johannesburg Wirtschaft studierte und ihre berufliche Karriere bei Deloitte & Touche begann, kennt die Finanz- und Versicherungsbranche von Grund auf. Die Managerin hat globale Erfahrung im Management, sie hat in Südafrika, Neuseeland, den USA und Europa gearbeitet, war Finanzchefin bei Aviva, bei Norwich Union und Standard Life, und hat bei Prudential zwei Jahre lang erfolgreich das Versicherungsgeschäft in Großbritannien, Europa und Afrika geleitet.

Mitarbeiter und Geschäftspartner hoben anfänglich ihre ruhige, zurückhaltende Art hervor, in der einige Kommentatoren zu Beginn ihrer Karriere mangelnde Durchsetzungsfähigkeit erkennen wollten. Sie wurden bald eines Besseren belehrt.

„Ich liefere lieber Ergebnisse, als dass ich für große Ankündigungen bekannt bin, die ich dann nicht erfüllen kann“, sagt Hunt, die ursprünglich den Beruf einer Geologin ausüben wollte.

Die neue Top-Managerin der Allianz SE weiß, was es heißt, als Frau in einer Männerdomäne zu bestehen.

„Ich kenne das Gefühl, wenn man sich als eine von vielleicht drei Frauen in einem Versammlungssaal mit Hunderten von Männern befindet. Einerseits ist es eine Ehre, eine Art Vorreiterrolle für Frauen zu übernehmen, aber man steht auch viel stärker unter Beobachtung. Es ist eine große Verantwortung“, sagt die heute 47-Jährige Managerin. Und sie kennt auch den Druck, den diese Position unweigerlich mit sich bringt, die Erwartungen, die damit verbunden sind, die besondere Aufmerksamkeit, die sie, die Frau im Vorstand, auch in den Medien erfährt.

Die Opernliebhaberin, die mit ihrer Familie gern auf Reisen geht, hat sich ihren Erfolg mit Können und Ausdauer hart erarbeitet. Die, die sie kennen, bescheinigen ihr eine „stille Unnachgiebigkeit“, wenn es darum geht, ein Ziel zu verfolgen. Sie selbst beschreibt sich als rational, zielorientiert und überlegt.

„Doch rational bedeutet nicht, dass man kein Einfühlungsvermögen besitzt“, sagt Hunt, und wer mit ihr redet, merkt sehr schnell, dass sie beides auf überzeugende Weise miteinander verbindet.

Zum Beispiel, wenn sie auf die Probleme zu sprechen kommt, mit denen berufstätige Mütter im Alltag zu kämpfen haben.

„Ich habe das alles selbst mitgemacht“, sagt die Mutter eines 17jährigen Sohns und einer 14jährigen Tochter.
Dass sie trotz Kindern Karriere gemacht hat, lag neben ihrer herausragenden Qualifikation auch an der Unterstützung durch ihren Ehemann und die Schwiegereltern. Doch sie weiß: Nicht immer können berufstätige Frauen auf solche Hilfe bauen. Ihre Sache liegt Hunt besonders am Herzen.

„Aber es geht nicht nur um Frauen. Es geht auch um Männer, die mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen. Es geht um Menschen, die ihre Angehörigen pflegen. Wir müssen das Thema von Beruf und Familie viel weiter fassen“, fordert die neue Allianz-Managerin.

Mit Jackie Hunt, die künftig für Asset Management und das Lebensversicherungsgeschäft in den USA zuständig sein wird, holt sich die Allianz eine ausgewiesene Fachfrau ins Unternehmen. Und wie es aussieht, nicht nur eine, die in der Vermögensverwaltung etwas bewegen kann.

Dietmar Braun

Debeka erweitert die Zielgruppe

Mittwoch, Februar 26th, 2014

2014-02-26 db Der größte Versicherer des öffentlichen Dienstes, die Debeka-Versicherungsgruppe aus Koblenz, ist auf der Suche nach neuen Zielgruppen. Der Versicherer hat aktuell seine Produktlösungen um die Gewerbeversicherung erweitert.

Das neu Versicherungsangebot richtet sich vor allem an kleinere und mittlere mittelständische Betriebe, Freiberufler sowie Selbstständige und beinhaltet Versicherungsschutz für betriebliche Haftpflicht- und Rechtsschutzrisiken, für Gebäude, Inventar und Elektronik.

Ab dem 1. April 2014 wagt sich die Debeka in ein verlustreiches Geschäft vor und wird dann auch den Versicherungsschutz für gewerbliche Kraftfahrzeuge anbieten.

Bislang beschränkte sich der sechstgrößte deutsche Versicherer auf seine Zielgruppe öffentlicher Dienst und bot daneben primär einige Basis-Pakete für private Haushalte an.

In den letzten acht Jahren wurde im Bereich Gewerbeversicherungen eine Zusammenarbeit mit der Gothaer Allgemeinen Versicherung entwickelt. Diese Vertriebskooperation mit der Gothaer bleibt für Risiken, die zukünftig von der Debeka selbst nicht abgesichert werden, nach Angaben der Versicherer, bestehen.

Vom zukünftigen Vertrieb eigener Gewerbeversicherungssparten verspricht sich die Debeka mögliche zusätzliche Geschäfte vor allem im eigenen bestehenden Kundenstamm, der bereits heute einige Firmen und Gewerbetreibende erfasst. Diese seien bisher nur mit ihren privaten Risiken oder mit einer betrieblichen Altersversorgung für sich und ihre Mitarbeiter bei der Debeka versichert und könnten zukünftig bei der Deckung von gewerblichen Risiken umworben werden.

Das neue Angebot der Debeka sieht so aus:

Die Sparten Haftpflicht, Gebäude, Inhalt, Elektronik und Rechtsschutz werden jeweils als rechtlich selbstständige Vertragsbausteine angeboten. Diese können bei den die Produktlinien Firmenschutz und Vermieterschutz auch zu einheitlichen Policen gebündelt werden.

Über den Firmenschutz versichert die Debeka die betrieblichen Risiken von Unternehmen. Hierzu zählen auch Freiberufler und Vereine, Inhaber landwirtschaftlicher Objekte sowie Betreiber von Photovoltaikanlagen.

Eine weitere Produktlinie ist der Vermieterschutz für Eigenheime und Immobilien. Er basiert auf einem Bausteinsystem und enthält die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, die Bauherrenhaftpflicht, die Gebäudeversicherung und den Immobilien-Rechtsschutz. Hierüber versichert die Debeka auch vermietete (teil-)gewerblich genutzte Gebäude sowie Wohnhäuser mit mehr als drei Einheiten.

Für Vereine und Firmen bietet der Versicherer zukünftig Veranstaltungsschutz für Haftpflichtrisiken aus kurzfristigen Veranstaltungen.

Dietmar Braun, freier Fachjournalist Assekuranz und Banken

Informationsportal oder Vermittler?

Montag, Dezember 9th, 2013

2013-12-09 (db) Welche Rolle übernehmen Internetriesen wie Amazon, Apple oder Google künftig in der Finanzwelt? Vieles weist darauf hin dass diese mehr lukrative Aufgaben als Finanzdienstleister an sich ziehen wollen.

Experimente und Patentanmeldungen wie „Google Wallet“, das „Payment-System“ von Amazon oder das „Ad-hoc-Cash-Dispensing-Network“ von Apple scheinen zu bestätigen, dass hier mächtige Konkurrenz in Form neuer Vertriebswege antreten könnte.

Zu diesen Projekten zählten auch die Vergleichsportale für Versicherungen, welche Google in mehreren Ländern bereits erfolgreich lancierte – so zuerst in den USA und in Großbritannien.

Frankreich-Start von Google ist vorerst beendet

Allerdings gab der Internet-Gigant Google aktuell sein Versicherungs-Vergleichsportal in Frankreich schon wieder auf – nach nur drei Monaten. Google startete in Frankreich im Sommer 2013 mit einem Vergleich für Autoversicherungen. Völlig überraschend ist damit nun Schluss. Google habe bereits Ende Oktober 2013 die Zusammenarbeit mit den teilnehmenden Versicherungen beendet. Das Vergleichs-Portal hat seine Pforten geschlossen, berichtete das französische Versicherungsportal „l’argus de l’assurance“ bereits Anfang November 2013.

Wirft man einen Blick auf das französische Vergleichsportal, dann erfährt der Nutzer dort, dass der Vergleichsdienst vorübergehend nicht verfügbar sei. „Wir haben unseren KFZ-Versicherungsvergleich vorübergehend ausgesetzt“, steht dort. Auf Mediennachfrage nennt Google „strategische Gründe“. Der Konzern wolle sich zunächst auf den angelsächsischen Markt konzentrieren.

Deutschland-Start von Google ist verschoben

In Deutschland hätte ein solches Preisvergleichs-Internetportal für Autoversicherungen bereits im September 2013 starten sollen. Hier scheint die Sache für den Internet-Gigant sehr komplex zu sein. Google wolle den Start seines Vergleichsportals „Compare“ auf 2014 verschieben, heißt es aus Versicherungskreisen. Allerdings ist auch bekannt, dass Google mit dem Allianz-Konzern Gespräche geführt hat. Dessen Vorstandschef beruhigte in den Medien mit den Worten: „Es ist normal, dass sich Marktführer unterhalten.“

Fazit: Eine wichtige Rolle als Informationsportal und Plattform für Kundenerfahrungen und deren Bewertungen haben die Marktführer im Internet bereits heute. Viele Nutzer informieren sich über die Angebote von der Assekuranz und Banken auch im Internet. Bei der individuellen Beratung, dem Verkauf, der Haftung und im Service „menschelt“ es aber gewaltig. Hier dominiert noch das Gespräch von Mensch zu Mensch über dem Monolog zwischen Mensch und Maschine.

Dietmar Braun

Assekuranz: Der EU-Sieger

Montag, Dezember 9th, 2013

2012-12-09 (db) 90 Prozent der Prämien in der Lebensversicherung und 60 Prozent der Prämien in den Sparten von Nicht-Leben, zudem fast 100 Prozent der Rückversicherungsprämie kämen in Luxemburg aus dem Ausland. Luxemburg sei der große Gewinner unter dem System der Dienstleistungsfreiheit in der Europäischen Union (EU) gewesen.

Victor Rod Aufsichtschef

Victor Rod Aufsichtschef

In der Eröffnungsrede zum 15.Versicherungstag des luxemburgischen Versicherungsverbands ACA unterstrich der seit 1980 amtierende Leiter der Aufsichtsbehörde Victor Rod die Internationalität der luxemburgischen Assekuranz.

Umgekehrt sei es kaum zu zusätzlicher Konkurrenz ausländischer Versicherer auf dem nationalen Markt gekommen. Nun gelte es sich Herausforderungen wie Solvency II und steuerliche Transparenz bei den Versicherungsnehmern zu stellen.

Nur versteuertes Geld sei willkommen

Eine freiwillige Selbstverpflichtung existiere in Luxemburg, wonach Lebensversicherer nur versteuerte Gelder annehmen. „Hinsichtlich noch nicht gemäß der Charta verfahrende Gesellschaften ziehen wir den Erlass einer entsprechenden aufsichtsrechtlichen Weisung in Erwägung. Problem sind dabei allerdings die Altfälle, man kann nicht einfach die Policen kündigen. Ab 1.1.2015 gilt dann ohnehin ein genereller fiskalischer Informationsaustausch innerhalb der EU, wohl auch die Assekuranz betreffend“, betonte Rod.

Der Informationsaustausch werde jedoch nichts an der Attraktivität Luxemburgs für eine internationale Klientel ändern. Auch die in Luxemburg ansässigen etwa 225 Captives hätten über deren Schwankungsrückstellung lediglich eine zeitliche Verschiebung hinsichtlich ihrer lokalen Steuerlast, seien daher auch nicht aus dem Anwendungsbereich der luxemburgischen DBAs ausgeschlossen.

Regulierung gefährlicher als Niedrigzinsen

Als größte Herausforderung der Assekuranz sieht Rod die übergroße und nicht immer das Prinzip der Proportionalität einhaltende Regulierungswelle nationaler und EU-Provenienz an, erst an zweiter Stelle folge die unzureichende Investmentrendite in der Phase von niedrigen Marktzinsen.

Zunehmend Sorgen bereite den Assekuranzen aber auch die vermehrten Beschwerden von Versicherungsnehmern, was Vertragsbedingungen sowie das Verhalten von Vermittlern betrifft. Zunehmend würden hiermit die Versicherer beschäftigt, es komme zunehmend zu gerichtlichen Grundsatzentscheidungen, die dann auch für das gesamte Portefeuille Gültigkeit erlangen.

Rod geht davon aus, dass die luxemburgische Assekuranz sich dank ihrer Innovationsfreudigkeit angesichts der vielen Herausforderungen – Rod spricht von „Bananenschalen“ – wacker schlagen wird.

Debeka wirbt Beamte als Tippgeber

Mittwoch, November 13th, 2013

2013-11-13 Die Debeka Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit aus Koblenz wehrt sich gegen die im Handelsblatt erhobenen Vorwürfe. Die Wirtschaftszeitung hatte Quellen und Informanten zitiert die dem Versicherer vorhalten Daten über Beamtenanwärter illegal gekauft zu haben und dabei auch Beamte bestochen zu haben. In einer Stellungnahme spricht die Debeka von „Tippgebern“ wie sie bei anerkannten „beruflichen Selbsthilfeeinrichtungen“ üblich seien.

Diese Argumentation entspricht Darstellungen der Signal-Iduna-Gruppe die eine ähnliche Strategie bei den Handwerkskammern verfolgt und dort Adressen und Empfehlungen für den Vertrieb aquiriert. Weitere Versicherer setzen auf „berufliche Selbsthilfeeinrichtungen“ von Branchen, in deren Namen sie auch in der Werbung auftreten. Der Klärung der Vorwürfe gegenüber der Debeka kommt eine für die Assekuranz grundsätzliche Bedeutung zu, wie die Abgrenzung zwischen „Tippgeber“ und einer erlaubnispflichtigen Versicherungsvermittlung zu regeln ist.

Die Debeka ist der größte deutsche Krankenversicherungsverein auf Gegenseitigkeit, der historisch von Be­amten für Beamte gegründet wurde – und sei, so die Pressestelle der Debeka, damit vergleichbar mit einer Genossenschaft. Bei einem Verein auf Gegenseitigkeit sei es üblich, dass zufriedene Mitglieder auch neue Mitglieder werben.

Da die Debeka eine offiziell anerkannte Selbsthilfeeinrichtung des öffentlichen Dienstes auf dem Gebiet der Krankenversicherung sei, dürfen, nach Meinung der Debeka, Beamte offen und transparent im Einklang mit § 100 des Bundesbeamtengesetzes als so genannte „Tipp­geber“ fungieren.

Im Paragraphen 100 des Bundesbeamten-Gesetzes geht es um nicht genehmigungspflichtige Nebentätigkeiten. Darin heißt es unter anderem, dass „Tätigkeiten zur Wahrung von Berufsinteressen in Gewerkschaften oder Berufsverbänden oder in Selbsthilfeeinrichtungen der Beamtinnen und Beamten“ nicht genehmigungspflichtig sind.

Die Debeka widerspricht dem Bericht des Han­delsblatts, nach dem es sich bei den nebenberuflichen Mitarbeitern um ein „geheimes System von Zuträgern“ handele. Die Tippgeber seien zufriedene Mitglieder der Debeka, die mit dem ausdrücklichen Einverständnis ihrer jeweiligen Dienstherren auf Basis des Bundesbeamtengesetzes Empfehlungen für potenzielle Neumitglieder geben dürfen. Sie dürfen dabei nicht selbst beraten.

Der entsprechende Paragraph im Bundesbeamtengesetz würde von Bundesland zu Bundesland an­ders spezifiziert. In einigen Bundesländern sei diese nebenberufliche Tätig­keit genehmigungspflichtig. Die Tätigkeit der Tippgeber ist vergleichbar mit Kundenwerbung für Fitnessstudios oder Zeitungsabonnements. Nur im Falle einer erfolgreichen Vermittlung erhälte der „Tippgeber“ eine Empfeh­lungsvergütung.

Einige der „Tippgeber“ sind nach Angaben der Debeka auch Beamte, andere sind Angestellte im öffentlichen Dienst. Bei Beamten geht die Debeka davon aus, dass sie von den jeweiligen Dienstherren vor der Verbeamtung auf Loyalität geprüft wurden. Bei Angestellten fordere der Versicherer ein polizeiliches Führungszeugnis an. Denn der Debeka ist wichtig, dass sämtliche Geschäfte der Debeka auf rechtlich einwandfreiem Boden stehen. Auch dieser Sachverhalt ist Bestandteil der Verhaltensricht­linien der Debeka und regelmäßiger Revisionen.

Es gibt einen Leitfaden, nach dem sich die Debeka-Mitar­beiter richten müssen, wenn sie „Tippgeber“ im öffentlichen Dienst anwerben. Entscheidend sei, dass der Debeka-Mitarbeiter sie persönlich kenne. Die Tippgeber selbst werden vom Debeka-Mitarbeiter explizit darauf hingewiesen, dass sie das Bundes­datenschutzgesetz zu beachten haben und sie verpflichten sich mit ihrer Unterschrift darauf, geschützte Personendaten nicht weiter zu geben. Sie werden darauf hingewiesen, dass Zuwiderhandlung mit Strafe bedroht wird. Diejenigen Personen, die aufgrund dieser Hinweise angesprochen werden, erfahren im ersten Gespräch mit dem Debeka-Berater üblicherweise den Namen der Empfehlungsgeber.

Die Debeka erklärt dazu, dass jeder dem Versicherer Personen emp­fehlen könne, die an Versicherungen Interesse haben könnten. Dazu dienen Empfehlungskarten. Auch Personen, die aufgrund dieser Hin­weise angesprochen werden, erfahren im ersten Gespräch mit dem Debeka-Berater üblicherweise den Namen der Empfehlungsgeber. Die Empfehlungsgeber erhalten für den Hinweis im Erfolgsfall bis zu 15 Euro. Der Betrag richtet sich nach den abgeschlossenen Verträgen. Dabei sei nachvollziehbar, wer jeweils Empfehlungen ausgesprochen hat. Zahlungen erfolgen ausschließlich über die Konten der Debeka.

Die Debeka hat die unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG damit beauftragt, zu untersuchen, ob die Prozesse der Debeka im Bereich der „nebenberuflichen Mitarbeiter“ angemessen sind. Sobald der Debeka Ergebnisse vorliegen, wird sie handeln.

Zu dem Vorwurf dass ganze Listen angekauft wurden und diese in Form von „Papierschnipseln mit Daten“ im Vertrieb verteilt und verkauft wurden nahm der Versicherer keine Stellung. Bei diesen im Handelsblatt veröffentlichten Vorwürfen ermittle die Staatsanwaltschaft. Ob die Vorwürfe dem Versicherer zuzurechnen sind oder eine Klage erhoben werde ist abzuwarten.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken

Was sich BU-Makler wünschen

Donnerstag, Juli 25th, 2013

Biometrische Versicherungslösungen zählen zu den Hoffnungsträgern der Lebensversicherer und Versicherungsmakler in Deutschland. Was vom Biometrie-Markt aus Maklersicht zu erwarten ist, wurde in einer aktuellen Studie erforscht.

2013-07-25 (db) Das Marktforschungs- und Beratungsinstituts „Heute und Morgen“ aus Köln untersuchte in einer aktuellen Studie biometrische Lösungen für das Risiko der Berufsunfähigkeit und schwerer Erkrankungen.  Im Fokus standen relevante Marktentwicklungen, Produkt- und Anbieterpräferenzen, Bedingungswerke und die Auswahlkriterien im Bereich Berufsunfähigkeit, schwere Erkrankungen und funktionelle Invaliditätsabsicherung.

Laut den Autoren der Studie vermitteln Makler schwerpunktmäßig die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU). Nur die SBU-Tarife würde den Kunden aus ihrer Sicht ein erstklassiges Leistungsspektrum bieten. Reine Risiko-Policen aus dem biometrischen Alternativmarkt – wie Dread Disease oder funktionelle Invaliditätsabsicherung – würden hingegen nicht als reale Alternativen zur BU eingestuft. Vielmehr diene diese als Ersatz oder Zusatzlösung für den Fall, dass sich die Kunden eine SBU finanziell nicht leisten können oder von den Anbietern aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt werden.

In der Studie wurden 30 hauptberufliche Versicherungsmakler mit unterschiedlicher Umsatzgröße und auch verschiedener regionaler Herkunft mit Vermittlungsschwerpunkt im Bereich biometrische Risiken im Juni 2013 im Rahmen der neuen Studienreihe „Klartext Assekuranz: Marktperspektiven aus Maklersicht“ ausführlich befragt.

Mehr Transparenz bei der BU-Risikoprüfung gefordert

Wie die Autoren der Studie berichten, fordern die Makler mehrheitlich eine größere Transparenz der Produktgeber bei ihrer BU-Risikoprüfung sowie mehr Transparenz über Entscheidungsparameter beim Prüfverfahren, um die Kunden noch besser und gezielter beraten zu können. Kritisch betrachtet werde zudem die häufig wechselnde oder ausgeweitete Berufsgruppeneinteilung in den BU-Bedingungswerken der Versicherer. Eine klare Orientierung werde dadurch erschwert.

Insgesamt würden die Makler Verbesserungen in den Bedingungen, in Klauseln und höhere Leistungsstandards bei den BU-Policen in den letzten Jahren erkennen, was ihrer Meinung nach auf den wachsenden Wettbewerbs zurückzuführen sei. Dennoch verbleiben aus Maklersicht bei den Anbietern noch zu viele Fallstricke oder Aushebelungen im Kleingedruckten bestehen.

Generell beobachten die Makler eine restriktive Annahmepolitik seitens der Versicherer. Viele Makler suchen auch eine Lösung für Zielgruppen, die eine BU dringlich brauchen, sich diese aber zumeist aufgrund sehr hoher Risikomehrbeiträge nicht leisten können. Aus Maklersicht gilt es hier, zusätzliche Stellschrauben und flexible Bedingungswerke zu entwickeln, die zur Folge haben, dass der Beitrag sinkt.

Kriterien und Präferenzen der Makler bei der Produktwahl

Für Makler sei das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der für den einzelnen Kunden geeigneten BU das Bedingungswerk, das letztlich über die Produkt-Qualität entscheiden würde. Um die einzelnen Bedingungen der jeweiligen Tarife und Anbieter in der BU vergleichbar zu machen, nutzen alle befragten Makler mindestens eine Vergleichssoftware – derzeit am häufigsten die vom Analysehaus Morgen & Morgen, gefolgt von Softfair sowie Franke und Bornberg. Neben weiteren Kriterien wie berufsgruppenspezifische Angeboten, Anbieter-Expertise, Maklerbetreuung sowie Erfahrungen mit der Schadenabwicklung und Prozess-Quote, würde zunehmend auch die Finanzkraft der Produktgeber eine Rolle spielen, da nur dadurch ein nachhaltiger Versicherungsschutz garantiert werden könne.

Die Kunden gehen heute informierter als früher in das Beratungsgespräch. Nicht selten würden potentielle Kunden auch Rankings oder Tests aus Publikums- oder Fachzeitschriften mitbringen. Zugleich bleibe ihr Wissen im Thema, nach Maklermeinung, zumeist oberflächlich und lückenhaft.

Zu den beliebtesten und vergleichsweise am häufigsten vermittelten BU-Anbietern im Maklermarkt zählen laut Studie derzeit Alte Leipziger, Nürnberger, Swiss Life und Volkswohl Bund. Aber auch der Marktführer Allianz, der Versicherungsverbund Continentale und die Talanx-Konzerntochter HDI zählen zum maklerseitigen Favoritenkreis.

„Unsere Expertenbefragung zeigt, dass sich die Makler in der Regel ein differenziertes Bild von den Stärken und Qualitäten der einzelnen Anbieter und deren Angeboten machen, und dann je nach Bedarf im Einzelfall aus einem Portfolio von etwa fünf bis sieben Produktgebern auswählen“, sagt Heute-und-Morgen-Geschäftsführerin Tanja Höllger. „Die Möglichkeiten der Anbieter biometrischer Produkte, sich vom Wettbewerb zu differenzieren werden gleichzeitig enger und spezifischer. Daher lohnt ein genaues Hinschauen auf den wichtigen und starken unabhängigen Vertriebskanal in diesem beratungsintensiven Produktsegment.“

Biometrischer Alternativmarkt wird unterschiedlich beurteilt

Zum vergleichsweise noch jungen biometrischen Alternativmarkt zeigt die Maklerbefragung deutlich, dass es vielen Maklern derzeit noch schwer fällt, sich vom Konzept des Komplettschutzes der BU zu lösen.

Neue Biometrie-Produkte wie Dread Disease, funktionelle Invaliditätsabsicherung und weitere Alternativen – die das Risiko einer Berufsunfähigkeit nur partiell beziehungsweise auslösespezifisch absichern – haben im Maklermarkt daher längst kein so positives Image wie die hochangesehene SBU. Im Gegenteil: „Notprodukte“, „zweitklassige Lösung“ oder „Nischenprodukte“ sind laut der Studie die häufig zur Beschreibung gewählte Begriffe. Bereits mit den „sperrigen“ Produktbegriffen könnten sich viele Makler nur wenig identifizieren. Viele Makler wünschen sich eher Weiterentwicklungen und bedarfsorientierte zielgruppenspezifische Differenzierungen innerhalb der etablierten BU als im Bereich neuer alternativer Biometrie-Produkte.

Gleichzeitig werde aber auch deutlich, dass sich die Makler mit den neuen Biometrie-Produkten und deren Chancen bei weitem noch nicht so intensiv wie mit der BU auseinandergesetzt haben und diese im Maklermarkt erst schrittweise ankommen. In der Öffentlichkeit beziehungsweise bei den Kunden sind diese Biometrie-Produkte aus Maklersicht bisher kaum bekannt, was ein zusätzliches Hemmnis in der Vermittlung darstellt.

Daher müsse es wichtige Aufgabe der Produktgeber bleiben, den Maklern – wie auch der Öffentlichkeit – die neuen biometrischen Versicherungs-Produkte transparent und möglichst verständlich zu gestalten. Positiv wäre aus Maklersicht, wenn bessere Einstiegshilfen in das Thema geboten würden. Hierzu wünschen sich die Makler kurze faktenorientierte Produkt-Steckbriefe mit den Hauptvorteilen deutlich mehr als ausführliche, stärker am Anbietermarketing orientierte Produkt-Broschüren. Auch produktbezogene Schulungen, Roadshows und Webinare würden gern von den Maklern genutzt.

Als aktuelle Top-Anbieter im Bereich Dread Disease sehen die Makler insbesondere Canada Life, mit Abstand gefolgt von Gothaer und Skandia. Bei funktionellen Invaliditätsabsicherungen würden vor allem Axa und Janitos zu den wichtigsten Anbietern aus Maklersicht zählen, daneben auch Allianz und Barmenia.

„Auffällig ist, dass die Marktführer aus der BU im biometrischen Alternativmarkt unter den im Maklermarkt bevorzugten Anbietern kaum auftauchen. Gerade für etablierte BU-Versicherer mit gutem Ruf in der Maklerschaft könnte ein stärkerer Einstieg in den biometrischen Alternativmarkt erfolgsversprechend sein“, sagt Christina Barschewski, die Senior Projektleiterin bei Heute und Morgen.

Piëch kauft Immobilien von Wüstenrot

Freitag, Mai 17th, 2013

Die Württembergische Lebensversicherung veräußert die Calwer Passage in Stuttgart an eine Holding von Ferdinand Piëch. Die Piëch Holding ist bereits mehrfach in Immobilien der Schwabenmetropole investiert und betreibt das Unternehmen Feinkost Böhm in Stuttgart.  

2013-05-17 (db) Die Württembergische Lebensversicherung AG eine Tochter der Wüstenrot & Württembergische AG (W&W AG) hat das 1978 eröffnete Gebäudeensemble „Calwer Passage“ verkauft. Erwerber sind die Gesellschaften R 20 GmbH & Co. KG und CS GmbH, die zur Ferdinand Piëch Holding GmbH gehören. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Bauherr der Passage war in den 1970er Jahren die Allgemeine Rentenanstalt (ARA), die später mit der Württembergischen Lebensversicherung AG fusioniert wurde. Das Areal umfasst insgesamt rund 9.800 Quadratmeter Nutzfläche, wovon auf die eigentliche Passage 1.300 Quadratmeter entfallen. Die gemischte Gewerbeimmobilie besteht aus Handels-, Büro- und Wohnflächen.

Die bereits seit Anfang 2012 laufenden Verhandlungen über den Verkauf wurden durch die Diskussion hinsichtlich eines möglichen Denkmalschutzes unterbrochen und Anfang 2013 wieder aufgenommen. Im Ergebnis wurde zwischen Verkäufer und Käufer vereinbart, dass das Gebäudeensemble – unabhängig vom Ausgang der denkmalpflegerischen Prüfung – an den Käufer übergehen soll.

Die Ferdinand Piëch Holding, die neben dem Betrieb des Einzelhandelsunternehmens Feinkost Böhm in Stuttgart vielfältige Immobilieninvestitionen vornimmt, hat sich zum Ziel gesetzt, die Calwer Passage in Absprache mit der Stadt und dem Denkmalamt wieder zu einer attraktiven Einkaufsdestination zu entwickeln.

Bevor weitergehende planerische Überlegungen angestellt werden, wird der angekündigte Bescheid des Denkmalamtes abgewartet.

Dietmar Braun, Fachjournalist Assekuranz und Banken