Gesetzliche Krankenkassen fusionieren und Privat-Gesetzlich kooperiert

Die Fusionen unter den gesetzlichen Krankenkassen setzen sich unvermindert fort. Bereits bis Ende April 2009 ist damit zu rechnen, dass die Zahl der Kassen in Deutschland erstmals unter 200 sinken wird. Neben der Fusion unter gesetzlichen Kassen, dürfte auch die Kooperation mit Privaten Krankenkassen eine künftig wegweisende Rolle spielen. Beispiele hierfür sind, wie in diesem Blog unter der Rubrik Gesundheit berichtet, die KKH-Allianz mit der Allianz Private Krankenversicherung und die SDK mit der BKK mh-plus.

Es dürfte zukünftig auch vermehrt zu Zusammenschlüssen über verschiedene Kassenarten hinweg kommen. Prominentes Beispiel hierfür waren bislang die Fusion der Techniker Krankenkasse mit der IKK Direkt. Nun vollzog auch erstmals eine AOK einen Zusammenschluss von Partnern aus unterschiedlichen Kassenarten: Die AOK Sachsen Anhalt mit Sitz in Magdeburg beschloss die Fusion mit der BKK Sachsen-Anhalt mit Sitz in Wolfen.

„Insgesamt stärkt ein solcher Zusammenschluss unser Bundesland“, erklärte hierzu Uwe Deh, Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt. Alle Arbeitsplätze der BKK blieben in der Region erhalten und das Leistungs- und Serviceangebot für die Versicherten könne weiter ausgebaut werden, so Deh. „Wir haben eine vergleichbare Struktur der Versicherten und beide Kassen kennen sehr genau die Sorgen und Nöte der Menschen hier im Land“, sagte Deh weiter.

Margitta Schütze, Vorstand der BKK Sachsen-Anhalt, bezeichnete die AOK Sachsen-Anhalt als ihren Wunschpartner. „Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen ist es für kleine Krankenkassen auf dem Markt sehr schwierig geworden“, so Schütze. „Sowohl unsere 13.000 Versicherten als auch die 40 Mitarbeiter sind beim Marktführer gut aufgehoben.“

Die AOK Sachsen-Anhalt hat derzeit über 750.000 Versicherte und 1.900 Mitarbeiter. Die AOK Sachsen-Anhalt und BKK Sachsen-Anhalt haben zum 1. April 2009 fusioniert. Das hatten die Verwaltungsräte beider Krankenkassen auf ihren Sitzungen am 11. März in Halberstadt vorbereitet. Die erste kassenartenübergreifende Fusion zwischen einer AOK und einer BKK ist damit vollzogen.

Neue starke Gemeinschaft der Kasse auf der Landesebene
Auf der Internetseite der neuen Kasse ist zu lesen: Wer auf dem Markt der Krankenkassen in Zukunft erfolgreich sein will, braucht zwei starke Seiten. Die erste sei Sicherheit – als solide Basis aus Erfahrungswerten. Vor mehr als 120 Jahren gegründet, hat die AOK aus Höhen und Tiefen ihrer Unternehmensgeschichte gelernt und damit die Sicherheit erworben, zuverlässig und glaubwürdig auf eine langfristig orientierte Geschäftspolitik zu setzen. Der Zusammenschluss der AOK Sachsen-Anhalt mit der BKK Sachsen-Anhalt, bedeutet nicht nur den künftig gemeinsamen stärkeren wirtschaftlichen Auftritt in diesem Bundesland, sondern sichert zudem langfristig die Versorgung der Versicherten beider Kassen.

Die andere Seite sei die Innovationskraft. Wer der Zeit stets ein entscheidendes Stück voraus sein will, muss bereit sein, Gestriges in Frage zu stellen und notwendige Veränderungen anzupacken. Mit dem Gespür für Zukunftsmärkte und der Umsetzung neuer Ideen. Beide Krankenkassen haben über den Tellerrand geschaut und die erste übergreifende Fusion aus Partnern unterschiedlicher Kassenart ist vollzogen. Damit wurde bewiesen, dass die Menschen im Land und deren medizinische Versorgung im Vordergrund stehen. Die Erfahrungen beider Kassen werden zudem neue Produkte hervorbringen, die allen Versicherten zugute kommen.

So die Nachrichten aus Sachsen-Anhalt. Man darf gespannt sein, welche Fusionen aus größeren Bundesländern in den nächsten Monaten gemeldet werden.

Ziel ist kein Zusatzbeitrag mit dem Gesundheitsfonds 2009 für Versicherte
„Die Fusion mit der AOK ist genau die richtige Entscheidung. Wir wissen: Unsere 13.000 Versicherten und die 40 Mitarbeiter sind gut aufgehoben. Es haben sich hier zwei Partner gefunden, die sehr gut zueinander passen, seit Jahren erfolgreich zusammen arbeiten und die Sorgen und Nöte der Menschen hier im Land sehr genau kennen“, sagt Gregor Müller, Verwaltungsratsvorsitzender der BKK Sachsen-Anhalt.

„Wieder hat die AOK Sachsen-Anhalt ein bundesweites Signal gesendet. AOK und BKK haben sich in Sachsen-Anhalt freiwillig zusammengeschlossen. Für die Versicherten bedeutet die Fusion beider Kassen vorrangig Sicherheit und Stabilität in der Gesundheitsversorgung. Die AOK Sachsen-Anhalt kann künftig noch besser auf regionale Bedürfnisse eingehen und sich für ihre Versicherten stark machen. Dafür können wir die Unterstützung vor Ort gut gebrauchen und heißen die Mitarbeiter der BKK in unseren Reihen herzlich willkommen“, betont Susanne Wiedemeyer, Verwaltungsratsvorsitzende der Gesundheitskasse.

Gemeinsam wollen beide Kassen als AOK Sachsen-Anhalt richtig durchstarten. „Profitieren sollen von unserem Zusammenschluss natürlich in erster Linie die Versicherten und Arbeitgeber. Das wird beim Service und den Leistungen spürbar“, so Margitta Schütze, Vorstand der BKK Sachsen-Anhalt. Den Blick nach vorn richtet AOK-Chef Uwe Deh. Er signalisiert weitere Gesprächsbereitschaft: „Die erste kassenartenübergreifende Fusion muss nicht unsere letzte gewesen sein.“ Ein wichtiges Ziel der AOK-BKK Sachsen-Anhalt ist keinen Zusatzbeitrag mit dem Gesundheitsfonds 2009 für Versicherte erheben zu müssen.

Kleine BKK fusioniert mit größerer BKK
Zum 1. April 2009 hat die BKK der Norddeutschen Affinerie mit der Novitas BKK fusioniert. Mit rund 340.000 Versicherten zählt die stetig wachsende Betriebskrankenkasse zu den 40 größten gesetzlichen Kassen bundesweit.
Nach dem Zusammenschluss der Novitas BKK mit der BKK der Norddeutschen Affinerie hat sich der Verwaltungsrat am 2. April 2009 in Duisburg konstituiert. Zum Vorstand der Novitas BKK wurde Ernst Butz einstimmig gewählt. Die neue Kasse trägt den Namen Novitas BKK – Die Präventionskasse.

„Das Zusammengehen der beiden Betriebskrankenkassen ist ein weiterer Schritt in Richtung Zukunft und öffnet den Weg für weitere Zusammenschlüsse unter dem Namen Novitas BKK – Die Präventionskasse“, so der neue Vorstand Ernst Butz.
Mit den bundesweit über 25 Geschäftsstellen der Novitas BKK – Die Präventionskasse profitieren nun auch die Versicherten der BKK der Norddeutschen Affinerie von der wohnortnäheren Betreuung sowie einem größeren Leistungsangebot. Vorstand und Verwaltungsrat legen weiterhin nicht nur einen Schwerpunkt auf den konsequenten Ausbau einer optimalen Versorgung ihrer Versicherten, sondern hätten ebenso das Wohl ihrer Mitarbeiter im Blick: Alle Arbeitsplätze blieben gesichert.

Dietmar Braun
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