Kraftfahrt-Versicherung bis 30. November richtig wechseln

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat mehr Autos in eine höhere Klasse eingestuft. Aufgrund der neuen Typ- und Regionalklassen lohnt sich ein Wechsel der Kfz-Versicherung in diesem Herbst für viele, einige Fahrer sollten aber keinesfalls wechseln.

Allgemein gilt: je höher die Typklasse für das eigene Fahrzeug, desto höher sind auch die Beiträge für die Kraftfahrt-Versicherung. Gleiches gilt für die Region, in der das Auto versichert ist. Durch die Anpassung der Typ- und Regionalklassen kann sich daher auch der Beitrag für die eigene Police ändern. Deshalb lohnt es sich mit Hilfe von registrierten Vermittlern die Situation zu prüfen und einen Versicherungswechsel in Betracht zu ziehen.

Da die meisten Versicherungen bis zum 31. Dezember 2010 laufen und eine Kündigungsfrist von einem Monat haben, ist der Stichtag für einen Wechsel wie jedes Jahr der 30. November 2010. Die Kündigung  muss bis zu diesem Datum bei der Versicherung vorliegen, das Datum des Poststempels gilt nicht.

Praktische Tipps für den Versicherungswechsel

Viele Versicherer bieten gerade für Neukunden günstige Tarife. Daher sollten Versicherungsnehmer regelmäßig ihre Versicherung überprüfen. Durch einen Markt-Vergleich und den möglichen Wechsel können viele Versicherte ihre Beiträge senken, ohne den Leistungsumfang zu verringern.

Nicht nur die zu zahlenden Beiträge sind entscheidend, sondern es ist vor allem wichtig den Versicherungsschutz zu überprüfen. Für ein zehn Jahre altes Auto rechnet sich meist eine teure Vollkaskoversicherung nicht mehr, da nur der geringere Zeitwert erstattet wird und schnell ein technischer Totalschaden vorliegt.

Beim Wechsel ist auch auf die Regelungen bei den Schadensfreiheitsklassen zu achten. Ist der bisherige Schadensfreiheitsrabatt übertragbar, hat der neue Versicherer ein anderes System, zum Beispiel bei den Zweitwagenrabatten? Wie ist es wenn der Nachwuchs das Fahrzeug der Eltern nutzt und berechtigte Fahrer unter 23 Jahren zu berücksichtigen sind?

Mindestleistungen, die ein guter Tarif bieten sollte

Wichtig für die Wahl einer Kfz-Versicherung vor allem der Leistungsumfang. Ein guter Tarif sollte unter anderem so lange wie möglich den Fahrzeug-Neuwert ersetzen und nicht den Zeitwert. Versicherer bieten die Neuwertentschädigung als Standard nur sechs Monate an, einige aber über zwölf oder sogar 18 Monate.

Die Absicherung von Folgeschäden bei Marderbissen sollten nicht vernachlässigt werden, vor allem wenn die Fahrzeuge im Freien oder unter einem Carport abgestellt werden.

Für den Zusammenstoß mit Tieren und mit Haarwild sollte ein ausreichender Versicherungsschutz vorliegen, sonst könnte das Zusammentreffen mit einem Wildschwein sich als teuer erweisen.

Zu beachten ist auch der Einwand der groben Fahrlässigkeit. Greift der Fahrer etwa unterwegs nach einem Getränk oder zur Tafel Schokolade und verursacht dadurch einen Unfall, kann der Versicherer das als grob fahrlässig bewerten. Die Konsequenz: Der Versicherte erhält weniger Geld für den Schaden, der an seinem eigenen Fahrzeug entstanden ist, weil sich die Erstattung von der Versicherung nach der Klausel „Grobe Fahrlässigkeit“ um den Grad des Verschuldens verringert. Einige Versicherer verzichten in ihren Tarifbedingungen auf diese Einrede.

Bei echten Billigtarifen kann zudem die neue Beitragsstufe im Schadensfall viel teurer ausfallen als bei qualitativ hochwertigen Angeboten. Billigversicherer können auch ganz vom Markt verschwinden und der Kunde steht plötzlich ohne Versicherer da, wie dies kürzlich in Deutschland bei einem Anbieter aus den Niederlanden der Fall war.

Dietmar Braun

author,writer,Insurance and Bank,University Heilbronn,State University Baden-Württemberg,Texter,55 Years,married,one child

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