Traumhochzeit als ein Zeichen für Hochzeiten an der Börse?

Hochzeiten im Hochadel brachten Aktien im gleichen Jahr ein durchschnittliches Plus von fünf Prozent. Es gab aber auch Börsenflauten. 2011 könnte, als Jahr vor dem Schaltjahr 2012, auch aus anderen Gründen ein Erfolgsjahr für Investoren werden.

Die von Adels-Fans in aller Welt sehnsüchtig erwartete Traumhochzeit des britischen Thronfolgers Prinz William und seiner bürgerlichen Braut Kate Middleton an diesem Freitag könnte nicht nur die Herzen, sondern auch die Börsen beflügeln.

Die Commerzbank AG weist in einer von der Content Kommunikations AG verbreiteten Pressemeldung darauf hin, dass nach einer im eigenen Haus erstellten Übersicht in den Jahren mit königlichen Hochzeiten innerhalb des internationalen Hochadels der weltweit wichtigste Börsenindex Dow Jones in den USA um durchschnittlich fünf Prozent gestiegen ist.
Auch der deutsche Leitindex DAX verzeichne seit seinem Bestehen bei drei von vier Hochzeiten in den Häusern des Hochadels ein Plus:

1999 (Prinzessin Caroline und Prinz Ernst August von Hannover) um rund 32 Prozent, 2010 (Kronprinzessin Victoria von Schweden und Daniel Westling) um 14 Prozent und 2004 (Felipe von Spanien und Letizia sowie Frederik von Dänemark und Mary) um rund sechs Prozent.
Vorsicht jedoch vor blindem Aktionismus: Wie die Liebe, so ist auch der Aktienmarkt von einem Auf und Ab geprägt. Ein etwas genauerer Blick zeigt nämlich, dass royale Großereignisse die Herzen nicht automatisch höher schlagen ließen – zumindest nicht die der Investoren in Aktien.

Am schlimmsten traf es den DAX im Jahr 2002, als der niederländische Kronprinz Willem Alexander der Argentinierin Maxima das Ja-Wort gab. Der Index brach angesichts von schwacher Weltkonjunktur und Bilanzfälschungs-Skandalen (wie der von Worldcom) um 44 Prozent ein; nicht ein einziger Wert der 30 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften bescherte damals den Anlegern Kursgewinne. Dem niederländischen AEX-Index ging es
übrigens nicht besser, er hatte sich nach dem Zerplatzen der Internetblase 2000 bis Ende 2002 im Wert mehr als halbiert.
Und 1981 – als Williams Vater Prinz Charles in einer Märchenhochzeit Lady Diana Spencer ehelichte – konnte der britische FT-30-Index in einer Art Sonderkonjunktur ein Jahresplus von zwölf Prozent verbuchen. Der international bedeutendere Dow Jones notierte hingegen Ende Dezember 1981 bei 875 Punkten und damit zehn Prozent unter dem Jahresanfangsstand. Heute liegt der Dow Jones allerdings auf mehr als dem zehnfachen Niveau. Wer also damals in die Fraktion der Aktien-Pessimisten gewechselt wäre, hätte sich langfristig geirrt.

2011 könnte als Jahr vor Schaltjahr prädestiniert für gute Kurse sein
Es bleibt also Hoffnung – für die Liebe wie für die Aktien. Denn noch durch eine weitere Parallelität ist das Jahr 2011 prädestiniert für gute Kursverläufe, wie eine weitere Statistik der Commerzbank zeigt:

Seit 1888 hat der US-Aktienmarkt – gemessen am Standard & Poors Index mit 500 Werten – in Jahren vor Schaltjahren im Durchschnitt um elf Prozent zugelegt. Das hat allerdings weniger kalendarische als politische Gründe.
In Jahren mit einem 29. Februar – also das nächste Mal wieder 2012 – finden jeweils die US-Präsidentschaftswahlen statt. Meist versucht der amtierende Präsident schon im Jahr vor der Wahl, mit staatlichen Ausgabenprogrammen oder Steuersenkungen seine Chancen auf eine Wiederwahl zu verbessern. Wenn die Märkte dies gut bewerten könnte dies steigende Kurse zur Folge haben.

Dietmar Braun

author,writer,Insurance and Bank,University Heilbronn,State University Baden-Württemberg,Texter,55 Years,married,one child

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