Allianz schreibt wie die Munich Re Griechenlandpapiere ab

Die Allianz SE meldet im zweiten Quartal 2011 ein solides Ergebnis. Trotz Schuldenkrise in Europa und Währungsschwankungen blieben die Ergebnisse nahezu auf dem Niveau des Quartals im Vorjahr. Auch die Allianz nimmt, wie die Munich Re, Abschreibungen auf griechische Anleihen vor, schließt aber künftige Zuschreibungen auf diese Papiere nicht aus.

Der Gesamtumsatz der Allianz Gruppe ging um 3,2 Prozent von 25,4 auf 24,6 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2010 im Vergleich zum Vorjahreswert zurück. Nach interner Rechnung sei der Umsatz sogar nur um 0,9 Prozent zurück gegangen, merken die Allianz-Chefs an. Das operative Quartalsergebnis lag mit 2,300 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau von 2,302 Milliarden Euro, dem höchsten operativen Ergebnis des größten deutschen Versicherers seit der Finanzkrise.

Insgesamt erwirtschaftete die Allianz Gruppe einen Quartalsüberschuss von 1,071 Milliarden Euro, trotz einer Nettobelastung von 326 Millionen Euro durch die derzeitige Wertminderung griechischer Staatsanleihen sowie signifikanter Wechselkurseinflüsse. Das Quartalsergebnis liegt damit 7,4 Prozent unter dem Vergleichswert 2010 von 1,157 Milliarden Euro.

Mit einer zum ersten Quartal 2011 unveränderten Solvabilitätsquote von 180 Prozent hat die Allianz Gruppe ihre starke Kapitalausstattung bewahrt. Nach Zahlung der Dividende an die Aktionäre der Allianz in Höhe von 2,032 Milliarden Euro betrug das Eigenkapital zum Ende des zweiten Quartals 42,6 Milliarden Euro.

Im ersten Halbjahr belief sich der Gesamtumsatz auf 54,5 Milliarden Euro, verglichen mit 56,0 Milliarden Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis von 3,960 Milliarden Euro lag auf ähnlichem Niveau wie im vergangenen Jahr, als es 4,034 Milliarden Euro betragen hatte. Der Überschuss in der ersten Jahreshälfte 2011 lag bei 1,986 Milliarden Euro nach 2,760 Milliarden Euro in 2010.

„Dies sind sehr zufriedenstellende Ergebnisse“, sagte Michael Diekmann, Vorsitzender des Vorstands der Allianz SE. „Unsere geographische und geschäftspolitische Diversifizierung sichert unsere stabile Ertragslage. Die Quartals- wie auch die Halbjahresergebnisse sind erstaunlich solide angesichts der Häufung an Naturkatastrophen, der Unsicherheiten an den Kapitalmärkten, der Wechselkursschwankungen und nicht zuletzt angesichts der derzeitigen Wertminderung unseres Portfolios griechischer Staatsanleihen. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir unser operatives Ergebnisziel 2011 von 8,0 Milliarden Euro plus/minus 0,5 Milliarden Euro erreichen können.“

Prämien und Profitabilität in der Schaden-Unfall-Versicherung steigen
Die Schaden-Unfall-Versicherung verbuchte im zweiten Quartal 2011 einen Anstieg der Bruttoprämieneinnahmen von 2,4 Prozent 10,0 auf 10,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Das interne berechnete Wachstum betrug nach eigenen Angaben 3,7 Prozent.

Neben dem Geschäftsvolumen stieg auch die Profitabilität. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 15,9 Prozent von 1,147 auf 1,329 Milliarden Euro im Vergleich zum Quartal 2010. Die Schaden-Kosten-Quote ist mit 95 Prozent eine der besten Ergebnisse seit Ende 2008. Auf die Schadenquote wirkten sich die geringeren Schadenbelastungen durch Naturkatastrophen positiv aus, vor allem im Vergleich zum Vorquartal.

„Unser sehr gutes Ergebnis in der Schaden-Unfall-Versicherung spiegelt unsere stetige Konzentration auf profitables Wachstum“, sagte Oliver Bäte, Mitglied des Vorstands der Allianz SE. „Die auf das Geschäftsjahr bezogene Schadenquote ohne Naturkatastrophen setzt ihren rückläufigen Trend der vergangenen Quartale fort. Höhere Preise schlagen sich zudem nun sowohl im Umsatz wie im Ergebnis nieder.“

Solide Quartalsergebnisse im Leben- und Krankenversicherungsgeschäft
Die Entwicklung des Leben- und Krankenversicherungsgeschäfts wurde durch externe Faktoren beeinflusst. Die Umsätze sanken um 8,1 Prozent von 14,1 auf 13,0 Milliarden Euroim Vergleich zum zweiten Quartals 2010. Das zweite Quartal 2011 spiegelt eher einen normalen Geschäftsverlauf wider, nachdem im Vorjahr Sondereffekte das Geschäft beispielsweise in Italien beflügelt hätten. Das Geschäft in Deutschland habe im vergangenen Jahr von einer hohen Nachfrage nach Produkten mit Einmalbeiträgen profitiert. Der Umsatzrückgang entspricht nahezu vollständig den Sonderbewegungen aus diesen beiden Effekten.

Das operative Ergebnis betrug 679 Millionen Euro und damit 17,6 Prozent weniger als die 824 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Hierin sind aktuelle Abschreibungen auf griechischer Staatsanleihen enthalten.

Sowohl die Neugeschäftsmarge von 2,5 Prozent als auch der Neugeschäftswert von 242 Millionen Euro erreichten ein hohes Niveau.

„Das Segment Leben- und Krankenversicherung bleibt auf Zielkurs. Das zeigen unsere starken Umsätze sowie die guten Neugeschäftswerte und -margen“, sagte Oliver Bäte. „Besonders das Lebensversicherungsgeschäft ist aufgrund seiner Langfristigkeit so strukturiert, dass es Sondereffekte und zyklische Schwankungen überstehen kann.“

Profitables Asset-Management-Ergebnis

Das Asset-Management bleibt einer der treibenden Faktoren für die hohe Profitabilität der Gruppe. Die Provisionsüberschüsse stiegen im Quartal auf 1,297 Milliarden Euro von 1,188 Milliarden Euro im Vorjahr, ein Plus von 9,2 Prozent. Das operative Ergebnis erhöhte sich im zweiten Quartal auf 528 Millionen Euro und übertraf damit die 516 Millionen Euro des Vorjahres um 2,3 Prozent. Bereinigt um Wechselkurseffekte stieg das Ergebnis um 14,5 Prozent.

Die Allianz verwaltete zum 30. Juni 2011 insgesamt Anlagen von 1.508 Milliarden Euro im Vergleich zu 1.430 Milliarden Euro zum 30. Juni 2010. Das Asset-Management-Geschäft wuchs um 5,4 Prozent.

Die für Dritte verwalteten Anlagen erreichten 1.151 Milliarden Euro im Berichtszeitraum. Die Nettomittelzuflüsse beliefen sich bei Allianz Global Investors im zweiten Quartal auf 21,1 Milliarden Euro, verglichen mit 22,6 Milliarden Euro im Vergleichszeitraum 2010. Das Aufwand-Ertrag-Verhältnis stieg um 2,9 Prozentpunkte auf 59,5 Prozent, nach 56,6 Prozent im Vorjahr.

Oliver Bäte: „Der Erfolg unseres Asset-Management-Geschäfts erhält sogar noch größeres Gewicht, wenn man den Einfluss der Wechselkursschwankungen berücksichtigt. Bereinigt um diese stiegen im zweiten Quartal der Provisionsüberschuss um 21,3 Prozent, das operative Ergebnis um 14,5 Prozent und die gesamten verwalteten Anlagen um 11,1 Prozent. Das sind hervorragende Ergebnisse.“

Dietmar Braun

author,writer,Insurance and Bank,University Heilbronn,State University Baden-Württemberg,Texter,55 Years,married,one child

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