Fitch bestätigt das „A“-Rating der Stuttgarter

Fitch Ratings bestätigt im September 2011 das „A“-Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der Stuttgarter Lebensversicherung a.G. (Stuttgarter). Der Ausblick des Ratings bleibt nach Angaben der Agentur „stabil“.

Die erneute Bestätigung hebt die sehr starke Kapitalausstattung der Stuttgarter, die konservative Kapitalanlage-Struktur der Stuttgarter und die Diversifikation ihrer Einkünfte durch ihre Tochterunternehmen hervor. Dem stünden die geringe Streuung der Vertriebswege, die geographische Konzentration des Geschäfts ausschließlich auf Deutschland und dem Durchschnitt des Marktes liegende Abschlusskosten- und Stornoquoten gegenüber.

Auf Grundlage des risikobasierten Kapitalansatzes sieht Fitch die Kapitalausstattung der Stuttgarter als sehr stark an. Dies kommt auch in der hohen Solvabilitätsquote von 254 Prozent zum Jahresende 2010 zum Ausdruck. Fitch erwartet, dass sich die Quote 2011 erneut verbessern wird.

Die Stuttgarter verfüge zum Jahresende 2010 mit 344,1 Millionen Euro über sehr starke stille Reserven, dies entspräche 7,5 Prozent der Kapitalanlagen des Unternehmens . Dieses sei stark im Vergleich zum gesamten deutschen Lebensversicherungsmarkt, welcher eine Stille-Reserve-Quote von 4,2 Prozent aufweist.

Die Stuttgarter erreichte 2010 eine durchschnittliche Nettoverzinsung von 4,5 Prozent und sei damit etwas besser als der deutsche Lebensversicherungsmarkt, der im Schnitt eine Nettoverzinsung von 4,2 Prozent erzielte. Fitch erwartet, dass die Nettoverzinsung der Stuttgarter auch 2011 besser als der Marktdurchschnitt ausfallen wird.

Zum Jahresende 2010 wies die Stuttgarter mit 7,7 Prozent im Vergleich zum Branchenschnitt von 3,3 Prozent eine überdurchschnittliche Aktienquote auf. Auf Grund der sehr starken Kapitalausstattung und der stabilen Kapitalanlagestrategie der Stuttgarter, erwartet die Agentur, dass die Aktieninvestments der Stuttgarter auch in 2011 marktüberdurchschnittlich bleiben werden. Folglich weist das Unternehmen eine größere Exponierung gegenüber den Schwankungen der Aktienmärkte als viele seiner Mitbewerber auf.

Die Beitragssumme des Neugeschäfts (BSN) der Stuttgarter wuchs 2010 um sieben Prozent während der Markt nur um 4,7 Prozent zulegen konnte. Positiv ist, dass die Stuttgarter die BSN nach laufenden Beiträgen mit einem Zuwachs von 5,3 Prozent deutlich stärker steigern konnte als der Markt, welcher um 2,3 Prozent schrumpfte.

Das Wachstum der Stuttgarter nach gebuchten Bruttobeiträgen in Höhe von 3,7 Prozent sei merklich kleiner als der Marktdurchschnitt von 7,1 Prozent. Das begründet sich durch Vertragsabläufe und –stornierungen. Fitch erwartet, dass die Stuttgarter auch 2011 ein starkes Wachstum der BSN erzielen wird.

Mit 2,4 Prozent lag die Verwaltungskostenquote der Stuttgarter 2010 auf Marktniveau. Fitch sieht die Abschlusskostenquote der Stuttgarter in Höhe von 6,1 Prozent im Vergleich zum Branchenschnitt von 5,1 Prozent als etwas hoch an. Da sich die Stuttgarter auf einen Absatzweg konzentriert, der mit relativ hohen Courtagen arbeitet, entspricht sie dennoch den Erwartungen von Fitch. Effiziente Prozesse würden der Stuttgarter helfen die Verwaltungskostenquote trotz der relativ kleinen Unternehmensgröße gering zu halten.

Schlüsselfaktoren, die zu einer Ratingheraufstufung führen können, sind eine fortgesetzte Verbesserung der BSN und eine deutliche Verbesserung der Stornoquote. Darüber hinaus kann ein anhaltendes jährliches Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge von über fünf Prozent, sofern es gleichzeitig deutlich oberhalb des Marktniveaus liegt, eine positive Ratingveränderung herbeiführen.

Eine schwächere Marktposition, beurteilt nach Marktanteil, könnte aber auch zu einer Ratingsherabstufung führen. Allerdings schätzt Fitch eine Ratingherabstufung für die Stuttgarter als unwahrscheinlich ein, sofern die Stuttgarter ihre sehr starke Kapitalausstattung beibehalten kann.

Die Stuttgarter ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit und ist die Konzernmutter der Stuttgarter Versicherungsgruppe, die aus mehreren operativen Risikoträgern besteht. Konsolidiert wies die Stuttgarter eine Bilanzsumme von 5,9 Milliarden Euro zum Jahresende 2010 aus und vereinnahmte 2010 gebuchte Bruttobeiträge von 521,1 Millionen Euro aus der Lebensversicherung sowie 95,6 Millionen Euro aus der Schaden-/Unfallversicherung.

Dietmar Braun

author,writer,Insurance and Bank,University Heilbronn,State University Baden-Württemberg,Texter,55 Years,married,one child

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