Bausparkassen aus Aachen und Coburg planen Hochzeit

Die HUK-Coburg Bausparkasse und die Aachener Bau­sparkasse verhandeln über ein Zusammengehen der beiden Unternehmen. Der Zusammenschluss der beiden Partner soll bereits im Laufe des Jahres 2012 erfolgen.

In Kürze soll die Absichtserklärung („Letter of Intent“) unterzeichnet werden. Dies stehe unter dem rechtlichen Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre und Gremien beider Häuser. Hauptsitz der fusionierten Bausparkasse soll Aachen sein, der Standort Coburg soll aber erhalten bleiben. Betriebsbedingte Kündigungen seien, nach Angaben der beiden Partner nicht geplant.

Für die Bestandskunden beider Bausparkassen soll sich nach eigenen Angaben mit der Verschmelzung nichts ändern. Im Neugeschäft wird das Produktangebot ein breites Spektrum abdecken, das den unterschiedlichen Produkt- und Marketingstrategien der Muttergesellschaften gerecht würde.

Die Kundensachbearbeitung in Coburg und die Vertriebsstruktur im Bundesgebiet bleiben erhalten. Die Stabsfunktionen werden in Aachen zusammengeführt. Mitarbeitern aus diesen Bereichen, die nicht nach Aachen wechseln wollen, werden vergleichbare Arbeitsplätze bei der HUK-Coburg angeboten.

Ziel der Zusammenführung sei es, die Kräfte der beiden Gesellschaften zu bündeln, um den Kunden dauerhaft günstige Produkte und Lösungen rund um das Bausparen und die Finanzierung der eigenen vier Wände zu bieten. Durch die Nutzung von gemeinsamen Ressourcen soll das Geschäftsmodell stabiler und profitabler werden.

Historie der beiden Bausparkassen

Die Aachener Bausparkasse wurde 1926 von Aachener Bürgern als Verein der solidarischen Selbsthilfe zur Überwindung der Wohnungsnot nach dem ersten Weltkrieg gegründet. Sie ist heute die zweitälteste deutsche Bausparkasse und wird aktuell von acht Versicherungskonzernen getragen, die wie die HUK-Coburg überwiegend aus der Tradition der Versicherungsvereine stammen. Größte Einzelaktionäre sind, neben dem Gothaer Konzern, die Universa-Versicherungen und die LVM. Im Jahr 2010 erzielte die Aachener Bausparkasse ein Netto-Neu­geschäft von 29.000 Verträgen mit einer Bausparsumme von 541 Millionen Euro. Insgesamt betrug der Vertragsbestand Ende 2010 knapp 221.000 Verträge mit einer Bausparsumme von rund vier Milliarden Euro. Die Aachener Bausparkasse beschäftigte Ende 2010 im Unternehmen 235 Mitarbeiter, die Bilanzsumme betrug rund eine Milliarde Euro. Die Bauspareinlagen erreichten 592 Millionen Euro und die Baudarlehen 820 Millionen Euro.

Die HUK-Coburg-Bausparkasse wurde 1991 mit dem Ziel gegründet, das Angebot der HUK-Coburg Versicherungsgruppe zur Alters- und Vermögensvorsorge durch Bausparprodukte abzurunden. 2010 erreichte das Unternehmen ein Netto-Neugeschäft von knapp 20.000 Verträgen mit einer Bausparsumme von 355 Millionen Euro. Der Bestand belief sich Ende 2010 auf 210.000 Verträge mit einer Bausparsumme von 3,6 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme belief sich auf 1,34 Milliarden Euro. Die Bauspareinlagen betrugen 963 Millionen Euro und der Darlehensbestand erreichte 893 Millionen Euro. Ende 2010 beschäftigte die Bausparkasse 141 Mitarbeiter.

Dietmar Braun

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