Einheitliche Rufnummer für ärztlichen Notdienst soll Rettungsruf 112 entlasten

Was haben Hexenschuss, Bauchweh und hohes Fieber gemeinsam? Sie treten oft am Wochenende oder mitten in der Nacht auf – wenn keine Arztpraxis geöffnet hat. Wer dann schnell ärztliche Hilfe benötigt, sucht in der Tageszeitung oder im Internet nach der zuständigen Bereitschaftspraxis oder die vor Monaten notierte Nummer des hausärztlichen Notdienstes. Viele rufen in ihrer Verzweiflung gleich mal die bekannte allgemeine Rettungsnummer 112 an. Dieser Wirrwarr hat, laut einer Presseinformation der ARAG Versicherung, jetzt ein Ende, denn Deutschland ist das erste Land der Europäischen Union (EU), welches eine einheitliche Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst einführt.

Die neue einheitliche Rufnummer – 116 117
Überall in Deutschland sind niedergelassene Ärzte im Einsatz, die Patienten in dringenden medizinischen Fällen ambulant behandeln – auch nachts, an Wochenenden und an Feiertagen. Patienten, die die schnelle Hilfe durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Anspruch nehmen wollen, brauchen ab dem 16. April 2012 nur noch die Nummer 116 117 zu wählen.

Entlastung für Rettungsnummer 112
Die neue einheitliche Nummer gilt bundesweit, funktioniert ohne Vorwahl und der Anruf ist für Patienten kostenlos. Der neue Serviceruf für den Bereitschaftsdienst soll allerdings nicht mit dem Rettungsdienst unter 112 verwechselt werden, der in lebensbedrohlichen Fällen Hilfe leistet. Bei akuten Notfällen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall und schweren Unfällen, alarmiert man natürlich weiterhin den Rettungsdienst und Notarzt unter der Notrufnummer 112.

Automatische Weiterleitung
Wer ambulante Hilfe außerhalb der Praxiszeiten braucht, wählt künftig aus dem Festnetz einfach die 116 117 und wird dann automatisch mit dem nächstgelegenen Bereitschaftsdienst verbunden. Bei Anrufen vom Handy wird das vorerst noch nicht funktionieren. Sollte die Weiterleitung aber aus technischen Gründen nicht automatisch möglich sein, landet der Anruf in einem der beiden bundesweiten Service-Center. Dort übernehmen medizinisch qualifizierte Mitarbeiter die Vermittlung dann persönlich.

Europaweite Lösung in Sicht
Die EU hat die einheitliche Rufnummer bereits europaweit für den ärztlichen Bereitschaftsdienst reserviert. So kann zukünftig jeder Auskunftssuchende in Europa – egal ob in London oder Rom – per 116 117 jederzeit den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen. Aktuell funktioniert der bundesweite Service für rund 85 Prozent der Bundesbürger. Ausnahmen sind Baden-Württemberg, das Saarland sowie teilweise auch Rheinland-Pfalz und Hessen wo es noch einige Monate dauern kann, bis der Service freigeschaltet ist. Wenn ein Patient die Nummer in einer Region wählt, die noch nicht angeschlossen ist, dann hört er noch eine Ansage als Serviceinformation, wo er die für seinen Bezirk gültige Nummer findet.

Dietmar Braun

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